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Belis

Bewertungen

Insgesamt 14 Bewertungen
Bewertung vom 12.01.2026
Lindberg, Karin

Winterknistern auf Schottisch


ausgezeichnet

Warum nicht? Nur zu gerne nimmt Maggy die Chance auf Veränderung an. Ihrem Job in London weint sie keine Träne nach, und ihr liebstes Hobby Online-Zocken ist sowieso ortsunabhängig.
In Kiltarff, Schottland, trifft Maggy auf Lewis. Der Spieleentwickler braucht dringend ein Organisationstalent, um sein Chaos im Büro zu lichten, finden seine Freunde. Nach einem holprigen Start integriert sich Maggy mehr und mehr in seinen Alltag.
Ein Trip nach Tokio, ein Abstecher auf die Malediven. Maggy ist im Taumel der Gefühle. Während sie ihr Herzklopfen hinter Selbstzweifeln verbirgt, erinnert sie sich selbst immer wieder daran, dass Lewis ihr Boss ist. Knisternde Spannung spürt auch Lewis, doch bereits vor langer Zeit hat er sein Herz verschlossen. Zu tief sind die alten Wunden. Und doch regt sich ein Funken Hoffnung in seinem Inneren.
Detailreiche Schilderungen sowie bereits bekannte Figuren der Liebe am Loch Ness Reihe lassen mich schnell in das Geschehen abtauchen. Jede Geschichte ist auch einzeln gut lesbar, da eingearbeitete Rückblicke vorangegangene Ereignisse kurz umreißen. Durch den Perspektivenwechsel ergeben sich Vorahnungen. Charaktere, die Stärken und Schwächen zeigen, eine herzerwärmende Handlung, dazu herrliche Landschaftsbilder und schlagfertige Dialoge begeistern mich. Manch eine doppeldeutige Aussage lässt mich herzhaft lachen.
Themen wie Freundschaft, Vertrauen und Neuorientierung, verletzte Gefühle und Hoffnungen fließen in die Story ein. Was wäre ein Liebesroman oder das Auf und Ab der Gefühle? Wie Maggy treffend feststellt: Zitat: Aus diesem Mann wurde sie nicht schlau. Immer, wenn sie glaubte, ihn halbwegs zu kennen, zeigte er eine neue Facette an sich.
Fazit: Der Wohlfühl Roman lässt mich in bezaubernde Landschaften eintauchen. Wendungen und liebevoll gezeichnete Charaktere schenken eine romantische Auszeit vom Alltag.

Bewertung vom 04.01.2026
Bernson, Marit;Lindberg, Karin;Filz, Sylvia

Alles Weihnachtsliebe, oder was?


ausgezeichnet

Kennst du Weihnachtsmagie? Der Zauber dieser Zeit, es funkelt und duftet überall verführerisch. Träumen von der Liebe.
Die sechs kurzen Erzählungen entführen uns an verschiedene Handlungsorte.
Ein waschechtes Weihnachtswunder von Franziska Erhard
Hoffnungen und Träume, eine Weihnachtsfeier unter Kollegen, und dann das. Wie aus einer Enttäuschung magische Momente erblühen.
Liebeschaos auf dem Christkindlmarkt von Finny Ludwig
Ein Unfall, ein Missgeschick, und plötzlich stehen neue Möglichkeiten, eine unerwartete zweite Chance offen.
Winterherzen am Fjord von Karin Lindberg
Zurück in Island trifft Kristin unerwartet ein Gefühlschaos. Ihre große Liebe, die Zurückweisung, all die Gefühle brechen wieder auf. Während Kristin innerlich zweifelt, kommt es zu einem erneuten Aufeinandertreffen. Gibt es in der magischen Vorweihnachtszeit ein Happy End?
Süßes Missgeschick von Sylvia Filz und Sigrid Konopatzki
Vollgepackt erreicht Zoe ihre Freundinnen im Cafe, nur um gleich darauf im Boden versinken zu wollen. Hat sie wirklich gerade ihr Kuchenstück dem Fremden am Nebentisch auf diese Art und Weise untergejubelt? Eine Begegnung mit unerwartetem Ausgang.
Fast ein Weihnachtsmärchen von Marit Bernson
Ein unbekannter Gast. Routiniert meistert Belle die kleinen und großen Katastrophen auf der weihnachtlichen Feier. Plötzlich gerät ihre Fassade ins Wanken. Aus dem vorgetäuschten Weihnachtsmärchen könnte ein echtes werden.
Ein Weihnachtswundermann zum Mitnehmen von Michelle Schrenk
Was habe ich nur getan, fragt sich Lilly, als sie morgens erwacht. Der Mann im Bett neben ihr ist eindeutig ihr Kollege Paul. Noch während Lilly überlegt, wie sie den Kerl los wird, um ihre heutigen Aufgaben zu erledigen, bietet eben jener Hilfe an.

