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ElenasZeilenZauber
Wohnort: 
Hamburg
Über mich: 
Meine bevorzugten Genres sind Fantasy in all seinen Facetten, Krimi, Thriller, Erotik, Science Fiction und Humor. Den Humor bitte möglichst schwarz plus viel Sarkasmus.

Bewertungen

Insgesamt 217 Bewertungen
Bewertung vom 28.09.2023
Dann zeige ich es euch eben auf dem Platz (MP3-Download)
Popp, Alexandra

Dann zeige ich es euch eben auf dem Platz (MP3-Download)


ausgezeichnet

‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Fußball hat mich nie interessiert, aber als die Frauen WM 2023 begann, dachte ich mir, schau doch mal rein. Und ja, nun ist es passiert, ich bin Fan der deutschen Frauen-Fußballmannschaft. Allgemein spielen die Ladies viel schöner und virtuoser als die Männer und sie kommen viel angenehmer rüber als die Kerle.
So wurde ich dann auch auf das Buch aufmerksam und da Alex Popp immer so sympathisch rüberkommt, wollte ich mehr wissen.
Weder ihr Leben noch ihr Weg waren einfach und problemlos, aber sie hat nie ihre Leidenschaft für den Fußball verloren. Egal welche Hürden sie zu überwinden hatte, ihr Fokus war immer klar. Es war wundervoll zu lesen, wie ihre Eltern sie unterstützten und ihr ihren Traum ermöglichten. Der Zusammenhalt der Familie ist zauberhaft und sie überwanden gemeinsam alle Widrigkeiten, die das Leben für alle bereithielt.
Es hat mir auch sehr gut gefallen, dass die strukturellen Missstände des Frauenfußballs thematisiert wurden. Denn dass die Männer horrende Summen kassieren und die Ladies meistens einen Beruf neben dem Fußball ausüben, weiß jeder.
Ich fühlte mich Poppi besonders verbunden, als sie erzählte, dass sie bei Unsicherheiten den Klassenclown spielte und ihr das einige Male Schwierigkeiten eingebracht hat. Da hatte ich das Gefühl, sie erzählt von mir. Es klappt halt nicht immer, zuerst den Denkapparat einzuschalten, bevor das Mundwerk geöffnet wird. Und ich gebe zu, es ist immer noch ein Thema bei mir *grins
Allerdings die Absätze, in denen Reha und Physio nach Verletzungen angesagt waren, wurden mir zu flott abgehandelt. Beides ist nicht ohne und kann sehr schmerzhaft sein. Nur zwischen den Zeilen war heraus zu hören, dass es da auch einige Tiefpunkte gab. Da hätte ich mir mehr Substanz gewünscht.
Das Privatleben wurde auch weiterhin recht privat gehalten. Da hätte ich mir auch etwas mehr Offenheit gewünscht. Denn das private Umfeld muss ja damit umgehen können, wenn Poppi zum Beispiel neben dem Fußball ihre Ausbildung zur Tierpflegerin absolviert. Wie wurde alles zeitlich organisiert? Wo wurden Abstriche gemacht? Was stand hinten an?
Bettina Storm hat alles wundervoll eingelesen und brachte Emotionen gut rüber. Poppis Leidenschaft für den Fußball wurde mir ins Ohr gelesen.
Der Schreibstil ist kurz-knackig und schnörkellos, was mir gut gefällt. Das passt hervorragend zu Poppi und alles andere hätte gestelzt und aufgesetzt gewirkt. Es werden klare Worte für gute, aber auch für schlechte Erlebnisse und Lerneffekte gefunden, was das Ganze noch authentischer machte.
Ich vergebe trotz meines Meckerpunktes 5 Fußball-Sterne und hoffe, dass Poppi viele Frauen und Mädchen inspiriert ihren Weg zu gehen.

