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Tanja

Bewertungen

Insgesamt 153 Bewertungen
Bewertung vom 01.11.2021
Das Geheimnis des Bücherschranks
Skybäck, Frida

Das Geheimnis des Bücherschranks


sehr gut

Ein Familiengeheimnis

Rebecka kehrt zurück in das Haus ihrer Großmutter, in dem sie große Teile ihrer Jugend verbracht hat, da ihre Großmutter Anna im Krankenhaus liegt. Beim Aufräumen entdeckt sie im Bücherschrank das Tagebuch ihrer Großmutter, in dem die Geschichte ihrer Jugend und ihrer ersten großen Liebe während des zweiten Weltkrieges in Schweden erzählt wird.

Die Geschichte wird im Wechsel in den Jahren 1943 aus der Sicht von Anna und 2007 aus Sicht von Rebecka erzählt. Die Geschichte von Anna hat mir hierbei besonders gut gefallen. Sie wächst wohlbehütet in einer wohlhabenden Familie auf, fühlt sich hierbei jedoch auch sehr eingeengt. Man erlebt einige Monate ihres Lebens auf dem Land in Schonen und gleichzeitig die Geschichte ihrer ersten Liebe, die ihres Erwachsenwerdens und ihrer Wünsche und Träume. Die Figur der Anna wird sehr lebensnah beschrieben. Auch Rebecka steht an einer Wendung in ihrem Leben und während der Zeit im Haus ihrer Großmutter denkt sie viel über ihre Vergangenheit und ihr derzeitiges, sehr arbeitsreiches, Leben in Stockholm nach. Rebecka war mir zwar auch sehr sympathisch, jedoch ging mir ihre Geschichte, die durchaus aus problembehaftet ist, nicht so nahe wie die von Anna.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen, wobei dies insbesondere an Annas Geschichte lag. Aufgrund der zwei Zeitebenen, in der der Roman spielt, war er sehr kurzweilig und abwechslungsreich. Die Kapitel waren recht kurz, die Sprache und den Stil empfand ich stellenweise etwas kurz oder abgehackt. Dadurch fehlte mir auch ein wenig Wärme in der Interaktion von Rebecka und anderen Protagonisten.

Der Roman ist aber auch eine Geschichte über die Verfolgung der eigenen Ziele und dem Zusammenhalt der Familie.

Bewertung vom 01.11.2021
Unvergesslich / Only Us Bd.2
Harlow, Melanie

Unvergesslich / Only Us Bd.2


sehr gut

Viele Herausforderungen bis zum Happy End

Der Roman "Only Us - Unvergesslich" handelt von Chloe und Oliver, die sich seit ihrer Kindheit kennen, da ihre Mütter eng befreundet sind und sie nur wenige Tage nacheinander geboren wurden. Die beiden haben während ihrer Kindheit viel Unsinn angestellt und sich immer wieder in Wettstreiten gemessen. Dies hat sich auch während ihres weiteren Lebens fortgesetzt. Da die beiden sich sehr gut kennen, ist die Reaktion des jeweils anderen oftmals sehr berechenbar, was sie auch immer wieder gegeneinander ausspielen. Es besteht so etwas wie eine Hass-Liebe, aber auch ein unsichtbares Band, zueinander.

Der Roman wird im Wechsel aus der Sicht von Chloe und Oliver erzählt, wobei auch immer wieder Rückblicke in deren Kindheit und Jugend gemacht werden. Der Erzählstil ist sehr locker und abwechslungsreich. Die Protagonisten waren mir beide sehr sympathisch, wobei man Oliver erst im Laufe des Romans besser kennenlernt. Daher ist der Erzählwechsel aus Sicht der beiden Protagonisten sehr gut. Würde man den Roman nur aus Chloes Sicht lesen, würde das ein ganz anderes Bild auf die beiden werfen. Die eigentliche Romanhandlung beläuft sich zwar nur über wenige Wochen. Durch die Rückblenden erfährt der Leser jedoch sehr viel über die beiden und man erhält ein besseres Bild über deren Charaktere. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich empfehle es gerne weiter.

