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miamina

Bewertungen

Insgesamt 49 Bewertungen
Bewertung vom 18.03.2025
Bei den Wikingern / Muffin und Tört! Bd.1
Stower, Adam

Bei den Wikingern / Muffin und Tört! Bd.1


ausgezeichnet

Absolut witzig und genial illustriert
Muffin ist ein gemütlicher Kater, der verkuschelt ist und gerne Snacks mag. Zusammen mit dem lebhaften Kaninchen Tört lebt er bei einem Zauberer. Das ist auch der Grund, warum seine Katzenklappe manchmal nicht in den Garten führt sondern in unglaubliche Abenteuer. Diesmal landen die beiden bei den Wikingern und werden für Trolljäger gehalten. Sie erhalten den Auftrag nach Eierich zu suchen, obwohl sich der Häuptling sicher ist, dass er von den bösen Trollen auf der Nachbarinsel gefressen wurde. Schnell noch etwas Ausrüstung gepackt und schon geht es aufs Langschiff Richtung Rettungsmission.

Muffin und Tört ist eine Mischung aus Comic und Geschichte, enthält also Sprechblasen und Lautmalerei, aber auch kleine Passagen in Fließtext. Zunächst lernt man die beiden Hauptcharaktere kennen, nämlich Muffin, den Kater und Tört, ein aufgewecktes Kaninchen mit einer Kirsche als Schwänzchen. Schon die Einführung ist recht witzig gemacht und wer eine Katze hat, erkennt sie vielleicht in Muffin wieder. Kuscheln, Schlafen und Snacks sind seine Favoriten. Durch ein Zauberunglück seines Herrchens landen die beiden in der Welt der Wikinger und müssen als Trolljäger ein großes Abenteuer bestehen.

Text und Illustrationen sind wirklich einmalig und ergänzen sich perfekt zu einem Angriff auf die Lachmuskeln von kleinen und großen Leser*innen. Die Geschichte sprüht nur so vor witzigen Ideen und spielt mit den Erwartungen, die man zum Verlauf hat. Die Bilder sind hier nicht nur Unterstützung beim Textverständnis, sondern erzählen teilweise die Geschichte selbst weiter, manchmal auch ohne Worte. Es gibt spannende, lustige und kuschelige Momente, da kommt nie Langeweile auf. Vor allem für Lesemuffel kann dieses Buch ein Gamechanger sein, denn erstens hat es sehr wenig Text ohne beim Inhalt an Qualität zu verlieren und zweitens ist es so genial, dass man gar nicht anders kann, als weiterzulesen. Es macht richtig viel Spaß ohne zu überfordern. Die Bilder sind schwarz-weiß, aber für mich und meine kleine Mitleserin sind sie perfekt gelungen vom Beginn, bis zu den Bonusinhalten am Ende. Wir freuen uns jedenfalls schon riesig auf das nächste Abenteuer von Muffin & Tört. 5 Heringshappen, äh Sterne.

Bewertung vom 09.03.2025
Die kleine Fee Lavendula - Willkommen in der Zauberpraxis
Volk, Katharina E.

Die kleine Fee Lavendula - Willkommen in der Zauberpraxis


ausgezeichnet

Supersüße Vorlesegeschichten über eine hilfsbereite Fee
Die kleine Fee Lavendula ist sehr aufgeregt. Ihre Flügel sind endlich groß genug, damit sie eine eigene Aufgabe zugeteilt bekommt. Zusammen mit ihrem Freund, der Meise Magnus, übernimmt sie die Zauberpraxis im Murmelbachtal. Es dauert nicht lange, da behandelt sie alle, die Hilfe brauchen, sei es die heisere Eule, das verletzte Eichhörnchen oder den ängstlichen Wichteljungen. Auch sonst ist sie für alle Bewohner des Waldes da. Heilzauber beherrscht Lavendula richtig gut, doch es passieren ihr auch manchmal kleine Missgeschicke, die ein ganz schönes Chaos verursachen können. Letztendlich findet sich immer eine Lösung.

