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Bewertungen

Insgesamt 1569 Bewertungen
Bewertung vom 18.08.2024
Ladytimer Pad Paisley 2025 - Taschen-Kalender 15,6x9 cm - Muster - Weekly - 128 Seiten - Notiz-Buch - Alpha Edition

Ladytimer Pad Paisley 2025 - Taschen-Kalender 15,6x9 cm - Muster - Weekly - 128 Seiten - Notiz-Buch - Alpha Edition


ausgezeichnet

Eleganter Taschenkalender

Auch im Zeitalter der Digitalisierung liebe ich den guten alten Taschenkalender. Dieser „Ladytimer“ ist elegant und wunderbar handlich. Zwar brauche ich mit 50+ eine Lesebrille, um die Termine einzutragen und zu lesen, aber das nehme ich gerne in Kauf, denn die Größe ist ideal auch für kleine Handtaschen.

Zum toll gestalteten Kalendarium mit allen mir wichtigen Angaben von der Kalenderwoche über Feiertage bis zu Auf- und Untergangszeiten von Sonne und Mond findet sich echt alles. Die Wochentage Montag bis Freitag sind mit Linien für die Stunden von 8-20 Uhr versehen, die Wochenenden haben jeweils drei Zeilen ohne Stundenangaben. Auch ein kleiner Monatsüberblick ist bei jeder Woche zu finden.

Zu Beginn finden sich Jahresüberblicke für 2025 und 2026, Ferienpläne für DACH, ein Planer für 2025. Am Ende ist dann ein Planer für die ersten vier Monate von 2026 und Platz für Kontakte und Notizen. Auch an ein Lesebändchen wurde gedacht.

Der Einband ist robust genug, dass er den Aufenthalt in einer Handtasche gut übersteht und auch mal feucht abgewischt werden kann. Dass der kleine Begleiter für unter acht Euro zu bekommen ist, finde ich super. Ganz klare fünf Sterne.

Bewertung vom 12.08.2024
Die Nebenbuhlerin (MP3-Download)
Childs, Jill

Die Nebenbuhlerin (MP3-Download)


sehr gut

Der Unfall

Als Jens Tochter Gracie in der Obhut von der neuen Lebensgefährtin ihres Exmannes in einen Unfall verwickelt wird und fast stirbt, bleibt für sie die Welt stehen. Sie lebt nur noch dafür, dass Gracie wieder aufwacht und gesund wird. Als die Dreijährige dann erzählt, was sie gehört, gesehen und erlebt hat, ahnt Jen, dass Ella ein dunkles Geheimnis hat. Je näher sie der Wahrheit kommt, desto weniger mag sie Gracie zu Ella und ihrem Ex lassen.

Die Bücher von Jill Childs haben immer das gewisse Etwas. Man liest sie gern und bleibt dran, bis man den letzten Satz gelesen hat. Auch dieses Buch weiß zu überraschen, auch wenn an der einen oder anderen Stelle für mich das Handeln von Jen völlig unverständlich war und ich sie nicht nur naiv, sondern fast schon dämlich fand. Dass über weite Strecken der Thriller mystische Elemente hat, war etwas gewöhnungsbedürftig. Nicht, dass ich das ganz und gar nicht mag, aber dann möchte ich das vorher schon wissen, auf was ich mich da einlasse.

Eigentlich hätte Jen recht früh merken müssen, worauf es hinausläuft, doch sie hat viele Hinweise ignoriert. Wozu das dann allerdings führt, hätte ich dann doch nicht erwartet. Es ist jedoch im Gesamtbild absolut stimmig und hätte kaum anders sein dürfen, ohne zu konstruiert zu sein.

Jasmin Shaudeen liest das Buch perfekt ein. Eigentlich ist auch die Art, wie sie das macht, schon verräterisch. Trotzdem hatte ich enorm viel Spaß beim Hören und empfand keine Längen, keine Langeweile, keine groben Schwächen. Die Spannung war nicht extrem hoch, hat sich aber durchweg gehalten. Die Figuren sind authentisch und gut angelegt. Selbst ihre Fehler und Macken sind recht glaubwürdig. Das Ende ist wieder etwas arg mystisch, passt aber zum Rest.