Bewertung vom 26.09.2023
Cyberpunk 2077: No Coincidence
Kosik, Rafal

Cyberpunk 2077: No Coincidence


sehr gut

‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Puh, ich weiß nicht so richtig, was ich von dem Buch halten soll. Das Videospiel kenne ich nicht und so fehlte mir bestimmt einiges an Hintergrundwissen.
Es hat mir gut gefallen, dass ich sofort mitten in der Handlung war und sich nicht lange mit Worldbuilding aufgehalten wurde. Dieses wurde im Laufe der Handlung durch „Show don’t tell“ erledigt. So lernte ich Night City kennen, eine dreckige, von Neonlicht ausgeleuchtete Metropole, die von Kriminalität jeglicher Form geprägt ist.
Spannung im herkömmlichen Sinne gibt es nicht. Die Handlung wird durch kurze Absätze zwischen 1 und 3 Seiten immer weiter vorangetrieben und ich verlor zwischendurch das Ziel aus den Augen. Auch war es durch die 6 unterschiedlichen Perspektiven teilweise verwirrend, um was es gerade geht, wo wir uns befinden und wer nun welche Intention hat. Aber ich wollte immer mehr wissen, wissen, wie es weitergeht, wissen wer nun mit wem welche Ränke schmiedet.
Die Charaktere waren auf den ersten Blick eindimensional und im Laufe der Lektüre kamen immer mehr Facetten zum Vorschein. Das war interessant und machte einen Teil der Spannung aus. Denn so waren auch Twists und Überraschungen wohl platziert. Jede Figur wurde erpresst, um an dem Coup teilzunehmen, und nach und nach kommt heraus, welche Leichen jeder im Keller hat.
Der Schreibstil des Autors ist kurz-knackig, ohne Schnörkel, teilweise brutal, also definitiv gewöhnungsbedürftig. Es gibt keine detailfreudigen, ausschweifenden Passagen, sondern immer alles auf den Punkt, ganz gerade heraus.
Ein Buch, welches man auf jeden Fall nicht einfach so nebenbei lesen kann. Da ich immer noch nicht so genau weiß, wie ich das Buch einsortieren soll, gibt es knappe 4 Cyber-Sterne.

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Bewertung vom 26.09.2023
Sagenhafte Frauen
Menzies, Jean

Sagenhafte Frauen


ausgezeichnet

‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Es war total spannend herauszufinden, welche Frauen aus weltweiten Sagen und Mythen ihren Weg in dieses Buch gefunden haben. Das Buch ist in drei Hauptbereiche aufgeteilt. Beginnend mit den Göttinnen über die magischen Wesen bis hin zu den Sterblichen, wird das Ganze mit Informationen über Mythen und ihre Ursprünge abgerundet.
Jede Frau wird mit ihrem Namen, seiner Aussprache, ihrer Kultur und Kurzbeschreibung vorgestellt. Anschließend wird die Geschichte, der Mythos von ausgewählten Frauen erzählt. Es sind weltumspannende Kulturen genannt. Chinesisch, ägyptisch, griechisch sind bekannt, aber auch akkadisch und sumerisch, yorubisch und aztekisch sind vertreten. Bei yorubisch war mir klar, dass es sich um afrikanische Kultur handelt. Wohingegen ich akkadisch erst mal recherchieren musste. Und habe ich mich dann gefragt, ob die Altersgruppe nicht zu niedrig gewählt ist. Ja, der Schreibstil ist einfach und passt für ältere Kinder bzw. junge Teenager, aber bei den Kulturen oder auch den doch teilweise recht bizarren Mythen, fand ich das Alter zu niedrig. Natürlich können auch Eltern mit ihrem Kind das Buch gemeinsam lesen, doch das geschieht heute viel zu selten.
Aber zurück zum Buch. Locker 60% der genannten Ladies kannte ich noch nicht mal vom Namen und selbst bei denen, die mir vom Namen her bekannt waren, konnte ich Neues lernen. Da fällt mir sofort Hathor ein. Dass sie, als Liebesgöttin, sich in Sachmet, die Kriegsgöttin, verwandelt, war mir neu.
Wenn die Texte in Textbubbles verpackt wären, könnte das Buch als Graphic Novel durchgehen. Denn die Zeichnungen sind gigantisch. Detailfreudig, farbenfroh und genau auf die Bereiche abgestimmt. So wird zum Beispiel das Kapitel „Liebes- und Kriegsgöttinnen“ in Gelb-, Orange- und Rottönen gehalten und Akzente werden mit Konträrfarben gesetzt.
Dieses Buch bietet nicht nur Informationen über sagenhafte Frauen, sondern diese werden auch noch hübsch bildlich in Szene gesetzt. Und eins ist klar, diese Frauen sind stark und überwinden die Hindernisse, die ihnen das Leben entgegenschleudert, absolute Power Frauen. Diese Buch kann man immer wieder zur Hand nehmen, Texte lesen, Bilder angucken und neue Details entdecken und sich immer wieder Motivation bei diesen Frauen holen. Auch wenn ich mit der Alterangabe der Zielgruppe hadere, vergebe ich gern 5 Heldinnen-Sterne.