Das feine, pastellige Cover von "Die kleine Fee Lavendula - Willkommen in der Zauberpraxis" gefällt mir richtig gut. Darauf sind schon die beiden Hauptcharaktere Lavendula und Magnus Meise vor der Zauberpraxis zu sehen. Die Feenwelt und das Murmelbachtal sind genauso, wie Kinder sie sich wünschen könnten. Es gibt viele verschiedene Tiere und sogar zwei kleine freche Wichtel. All diese Bewohner des Waldes lernt Lavendula nach und nach kennen, weil sie entweder Hilfe brauchen oder ihr bei Aufgaben im Wald begegnen. Für alle Verletzungen hat Lavendula einen passenden Zauberspruch parat. Diese Sprüche sind im Text farblich abgesetzt und reimen sich ebenso wie der Morgen- und der Abendgruß, den die kleine Fee immer spricht. Heilzauber sind Lavendulas Spezialität, bei allem anderen sind ihre Künste mit Vorsicht zu genießen. Da kann schon mal was schiefgehen und zu lustigen Situationen führen.

Mir hat es sehr gut gefallen, dass es in den 17 kleinen Einzelgeschichten nicht immer nur um typischen Krankheiten und Verletzungen geht. Teilweise sind es auch eher psychische Probleme wie Angst und schlechte Laune, die Lavendula erkennt und behandelt. Die Fee urteilt trotzdem nie vorschnell über jemanden, der sich nicht "normal" verhält. Im Gegenteil. Sie versucht denjenigen kennenzulernen und die Ursachen für sein Verhalten zu ergründen. Ein tolles Vorbild für Kinder, denen Empathie nähergebracht wird. Ebenso gibt es eine Folge, in der Rücksichtslosigkeit kritisiert und zu einem Umdenken beigetragen wird. Alle Geschichten sind sehr einfühlsam geschrieben und dazu passen die hellen, freundlichen, manchmal pastelligen Illustrationen sehr gut.

Auch beim Aufbau des Buches hat man sich Gedanken gemacht. Vorne gibt es nicht nur Platz für den Eigentümer des Buches, sondern für den Vor- und Mitleser. Das Vermittelt ein tolles Zusammen-Gefühl. Auf einer Doppelseite werden die Tiere und Personen vorgestellt, die am häufigsten vorkommen. Den Lesefortschritt kann man ganz vorne durch Einkleben von Bildpunkten, die man ausschneiden kann, festhalten. Ein Inhaltsverzeichnis mit den Überschriften der Kapitel sorgt für eine gute Orientierung. Ich habe die Kapitel in der richtigen Reihenfolge vorgelesen und bin damit sehr gut gefahren. Die meisten sind zwar abgeschlossen. Manchmal bezieht sich der Inhalt jedoch auf vorherige Kapitel, so dass einem da doch etwas fehlen würde, wenn man sie nicht zuerst gelesen hat. Der Clou ist am Ende eine Doppelseite mit wichtigen Heilkräutern, die Lavendula nutzt und eine Bastelanleitung für kleine Lavendel-Feen. Die sind kinderleicht zu basteln, man braucht dazu auch nicht viel. Insgesamt ein sehr schönes Buch mit gefühlvoll erzählten Geschichten nicht nur für Feenfans. 5 Sterne

Bewertung vom 27.02.2025
»Wenn Ende gut, dann alles« / Svetlana und Tommi ermitteln Bd.1
Klüpfel, Volker

»Wenn Ende gut, dann alles« / Svetlana und Tommi ermitteln Bd.1


ausgezeichnet

Kriminalfall mit völlig unerwarteten Ermittlercharakteren
Weil er und seine Freundin gerade eine Pause einlegen, haust Tommi im Wohnmobil seines Vaters, immer auf der Suche nach dem perfekten Stellplatz. Sein Ziel ist es, bald einen bahnbrechenden Thriller zu veröffentlichen. Seine - wie sie unbedingt genannt werden will - Putzfrau sorgt dafür, dass er das in einem einigermaßen sauberen Umfeld tun kann. Auch sonst geizt die belesene Svetlana nicht mit klugen Lebensweisheiten und liest auch in ihrem Arbeitgeber wie in einem Buch. Durch Zufall läuft den beiden ein Kind über den Weg, das einsam und verlassen in den Wald hineinspazieren will. Natürlich wollen die beiden helfen und schon sind sie mittendrin in Ermittlungen. Wer ist das Kind und warum war es allein unterwegs? Wo sind die Eltern? Der verzwickte Fall gestaltet sich immer verworrener und gefährlicher. Wie soll man da einen Bestseller schreiben?

