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Murksy

Bewertungen

Insgesamt 176 Bewertungen
Bewertung vom 16.03.2025
Die Kurve
Schmidt, Dirk

Die Kurve


sehr gut

Der ungewöhnliche Thriller von Dirk Schmidt erfordert beim Lesen eine gewisse Aufmerksamkeit. Jedes Kapitel handelt von einzelnen Personen, die alle über eine Figur miteinander verbunden sind. Das ist Carl, der Vermittler. Er hat eine kleine Truppe um sich geschart, die für ihn Aufträge erledigen. Diese Aufträge sind mitunter brutal und fast immer kriminell. Carl selber lebt versteckt im Süden. Seine Gruppe wird bei Bedarf über das Telefon aktiviert. Die Mitglieder dieser, nennen wir es Vereinigung, verbindet mehr oder weniger das selbe Schicksal. Verlierer des Lebens, aufgefangen von einer Vaterfigur. Doch obwohl sie durch die Tätigkeit ohne größerer Geldsorgen leben, vegetieren sie doch in einer traurigen Schattenwelt. Einsam, ständig auf der Hut und verzweifelt auf der Suche nach etwas Normalität. Im Buch geht es um hauptsächlich zwei Fälle. Eine verschwundene Amerikanerin und einen Mafia-Clan, der nach Deutschland reist. Mehr soll zum Inhalt nicht verraten werden. Die Spannung der Geschichte ergibt sich aus den einzelnen Personen und ihrer Dämonen, als auch aus der Erzählweise im Präsens, was dem Buch eine greifbare Authentizität vermittelt. Ein solcher Thriller kommt nicht ohne Gewalt aus, doch die ist oft nur oberflächlich erwähnt, das Kopfkino spielt mit. Allesamt sind die teilweise tarantinoesken Figuren Eigenbrötler in einer Zweckgemeinschaft. Genauso wenig wie sie mit allen anderen Mitgliedern eine wirklich innige Beziehung aufbauen können, ergeht es auch dem Leser. Man beobachtet eine Gruppe von Antihelden, Kriminellen, es wird keine Sympathie erzeugt. So folgt man dem Buch wie einem dunklen Kammerspiel und beobachtet aus sicherer, gemütlicher Entfernung die Schattenwelt, die in Städten wie Berlin im Untergrund existiert. Für mich ein Thriller, der einen ganz eigenen Sog entwickelt hat. Allerdings kann ich auch durchaus nachvollziehen, wenn es Leser gibt, die mit dieser Erzählung nicht warm werden.


Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen, unterliegt dem Urheberrecht.

Bewertung vom 16.03.2025
Schmeckt!
Loose, Anke

Schmeckt!


ausgezeichnet

Das Sachbuch, das sich vor allem an jüngere Leser richtet, erklärt so einfach wie möglich alles, was mit Nahrung zu tun hat. Warum bewirken bestimmte Farben eine Geschmackserwartung? Warum haben wir ein Lieblingsessen? Viele Fragen werden beantwortet, einiges davon dürfte auch so manchem Erwachsenen unbekannt sein. Oder wissen Sie sofort, was Umami ist? Selbstverständlich liegt ein Schwerpunkt auf dem Thema ausgewogene und gesunde Ernährung. Die Nähstoffe und ihre Funktion werden erklärt, ebenso wie die Lebensmittel, in denen die überlebenswichtigen Bausteine vorkommen. Sehr gut erklärt wird auch die Verdauung und die daran beteiligten Körperfunktionen und -organe. Kleine Bildchen verdeutlichen das gehörte oder gelesene. Erstleser werden an der einen oder anderen Stelle Hilfe benötigen. So ein umfangreiches Gebiet wie die Ernährung lässt sich natürlich nur bedingt mit wenigen Worten erklären. Trotzdem ist das Buch recht verständlich geschrieben. Unser 4 Jähriger hat sich beim Zuhören schon viel gemerkt und auch immer wieder Fragen gestellt. Das Buch wird mit vier kleinen Rezepten noch etwas abgerundet. Auch wenn manche Passagen wiederholt werden, was dem Verständnis zuträglich ist, kommt keine Langeweile auf. Ein rundherum gelungenes Buch zu einem der wichtigsten Themen unseres Lebens.

Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen, unterliegt dem Urheberrecht.