Bewertung vom 10.09.2023
Die Gesetzlose (MP3-Download)
North, Anna

Die Gesetzlose (MP3-Download)


sehr gut

‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Mal abgesehen davon, dass in diesem Buch eine mysteriöse Grippewelle für Unfruchtbarkeit gesorgt hat, denke ich, dass die Rolle der Frau im „Wilden Westen“ nicht viel anders ausgesehen hat. Frauen hatten die Rolle der Hausfrau und Mutter zu erfüllen.
In Adas Fall kam leider noch eine gehörige Portion Unwissenheit und Ignoranz gegen Argumente und Wissenschaft dazu und schwupps wurde der jungen Frau nachgesagt, dass sie eine andere Frau verflucht hätte. Ihre Mutter ist jedoch zum Glück als Hebamme gebildet und schafft es, Ada aus der Schusslinie zu schaffen. Mit einem Umweg findet Ada die berüchtigte „Hole in the Wall“-Gang und ich war absolut überrascht, wer hier Ada, mit nicht immer offenen Armen, aufnimmt.
Mehr will ich gar nicht zur Handlung erzählen, denn das würde spoilern und viele Überraschungen und Twists vorweg nehmen. Btw, diese wurden geschickt platziert und hoben die Spannung immer wieder an und trieben die Handlung voran. Leider gab es zwischendurch ein paar langatmige Passagen, denen eine Kürzung gut getan hätte.
Ah, ehe ich es vergesse. Die Autorin hat die Brutalität nicht beschönigt und wählt klare Worte. Das ist nicht jedermanns Sache und teilweise in meinen Augen hart an der Grenze. Aber so war der „Wilde Westen“, nicht so kuschelig, wie er in den Western meiner Kindheit dargestellt wurde.
Nicht nur die Gang, sondern auch die ganze Story wartet mit Diversität, Feminismus und Sexismus auf. Egal wie intelligent und gebildet die Frauen waren, wenn sie nicht ins Gesellschaftsmuster passten, wurde ihnen zugesetzt und sie hatten sich auf ihren, von den Männern zugewiesenen Platz, zu begeben. Doch natürlich gab es auch erfrischende Ausnahmen, die den Frauen den Freiraum gaben, der ihnen zusteht.
Auch wenn die Story im „Wilden Westen“ spielt, kann man sie locker in die heutige Gesellschaft transportieren. Dummheit, Ignoranz und unreflektiertes Denken sind der Tod der Toleranz und des Fortschritts.
Mit Ada hat die Autorin eine starke Protagonistin geschaffen, die ihren Weg geht. Auch wenn dieser manchmal einige Kurven und Umwege beinhaltet. Auch die anderen Charaktere sind lebendig gestaltet und ergänzen sich zu einem runden, vielfältigen Bild der Gesellschaft, wie sie auch im wahren Leben existiert.
Der Schreibstil der Autorin ist locker-leicht und bei den brutaleren Szenen immer anpasst.
Giuliana Jakobeit hat mich mit auf Adas Weg genommen und Handlung, Charaktere und Emotionen belebt. Ihre Stimmfarben setzte sie geschickt ein, um Stimmungen zu vermitteln.
Da es ein paar Längen zwischendrin gab, vergebe ich gute 4 Wild-West-Sterne und verrate euch zum Abschluss, dass das Buch noch vielen Ebenen nachwirkt.

Bewertung vom 03.09.2023
Geständnisse einer Teilzeitfeministin (MP3-Download)
Kleen, Heike

Geständnisse einer Teilzeitfeministin (MP3-Download)