Volker Klüpfel ist mir natürlich von den Kluftinger-Krimis her ein Begriff, auch wenn ich diese Reihe nicht nahtlos verfolgt habe. "Wenn Ende gut, dann alles" hat mich schon wegen des Titels angesprochen, der wie vermutet von Svetlana stammt, die durch das ganze Buch solche Lebensweisheiten von sich gibt. Und das wäre auch schon der zweite Grund, warum ich das Buch lesen wollte: Die Charaktere. Tommi und Svetlana scheinen so gar nichts gemeinsam zu haben. Er ein "Schriftsteller", der noch an seinem ersten Buch schreibt (wenn er dazu kommt) und auf den großen Durchbruch hofft, sie die routinierte Putzfrau mit herrlichem Akzent und einer Vorliebe für russische Schriftsteller und die geborene Detektivin. Einfach herrlich! Manchmal meint man, Svetlana könne Gedanken lesen, so gut durchschaut sie Tommi und seine Welt, die er nicht müde wird, sich schönzureden. Hier wird durchaus mit Klischees gespielt, aber nicht platt, sondern wirklich auf kluge, humorvolle Weise. Auch die Nebencharaktere, von Tommis Vater bis hin zur Polizistin sind speziell, machen die Geschichte aber zu etwas Besonderem.

Der Fall selbst gefiel mir gut. Man konnte leicht mitfühlen, schon allein, weil es um ein Kind geht, aber auch weil man Einblicke in so manche Abgründe der Gesellschaft gibt und weil man merkt, dass der Autor selbst auch viel Empathie und Mitgefühl besitzt. Auch wenn die komischen Situationen überwiegen, mochte ich die Kritik die an manchen Stellen mitschwingt. Vor allem von Svetlana bin ich ein Riesenfan und fragte mich öfter, was aus ihrem Leben sie vielleicht verbergen könnte. Gerade weil ich dachte, dass Tommi den Ton angibt, fand ich es erfrischend, dass sie als Frau den Durchblick hat. Es fühlte sich gelegentlich wie betreutes Ermitteln und Schriftstellern an, wobei Tommi aber auch eine Entwicklung durchläuft, dabei so manches Fettnäpfchen mitnimmt, nur um gewisse persönliche Mängel zu überspielen. Das hat Charme und brachte mich zum Lachen. Mir hat die Mischung sehr gefallen. 5 Sterne.

Bewertung vom 09.01.2025
Villa Obscura
Hill, Melissa C.;Stapor, Anja

Villa Obscura


ausgezeichnet

Von der Halloweenparty direkt in den Albtraum
Eine bekannte Fotografin lädt zu einer Halloweenparty auf ihr abgelegenes Anwesen im Harz ein. Sechs vollkommen verschiedene junge Leute vom DJ bis zum Angestellten der Gastgeberin treffen aufeinander. Zwei von ihnen haben ein Date. Doch dann wird die Party vorzeitig beendet und ausgewählte Personengruppen nach Hause geschickt. Übrig bleiben diese bestimmten sechs Personen. Als Geiseln werden sie in der Dachkammer des Hauses festgehalten. Immer wieder werden einzelne mitgenommen und kommen traumatisiert und unterkühlt zurück. Irgendetwas scheinen die Männer auf dem Brocken zu suchen. Doch auch die Geiseln haben Geheimnisse und erst als eine von ihnen stirbt, suchen die anderen verzweifelt nach der Lösung.