Bewertung vom 26.02.2025
Transformers Earthspark: Der offizielle Guide

Transformers Earthspark: Der offizielle Guide


sehr gut

Das Buch ist eigentlich sehr leicht zu machen. Aus einer aktuellen Fernsehserie entnimmt man die entsprechenden Bilder und beschreibt dann wie in einem Lexikon die Figuren und die Geschichte. Mehr ist dieser Transformers-Guide auch nicht. Eine sichere Bank, sozusagen. Die einzelnen Figuren werden erklärt und deren Beziehungen zueinander. Wer sich mit den Transformers nicht so gut auskennt, wird aber auch zusätzlich etwas zu Geschichte und den ursprünglichen Akteuren erfahren. Mittlerweile ist das Transformersuniversum ja so unübersichtlich, dass wirklich nur richtige Fans darin zurechtkommen. Und genau an diese Fans richtet sich das Buch. Die einzelnen Beiträge werden aus der Perspektive diverser Personen erzählt, das gibt dem Ganzen etwas Dynamisches und lässt die Geschichte im Buch weiterleben. Zusätzlich ist ein kleines Poster eingearbeitet, eine kleine Zugabe. Wer mit Transformers nichts anfangen kann, wird auch durch diesen Guide kein Fans. Wer aber einen guten Einstieg sucht, kann hier zugreifen.

Bewertung vom 15.01.2025
In einem Zug
Glattauer, Daniel

In einem Zug


weniger gut

Ein Mann trifft eine Frau im Zug. Eine zufällige Begegnung, aus der sich ein Frage-Antwort-Spiel entwickelt. Und vielleicht sogar Liebe? Das Szenario, hier in einem Zug angesiedelt, verspricht viel. Und es hätte auch viel daraus werden können. Doch nach den 200 Seiten, zum Glück nicht mehr, wünscht man dem Autor eine längere Schreibblockade, wie sie sein Protagonist hat. Hoffnungsfroh ob einer Empfehlung aus dem Bekanntenkreis, begann ich zu lesen. Zunächst war ich sehr gespannt auf die Entwicklung und was aus den beiden Menschen werden würde. Doch dann wurde ich von der dumpfen Langeweile der ausgereizten Flachheiten eingeholt. Entweder fehlte es dem Autor an Mut oder er war von seiner Zugfahrt selbst gelangweilt. Wie dem auch sei, das Buch riss mich weder vom Hocker, noch erzählte es etwas über die Liebe, was ich nicht schon tausendfach in ähnlicher Form gelesen hatte. Jede Zugfahrt muss enden und diese endet auch noch katastrophal konstruiert, so als wollte Glattauer mit aller Gewalt sein Publikum aus der Lethargie der Erzählung reißen. Bei mir hat es nicht funktioniert, andere sehen in dem Wortgeplätscher ein neues Meisterwerk. Zumindest über eine längere Zugfahrt kann das Buch die Zeit verkürzen, es bleiben aber keine Erkenntnisse über das Wesen der Liebe haften, und man freut sich auf die Endstation.

Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Inhalte, auch in Auszügen, unterliegen dem Urheberrecht.

Bewertung vom 05.01.2025
Allein gegen die Lüge
Finlay, Alex

Allein gegen die Lüge


ausgezeichnet

Endlich erscheint der hochgelobte Thriller auch auf Deutsch und wird so auch bei uns für Aufsehen sorgen. Das durchweg spannende Buch beginnt mit einem tragischen Ereignis. Eine vierköpfige Familie stirbt in Mexiko. Zwei Söhne in den USA überleben, Danny sitzt wegen Mordes im Gefängnis und Matt der jüngere Bruder soll die Leichen identifizieren. Daraus entwickelt der Autor ein raffiniertes Labyrinth aus Lügen, falschen Fährten und Geheimnissen, die nach und nach ans Tageslicht kommen. Die Frage, was wirklich in Mexiko passierte, wird ganz langsam und mit immer neuen Wendungen, geklärt. Dabei springt der Autor in der Erzählweise zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Das liefert dem Leser immer wieder neue Informationen und hält den Spannungsbogen aufrecht. Die Geschichte ist glaubhaft und klug aufgebaut. Es gibt keine Helden oder Einzelpersonen, die im Alleingang den Fall lösen. Der Fall wirkt authentisch, nie übertrieben, die handelnden Personen haben alle ihre Schwächen und ihre Last zu tragen. Der Sog des Buches ist enorm. Ein Krimi, der Aufmerksamkeit fordert, da man sonst Informationen übersieht oder durch die Vielschichtigkeit den Faden verliert. Wer dies beachtet, bekommt einen gelungenen Thriller, der ohne die übertriebenen Blut- und Actionorgien anderer Titel auskommt.

Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Der Text, auch Auszüge davon, unterliegen dem Urheberrecht des Verfassers.

Bewertung vom 30.11.2024
Ab ins All!
Ziems, Anne-Dorette

Ab ins All!


sehr gut

Ein informatives und verständliches Sachbuch, das uns die Möglichkeit einer Reise zu den Sternen erklärt. Was ist möglich? Was verspricht sich die Wissenschaft von fernen Planeten? Viele Begriffe werden, so einfach es die Thematik zulässt, erklärt. Die Kapitel sind wie ein Countdown geordnet, 10,9,8...witzige Idee. Mir persönlich kamen bei den Ausführungen aber immer mehr Zweifel an der Sinnhaftigkeit solcher Projekte. Falls wir es schaffen würden, auf den Mars zu fliegen und dort vielleicht eine Station zu errichten, wie viele Menschen könnten dort leben. Und kann es das Ziel sein, den Fortbestand der Menschheit in einer solch lebensfeindlichen Umgebung zu sichern? Wäre das Geld für solche Vorhaben nicht besser in die Rettung unserer Erde investiert? Viele ethische Fragen, die aber den Reiz des Buches nicht schmälern. Man erfährt unglaublich viel und versteht so nach und nach, wie kompliziert die Raumfahrt und die Erforschung des Alls ist. Eine kurzweilige und sehr lehrreiche Reise zu den Sternen.

Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Es bestehen keine Beziehungen zu Hersteller oder Verkäufer.

Bewertung vom 10.11.2024
Schach-Euphorie
Doggers, Peter

Schach-Euphorie


ausgezeichnet

Falls Sie sich fragen, was das miteinander zu tun hat, kann ich dieses kurzweilige und sehr spannende Sachbuch empfehlen. Soviel sei verraten, sowohl Schach als auch die Fruchtfliege haben für verschiedene Bereiche der Wissenschaft enorme Bedeutung. Geschätzt 600 Millionen Menschen spielen Schach, Schachcommunities im Netz haben unzählige Mitglieder, Milliarden Partien werden heutzutage online gespielt. Schach war einer der wenigen Profiteure der Corona-Pandemie. Auch der Erfolg der Netflix-Serie Damengambit hat einen sprunghaften Anstieg der Schachspieler erzeugt, Schachbretter waren zeitweise ausverkauft. Worin liegt aber nun die Faszination des Spiels der Könige? Warum steigen die Anhängerzahlen stetig? Wer sich schon mit Nachdenken beim Lesen gestört fühlt, der wird mit diesem Buch keine Freude haben. Aber ganz sicher muss man kein Schach spielen, um im ersten Buch des bekanntesten Schachjournalisten viel Interessantes zu entdecken. Doggers schlägt einen großen Bogen von den Anfängen vor geschätzten 1500 Jahren bis in die moderne Zeit des Internets. Über keine Sportart wurden mehr Bücher geschrieben, trotzdem ist dieses Werk erfrischend, da es sich bis auf einige Notationen zu berühmten Partien im Anhang, nicht mit den Schachregeln und dem Spiel an sich beschäftigt, sondern mit Anekdoten und Geschichten über große und kleine Akteure wunderbar unterhält. Die bereits angesprochene Bedeutung für Wissenschaft und die Entwicklung der KI, die ihre Geburtsstunde dem Kampf Kasparow gegen den Computer Deep Blue verdankt, werden hier genauso thematisiert, wie die Veränderung des Spiels durch Online-Plattformen und das Streaming. Ein Spiel, das in Komplexität nur durch Go und Shogi übertroffen wird, dessen Regeln einfach sind, aber die Anzahl der Züge die Zahl der Atome im Universum übersteigt, bewegt die Menschen immer wieder aufs Neue. Große Namen des Schachs kommen im Buch zu Wort, Kuriositäten und Psychospielchen werden erwähnt, also alles, was Schach ausmacht und das Spiel zu einem der Dauerbrenner gemacht hat. Und letztendlich die komplette Abwesenheit von Glück, einzig der Verstand und die Konzentration entscheiden über den Ausgang der Partie, machen Schach zu dem vielleicht bekanntesten Spiel der Geschichte. Das Buch lebt diese Faszination und alle Klassen von Interessierten, vom Neuling bis zum Champion, werden gut unterhalten. Die schiere Menge an Schachbüchern hat eine würdige Ergänzung bekommen.