Kurz und gut – ich hatte trotz kleiner Kritikpunkte doch enorm viel Spaß mit diesem Hörbuch und gebe deshalb vier Sterne.

Bewertung vom 12.08.2024
DUMONT - DUMONTS Katzenkalender 2025 Broschürenkalender, 42x29cm, Wandkalender mit kurzweiligen Katzengeschichten von Jette Jorjan, mit Schulferienterminen und Jahresübersicht

DUMONT - DUMONTS Katzenkalender 2025 Broschürenkalender, 42x29cm, Wandkalender mit kurzweiligen Katzengeschichten von Jette Jorjan, mit Schulferienterminen und Jahresübersicht


ausgezeichnet

Katzen und Geschichten

Dieser Kalender bietet mit den großen Feldern pro Tag viel Platz für Einträge und eignet sich so prima als Planer. Feiertage sind bereits eingetragen und auch die Mondphasen findet man. Die Illustrationen von Martino Seiffert ergänzen die katzigen Texte am rechten Seitenrand wundervoll. Natürlich ist der Hit das große Katzen-Foto pro Monat. Die Auswahl der Katzen und die Motive sind wie jedes Jahr mit einem sehr guten Geschmack ausgewählt und zusammengestellt worden. Die drei Löcher am Rand jedes Blattes garantieren, dass der Kalender immer sauber und akkurat hängt und die Ecken nicht herunterklappen. Besonders ans Herz geht mir die Februar-Miez, da sie eine Zwillingsschwester unseres Mädchens sein könnte, das wir leider im Dezember gehen lassen mussten nach siebzehn wunderbaren gemeinsamen Jahren. Schon allein deshalb bekommt dieser wunderbare Kalender, den man übrigens auch bestens an Katzenmenschen verschenken kann, die vollen fünf Sterne.

Bewertung vom 12.08.2024
Koch mich! Bergstraße - Mit dem Lieblingsrezept von Ingrid Noll. Kochbuch. 7 x 7 köstliche Rezepte aus Südhessen und Nordbaden
Schmid, Claudia

Koch mich! Bergstraße - Mit dem Lieblingsrezept von Ingrid Noll. Kochbuch. 7 x 7 köstliche Rezepte aus Südhessen und Nordbaden


sehr gut

Gelungene Kochbuch-Reihe, die man sammeln MUSS!

Mir gefällt diese Serie mit jedem Buch besser, auch wenn meine Kritik gleich bleibt: Mir fehlen die Fotos zu den Rezepten! Nicht ein einziges ist vorhanden und das ist nicht nur schwierig, weil ich dazu tendiere, Rezepte ohne Fotos zu übergehen, sondern besonders deshalb, weil die Gerichte neue, außergewöhnliche und zur Bergstraße passende Namen bekommen haben. Fotos gibt es dafür reichlich zu den Orten.

Die Idee ist einfach toll. In sieben Kapiteln werden jeweils sieben Rezepte vorgestellt. Vorspeisen, Suppen, Beilagen, Salate, Hauptgerichte, Desserts und Drinks werden zunächst mal mit kleinen Geschichten präsentiert. Man wird dazu aufgefordert, selbst ins Buch zu schreiben. Direkt unter die Rezepte, aber auch im hinteren Teil, wo Platz für eigene Rezepte ist. So macht mir das Spaß, denn ich kann gar nicht anders, als Anmerkungen in Rezepten zu hinterlassen. So werden sie zu meinen. Die Von-Punkt-zu-Punkt-Bilder gefallen mir ebenfalls, auch wenn sie leider über die Doppelseite gehen und das meist doch recht umständlich ist.

Dafür ist das Register wieder super schön gemacht. Hier finden sich die Rezepte nach Ortschaften sortiert und mit dem Kapitel in Klammer gesetzt, dem es zugeordnet ist. So ist das Buch insgesamt etwas ganz besonderes und eignet sich auch super als kleines Stückchen Heimatkunde. So entdeckt man eine Region kulinarisch. Ich finde das einfach großartig!