Hatte um Halloween rum so Lust auf ein spannendes Buch und bei Villa Obscura hat für mich schon das Cover Gänsehautpotential. Zunächst läuft alles ziemlich ruhig ab. Man lernt die beteiligten Personen kennen, lauter junge Leute, die eigentlich nur feiern wollten, aber mit der Gastgeberin in Verbindung stehen und irgendwas zu verbergen scheinen. Dieses Nicht-Wissen erzeugt ein mega-mulmiges Feeling beim Lesen und ist genau das Richtige für einen dunklen Abend m Herbst (oder zu jeder anderen Jahreszeit). Ich war lange völlig ahnungslos, was da überhaupt abgeht und worum es den Geiselnehmern geht. Die Umgebung im Harz ist ziemlich gruselig, vor allem, weil immer wieder von bestimmten Legenden der Gegend die Rede ist, die wie Gruselgeschichten anmuten. Aber hat die Geiselnahme damit zu tun? Man hat das Gefühl, dass man niemandem trauen sollte. Zeitweise wird es auch echt brutal. Ich hab zwar eine Wendung kommen sehen, aber der Rest war für mich vollkommen offen und daher durchweg spannend. Auch wenn die Personen etwas seltsam hölzern rüberkamen, war die Geschichte toll konstruiert und hat mich bis zum Schluss bestens unterhalten. 4,5 Sterne

Bewertung vom 08.01.2025
Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.
Kento, Katie

Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.


sehr gut

Spannende "Das Fenster zum Hof"-Vibes
Die an ME/CFS erkrankte Robyn lebt sehr isoliert mit ihrer Tante in einer Mietwohnung im 6. Stockwerk. Da sie aufgrund der Gegebenheiten das Haus nicht verlassen kann, recherchiert sie ausgiebig zum gegenüberliegenden Hotel Ambrosia, dessen Geschichte von seltsamen Vorfällen nur so wimmelt. Als True-Crime Fan schlägt Robyn das Hotel der Betreiberin ihres Lieblingspodcasts als Thema für eine Sendung vor und hat Erfolg. Nun soll sie jedoch vor Ort Informationen sammeln und steht vor einem großen Problem. Doch sie bekommt unverhofft Hilfe. Zunächst erleichtert ahnt sie jedoch nicht, in welche Gefahren sie sich und ihren Spitzel hineinbegibt.

Bei mir stellten sich schon beim Lesen der Inhaltsbeschreibung absolute "Das Fenster zum Hof"-Vibes ein, denn Robyns Situation ist in etwa die gleiche. Wenn man anfangs liest, was in dem etwas heruntergekommenen Hotel auf der anderen Straßenseite schon alles passiert ist, wird einem schon ganz anders. Verschwundene Menschen, Todesopfer und Angriffe finden sich in seiner Geschichte. Da bin ich natürlich neugierig geworden, warum diese Begebenheiten hier so häufig auftreten und ich konnte Robyn dadurch echt gut verstehen. Später ist sie etwas zu fixiert auf ihr Ziel und dadurch auch etwas anstrengend, was eigentlich das einzige war, was mich an dem Buch etwas gestört hat, was aber auch dazu führt, dass es viele brenzlige und gefährliche Situationen gab. Obwohl Robyn aufgrund ihrer Krankheit festsitzt, findet sie Wege, um das Hotel zu erkunden, überanstrengt sich dann aber auch sehr schnell. Trotzdem ist der Plot sehr spannend und vor allem abwechslungsreich geschrieben.

Die Handlung wird nicht nur durch Robyns Sicht in der dritten Person vorangetrieben, sondern auch durch viele andere Textsorten wie Emails. Diese Mischung hat mir sehr gut gefallen und war sehr kurzweilig. Auch die vielen Personen, die das Hotel kurz- und langfristig bewohnen oder dort arbeiten sind vielfältig. So kommt eigentlich nie Langeweile auf und vor allem in der zweiten Hälfte habe ich das Buch richtig verschlungen, weil ich unbedingt wissen wollte, was jetzt Sache ist. Interessant fand ich übrigens auch Robyns Krankheit, von der ich schon gehört hatte, aber deren drastische Auswirkungen ich nicht wirklich kannte. Auf jeden Fall ist Hotel Ambrosia eine tolle Anlehnung an den Hitchcock-Klassiker und absolut empfehlenswert für Jugendliche, die spannende Thriller mögen. Sehr gute 4 Sterne

Bewertung vom 29.12.2024
Tiefsee-Monster
Ralphs, Matt

Tiefsee-Monster


ausgezeichnet

Beeindruckendes Kindersachbuch über die Tiere der Tiefsee
Das erste, was mir in den Sinn kam, als ich das Buch in die Hand bekommen habe war ein ausgiebiges WOW! Das Cover springt die Leser*innen direkt an, denn es ist von der Gestaltung her absolut brillant. Die Farben leuchten richtig und durch die Monsterzähne ist der Titel richtig gut in Szene gesetzt. Auf der Ladentheke sticht das Buch schon mal optisch hervor.