schlecht

‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Es gibt selten Bücher oder Hörbücher, die ich abbreche, aber dieses hier gehört dazu. Puh, ich weiß gar nicht, wo ich beginnen soll. Nach einer Viertelstunde habe ich das Hörbuch immer wieder um einige Tracks geskippt, weil ich hoffte, dass es noch interessante Themen und Ansichten gibt. Doch leider wurde es nicht besser. Frau Kleen jammerte und jammerte und bot keine Lösungen. Damit kann ich gar nicht umgehen.
Sie bemängelt, dass Werbung und Gesellschaft bestimmen, was und wie eine Frau zu sein hat. Doch sie macht genau das Gleiche. Sie weiß genau, wie eine Feministin zu sein hat, was diese zu denken hat. Die ganzen individuellen Facetten werden außer Acht gelassen und nicht beleuchtet.
Es wurde nur auf den Männern rumgehackt. Sie merken sich nicht wann Elternsprechtag ist, sie merken sich keine Termine der Kinder usw. uswf.. Warum auch? Ich kenne leider nur sehr wenige Frauen, die das Heft aus der Hand geben und die Männer einfach machen lassen. Die meisten Frauen wollen sich unentbehrlich fühlen. Auch sie mussten lernen, wie man mit dem Kind umgeht und dies gewähren sie dem Vater nicht. Ich erinnere mich noch gut daran, wie sich eine Kollegin darüber beschwerte, dass der Vater dem Sohn zuerst die Jacke und dann die Schuhe anzieht. Ja, und? Hauptsache das Kind ist angezogen und wenn Muttern die Reihenfolge anders handhabt, ist das völlig okay, aber nicht besser. Ist es wirklich dramatisch, wenn man einen Elternabend vergisst? Nein, davon geht die Welt nicht unter - also chillt mal, Ladies.
Und das Gejammer der Autorin geht weiter, aber von tun oder ändern ist nichts zu sehen. Es nervt sie, dass Frauen nur über Kinder sprechen, aber ändert es nicht. Bringt keine anderen Themen in das Frauengespräch. Jammern und nichts tun, guter Anfang (Ironie!!!). (Btw, private Altersvorsorge oder erfülltes S3xl3ben wären interessante Alternativen.)
Und spätestens, als es hieß, dass eine Feministin einem heißen Kerl nicht hinterhergucken sollte, habe ich mich gefragt, ob ich ein Comedy-Hörbuch erwischt habe. Was ist unfeministisch, wenn ich gern einen knackigen Kerl angucke? Wenn ich im Sommer an einer Baustelle vorbeigehe, schaue ich mir auch gern mal einen wohlproportionierten Bizeps an. Himmel, der Mensch ist ein „Augentier“ und reagiert auf optische Reize. Die „Sixx Paxx“ haben ja auch gar keinen Erfolg und nie Zuschauerinnen.
Um noch kurz auf den Klappentext einzugehen. Warum sollte man einem Kind, egal ob Tochter oder Sohn, nicht sagen „Hau zurück“, wenn es vermöbelt wurde? Das hat nichts mit toxischer Männlichkeit zu tun, es hat etwas mit „sich wehren“, „sich nichts gefallen lassen“ zu tun. Ich würde keinem Kind raten, dass es auch noch die andere Wange hinhalten soll, wenn es verprügelt wird.
Tja, die Autorin hat vergessen, dass man nicht nur in einer Partnerschaft miteinander reden sollte, um Themen zu klären und nicht nur ein Weg der Richtige ist. Ich kenne Paare, die sich unterhalten, Dinge vorher klären, Bedürfnisse und Wünsche kommunizieren und Kompromissen finden. Ob das was mit Feminismus zu tun hat, weiß ich nicht. Für mich hat es was mit erwachsenem Verhalten zu tun.
Ich vergebe den einen Zwangsstern und rate jedem, der mehr über Feminismus erfahren will, ein anderes Buch zu wählen, denn einseitige Sichtweisen, Gejammer und Schuldzuweisungen schaffen kein Verständnis.