Bewertung vom 25.10.2021
Someone like you / Moonflower Bay Bd.2
Holiday, Jenny

Someone like you / Moonflower Bay Bd.2


sehr gut

Zurück in Moonflower Bay

Dr. Nora Walsh übernimmt für zwei Jahre eine Arztpraxis in Moonflower Bay. Für sie soll es nur ein Zwischenstopp sein, da sie gerade eine Trennung hinter sich hat und Geld sparen möchte, um sich mit ihrer Schwester ein Haus zu kaufen. Bereits an ihrem ersten Tag begegnet sie Jake Ramsey, der ebenfalls eine schmerzliche Erfahrung in der Vergangenheit erfahren hat. Da Jake ihr bei Reparaturarbeiten an ihrem Haus hilft, begegnen sich die beiden häufig und kommen sich schnell näher. Die Geschichte hat mir, wie bereits der erste Teil, wieder sehr gut gefallen. Die Protagonisten waren sehr gut gezeichnet und sympathisch. Der Schreibstil ist sehr locker und unterhaltsam. Auch wenn dieses Mal sehr ernste Themen behandelt wurden, fehlte es nicht an Romantik und Humor. Da die Geschichte jeweils im Wechsel aus der Sicht von Nora und Jake erzählt wird, konnte man sich sehr gut in die Personen hineinversetzen und ihre Verhaltensweisen und Gefühle besser nachvollziehen. Besonders gut haben mir auch dieses Mal wieder die Bewohner, insbesondere die Älteren, aus Moonflower Bay gefallen, die im Hintergrund die Fäden ziehen. Es war wieder eine schöne Reise nach Moonflower Bay und ich freue mich bereits auf den nächsten Teil.

Bewertung vom 24.10.2021
Berlin Friedrichstraße: Novembersturm / Friedrichstraßensaga Bd.1
Schweikert, Ulrike

Berlin Friedrichstraße: Novembersturm / Friedrichstraßensaga Bd.1


ausgezeichnet

Eine Reise ins Berlin der 20er Jahre

Die Geschichte um die Protagonisten Luise, Robert und Johannes führt den Leser in das Berlin der 20er Jahre. Es ist die Geschichte der drei Freunde, die sich bereits seit Kindheitstagen kennen, da sie im gleichen Haus aufgewachsen sind. Die Geschichte spielt nach dem Ende des ersten Weltkrieges, in dem auch Robert und Johannes waren. Jedoch ist Johannes zu Beginn der Geschichte noch nicht zurückgekehrt und gilt als vermisst. Es werden jedoch immer wieder Rückblenden in die Zeit der Kindheit und Jugend der drei Protagonisten gemacht, was vieles auch in der späteren Geschichte verdeutlicht. Ein Teil der Geschichte dreht sich um den Bau und die Veränderungen an dem Bahnhof Friedrichstraße. Jedoch gibt der Roman auch einen Einblick in das politische und vor allem in das gesellschaftliche Leben der damaligen Zeit. Besonders gut hat mir hierbei die Darstellung der Rolle der Frau in dieser Zeit gefallen. Hierbei werden drei unterschiedliche Frauenbilder aufgezeigt. Luise, die heiratet und bei der Polizei in Berlin arbeitet. Aufgrund ihres Berufes, den sie sehr liebt, kommt es jedoch immer wieder zu Konflikten mit ihrem Ehemann Robert, der noch ein sehr konservatives Rollenbild hat. Die zweite Frau, deren Rolle mir in diesem Roman besonders gut gefallen hat, ist Ilse, Johannes ältere Schwester. Sie ist sehr emanzipiert, lebt alleine und durch sie bekommt man einen Einblick in das Berliner Nachtleben und die Kunst- und Kulturszene dieser Zeit, da sie alleine ausgeht und Bars für lesbische Frauen, in denen auch viele Künstlerinnen zu finden sind, besucht. Die dritte Frau ist Ella, eine Frau aus der Arbeiterschicht, die ein uneheliches Kind hat. Durch sie wird die Geschichte der Arbeiterschicht in jener Zeit dargestellt. Sie stellt aber auch eine starke und kämpferische Frau dar, die für sich und ihr Kind ein besseres Leben anstrebt. Für mich ist "Novembersturm" daher ein sehr empfehlenswerter Roman, der eine spannende Epoche sowohl der deutschen Geschichte als auch ein Bild der Gesellschaft zu dieser Zeit aufzeigt.

