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FreizeitLeser

Bewertungen

Insgesamt 135 Bewertungen
Bewertung vom 14.03.2017
In jedem Augenblick unseres Lebens
Malmquist, Tom

In jedem Augenblick unseres Lebens


gut

Konzentration beim Lesen erforderlich!

Tom Malmquist verzichtet in seinem Roman „In jedem Augenblick unseres Lebens“ durchgehend auf die Anführungszeichen bei der wörtlichen Rede.

Dies macht meiner Meinung nach im ersten Teil des Buches Sinn. Dort überschlagen sich die Ereignisse, Tom hetzt im Krankenhaus von Karin zu seiner Tochter und wieder zurück und durch dieses stilistische Gestaltungsmerkmal überträgt sich das atemlose Hetzen auf den Leser. An dieser Stelle schwankt man zwischen verschlingendem Lesen und Nicht-weiterlesen-wollen, um die Handlung aufzuhalten.

Je weiter man in dem Buch jedoch voranschreitet, desto störender wirkt dieses Stilmittel. Man fragt sich oftmals, wer denn nun diesen und wer jenen Satz gesagt hat und ich musste einige Passagen mehrfach lesen.
Erschwert wird das Ganze zudem durch den weitgehenden Verzicht auf Absätze zwischen den Rednern und z.T. extrem lange Sätze. Auf S. 188/189 findet sich gar ein Satz, der eine Seite lang ist.

Irgendwann habe ich mich durch das Buch durchkämpfen müssen, was sehr schade ist und meiner Meinung nach hauptsächlich an den o.g. Punkten lag.

Bewertung vom 18.02.2017
Saures
Janssen, Freddie

Saures


sehr gut

Mal was ganz anderes!

Das ist mal ein anderes Kochbuch! Freddie Janssen stellt pikante, saure und würzige Rezepte für Pickles, Fermentiertes, Saucen und Getränke vor, die ausgefallen sind und den Speiseplan bereichern.
Im Ausgefallenen der Rezpte zeigt sich dann aber auch schon die Schwierigkeit: So verlangen einige Rezepte Zutaten, die man sicher nicht "im Supermarkt um die Ecke" besorgen kann.

Man findet Erklärungen zu den einzelnen Komponenten der Rezepte ebenso wie bebilderte Anleitungen einzelner Zubereitungschritte sowie Angaben zur Haltbarkeit der Speisen. Die Unterschiede zwischen Einlegen und Fermentieren werden erklärt, ebenso die für die Herstellung des "Sauren" benötigte Ausrüstung.

Wer später nicht weiß, wie man die zuvor hergestellten Pickles etc. genießen kann, dem hilft ein weiteres Kapitel des Buches, welches sich Speisen widmet, in denen die zuvor hergestellten Pickles etc. verarbeitet werden.

Das Format des Buches ist ungewöhnlich, der Umschlag stabil und hochwertig, die Umschlaggestaltung sowie die grafische Gestaltung des Buches sind ausgefallen, aber gut.

Für experimentierfreudige Leser sehr zu empfehlen!

Bewertung vom 18.02.2017
Überleben ist ein guter Anfang
Ulmer, Andrea

Überleben ist ein guter Anfang


ausgezeichnet

Berührend und lustig zugleich!

Anja Möller besucht nach ihrer Krebsdiagnose eine Selbsthilfegruppe, von der sie erwartet, dass sie deprimierend für sie sein wird. Das Gegenteil ist der Fall.
Ähnlich verhält es sich bei diesem Buch. Das Thema "Krebs" lässt einem erwarten, dass man nach der Lektüre des Buches zutiefst deprimiert sein wird. Aber "Überleben ist ein guter Anfang" ist auch ein lustiges, lebensbejahendes, überraschendes und zum Nachdenken anregendes Buch!
Man stolpert beim Lesen von einem Gefühl ins nächste, man fühlt mit den Protagonistinnen und ihren Angehörigen, ist betrübt, entsetzt, erstaunt, lacht, ... Und das alles bei einem tollen Schreibstil. Man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Andrea Ulmer wagt sich an ein schwieriges Thema, und man merkt, wie wichtig der Autorin das Thema ist. Ihr ist mit "Überleben ist ein guter Anfang" ein großartiger Roman gelungen, der Mut macht und zum Nachdenken anregt!

Bewertung vom 23.01.2017
Simple
Henry, Diana

Simple


ausgezeichnet

Ein tolles Kochbuch!

Diana Henry war mir als Autorin bisher ebenso wenig ein Begriff wie ihre Kochbücher. Nach der Durchsicht ihres Buches "Simple" war ich aber sofort begeistert und werde mir weitere Kochbücher von ihr anschaffen.

Das Buch ist zwar nicht gerade billig, dafür erwarten den Leser eine Vielzahl toller Rezepte, die allesamt mit wenigen (z.T. auch weniger bekannten) Zutaten auskommen. Bei jedem Gericht ist angegeben, für wie viele Personen es gedacht ist, ob als Beilage oder als Hauptspeise.
Die Gerichte sind schnell zubereitet, wobei die Zubereitungszeit für Beilagen oft nicht einberechnet sind. Hier bleibt aber jedem selbst überlassen, ob man überhaupt Beilagen ergänzt und falls ja, wie aufwändig diese sein sollen.