Die Rezepte selbst sind relativ einfach, auf keinen Fall exotisch, dafür aber wunderbare Heimatgerichte. Ein bisschen Raffinesse findet sich dennoch, auch wenn es recht bodenständige Küche ist. Es gibt drei Schwierigkeitsgrade, wobei die meisten Rezepte sich im einfacheren Bereich bewegen. Sie sind klassisch aufgebaut mit Zutatenliste und Arbeitsschritten. Eine kleine Geschichte krönt das Ganze. Das Register führt die Rezepte dann noch mal nach Orten gelistet auf. Man sieht die Liebe, die in dieses Buch und auch die ganze Reihe gesteckt wurde.

Leider hat sich der Fehlerteufel im Buch an ein paar kleinen Stellen versteckt. Das ist schade, aber man kann darüber hinwegsehen. So begeistert, wie ich über mein kleines Stückchen Bergstraße bin, gebe ich daher vier Sterne – und werde die Reihe fleißig weiter sammeln!

Bewertung vom 11.08.2024
Mord kennt kein Alter (MP3-Download)
Fuchs, Marie-Christin

Mord kennt kein Alter (MP3-Download)


sehr gut

Im Alter löst man auch noch Fälle

Lotte Hansen wird mit einer ehemaligen Finanzbeamtin und einem emeritierten Professor zu einem einzigartigen Ermittlerteam im fortgeschrittenen Alter. Dies jedoch nicht, weil sie es will, sondern weil sie es muss. Die Polizei hält doch glatt ihren dementen Ehemann für den Mörder einer jungen Sängerin.

Es ist nicht so geruhsam in der Seniorenresidenz Schloss Bucheneck, wie man sich das vorstellen würde. Die Bewohner sind nicht mehr jung, aber alle finanziell gut gestellt. Das Personal ist einzigartig und gerade durch die besonderen Eigenheiten einfach wunderbar. Überhaupt sind die Figuren alle auf ihre Weise ganz besonders und selbst die weniger Netten passen herrlich ins Bild und die Story. Dennoch ist bei allem unterschwelligen Humor und gemütlicher Ermittlung keine Langeweile aufgekommen.

Die Überzeugung einiger im Dorf, dass der Täter ein mysteriöser Wassermann sein muss, hat mich laut auflachen lassen. Gleichzeitig führt das dann zu Überlegungen, die herrlich in die falsche Richtung laufen. Da jede Figur ihr eigenes dunkles Geheimnis hat, wiederholt sich dieses Spielchen ein ums andere Mal. Man hat viel Spaß beim Kombinieren, Verwerfen, neuen Spuren nachgehen.

Die Lösung des Falles ist ein kleiner Knaller. Nicht schlecht, aber auch ein wenig unglaubwürdig, was allerdings nicht viel Schaden anrichtet, denn insgesamt ist dieser Krimi einfach entzückend. Die Erklärung zu Hannes‘ Vergesslichkeit ganz am Ende ist für mich ganz besonders ergreifend, denn da holt mich die Krankengeschichte meines Vaters ein.

Dies ist der Auftakt einer Serie. Ich bin nicht abgeneigt, den nächsten Fall ebenfalls zu verfolgen, obwohl ich inzwischen kaum noch den Überblick über all die Reihen habe, die lesenswert sind. Die eine oder andere Schwäche gab es, doch für einen Start ist die Story prima. Besonders gelungen finde ich die Art, wie Manon Staché das Buch eingelesen hat. Diesmal gebe ich gerne vier Sterne!

Bewertung vom 08.08.2024
Finster
Menger, Ivar Leon

Finster


gut

Der Greifer

Kriminalkommissar Hans J. Stahl ist inzwischen a.D., kommt aber nicht zur Ruhe. Grund dafür ist nicht zuletzt, dass er sein Versprechen, das Verschwinden eines kleinen Jungens im Jahre 1976 aufzuklären, nicht einhalten konnte. Daher will er nach Katzenbrunn und unter dem Vorwand, Urlaub zu machen, ein wenig herumschnüffeln, denn ein paar Monate zuvor ist wieder ein Junge verschwunden, zehn Jahre danach. Stahl kann nicht an einen Zufall glauben und mit Hilfe von Wirtin Geli setzt er alles in Bewegung, die Fälle aufzuklären. Dabei decken die Beiden verstörende Dinge auf.