Bewertung vom 21.10.2021
New York Dreams / Be Mine Bd.1
Kerger, Nadine

New York Dreams / Be Mine Bd.1


ausgezeichnet

Eine New York-Lovestory

In dem Roman geht es um Emma, die ein Jahr in New York verbringt, um dort ihren Master in Jura zu machen. Hierfür schreibt sie eine To-Do-Liste mit Dingen, die sie in diesem Jahr erleben möchte. Unterstützt wird sie hierbei von ihrer besten Freundin Isy, die als erstes die To-Do-Liste ändert und interessanter macht und ihrem Mitbewohner Nick. Die beiden unterstützten und trösten sie auch bei ihrem Liebeskummer.
Die Kapitel des Buches unterteilen sich in die Monate, die Emma in New York verbringt. So kann der Leser sie in diesem Jahr begleiten. Als ich die Inhaltsangabe des Romanes gelesen habe, dachte ich zuerst: Schon wieder ein Roman mit einer Liste, die das Leben der Protagonistin verändern soll. Das war es tatsächlich. Doch Nadine Kerger hat es geschafft eine selbstbewußte, symphatische Protagonistin zu erschaffen, die ihr Leben eigentlich sehr gut im Griff hat und die das Jahr in New York nutzen möchte, um sich ein wenig von den Erwartungen ihres Vaters zu befreien und sich über ihr weiteres Leben klar werden möchte. Emma und die anderen Figuren sind sehr sympathisch und gut gezeichnet. Der Schreibstil ist locker und flüssig und mir wurde der Roman nie langweilig. Ganz im Gegenteil: Die Geschichte war sehr abwechslungsreich und es war sehr spannend mitzuerleben, wie sich Emmas Leben und vor allem ihr Liebesleben weiterentwickelt. Eine romantische Reise nach New York, die Spaß macht und leider viel zu schnell zu Ende war. Ich freue mich auf weitere Romane von Nadine Kerger.

Bewertung vom 08.10.2021
Der Gesang der Berge
Que Mai, Nguyen, Phan

Der Gesang der Berge


ausgezeichnet

Ein vietnamesisches Familienepos starker Frauen

Die Geschichte von Hu´o´ng und ihrer Großmutter Dieu Lan beginnt während des Vietnamkriegs 1972, während eines Bombenangriffs auf Hanoi und geht bis in die Gegenwart 2012. Die Geschichte wird immer im Wechsel aus der Sicht Hu´o´ngs und in Rückblenden aus der Sicht ihrer Großmutter Dieu Lan erzählt. Hierdurch erfährt man als Leser viel über die Geschichte Vietnams in der Zeit zwischen 1930 und 2012 und den damit verbundenen historischen Begebenheiten wie z. B. der französischen und der japanischen Besatzung und natürlich des Vietnamkrieges, der im Mittelpunkt der Geschichte steht. Durch den Wechsel der Erzähler und der Zeiten ist die Geschichte sehr spannend und abwechslungsreich.

Es ist aber auch die Geschichte starker Frauen und der Mythen und Geschichten Vietnams. Besonders gut hat mir hierbei gefallen wie emanzipiert Hu´o´ngs Großmutter Dieu Lan war, die sich bereits als junges Mädchen nicht den Riten der männerdominierenden Gesellschaft unterzogen hat und die bereits von ihren Eltern zu einer freien, selbständigen Frau erzogen wurde, was zu dieser Zeit eher selten war. Die beiden Protagonistinnen waren mir immer sehr sympathisch und ihre Handlungs- und Denkweisen stets nachvollziehbar.

Die Sprache ist sehr bildhaft und vergleichend, was einerseits die Atmosphäre sowohl der wunderschönen Landschaftsbeschreibungen als jedoch auch der Gräueltaten des Krieges noch verstärkt. Ich konnte mir die Hügel und die weiten Ebenen mit den Reisfeldern genauso gut vorstellen wie das brennende Hanoi nach einem Bombenangriff. Besonders gut an dem Roman hat mir auch gefallen, dass der Vietnamkrieg aus der Sicht vietnamesischer Frauen geschildert wurde. Hierbei begegnet man dem Krieg aus einer anderen Sichtweise und ist direkt in der Handlung gefangen.

Von mir daher eine klare Leseempfehlung für einen Roman und eine (Zeit)Reise in die bewegende Geschichte Vietnams.

Bewertung vom 04.10.2021
Call on You - Katie & Leon / California Callboys Bd.1 (eBook, ePUB)
Paris, Helen

Call on You - Katie & Leon / California Callboys Bd.1 (eBook, ePUB)


gut

Eine außergewöhnliche Liebesgeschichte

Katie bekommt bei dem Spiel „Wahrheit oder Pflicht“ von ihren Freunden die Aufgabe innerhalb einer bestimmten Frist Sex zu haben. Da sie beruflich sehr stark eingespannt ist und nicht auf One-Night-Stands steht, weiß sie zuerst nicht, wie sie dieser Aufgabe nachkommen soll. Ihre Freundin Janet gibt ihr daher den Tipp einen Callboy zu engagieren. Zuerst hält sie nicht viel von der Idee, doch dann beschließt sie den Rat ihrer Freundin zu befolgen. Hierbei lernt sie Leon kennen und verbringt eine unvergessliche Nacht mit ihm.
Zugegebenermaßen war ich nach der Leseprobe und der Inhaltsangabe ein wenig skeptisch. Ich wurde jedoch eines Besseren belehrt. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gefesselt und ich habe den Roman innerhalb von zwei Tagen gelesen. Katie und Leon sind sehr sympathische Protagonisten zwischen denen es vom ersten Moment an knistert. Auch die anderen Personen wurden gut dargestellt. Der/die ein oder andere Person war mir zu Beginn nicht so sympathisch, was sich sich jedoch im Laufe der Geschichte geändert hat. Und obwohl die Geschichte sehr vorhersehbar war, gab es zum Ende doch noch einige unvorhergesehene Wendungen.