Bewertung vom 03.09.2023
Coming in
Font, Elodie

Coming in


ausgezeichnet

‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Es ist die reale Geschichte der Autorin, stilvoll in Szene gesetzt. Obwohl alle wissen, dass Elo lesbisch ist, braucht es viel Zeit, bis sie es sich selber eingesteht. Denn sie hat versucht wie ihre Freundinnen zu sein und den gesellschaftlichen Normen zu entsprechen. Es ist schon schwierig genug, sich selbst so zu akzeptieren und zu lieben wie man ist. Doch wenn von Außen auch noch Ablehnung und Unverständnis hinzu kommen, dann ist der Selbstfindungsprozess deutlich härter. Diese innere Zerrissenheit wurde nicht nur durch den Text, sondern auch durch die Zeichnungen hervorragend in Szene gesetzt. Es wurde eine Symbiose geschaffen, die die Story noch lebendiger werden ließ. Es wurden Emotionen bildlich geschaffen, erstklassig.
Denn auch als Elo sich ihre sexuelle Orientierung eingesteht, hat sie nur den halben Weg geschafft. Es gibt es immer noch Steine, die ihr durch engstirnige Menschen in die Wege gelegt werden. Nicht zu vergessen Diskriminierung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung.
Mal abgesehen davon, was ist Standard und wer hat die gesellschaftlichen Normen definiert?
Der Weg der Autorin macht Mut, zu sich selbst zu stehen, sich selbst zu lieben, auch wenn es nicht immer leicht ist. Denn das Ergebnis belohnt das Durchhalten.
Ich für meinen Teil finde ich erschreckend, dass es selbst im 21. Jahrhundert noch nicht egal ist, wer wen liebt. Es ist doch alles okay, solange consent herrscht und alle glücklich mit der Wahl sind.
Diese Graphic Novel entzündet ein Leuchtfeuer für mehr Diversität, Toleranz, Selbstliebe und Akzeptanz in der Gesellschaft. Ich vergebe 5 Femtember-Sterne und kann die Aussage der Graphic Novel nur wiederholen: liebt euch selbst, seid tolerant und sucht euch Freunde, die euch akzeptieren und lieben wie ihr seid.

Bewertung vom 03.09.2023
Manifesto. Warum ich niemals aufgebe
Evaristo, Bernardine

Manifesto. Warum ich niemals aufgebe


sehr gut

‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Es ist mein erstes Buch der Autorin und ich erfuhr gleich von ihrem Leben, von der Kindheit in der Großfamilie, ihrer Schulzeit bis hin zu ihren unterschiedlichen Jobs. Dabei ließ Evaristo auch ihr Privat- und Liebesleben nicht aus.
Als wenn es damals nicht schon hart genug war, dass die Mutter weiß und der nigerianische Vater schwarz ist, ist der Vater auch noch ein echter Despot und sieht sich als Herrscher der Familie. Da wurde nicht nur mit der flachen Hand gezüchtigt, aber nachher verzeiht Evaristo alles und hat Mitleid mit ihm, da er jeglichen Kontakt mit der Heimat abgebrochen hatte. Wie bitte? Warum finden Kinder, egal welchen Alters, immer eine Entschuldigung für ihre unfähigen Eltern? Auch wenn sie an diesen Erfahrungen wachsen, heißt das nicht, dass alles wieder gut ist.
Obwohl die Mutter eine Engländerin war und die Autorin und ihre Geschwister auch dort geboren wurden, wurden sie nicht als Engländer gesehen. Denn sie entsprachen nicht dem typischen Äußeren. Und das war in den 60er, 70er und 80er noch viel außergewöhnlicher als heutzutage.
Und mal ehrlich, wie oft fragen wir uns auch noch heute: wo kommt diese Person her, wenn sie nicht europäisch aussieht?
Aber zurück zum Buch. Es hat mit sehr gut gefallen, dass Evaristo sich nicht als Opfer sieht. Sie hat reflektiert, ist sich treu geblieben und hat ihr Leben so gelebt, wie sie es leben wollte. Dabei hatte sie immer wieder mit den üblichen Themen „Rassismus“ und „Feminismus“ zu tun. Doch sie ist damit auf ihre eigene Weise umgegangen und hat ihren Weg für sich gefunden.
Der Abschluss passt irgendwie nicht so wirklich zum Rest des Buches. Denn hier fehlte mir das Reflektieren, Durchhalten und Differenzieren. Um es kurz und knapp zusammenzufassen: Denk positiv und alles fluppt. Nein, denn das passt nicht zum Buch und schon gar nicht zum Untertitel „Warum ich nie aufgebe“. Denn „nicht aufgeben“ bedeutet, dass auch negative Dinge geschehen, die bewältigt werden müssen. Da reicht „positives Denken“ nicht.
Ja, Evaristo schreibt positiv, aber mir fehlte irgendwie der Einblick, wie sie mit negativen Erlebnissen umgegangen ist. Mir ist klar, dass nicht alles reibungslos in ihrem Leben lief, aber die Hürden wurden ziemlich klein beschrieben und z.B. Existenzängste recht flott als „es hat sich immer alles gefunden“ abgehandelt. Ich denke, da hat sie ihre Zähigkeit und Resilienz unter den Scheffel gestellt.
Das Buch zeigt das Leben einer beeindruckenden Frau, die nie aufgegeben hat und ich gebe gern gute 4 Manifesto-Sterne.