Bewertung vom 31.10.2024
Blutrotes Karma
Grangé, Jean-Christophe

Blutrotes Karma


gut

Warum Grange seinen Thriller zu Zeiten der Studentenunruhen Ende der 60er Jahre ansiedelt, kann ich nicht erklären. Vielleicht ein nostalgischer Rückblick auf seine Kindheit, denn um damals aktive dabei gewesen zu sein, ist der Autor zu jung. Wie dem auch sei, die Mörderjagd beginnt also in den unruhigen Zeiten in Frankreich. Studenten gehen auf die Barrikaden, es gibt gewaltsame Ausschreitungen und Zerstörung. Genau in diese Aufstände fällt der Mord einer jungen Aktivistin. Sie wird brutal ermordet und in einer eigenwilligen Pose zur Schau gestellt. Die Darstellung der Verstümmelungen sind übrigens wirklich nichts für empfindliche Leser, aber das ist man von Grange gewohnt. Es beginnt eine Suche nach Motiv und Täter, die sich im Laufe der Handlung zu einer weltumspannenden Jagd entwickelt. Mehr soll hier nicht verraten werden.
Eine Eigenheit der Grange-Bücher ist immer wieder das Makabre und das Mystische. Auch im diesem Buch werden verschiedene Aspekte beleuchtet und teilweise recht langatmig beschrieben. Der Hintergrund des Buches wechselt zwischen den sehr komplizierten, politischen Gegebenheiten der Unruhen in Frankreich und dem für westliche Leser sehr verwirrenden Glaubenssystem in Indien, Ausflüge in Yoga und Tantra eingeschlossen. Meiner Meinung nach will hier Grange zu viel, ohne wirklich den Zusammenhang herstellen zu können. Ob das lange und für manche Leser vermutlich auch langweilige Eintauchen in Politik oder Geisteswissenschaft nur dazu dienen soll, den Leser auf falsche Fährten zu führen oder ob der Autor seine Kenntnisse ausbreiten will, kann der Leser selbst entscheiden. Leider ziehen die Ausführungen das Buch in die Länge. Ich fand die Erklärungen recht interessant, teilweise erinnert das Ganze eher an ein Sachbuch, denn einen Krimi. Was zum nächsten Punkt führt. Wer die Bücher von Grange kennt, weiß, wie der Autor vorgeht und kann leider schon in Teilen das Ende vorhersehen. Das raubt die Spannung, verstärkt wird dieser Effekt noch durch die streckenweise breite Darstellung der Geographie. Leider überzeugt mich der Roman nicht, in seiner detailgetreuen Schilderung überspannt Grange den Bogen teilweise. Weniger wäre mehr gewesen. Wie gesagt, die Erklärungen der politischen Hintergründe sind für geneigte Leser interessant und stimmen im großen Ganzen mit der realen Geschichte überein. Dass es Grange etwas zu gut meinte, zeigt sich auch an einem Beispiel, in dem er sich auf einen Film bezieht, der allerdings erst 20 Jahre nach den Geschehnissen im Buch gedreht wurde.

Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Es bestehen keine Beziehungen zu Verlag oder Autor. Kopien, auch in Teilen, unterliegen dem Urheberrecht.