Die Figuren dieses Thrillers gefallen mir zum großen Teil sehr. Auch ist es Ivar Leo Menger gelungen, ein paar Wendungen einzubauen, die man nicht erwarten konnte. Die Ideen sind super, dennoch finde ich das Buch nicht so stark, wie Als das Böse kam. Mir fehlt etwas, das ich nicht greifen kann. Zudem sind mir an einigen Stellen die Sätze zu phrasenhaft, abgedroschen, abgenutzt und fast schon schuljungenhaft anmutend. Dabei meine ich nicht die Gedanken zweier bestimmter Figuren, sondern tatsächlich insgesamt im Buch verteilt, auf alle Personen und Szenen verteilt. Das erstaunt mich in mehrfacher Hinsicht, da ich diese Störpunkte im vorgenannten Buch nicht fand und ich mich auch wundere, wieso das Lektorat daran nichts auszusetzen hatte.

Das Privatleben einiger Personen bzw. Figuren wird näher beleuchtet. Da kann man manchmal schon das Grausen bekommen! Bei anderen ist es wiederum erfreulich und fast schon tröstlich. Der Ort selbst ist wenig einladend und in ein paar Punkten eindeutig unrealistisch angelegt. Da ich nicht weit weg vom Odenwald lebe und ein paar der realen Orte kenne, bin ich vom Rest etwas erstaunt – kein Ort ähnelt Katzenbrunn, was ganz gut ist, denn dieser Ort ist sehr abstoßend. Die Trinkerheilanstalt und die Psychiatrische Klinik gibt es ebenfalls nicht. Darüber kann man problemlos hinwegsehen, jedoch nicht über ein paar Unstimmigkeiten und logische Fehler der Story. Gegen Ende wird etwas direkt umgesetzt, was im realen Leben nicht ohne weiteres möglich wäre. Das hat mich wirklich gestört.

Auch schwierig ist die Masse an Figuren, die schon auf den ersten 50 Seiten auftreten. Da ist es schwer, den Überblick zu behalten und eigene Theorien aufzustellen. Sowohl Motiv als auch die Gleichgültigkeit der Dorfbewohner und das Hobby vieler davon sind für mich nicht nachvollziehbar. Schade, denn ich liebe Storys, die in den 1980ern angesiedelt sind. Das alles zusammen macht die geniale Grundidee leider zunichte, sodass ich am Ende nicht mehr als drei Sterne geben kann. Daran ändert auch der auf Spotify zu findende Soundtrack zum Buch nichts.

Bewertung vom 03.08.2024
Lach mal wieder... 2025 - Postkarten-Kalender - Kalender-mit-Postkarten - zum-raustrennen - 16x17

Lach mal wieder... 2025 - Postkarten-Kalender - Kalender-mit-Postkarten - zum-raustrennen - 16x17


ausgezeichnet

Tierisch witzig!

Vielleicht sind die Ein-Bild-Comics nicht immer die allerlustigsten, aber für ein Grinsen reicht’s dann doch immer. Das Kalendarium ist ganz schlicht gehalten, enthält aber die Kalenderwochenangabe und regionale Feiertage, welche am unteren Rand aufgeführt werden. Die Sonntage stehen rechts, Wochentage sind nicht vermerkt. Man muss sich also „denken“, dass sie von Montag bis Sonntag gereiht sind. Die Sonntage sind zudem in der vorwiegenden Farbe der Postkarte gehalten, Feiertage nicht farblich markiert. Dass man nach dem Ende jedes Monats eine coole Postkarte zum Verschicken hat, finde ich super, da ich sehr gerne und häufig Karten verschicke und mich über Nachschub immer sehr freue. Insofern kann man den Kalender auch prima als kleines, nettes Geschenk nutzen und hoffen, die eine oder andere Postkarte davon geschickt zu bekommen. Er lässt sich gut aufhängen, kann aber auch bei entsprechend geklappter Rücken-Pappe aufgestellt werden. Für gerade mal 7,99 Euro erschwinglich und gelungen. Fünf Sterne!