Herzerwärmende Geschichten zum Träumen. In weihnachtlichem Flair erblüht die Liebe, geschehen Wunder und öffnen sich neue Chancen. Ich darf schmunzeln und hoffen, mich verzaubern lassen und die Magie der Weihnacht spüren. Die liebevolle Gestaltung des Buches mitsamt Buchschnitt ist nicht nur äußerlich wunderschön. Jede Erzählung ist mit Zeichnungen und Anfangsgedichten versehen.
Ein Buch um den Zauber der Weihnacht ins Herz zu lassen.

Bewertung vom 02.09.2025
Mayr, Birgit

Genussvoller Tod am Tegernsee


ausgezeichnet

Alles andere als begeistert ist der bayrisch verwurzelte Kräuterheiler Anton als er erfährt, dass auf seinem Hof ein japanischer Millionär die nächsten Tage wohnt. Der Besitzer des teuersten Bonsai der Welt möchte sich und seine wertvollen Minibäume solange als möglich der Öffentlichkeit entziehen. Grantlend und doch neugierig entdeckt Anton fast so was wie Gemeinsamkeiten im Umgang mit der Natur beim Gespräch mit dem japanischen Großmeister. Somit fast versöhnt mit der Situation schockiert die Nachricht vom tödlichen Zusammenbruch des Japaners.
Hauptkommissarin Erna und ihr geliebter Mops Ganghofer begeben sich auf Spurensuche. Die ersten Hinweise, der verschwundene Bonsai und zufällige Entdeckungen – schon ermittelt Erna mit ihrem ortsüblichen Team. Plötzlich bleibt Erna schier das Herz stehen, ihr treuer Mops Ganghofer ist unauffindbar. Eine nervenaufreibende Suche beginnt. Führen die unkonventionellen Ermittlungsmethoden inmitten idyllischer Urlaubskulisse zum Erfolg?
Unterhaltsam, unblutig und humorvoll. Liebevolle Charaktere und detaillierte Schilderungen der Handlungsorte bringen mich gedanklich in die Urlaubsregion Tegernsee und Umgebung. Gut eingefangen empfinde ich die vielen Nuancen, die der bayrische Humor bietet. Besonders die Dialoge in Mundart zeigen dies realistisch. Mal grantlend, mal spitzzüngig, herzhaft lachend sowie feinsinnig. Eine Besonderheit ist weiters, dass die Autorin ihre Leserschaft an ihrem reichhaltigen Wissen über die Heilkraft von Kräutern teilhaben lässt. Die vielschichtig aufgebaute Handlung überrascht immer wieder. Lächel.
Insgesamt ein authentischer Regionalkrimi. Nach kurzer Einlesezeit konnte ich schmunzelnd miträtseln. Schnipsel bringen mich auf die richtige Spur, dennoch bleibt das „wie“ eine Zeitlang im Ungewissen. Als Urlaubslektüre sehr zu empfehlen.