Bewertung vom 27.09.2024
Das geheime Buch der Wichtel
Riphagen, Loes

Das geheime Buch der Wichtel


sehr gut

Schon seit Jahrhunderten finden Wichtel Erwähnung in Sagen und Märchen. Die kleinen, geheimnisvollen Wesen gelten zumeist als Helfer und Freunde der Menschen. Bei uns ziehen die Wichtel regelmäßig zur Adventszeit ins Haus ein und spielen kleine Streiche oder liefern kleine Bastelarbeiten, die unsere Kinder verzaubern.
Das Buch der Niederländerin Loes Riphagen gibt einen tieferen Einblick in das versteckte Leben der Wichtel. Man erfährt, wie die Wichtel ihren Tag bestreiten, was sie mögen, wie sie sich kleiden und tarnen, oder wie ihre anatomischen Eigenheiten sind. Genau das hat meinen Jüngsten sehr erstaunt, wenn nicht sogar verwirrt. Da er neulich gelernt hat, wie der Bauchnabel entsteht, wurde er deutlich von der Nachricht irritiert, dass Wichtel den Bauchnabel auf dem Rücken haben. es war für uns Eltern doch etwas anstrengend, ihm zu vermitteln, warum das bei Wichteln so ist. Wir haben dann Beispiele aus dem Tierreich aufgezählt, die ja ebenfalls Unterschiede zu uns Menschen haben. Schnabeltiere und achtäugige Spinne waren da sehr hilfreich. Das ist leider oft ein Problem mit Kinderbüchern. Sie werden bei allem Einfühlungsvermögen aus Erwachsenensicht geschrieben. Manche Witze oder Randbemerkungen werden von Kindern ganz anders aufgefasst, als es der Autor ahnt. Ein negatives Beispiel, das mir immer wieder auffällt, ist der Fliegenpilz. Der hübsche Geselle wird in unzähligen Kinderbüchern abgebildet, ja sogar als Stoffkuschelteil für kleine Kinder angeboten. Die Giftigkeit zu erklären und das übliche „Finger weg“ bleibt an den Eltern hängen. Auch falsche Informationen sind leider immer wieder in Büchern zu finden. Das beliebte Motiv vom Eisbären und den Pinguinen wird immer wieder gezeigt, auch wenn in der Natur wegen der räumlichen Trennung durch Nord- und Südpolregion sich die Tiere nie begegnen werden. Ein Fantasiebuch über Wichtel hat es da leichter, doch wie gezeigt gibt es auch hier Stolpersteine.
Der Hauptcharakter des schön gezeichneten Buches ist wimmeliger Art. Es gibt viel zu entdecken in der kleinen, großen Welt der Wichtel. Kleine Texte geben zusätzliche Informationen über Tagesablauf und Leben der Wichtel. Die kurzen Bemerkungen der Käfer, Insekten sind die fleißigen Helferlein im Haus der Wichtel, sind allerdings sehr klein gedruckt. Alles in allem ein Kinderbuch passend zur Weihnachtszeit, das die Kinder lange beschäftigt. Ich hätte mir ein paar Bastelanregungen mehr gewünscht. Bis auf die Anleitung zu einer Mütze, gibt es da nicht viel. Unsere Kinder haben nämlich immer großen Spaß daran, kleine Wichtelmöbel und ähnliches zu basteln. Die weihnachtliche Zeit kann also kommen.

Bewertung vom 16.09.2024
Bis in alle Endlichkeit
Kestrel, James

Bis in alle Endlichkeit


ausgezeichnet

Schon mit den ersten Zeilen fühlt man sich an die alten noir-Krimis und Filme der 30-40-50er Jahre erinnert. An Sam Spade und Philip Marlowe, diese einsamen, melancholischen und harten Ermittler erschaffen von Dashiell Hammett und Raymond Chandler. Genau wie in diesen alten Geschichten berichtet auch hier ein Privatdetektiv von seiner Ermittlung in einem Todesfall. Der Krimi von Kestrel hat alles, was diese hardboiled novels ausmachte. Der Protagonist und Ich-Erzähler Lee Crowe ist einer dieser launigen Privatdetektive, die das Gesetz als grobe Richtschnur ansehen, aber auch nicht davor zurückschrecken, dieses zu umgehen. Wie das in solchen Krimis sein muss, sticht Crowe in ein Wespennest und ist plötzlich einer viel größeren Sache auf der Spur.
Und obwohl Kestrel ganz eindeutig diese alten Krimis zum Vorbild hat, schafft er es perfekt, diesen alten Charakter der Trenchcoats und Schlapphüte in die moderne Zeit zu tragen. Die Geschichte wirkt absolut authentisch, die Ermittlungsarbeiten werden so präzise beschrieben, dass sich der Leser teilweise selbst als Detektiv fühlt. Man folgt den Fährten, steckt in den Sackgassen fest und erlebt die Wendungen, die zu immer mehr Verwicklungen führen. Wer ist gut, wer ist böse? Diese Trennung gibt es nicht. Jeder trägt seine eigene Schuld, in größerem oder kleinerem Maße. Geschickt führt der Autor den atemlosen Leser durch den Fall und wenn nicht das moderne Setting wäre, sähe man den Schwarz-Weiß-Film direkt vor sich. Ein grandioser, gelungener Krimi, der endlich auch seine Übersetzung ins Deutsche gefunden hat.

Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Auszug, auch in Teilen unterliegt dem Urheberrecht.