Bewertung vom 01.09.2023
M.O.M.: Mother of Madness
Clarke, Emilia;Bennett, Marguerite

M.O.M.: Mother of Madness


ausgezeichnet

‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Ja, okay, die Autorin ist ein Star aus der Serie „Game of Thrones“, aber die habe ich nach der ersten Staffel abgebrochen. Emilia Clarke war mir ein Begriff aus den Filmen „Terminator - Genisys“ und „Solo: A Star Wars Story“.
Das Thema an sich fand ich interessant, aber kann die Story dem Hype um Emilia Clarke gerecht werden? Ich war verdammt skeptisch. Jedoch verrate ich es euch jetzt schon: ja, der Hype ist berechtigt und Emilia Clarke, Marguerite Bennett und Leila Leiz haben eine grandiose Graphic Novel geschaffen.
Es war interessant, wie sich Maya mit ihren Superkräften nach und nach arrangiert. Dies wurde mir in Rückblicken gezeigt und teilweise musste ich schon grinsen, wenn sie von ihren Kräften überwältigt wurde. Ist ja auch krass, wenn man unsichtbar wird, wenn man eingeschüchtert ist.
Und es kam, wie es kommen sollte, Maya setzt ihre Kräfte für das Gute ein und muss nun Muttersein, Job und „SuperHero“-Sein unter einen Hut bekommen. Klingt wie im echten Leben. Mehr will ich gar nicht zu dem Kampf gegen das Böse verraten, es würde nur spoilern.
Ganz wichtig ist, dass nicht an Gesellschaftskritik zu Themen wie Patriarchat, Rollenklischees und soziale Ungerechtigkeit gespart. Und das hübsch überspitzt. Ich liebe das. Aber es mangelt nicht an schönen Themen wie „Chosen Family“, sie wird liebevoll präsentiert. Die Mitglieder dieser Familie sind genau wie Maya wundervoll lebendig geschaffen und bereichern Mayas Leben und die Graphic Novel.
Kommen wir mal zum Zeichenstil. Dieser ist eine echte Farbexplosion und trotzdem doch sehr ausgefeilt in den Details. Ich habe keine Ahnung von den Fachbegriffen, aber es war interessant, dass einzelne „Bilder“ ineinander übergingen und trotzdem konnte ich genau erkennen, was wohin gehört und wie alles zusammenhängt. Für mich gibt es in einer Graphic Novel keinen Lesefluss wie in einem normalen Buch. Mal schaue ich mir die Bilder zuerst an, lese dann die Sprechbubbles oder Anmerkungen. Das nächste Mal wandere ich zwischen beiden hin und her, verbinde beides miteinander und sehe häufig beim 2. oder 3. Mal noch weitere Details oder erkenne weitere Zusammenhänge zwischen Text und Bild. Ach ja, nicht wirklich verwunderlich, dass mich Mayas Gesichtszüge an Emilia Clarke erinnerten. Aber es war nicht übertrieben, sondern wohldosiert und erst auf den zweiten Blick erkennbar.
Warum ich die Novel im #femtember präsentiere?
1. Sie wurde von zwei Autorinnen geschrieben.
2. Sie wurde von Zeichnerinnen in Szene gesetzt.
3. Sie hat feministische und politische Botschaften.
4. Sie hat ein absolut frauliches Thema, die Menstruation, im Fokus und inszeniert sie positiv.
5. Ganz brillant finde ich die letzten Seiten. Dort werden nämlich Telefonnummern und Websites zu Themen wie z.B. „Häusliche Gewalt“, „LGBTQIA+-Rechte und Bewusstsein“ aufgelistet.
Abgerundet wird all das noch mit Covervarianten und einer bunten Übersicht über Mayas Kräften.
So, genug geschwafelt. Eine beeindruckende Graphic Novel, der ich gern 5 Madness-Sterne vergebe.