Bewertung vom 24.08.2025
Lindberg, Karin

Unsere Tage am Fluss


ausgezeichnet

Welches Geheimnis verbirgt sich hinter der alten Todesanzeige und dem verblichenen Bild im Nachlass Ihrer Großmutter? Die beigelegte Notiz ist wenig hilfreich, und da Elisa im Moment viel zu viel Freizeit hat, macht sie sich kurzentschlossen auf den Weg von Hamburg nach England. Das ehrwürdige Ambiente des riesigen Anwesens lässt Elisa zweifeln, ob sie auf Rosewood Manor das in der Notiz erwähnte Tagebuch findet. Doch aufgeben war für die Journalistin bisher nie eine Option und so schwingt sie täglich den Staubwedel in der Hoffnung das Rätsel schnellstmöglich zu lösen.
Obwohl seine Augen zornig funkeln gibt Calam der etwa gleichaltrigen Frau aus Deutschland den Job. Doch kurze Zeit später fragt er sich bereits, ob diese Entscheidung klug war. Und doch schafft es Elisa den Lord neugierig zu machen. Nichts ahnend mit welchen Gedanken Elisa auf die Insel gekommen ist bietet Calam seine Hilfe an.
Wechselseitig erzählt die Autorin neben dem Gegenwartsstrang die Ereignisse der Vergangenheit. In einer unglücklichen Ehe gefangen erfüllt sie ihre Pflichten trotz wiederholter Demütigungen durch ihren Ehemann Edward. Die Natur um Rosewood Manor erleichtert zwar Harriett ihre Fassade aufrechtzuerhalten, doch die Leere in ihrem Herzen bleibt. Bis eines Tages Arthur Schelling, der neue Arzt ihrer Schwiegermutter, in Harrietts Leben tritt. Nach anfänglicher Zurückhaltung genießt sie die Gespräche und gestohlenen Minuten mit dem weltoffenen Gast. Doch was Edward besitzt verteidigt er. Wird Harriett einen Weg finden ihrem Herzen folgen zu können?
Auf zwei Zeitebenen erlebe ich die Geschichte hautnah mit. Einerseits die Suche um das Geheimnis der rätselhaften Botschaft, und andererseits fesseln mich die Geschehnisse der Vergangenheit. Mit jedem Kapitel mehr. In gewohnt bildstarker und authentischer Schreibweise nimmt mich die Autorin mit in die eigenständigen Erzählstränge. Überraschende Wendungen machen es spannend, dabei ahne ich Verbindungen. Starke Charaktere sind teils schnell einzuschätzen, andere wiederum zeigen ihre inneren Werte, ihr tiefgründiges Wesen erst im Laufe der Handlung. Ich spüre die emotionalen Höhen und Tiefen, wobei mich die Ereignisse der Vergangenheit mehr aufwühlen.
Ein mitreißendes Lesevergnügen, welches ich im Hand umdrehen verschlungen habe. Eine durchlesen Nacht voller aufwühlender Momente und Hoffnungen.

Bewertung vom 16.08.2025
Dell, Barbara

Ein einziger Sommer mit dir


ausgezeichnet

Nicht nur einmal stellt die strebsame Anwältin Emma ihre Entscheidung, mal eben kurz nach Kanada zu fliegen, in Frage. Der Wunsch ihrer todkranken Mutter, Emma kennenzulernen, bietet der fast dreißigjährigen die Möglichkeit noch Antworten auf die Fragen nach dem Warum-hast -du-mich-im-Stich-gelassen zu bekommen. Als ein Sturm ihr Flugzeug zwingt weit entfernt von Vancouver zu landen, gibt es nur eine Chance um relativ zeitnah an ihr Ziel zu gelangen. Sie muss mit Sam im Wohnmobil einen mehrtägigen Roadtrip überstehen. Einzig ihr Bestreben schnellstmöglich zurück nach Deutschland zu gelangen, um das ihr übertragene Mandat zur vollsten Zufriedenheit ihres Chefs abzuwickeln, bringt Emma dazu mit diesem Unbekannten zu reisen.
Sam hingegen möchte in der Weite Kanadas seine innere Kraft wiederfinden. Inkognito sich dem Zauber der Natur hingeben, ganz ohne den Druck als erfolgreicher Rockstar immerzu das Beste aus sich herausholen zu müssen. Die erzwungene Fahrgemeinschaft mit der arbeitswütigen Emma hat zumindest den Vorteil, dass außer dem Satz, „Und wenn`s schnell geht, macht nix“, nicht viele Worte sein Schweigen stören würden.
Eine herausfordernde Reise beginnt. Während Emma unentwegt zwischen der Unsicherheit, die das Gespräch mit ihrer Mutter, in ihr hervorruft und ihrer obersten Priorität, demnächst Partnerin in der Kanzlei zu werden, hin und her flitzen, wandern Sams Gedanken um die Frage, was seine Seele so bedrückt das er weder Schlafen noch sich auf neue Songs konzentrieren kann.
Ich bin schnell in der Geschichte. Nachvollziehbare Stimmungsschwankungen, ob gereizt oder traurig, mal lächelnd, dann wieder einfühlsam nehmen mich gefangen. Betörende Landschaftszeichnungen wecken Sehnsucht nach den Naturschönheiten Kanadas. Die vielschichtigen Charaktere lassen mich an ihren Gedanken teilhaben. In mal schlagfertigen, mal einsilbigen Dialogen gelingen den Reisegefährten Blicke hinter Fassaden in einem für mich angemessenen Tempo. Situationsabhängig müssen sich Emma und Sam ihren Ängsten stellen, Vertrauen aufbauen, mutig sein und den Moment genießen, ohne dabei in Panik zu geraten, sowie vieles mehr. Welcher Glücksfall dabei ihre Schicksalsgemeinschaft ist, welche Möglichkeiten sich ergeben? Wie spannend sich das entwickelt? Das solltest du unbedingt selbst herausfinden.
Die fiktive Erzählung aus zweierlei Perspektive ist fesselnd und emotional. Tiefgründig aufgebaute Handlung in idyllischer Landschaft lädt zum Genießen ein. Sympathische Charaktere und Gegenspieler, Wendungen und eine mich überraschende Auflösung. Ein Buch, das ins Herz trifft und bewegt.
Zitat : „Sie schaffte es immer wieder, ihn aus den Tiefen ein Stück nach oben zu ziehen. Wenn er in ihre dunklen Augen blickte, kroch eine Wärme in sein Herz, die er schon lange nicht mehr gespürt hatte.“