Daneben finden sich in dem Buch auch Rezepte mit langen Garzeiten, wobei Henry bei der reinen Zubereitungszeit dieser Speisen ihrem Motto "kleiner Aufwand, grandioser Geschmack" treu bleibt, denn die reine Zubereitungszeit dieser Gerichte ist ebenfalls kurz.

Die Rezept sind nicht durchgängig mit Fotos belegt, die vorhandenen Bilder sind jedoch sehr ansprechend.

Auch zu erwähnen ist der hochwertige Einband des Buches. Ein Einlegebändchen wäre an dieser Stelle noch toll.

Ich bin begeistert von dieser Autorin, die sich im Vorwort kurz selbst vorstellt und sehr authentisch daherkommt, ihren einfachen und leckeren Rezepten und kann das Buch uneingeschränkt all jenen empfehlen, die keinen Wert auf genaue Kalorienangaben legen (die sind nicht angegeben) und auch mal bereit sind, für einige Zutaten, die nicht im Laden um die Ecke erhältlich sind, ein weiteres Geschäft aufzusuchen. Tolles Buch!

Bewertung vom 11.01.2017
Unsere Hälfte des Himmels
Linden, Clarissa

Unsere Hälfte des Himmels


sehr gut

Beziehungen, Liebe und Sehnsüchte
Zum Inhalt:
Johanna und Amelie sind zwei Freundinnen, die in den 30er Jahren ein gemeinsames Ziel verfolgen: Sie wollen Pilotinnen werden. Für Frauen ist dies kein leichtes Unterfangen, besonders nicht in der Nazizeit. Als Amelie sich dann noch verliebt, wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt.

Fazit:
Clarissa Linden beschreibt gefühlvoll die innige Freundschaft zweier Frauen, deren Träume und Sehnsüchte und die Macht der Liebe.
Ihr ist mit ihrem Roman "Unsere Hälfte des Himmels" ein rundum stimmiges Buch gelungen. Dies fängt bei der sehr gelungenen Umschlaggestaltung an, setzt sich im flüssigen Schreibstil und der Verwebung verschiedener Erzählstränge fort.
Als Bonus liefert die Autorin am Ende des Buches noch Hintergrundinfos zu ihrem Roman und gibt vertiefende Literaturempfehlungen.
Sehr zu empfehlen!

Bewertung vom 30.12.2016
Shaking Salad - Low Carb
Stöttinger, Karin

Shaking Salad - Low Carb


sehr gut

Unerwartet anders!

Mit "Shaking Salad - Low Carb" hat Karin Stöttinger den Nachfolger ihres Erfolgsbuches "Shaking Salad" veröffentlicht.

Die Rezepte sind lecker, abwechslungsreich und ausgefallen und fast durchgängig mit Bildern versehen.

Wenn man an Salat im Glas denkt, assoziiert man damit üblicherweise einen baukastenweise zusammengestellten Salat ergänzt mit kleingeschnittenem Gemüse, Käse, Tofu, Fleisch o.Ä. und einem leckeren Dressing, alles schnell angerichtet.
Die Rezepte in diesem Buch fallen diesbzgl. teilweise aus dem Rahmen. So findet man neben einfachen auch ausgefallenere Rezepte, die dann aber auch nicht mal eben schnell hergestellt sind. So werden z.B. vorab Pizza-Gnocchi gebacken, eine Ratatouille gezaubert oder Löffelbiskuits selbst hergestellt. Für die ausgefalleneren Gerichte sollte man also etwas Zeit einplanen.

Auch einige Zutaten sind etwas ausgefallen (z.B. Reisessig, Birkenzucker, Gurkenraritäten oder Konjaknudeln), aber die Autorin betont gleich am Anfang ihres Buches, dass man die Zutaten auch austauschen kann und zeigt Alternativen auf.

Bei einigen Rezepten finde ich den Namen "Salat" nicht angebracht, auch nicht, wenn das ganze in einem Glas verpackt ist, so z.B. bei Sauerrahmschmarrn, Mandelmehlkuchen oder Bananen-Eistee, was dem Geschmack allerdings keinen Abbruch tut!

Alles in allem ein gelungenes Buch mit leckeren Rezepten, auch für den anspruchsvolleren Salatesser.

Bewertung vom 06.12.2016
Von Krösus lernen, wie man den Goldesel melkt
Schnoy, Sebastian

Von Krösus lernen, wie man den Goldesel melkt


ausgezeichnet

Sebastian Schnoy erzählt zu Beginn seines Buches auf humorvolle Art von seinen Erlebnissen mit seinem Nachbarn Dimitri, dem es immer wieder gelingt, kostenpflichtige oder mit Kosten verbundene Aktivitäten "für lau" zu erhalten, während Schnoy für jede Kleinigkeiten zahlen muss. So gelingt es Dimitri spielend, innerhalb kürzester Zeit den Gebühreneintreiber der GEZ abzuwimmeln, während Schnoy sogar für die Inspektion seines Fahrzeugs, mit dem alles in Ordnung ist, eine stattliche Summe in Rechnung gestellt wird.

Ausgehend von den Erlebnissen mit Dimitri beschäftigt sich Schnoy mit der Macht und der Stellung des Geldes in der Gesellschaft sowie dessen geschichtlicher Entwicklung. Hierbei führt er immer wieder Kuriositäten und bekannte Persönlichkeiten der Geschichte als Beispiel an. So erfährt man beim Lesen, Lachen und Staunen ganz nebenbei einiges über unser Geldsystem.