Bewertung vom 01.08.2024
Tode, die wir sterben / Svea Karhuu & Jon Nordh Bd.1 (MP3-Download)
Voosen, Roman; Danielsson, Kerstin Signe

Tode, die wir sterben / Svea Karhuu & Jon Nordh Bd.1 (MP3-Download)


gut

Zu komplex für meinen Geschmack

Kommissar Jon Nordh ist frisch verwitwet und kämpft mit seiner Trauer. Svea Karhuu wurde strafversetzt und ist entsprechend mies drauf. Ausgerechnet diese beiden müssen zu einem eingeschworenen Team zusammenwachsen, um einen äußerst heiklen Fall zu lösen, der zunächst harmlos aussah, sich aber schnell als alles andere als das erwies. Da sollte einem sein eigenes Leben und vor allem seine eigene Vergangenheit nicht im Wege stehen und einen immer wieder einholen.

Dies ist der Auftakt einer Reihe. Inwieweit ich dieser folgen werde, kann ich noch nicht sagen. Als Vielleser habe ich ein kleines Problem mit Reihen. Meist dauert es ewig, bis ein neuer Band erscheint. Bis dahin habe ich so viel anderes gelesen, dass ich die relevanten Dinge nicht unbedingt parat habe.

Das größte Problem, das ich mit diesem Thriller habe, ist das, was eigentlich große Kunst ist. Er ist enorm vielschichtig, komplex und dicht verwebt. Für die spannende Unterhaltung nach einem langen Tag ist das, wie ich merken musste, nicht so gut geeignet. Hier muss man sich voll drauf einlassen und muss Fuchs und Hase sein, um nicht die Anschlüsse, Abzweigungen und Wendungen zu verpassen.

Für mich sind das einfach zu viele Stränge und zu viele (zugegeben: wichtige) Themen, die in einer Story zusammengefasst wurden. Es ist immer schön, etwas über das Privatleben der Ermittler zu erfahren, aber das noch zu all den Geschehnissen dazu genommen, ergibt eine Mischung, die mir zu schwer im Magen liegt und den Lesegenuss sehr geschmälert hat.

Die Ermittlungsarbeit ist in sich für mich stimmig und verständlich geschrieben. Da ich jedoch weder Jon noch Svea sympathisch genug fand, um mich auf seine oder ihre Seite zu schlagen, hat mich das Autorenduo nicht für sich und ihr Buch gewinnen können. Ich mag nordische Autoren in der Hörbuchversion sehr gerne, beim Lesen gebe ich da schnell auf. Hier hätte ich jedoch zwischendurch tatsächlich gern abgebrochen, weil alles zu depressiv und düster wirkte und mich daher eher abstieß, als zu fesseln. Drei Sterne. Gerade noch so.

Bewertung vom 23.07.2024
So ist das nie passiert
Collins, Sarah Easter

So ist das nie passiert


sehr gut

Dinge zerbrechen nicht von selbst

Obwohl das Verschwinden von Willas kleiner Schwester Laika schon mehr als zwanzig Jahre her ist, hat sie nie die Hoffnung aufgegeben, sie irgendwo und irgendwann zu finden. Ein seltsamer Eintrag auf der von ihr erstellten Homepage gibt ihr Rätsel auf. Aber alle sind der Meinung, dass Willa endlich einsehen muss, dass Laika nicht mehr lebt. Dann ändert ein Abend mit Freunden plötzlich buchstäblich alles.

Die Perspektiv- und Zeitwechsel machen die Geschichte teilweise etwas konfus. Am Ende fügt sich zwar alles, aber es ist schon ein schwieriger Weg dahin. Die Chance, die Macht und die Tücken von Erinnerungen zu thematisieren, hat Sarah Easter Collins leider nicht gut genutzt. Das finde ich schade, zumal da wirklich eine Menge Potenzial gewesen wäre. Stattdessen lernt der Leser die unterschiedlichen Figuren näher kennen. Dabei bleibt es nicht aus, dass man Sympathien und Antipathien entwickelt. Die Blindheit der einen oder anderen Figur schockierte mich jedoch gewaltig.

Die Sprachmelodie, die die Autorin nutzt, ist zur Story stimmig. Als ich gerade ein Länge erwischte, kam sie mit einer Wendung um die Ecke, die mich hellwach machte und geradezu an die Story fesselte. Von diesem Punkt an änderte sich die Geschichte grundlegend und schockierte mich auf eine völlig unerwartete Weise. Dass ich dann auch noch mit dem Ende einverstanden war, macht mir fast schon Sorgen. Da entdecke ich eine Seite an mir, die mir bisher fremd war!