Die Tiefsee ist nicht nur für mich sondern auch für Kinder ein spannendes Thema, denn sie ist relativ unerforscht, dunkel, gefährlich und geheimnisvoll. Menschen würden dort nicht überleben können, daher ist es umso faszinierender, dass es doch so viele Tiere gibt, die diese Fähigkeiten haben. Sehr gut und übersichtlich gehalten ist das Inhaltsverzeichnis. Die Einleitung liest sich gut, manchmal ist die Schriftfarbe auf dem dunklen Untergrund zwar lesbar, aber es strengt etwas mehr an. Eindrucksvoll zeigt eine Doppelseite die verschiedenen Schichten/Tiefen des Ozeans. Hier sieht man auf einen Blick, was alles noch im Dunkeln liegt und wie wenig Tiere dort leben bzw. bekannt sind. Die Schichten bilden gleichzeitig die Einteilung des Buchs.

Zunächst kommt immer eine Seite zur jeweiligen Zone, dann folgen die Meerestiere, die dort leben. Die Illustrationen sind einfach atemberaubend. Da der Hintergrund dunkel ist, stechen die Farben und ggf. die leuchtenden Elemente der Tiere kontrastreich hervor. Manche sehen wirklich monsterartig aus, andere, als wären sie nicht von dieser Welt. Ich bin mir sicher, dass junge Leser*innen hier genauso staunen werden wie ich. Die erklärenden Texte sind von der Länge her für Kinder gut schaffbar und um die Tiere angeordnet. Hier erfährt man viel über Aussehen, Größe, Lebensweise, Ernährung, Fortpflanzung und Vorkommen der Tiefseemonster. Manchmal ist es etwas schwer einzuschätzen, wie groß die Tiere wirklich sind, aber die Infos sind insgesamt spektakulär und überraschend, zudem war mir fast alles, was ich gelesen habe vollkommen neu. Kinder, die sich für Tiere, das Meer und kuriose Details aus der Natur interessieren, werden das Buch lieben und immer wieder in durch dieses hinabtauchen in die Tiefe. 5 Sterne Highlight

Bewertung vom 27.11.2024
Der Kuss der Nachtigall / Nightbirds Bd.1
Armstrong, Kate J.

Der Kuss der Nachtigall / Nightbirds Bd.1


ausgezeichnet

Geheimnisvoll und spannend!
Matilde, Sayer und Æsa scheinen ganz normale junge Frauen zu sein, doch bei Nacht sind sie Nightbirds, magisch Begabte, die ihre Fähigkeiten durch einen Kuss an Kunden weitergeben, die dafür bezahlen. Ein einträgliches Geschäft, das beiden Seiten Vorteile bringt. Die Identität der Nightbirds ist geheim. Trotzdem werden sie eines Nachts von einem religiösen Fanatiker angegriffen und müssen alsbald fliehen. Auch andere Parteien in Simta, wo Magie eigentlich verboten ist, haben es auf sie abgesehen. Gleichzeitig erwacht in immer mehr Frauen und Mädchen die Magie. In der Unterwelt von Simta suchen Matilde, Sayer und Æsa Schutz und Antworten. Doch ihr Aufenthaltsort bleibt nicht lange geheim.

Die Optik des Buches ist schon ein Highlight. Glänzende Effekte auf dem Cover, das das magische der Geschichte gut rüberbringt und der tolle Farbschnitt machen das Buch zu etwas Besonderem. Auch die Innenausstattung überzeugt mit Karten von Eudea und Simta, was die Orientierung in dieser tollen Welt leichter macht. Auf den Klappen werden die drei Protagonistinnen und natürlich die Autorin vorgestellt. Die Kapitel beginnen oder enden oft mit Gedichten, Texten oder Informationen aus Simta, die einem die Region näher bringen.