Bewertung vom 04.07.2025
Lindberg, Karin

Kein Herzensbrecher ist auch keine Lösung


ausgezeichnet

Welch ein Angebot! Während Roxy ihr berufliches Glück kaum fassen kann, wackelt ihr privates gehörig. Wie soll sie ihrem Lebenspartner Kirk nach diesem Schock noch vertrauen? Einzig Luke kann sie sich in dieser pikanten Situation öffnen. Mit seiner direkten und schlagfertigen Art hilft ihr Kollege Roxy, sich wieder zu erden. Doch woher kommen plötzlich die Schmetterlinge im Bauch?
Unvermittelt steht der überzeugte Junggeselle Luke vor einem Problem. Roxy berührt sein Herz. Doch seine Dämonen machen es ihm unmöglich, nie könnte er sein Herz verschenken. Roxy ist ebenfalls verwirrt. Obwohl derzeit Luke ihr Fels in der Brandung ist, kann sie sich den Womanizer nicht in einer festen Beziehung vorstellen. Schon gar nicht mit ihr selbst. Da kommt den beiden das Schicksal zu Hilfe. Geschäftliche Verpflichtungen, geheime Sehnsüchte und lockere Atmosphäre. Worin das wohl endet?
Eintauchen in die faszinierende Metropole Abu Dhabi. Hier tummeln sich Erfolg und Reichtum umgeben von Strandflair und Wüstensonne. Schmunzelnd genieße ich die lockeren Dialoge, verfolge die manchmal überraschenden Entwicklungen und bin gespannt, welche Geheimnisse sich hinter den Fassaden verbergen. Vergangene Verletzungen brechen auf, Sehnsüchte und Hoffnungen durchströmen Roxy und Luke. Schnell spüre ich das Knistern in der Luft, aber ebenso die selbstgesteckten Grenzen. Durch abwechselnde Sichtweisen bin ich mitten im Geschehen, erahne Konflikte sowie verborgene Ängste. Spüre hautnah Emotionen und gehe mit den Charakteren durch Höhen und Tiefen. Detaillierte Schilderungen werden zu lebhaften Bildern im Kopf.
Themen wie Freundschaft, Vertrauen und Vergebung werden angesprochen. Natürlich sind leidenschaftlich prickelnde Szenen zum Träumen eingebaut. Gespannt verfolge ich wie in Roxy das Gefühlschaos wirbelt. Und nicht nur Luke lässt mich grinsen. Sich bereits am Ziel glaubend verändert eine unbedachte Äußerung alles.
Lächelnd lese ich die eingearbeiteten Rückblicke auf den ersten Teil der Reihe Sand und Sweethearts. Vorkenntnisse aus, Kein Ceo ist auch keine Lösung, sind nicht zwingend nötig, vertiefen jedoch den Lesegenuss, da viele Figuren wieder integriert sind. Der ausgefeilte Schreibstil von Karin ist pures Lesevergnügen.
Sehr gerne empfehle ich die tiefgründige Lovestory als Urlaubslektüre zum Träumen und Abschalten.