Den Schreibstil empfand ich als recht unterschiedlich. Während die Szenen zwischen Katie und Leon sehr schön geschrieben waren, wirkten andere Dialoge hölzern und zum Teil ein wenig platt. Auch war die Sprache zum Teil recht einfach gehalten und es gab öfters sprachliche Wiederholungen.

Obwohl der Roman einige Schwächen hat, war es dennoch eine schöne Geschichte mit netten Protagonisten.

Bewertung vom 28.09.2021
Friesenwinterzauber
Janz, Tanja

Friesenwinterzauber


sehr gut

Isabel wird von ihrem Freund verlassen und fährt, anstatt mit ihm nach Hawaii zu fliegen, stattdessen mit ihrer Nachbarin und ihrem Hund nach St. Peter-Ording. Hier genießt sie die Weite der Landschaft und lernt was Familie bedeutet.
Der Roman hat mir sehr gut gefallen und ich habe ihn fast in einem Rutsch durchgelesen. Ich kenne bereits die anderen Romane von Tanja Janz und auch dieser hat mich nicht enttäuscht. Es ist jedes Mal eine Reise nach und ein kleiner Urlaub in St. Peter-Ording an der Nordsee. Besonders die atmosphärischen Beschreibungen der Landschaft und St. Peter-Ordings lassen die Geschichte lebendig werden. Tanja Janz beschreibt aber nicht nur die Landschaft, sondern auch andere Bereiche wie z. B. Geschäfte, Häuser und Wohnungen sehr detailgetreu. Hinzu kommen die sehr sympathischen Protagonisten. Auch die Nebencharakter sind sympathisch und verhelfen der Geschichte zu Authentizität.
Bis auf kleine logische Ungereimtheiten und ein Ende, bei dem sich die Ereignisse überschlugen, hat mir der Roman sehr gut gefallen. Daher eine klare Leseempfehlung für ein Wochenende auf dem Sofa mit einer Tasse Friesentee.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 19.09.2021
Die Tränen der Welt
Falcones, Ildefonso

Die Tränen der Welt


ausgezeichnet

In dem Buch „Die Tränen der Welt“ entführt uns Ildefonso Falcones in das Barcelona zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es ist die Zeit der Arbeiterproteste, bei denen besonders Frauen und Kinder an der vordersten Front kämpfen. Aber es ist auch eine extreme Zeit der Gegensätze zwischen Arm und Reich. In dieser Zeit lebt der Maler Dalmau Sala mit seiner Familie und seiner großen Liebe Emma in Barcelona. Dalmau ist zwiegespalten zwischen der Welt der Wohlhabenden Industriellen, in die sein Chef ihn immer wieder Einblicke gewähren lässt und der Welt der Arbeiter, die in ärmlichen Verhältnissen leben und für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen kämpfen, wie seine Freundin Emma und seine Schwester Montserrat. Die Rolle der beiden Frauen, die sich in diesen Arbeitskämpfen sehr engagieren, hat mich hierbei besonders beeindruckt.
In der Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts ist Barcelona eine aufstrebende Industriestadt mit den verschiedensten Bereichen aus Textil-, Chemie- und Metallindustrie. Allerdings wird der Reichtum der Stadt auf den Schultern der Arbeiter getragen, die unter ärmlichsten Verhältnissen leben und an sieben Tagen die Woche zwischen 10 und 12 Stunden arbeiten müssen. Gleichzeitig herrschen eine große Armut und Arbeitslosigkeit. Dies wird in einer sehr bildhaften und atmosphärischen Beschreibung Barcelonas geschildert. Insbesondere der Kontrast zwischen den Straßen, in denen die Reichen wohnen und dem Gegensatz dazu die ärmlichen Wohnviertel in der Altstadt Barcelonas, in denen Dalmau mit seiner Familie wohnt, wird sehr deutlich dargestellt. Man taucht beim Lesen direkt in das Barcelona dieser Zeit ein.
Auch in diesem Roman von Ildefonso Falcones wird ein Teil der spanischen Geschichte am Beispiel Barcelonas lebendig.
Man spürte in jeder Zeile die Liebe des Autors zu seiner Stadt.