Am Anfang musste ich ziemlich aufpassen, dass ich die drei Frauen und ihre Kussfähigkeiten auseinanderhalten kann. Auch an die Sprache musste ich mich erst gewöhnen, die so ein bisschen wie zur Regency-Zeit anmutet. So richtig Fahrt nimmt die Geschichte auf, als eine der drei magiebegabten Frauen gewarnt, eine weitere angegriffen wird. Bis dahin erfährt man auch kurz, wie die Übertragung der Fähigkeiten per Kuss funktioniert. Selbst nutzen können die Nightbirds ihre Magie allerdings nicht. Im Laufe der Zeit gibt es Entwicklungen, die ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Sehr gut dargestellt wird der religiöse Fanatismus, angeleitet von einem geistigen Anführer, als auch die politische Situation. Beide bringen die Nightbirds in Bedrängnis, so dass sie ihre bisherig Komfortzone verlassen müssen. Im Prinzip handelt es sich bei der Geschichte um eine Hexenjagd, bei der magiebegabte Frauen den Machthabern ein Dorn im Auge sind. Die Frauen jedoch organisieren sich und diese feministische Komponente fand ich großartig. Sie ist sehr leicht auf die richtige Welt übertragbar.

Der romantische Anteil dieser Romantasy hielt sich für meine Begriffe in Grenzen und das fand ich ganz ok. Gut war jedenfalls, dass es nicht nur die eine romantische Art zwischen Mann und Frau gibt, sondern alles Arten von Liebe ihren Platz in der Geschichte fanden. Das Ende regt auf jeden Fall dazu an, auch den Folgeband zu lesen. Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, weil durch die Autorin ein paar ganz neue Ideen eingewoben wurden. 4,5 Sterne

Bewertung vom 27.11.2024
Agency for Scandal
Wood, Laura

Agency for Scandal


ausgezeichnet

Erfrischende historische Cosy Crime
Izzy Stanhope hat ein Problem: Ihr Vater, ein angesehener Mann mit ungeahnten Talenten, stirbt und lässt seine Familie nahezu mittellos zurück. Um die ohnehin geschwächte Mutter zu schonen und ihrem Bruder seine weitere Schulausbildung zu finanzieren muss die junge Frau dringend eine Arbeit finden. Zum Glück hat ihr Vater sie im Schlösserknacken unterrichtet, doch als Frau kann sie nicht in seine Fußstapfen treten. Unverhofft landet sie bei einer Gruppe Frauen, die sich auf jede erdenkliche Weise für Damen einsetzt, die von ihren Männern schlecht behandelt werden. Die Agency for Scandal bringt diese durch ihre Arbeit in Bedrängnis. Regelmäßig ermittelt Izzy undercover als Junge verkleidet. Schwierig wird es, als Lizzy dabei dem Duke begegnet, in den sie sich heimlich verliebt hat, denn niemand darf ihr Geheimnis erfahren. Doch der Fall, den sie lösen muss, bringt auch ihren Angebeteten in Bedrängnis.

Optisch schon ein Highlight, machte mich die Inhaltsbeschreibung von Agency of Scandal erst recht neugierig, da dabei auch von feministischen Inhalten die Rede war. Zudem interessieren mich immer unkonventionelle Frauengeschichten und das trifft auf eine junge Dame als Agentin natürlich zu. Tatsächlich konnte ich mich gut in die Protagonistin einfühlen, die eine große Last auf den Schultern trägt, aber nicht daran denkt, aufzugeben oder sich von einem Mann abhängig zu machen. Ganz stark! Die Anziehung, die sie in der Nähe zum Duke verspürt, sorgt für ein bisschen Romantik. Viel besser gefiel mir allerdings, dass die beiden gezwungen waren, sich gegenseitig zu helfen.

Ganz großartig finde ich die Idee, dass die Agency for Scandal in Not geratenen Frauen hilft, vor allem, wenn das Problem ein unbequemer, unehrlicher oder gewalttätiger Ehemann ist. Nahezu alle Probleme gehen in dieser patriarchalen Welt von Männern aus. Es ist sehr spannend, wie die Agency hier agiert, um Beweise zu sammeln. Das alte Motiv der als Junge verkleideten Frau, ist zwar etwas abgenudelt, aber Izzy strahlt dabei so viel Charme aus, dass man sie einfach mögen muss.