Bewertung vom 02.07.2025
Bellini, Sibilla

Süßer Tod am Lago di Garda


ausgezeichnet

Ricarda hat Pläne - Zeit für ihre dreizehnjährige Tochter zu haben, beruflich neu zu starten und ihren letzten Fall endgültig abzuhaken. Aber wie, wenn hier am Gardasee eine Tote entdeckt wird? Gleiches Szenario wie der letzte ungelöster Mord! Wie könnte sie ihrem Bruder die erbetene Hilfe ausschlagen?

Zurück in ihrer Heimat möchte Ricarda ihrer Tochter die Schönheit der herrlichen Gegend zeigen. Plötzlich stellen sich ihre Nackenhaare auf. Blaulicht, eine grässlich zugerichtete Leiche. Ihr Instinkt weiß,es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Spuren sind Mangelware. Hinweise erweisen sich als haltlos oder irreführend. Dann beginnt der Täter/in, seine Taktik zu ändern. Die Suche wird weiter intensiviert und doch..

Anfangs musste ich einige Charaktere erst kennenlernen, andere fand ich auf Anhieb sympathisch. Die Autorin fesselt mich schnell mit mehreren verwobenen Handlungssträngen. Die Orts- und Zeitangaben am Anfang jedes Kapitels erweisen sich als Orientierungshilfe und die klangvollen Überschriften geben Raum für Spekulationen. Einerseits erlebe ich aus Sicht des Täters/in vergangene Tage, andererseits schaue ich Ricarda und ihrem Team bei den Ermittlungen über die Schulter. Dazwischen versucht Ricarda eine vertrauensvolle Beziehung zu ihrer Tochter zurückzuerlangen. Durch Zufall lernt die Profilerin den ebenfalls berühmten Schriftsteller Marco kennen. Der gutaussehende Autor wird von ihrer Tochter Mia regelrecht vergöttert. Innerhalb weniger Tage stürzt allerhand über Riccarda herein.

Geschickt verwirrt mich manche Fährte, entblättern sich Charaktere erst im Handlungsverlauf.. Obwohl ich durch die eingestreuten Gedanken mehr Wissen habe, bleibt mir die Lösung lange ein Rätsel. Die letzten Kapitel explodieren förmlich, bis sich die letzten Fäden endlich verknüpfen lassen.

Südlich-italienisches Flair und emotionale Wetterstimmungen rahmen den Suchtgefahr Krimi hervorragend ein. Ihrem lebhaften, fesselnden Schreibstil mit humorvollen Dialogen und bildstarken Schilderungen bleibt die Autorin auch hier im Krimi-Genre treu. Sodass mich diese Erzählung trotz Grauen, Ängsten und Verzweiflung auch zum Schmunzeln gebracht hat.

Eine packende Unterhaltung mit Botschaft. Welche? Lesen und rausfinden.. Ich würde mich freuen weitere Fälle mit Riccarda zu lösen.

Bewertung vom 28.06.2025
Wieser, Gudrun

Grüne Mark und Weißer Tod


sehr gut

Zitat:„Es gibt weniges, das unbefriedigender ist, als wenn man trotz redlicher Anstrengung zu keinem Ergebnis kommt.“
Der junge Untersuchungsrichter Franz Stahlbaum hat mit mehreren, anscheinend zusammenhängenden Mordfällen seine liebe Not. Unterstützt von seinem Freund Dr. Titus Pyrner geht er unterschiedlichsten Spuren nach. Des Weiteren ist eine Zusammenarbeit mit dem Polizeiagenten Meisel für Franz unumgänglich, obwohl er dem Rivalen lieber aus dem Weg gehen würde. Ohne brauchbare Beweise tappen die Männer im Dunkeln, trotzdem es Hinweise auf eine bedeutsame Gemeinsamkeit, Aufenthalte in der Heilanstalt im Wienerwald, gibt. Als Franz auf Nachfrage seiner Verlobten von der schwierigen Lage berichtet, reift in der resoluten Resi ein gewagter Plan. Zufällig hat Salome dieselbe Idee und so treten die beiden Frauen in der Lungenheilanstalt als Hilfskräfte ein.
Eindrückliche Schilderungen von Graz, der Hauptstadt der Steiermark, versetzen mich zurück ins Jahr 1897. Zusammen mit dialekt gefärbten Dialogen katapultiert mich der Sprachstil, samt regionalen Ausdrücken und althergebrachten Begriffen, in die Geschichte. Bilder von vorbeieilenden Boten, lautstarken Marktweibern und spazierenden Paaren im Sonntagsstaat wechseln abrupt mit grausamen Funden, um nur einige zu nennen. Rätselhafte Bruchstücke, spekulative Zusammenhänge und doch bleiben Zweifel. Während die Ermittlungen spannungsreich von statten gehen lassen mich die eingeflochtenen Liebeleien schmunzeln. Die Handlung wird im Klappentext relativ gut umschrieben, gegen Ende überrascht mich die Autorin dennoch.
Insgesamt ist dieser historische Kriminalroman sehr authentisch. Die Figuren strahlen Charakter aus, sind mit ihren Stärken und Schwächen lebensnah dargestellt. Das Flair der Kaiserzeit ist dank tiefgründiger Recherche spürbar. Ebenso hat die Autorin viele interessante Details in Bezug auf Tuberkulose, und den Umgang mit der Krankheit um die Jahrhundertwende, in den Roman eingeflochten. Hierbei ist zu erwähnen, dass jedes Kapitel mit einem Zitat beginnt.
Mir hat die Zeitreise Spaß gemacht, auch ohne den ersten Teil Geheimnisse in der Grünen Mark zu kennen. Das wird jedoch nicht lange so bleiben, denn die Reibereien der Ermittler lassen die Seiten nur so dahin fliegen. Lächel.