Bewertung vom 31.08.2023
Der Pakt / Schatten Bd.1
Parvela, Timo

Der Pakt / Schatten Bd.1


ausgezeichnet

‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Es gibt keine eindeutige Definition für Graphic Novel, aber imho sind in diesem Buch zu wenig Bilder, um als solche zu gelten. Ja, es gibt immer mal wieder eine wundervolle, detailfreudige Zeichnung, die den Text ergänzt und das Kopfkino noch stärker ankurbelt, aber mehr nicht. Schade, da hatte ich im wahrsten Sinne des Wortes „mehr“ erwartet.
Dafür ist die Handlung eine grandiose Mischung aus Freundschaft, dem typischen Weihnachtsmann-Krempel und nordischen Mythen. Da die Zielgruppe „ab 10 Jahre“ ist, gibt es keine Kollision mit dem Wissen, dass es den Weihnachtsmann gar nicht gibt. Doch wollen wir nicht alle ein bisschen daran glauben, dass auch mal Wünsche wahr werden? So ergeht es auch Pete, dessen beste Freundin Sara unheilbar krank ist. Er will sie retten und, gegen alles bessere Wissen, flüstert er diesen Wunsch dem Weihnachtsmann ins Ohr. Dass er damit eine Lawine an Ereignissen und Überraschungen auslöst, konnte ja keiner ahnen. Denn was ist schon der Schatten wert, den er hergeben musste? Weit mehr als er gedacht hat und es war faszinierend zu sehen, welche Ideen die Autoren dazu hatten. Dabei erlebte ich Petes Erkenntnisse, Erlebnisse hautnah mit. Wer nicht so aufmerksam liest, wird auf jeden Fall häufiger überrascht. Denn ein oder zwei Dinge waren zu ahnen bzw. aus dem Kontext zu schließen. Doch es gibt noch genug Twists und Überraschungen, die mich nach Atem schnappen ließen. Auch das Verweben der unterschiedlichen Erzählstränge ist den Autoren fantastisch gelungen. So ergab sich ein rundes Bild und sie wurden logisch miteinander verflochten.
Die Spannung kam in Wellen daher und steigerte sich mit jeder Welle. Ich wurde immer tiefer in die Handlung mit ihren Mythen hineingezogen. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und es endet mit einem ganz bösen Cliffhanger. Da freue ich mich jetzt schon auf die beiden Folgebände der Trilogie.
Die Charaktere waren liebevoll in Szene gesetzt und handelten absolut nachvollziehbar. Ich schloss Pete, Sara und, halt, das verrate ich nicht, in mein Herz und fieberte mit ihnen, als sie einen Ausweg suchten. Dazu trägt auch der Schreibstil bei, der der Zielgruppe angepasst ist. Ich bin der Überzeugung, dass Kinder ab 10 Jahren hier eine hübsche Story finden, bei der es sich leicht gruseln lässt, aber die auch mit ihrem Herz besticht.
Trotz Meckerpunkt gibt es 5 Schatten-Sterne, denn die Story ist eine absolut runde Sache und ich werde mich mal über nordische Mythen ein bisschen schlau machen.

Bewertung vom 21.08.2023
Das Gästezimmer (eBook, ePUB)
Michallon, Clémence

Das Gästezimmer (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Alter, Verwalter, das war mal wieder ein Thriller, der mich vom Hocker gerissen hat und der Klappentext ist hervorragend geschrieben. Deshalb gehe ich auch gar nicht weiter auf die Handlung ein, denn mehr musst du nicht wissen.
Die Kapitel sind recht kurz, zwischen 1 und 10 Seiten. Das kurbelt einerseits die Spannung kontinuierlich an und treibt andererseits die Handlung ständig voran. Nicht zu vergessen, dass das typische „noch ein Kapitel“ sehr verführerisch ist und es wurden dann locker 30 Seiten. Das erklärt auch, warum ich das Buch in zwei Tagen gelesen hatte.
Die unterschiedlichen Handlungsstränge wurden geschickt miteinander verwoben und jedes Kapitel glich einem Puzzleteil, das an seinen Platz fiel und das Bild immer weiter erkennbar wurde. So erfuhr ich mehr über Rachel und vor allem Aidan. Ich fieberte mit und war mitten in der Handlung.
Ich kann dir nur raten, ganz konzentriert zu lesen, denn dann hast du einige Aha-Momente, die dir Handlungsweisen erklären und dich Zusammenhänge erkennen lassen. Da waren einige Schmankerl von der Autorin versteckt.
Die Charaktere sind allesamt interessant und nachvollziehbar in Szene gesetzt. Ja, sie könnten genau so nebenan leben, was echt nachdenklich macht. Es glich schon fast einem Psychogram.
Ich kann euch diesen Thriller absolut empfehlen und vergebe 5 Gästezimmer-Sterne.