Sehr spannend war der Hauptfall, den Izzy und die anderen mutigen Frauen hier lösen müssen, denn Izzy darf auf keinen Fall dabei erwischt werden und der Gegner ist besonders gefährlich und mächtig. Da kommt so manche prickelnde Szene als Verschnaufpause ganz recht. Der Schreibstil ist gleichzeitig klassisch und modern und das Kämpfen für die Rechte von Frauen finde ich sehr stark und gleichzeitig unheimlich unterhaltsam. 5 Sterne

Bewertung vom 28.10.2024
Baby Nelson (unkaputtbar) 3: Disney: Dschungelbuch: Balu liebt Bäume

Baby Nelson (unkaputtbar) 3: Disney: Dschungelbuch: Balu liebt Bäume


ausgezeichnet

Süße Geschichte über die Liebe zur Natur
Unkaputtbare Bücher sind vor allem für die ganz Kleinen eine sinnvolle Anschaffung. Die Seiten können weder reißen, noch durch Speichel oder umfallende Wasserbecher zerstört werden, sondern lassen sich einfach wieder abwischen. So halten sie selbst bei häufigem Gebrauch nahezu ewig, denn auch die Bindung ist sehr stabil. Knicke lassen sich zwar nicht vermeiden, können aber wieder relativ leicht geglättet werden.

Im dritten Band der Reihe Baby Nelson begleiten die kleinen Leser*innen Balu und Mogli auf einem besonderen Streifzug durch den Dschungel. Mogli möchte nämlich wissen, was das besondere an Bäumen ist. Darauf hat Balu einige wunderschöne Antworten bereit und kann Mogli dazu einige zeigen, z. B. dass dort viele Tiere leben. Die Gründe sind so klar formuliert, dass auch die Kleinsten sie schon verstehen und ein Gefühl für den Wert dieser großen Pflanzen entwickeln können. Einzig das Beispiel der Baumfrüchte finde ich nicht so gut gewählt, denn Bananen wachsen an Stauden und Trauben normalerweise nicht im Dschungel. Trotzdem ist die Geschichte so niedlich und freundlich geschrieben, dass ich darüber hinwegsehen kann. Die Bilder sind jedenfalls auch zauberhaft und es gibt einiges zu entdecken, so dass sich die Kleinen lange beschäftigen und neue Wörter kennenlernen können. 5 Sterne

Bewertung vom 28.10.2024
Baby Nelson (unkaputtbar) 4: Disney: Winnie Puuh: Ein Tag im Garten

Baby Nelson (unkaputtbar) 4: Disney: Winnie Puuh: Ein Tag im Garten


gut

Schöne Szenen, aber seltsamer Text
Unkaputtbare Bücher sind vor allem für die ganz Kleinen eine sinnvolle Anschaffung. Die Seiten können weder reißen, noch durch Speichel oder umfallende Wasserbecher zerstört werden, sondern lassen sich einfach wieder abwischen. So halten sie selbst bei häufigem Gebrauch nahezu ewig, denn auch die Bindung ist sehr stabil. Knicke lassen sich zwar nicht vermeiden, können aber wieder relativ leicht geglättet werden. Dieser vierte Band der Reihe Baby Nelson beinhaltet laut Titel eine Winnie Puuh Geschichte und handelt von einem Tag im Garten. Ein sehr schönes Thema für Kleinkinder, da sie hier erste Naturerfahrungen machen können. Im Buch finden sich dann auch tolle Szenen aus verschiedenen Gärten mit viel Natur, Grün, Gemüse usw. Allerdings macht der Text für mich nicht immer Sinn, denn Tigger pflanzt in einer Gießkanne etwas an und legt im Garten Steine ins Beet. Das soll vermutlich lustig sein, allerdings glaube ich nicht, dass Kleinkinder diesen Humor verstehen. Winnie Puuh selbst kommt nicht wirklich aktiv vor, das könnte für kleine Fans eine Enttäuschung sein. Ein Pluspunkt ist, dass es auf den Bildern sehr viel zu entdecken gibt, was man zusätzlich versprachlichen kann. So wird der Wortschatz erweitert. Kinder, die Winnie Puuh noch nicht kennen fragen sich vielleicht auch, warum I-aah immer so traurig guckt. Für mich nicht ganz so gelungen, wie andere Bände der Reihe. 3 Sterne