Bewertung vom 04.06.2025
Lausen, Bettina

Neue Zeiten auf der Kö - Die Fotografin


ausgezeichnet

London, April 1953. In Zuria toben die Emotionen. Erst der Heiratsantrag von Noam, welcher ihr eine sichere Zukunft ermöglicht nach all den schrecklichen Erfahrungen, dann der Brief! Die Mitteilung, dass ihre Schwester ebenfalls überlebt hat. Obwohl sie nie wieder einen Fuß auf deutschen Boden setzen wollte, reist Zuria nach Düsseldorf, um ihre Schwester zu sich nach London zu holen. Doch Jalda strebt in der Stadt der Mode ihrem Traum als Fotomodel entgegen und versucht ihrerseits Zuria zum Bleiben zu überreden.
Als ihre erste große Liebe plötzlich vor ihr steht, setzt ihr Herz einen Schlag aus. Wie kann Kurt von ihr erwarten, dass sie ihm in die Arme fliegt nach all dem, was geschehen ist? Doch nach einem klärenden Gespräch verändert sich alles. Während Zuria auf ihren Streifzügen durch Düsseldorf neben dem perfekten Umgang mit ihrer neuen Kamera auch die Schönheiten und ehemaligen Lieblingsplätze wiederentdeckt, sehnt sie sich nach Liebe, nach Verständnis und Geborgenheit. Noch immer drohen die Geister der Vergangenheit, Zuria zu erdrücken, erlittene Qualen und Ängste brechen auf. Schwere Entscheidungen und zum Greifen nahe Träume, verwirrende Gefühle und unerwarteter Beistand. Erst im Laufe der Zeit ist die Stimme ihres Herzens laut genug, findet Zuria den Halt, der ihr Leben vollkommen macht.
Zerrissen zwischen Hoffnung auf Neubeginn und den Nachwehen der Vergangenheit. In vielen Köpfen existieren noch die alten Verhaltensmuster gegenüber Juden. Leben mit Schuldgefühlen, Lernen zu vergeben, das Bild der Frau im Wandel und die aufstrebende Wirtschaft, dies und noch viel mehr hat die Autorin in den Roman gepackt. Eindrücklich und aufwühlend entstehen Bilder aus Worten. Detailgenaue Schilderungen und lebendige Dialoge geben authentisch den Zeitgeist wieder. Eintauchen in die Nachkriegsjahre, die fortschreitende Entwicklung der Fotografie, das Hadern mit Erlebnissen. Begeistert, teils erschüttert von eingeflochtenen Rückblicken, verschlinge ich die Erzählung. Tiefgründige Recherche spiegelt sich in vielen Kleinigkeiten wider, zum Beispiel zeitlich passende Details zu Bildeinstellungen und Arten der Fotografie. Auch Schauplätze und Beschreibungen der Modewelt sind authentisch dargestellt. Im Anhang gibt die Autorin Erklärungen dazu.
Zitat: Leben, ich komme!
Zuria, ich habe dich sehr gerne auf diesem Weg begleitet, mit dir getrauert und gehofft. Gelächelt und die Verzweiflung gespürt. Genauso könnte sich das ein oder andere abgespielt haben.
Ich persönlich würde den ersten Teil der historischen Reihe "Neue Zeiten auf der Kö", die Journalistin, vor dem Lesen empfehlen. Die Geschehnisse bauen darauf auf. Sind zwar auch so lesbar, aber hintergründige Nuancen sind deutlicher spürbar in meinen Augen. Die vielfältigen Charaktere entwickeln sich zunehmend, ihre Stärke und Emotionalität sowie überraschende Wendungen verleihen Spannung. Einfühlsam an den richtigen Stellen, mal ein Lächeln oder Schmunzeln gezaubert. Historische Fakten geschickt mit fiktiven Personen verwoben lassen den Roman lebensecht erscheinen. Gepaart mit dem fesselnden Schreibstil ist es eine gelungene Mischung, die mich das Buch kaum aus der Hand legen lässt. Absolute Leseempfehlung.