So wirklich ins Herz schließen konnte ich keine der Figuren, bis auf Elfrieda Laschamp. Die Handlungsweise diverser Figuren kann ich nicht nachvollziehen und sie schockieren mich. Wie viel Macht manche Menschen über andere Menschen haben, ist schockierend. Im Grunde erzählt das Buch auch mehr ohne Worte, als mit. Das, was zwischen den Zeilen steht, ist so viel wichtiger und tragender. Das Buch ist also rundum außergewöhnlich und alles, aber keine leichte Lektüre. Nein, Dinge zerbrechen nicht von selbst und Fesseln muss man sprengen.

Der Originaltitel Things don’t break on their own gefällt mir viel besser, er passt so viel schöner und besser. Da ist es oft schade, dass die Verlage abweichen und nicht direkt übersetzen. Der deutsche Titel kann sehr irritieren, wenn man ihn auf die Erinnerungen bezieht, statt auf die tatsächlichen Ereignisse.

Auch wenn ich streckenweise dachte, dass mich das Buch enttäuscht, hat es mich am Ende doch noch versöhnen können. Von mir bekommt es vier Sterne.

Bewertung vom 23.07.2024
Wir treffen uns im nächsten Kapitel (MP3-Download)
Bickers, Tessa

Wir treffen uns im nächsten Kapitel (MP3-Download)


gut

Schwieriges Thema für einen Liebesroman

Erin hat versehentlich eins ihrer Lieblingsbücher mitsamt einer ihr wichtigen Postkarte in den öffentlichen Bücherschrank gestellt, der in London wohl ein wenig anders funktioniert, als bei uns. Man nimmt ein Buch mit und bringt es nach dem Lesen wieder zurück. Als sie ihr Buch endlich wieder hat, stellt sie fest, dass ein Fremder auf ihre Kommentare, die sie am Rand hinterlassen hatte, geantwortet hat. Dieser Fremde lädt sie ein, ihn im nächsten Buch zu treffen. Es entsteht eine außergewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden. Dann stellt der Fremde, James, fest, dass er Erin kennt. Und das darf sie nicht erfahren.

Die Story selbst wirkt durch das, was Erin und James verbindet, ohne dass sie es wissen. Irgendwann muss natürlich einer von beiden dahinterkommen und ab diesem Zeitpunkt ändert sich die Stimmung total. Witzig finde ich das Buch eigentlich an keiner Stelle, eher empfinde ich besonders Erin als schwierige Person. Auch James ist nicht ganz so unschuldig an der Situation, insgesamt ist er aber eher in der Opferrolle. Bei beiden sehe ich auch den Freundeskreis als versagend an. Die Verwicklungen sind schon hin und wieder nicht ganz unkomisch, dennoch bleibt das Hauptthema bitter ernst. Am ehesten sympathisiere ich noch mit James, obwohl ich ihn hin und wieder auch ganz gern kräftig geschüttelt hätte.

Dass man als Außenstehender nach und nach viel über das Leben von Erin und James erfährt, ist für das Ende wichtig, wirkt zeitweise aber überflüssig. Dafür gefällt mir die eingebildete Anwesenheit von Bonnie sehr gut. Ich mag solche emotionalen Momente sehr und jeder, der schon einen geliebten Menschen verloren hat, wird das mehr oder weniger stark selbst kennen.

Schade finde ich, dass nicht mehr auf die Bücher eingegangen wurde, über die die beiden sich ausgetauscht haben. Das hätte jede Menge Potenzial geboten und das Interesse an diesen Büchern beim Leser geweckt. So knapp gehalten bleibt dieser Effekt leider aus.

Die Sprecher haben mich an manchen Stellen fast so genervt, wie die Figuren, die sie darstellen. Besonders wenn London englisch ausgesprochen wurde, fand ich das affig und nicht stimmig. Trotzdem waren die beiden eine gute Wahl.

Für eine lockerleichte Sommerunterhaltung ist das Thema zu ernst, aber wirklich tiefgründig und anspruchsvoll ist die Story dann doch nicht. Daher ergibt das bei mir insgesamt drei Sterne.