Bewertung vom 21.05.2025
Lindberg, Karin

Besser spät und dann für immer


ausgezeichnet

Melissa fährt mit ihrer 16jährigen Tochter Carrie und ihrem 11jährigen Sohn Mick zu Großtante Lucinda nach Cornwall. Von dem Aufenthalt an der Küste wünscht sich Melissa Ruhe und neue Perspektiven nach der Trennung von ihrem Ehemann, ein Ende der aufwühlenden Zeit für sich und ihre Kinder. Doch kaum angekommen, wird ihre Hoffnung gedämpft. Lucinda scheint alles andere als erfreut zu sein über ihre Gäste und die nörgelnden Kinder tragen ihr weiteres dazu bei. Als Melissa im Supermarkt ihr entspanntes Frühstück in Form der Lieblings Cerealien in Gefahr sieht, wirft sie sich entschlossen dem Käufer der letzten Packung entgegen. Nicht ahnend, wie schnell sie dem attraktiven Mittvierziger wieder begegnen wird.
Grant hat sein Leben in London hinter sich gelassen und ist in die Abgeschiedenheit Cornwalls geflüchtet. Hier versucht er, seine Dämonen durch Arbeit und nächtliche Schwimm-Ausflüge ans Meer zu verdrängen. Während seine Umgebung ihn zu zukunftsweisenden Entscheidungen drängen möchte, glaubt er nicht mehr daran, sein Glück nochmals zu finden. Daher überraschen ihn seine wiederkehrenden Gedanken an Melissa zutiefst.
Unerwartet geraten zwei Menschen in einen Strudel aus Gefühlen. Nicht ganz unschuldig daran sind tatkräftige Dorfbewohner, neu gefundene Freunde und Zufälle. In der rauen Landschaft Cornwalls brechen sich nicht nur Wellen, nein, es brechen Mauern nach und nach. Je mehr Tage vergehen, desto mehr kommen Melissa und ihre Kinder dem Ziel eines Neuanfangs näher. Doch das Schicksal hält weitere Hürden bereit. Geheimnisse, Ängste und Enttäuschungen wirbeln Emotionen hoch, Unklarheiten verunsichern und drohen das sich anbahnende zweite Glück in tausend Scherben zu zerschlagen.
Die Ich-Erzählung aus zweierlei Perspektive lässt mich tief eintauchen in die Geschichte. Bildstarke Schilderungen bringen mich gedanklich nach Cornwall. Bewegt von den schicksalhaften Ereignissen fliege ich durch die Seiten. Schmunzelnd genieße ich den Schlagabtausch der Figuren, Wendungen und Charaktere mit Ecken und Kanten lassen die Erzählung wie aus dem Leben gegriffen erscheinen. Besonders Melissa entdeckt im Laufe der Handlung ihre innere Stärke, ist voller Ideen und Mut. Folgendes Zitat wird Melissa im Laufe der Handlung erfahren: “ Auf dem Schiff des Lebens musst du dein eigener Kapitän sein.” Wer ihr diesen Rat gibt?
Mir gefallen das Tempo der sich anbahnenden Beziehung, die individuellen Charakterzüge und die Entwicklung der Protagonisten. Gerade weil sie bereits Lebenserfahrung mitbringen. Inmitten einer traumhaft schönen Landschaft zeigen manche ihre Herzensgüte erst nach und nach, andere bestätigen meine anfängliche Einschätzung.
Mit dem Zitat :“ In deiner Nähe werden selbst graue Tage bunt.“ Möchte ich diesen Happy-End Roman als kleine Auszeit des Alltags wärmstens empfehlen.