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Benutzername: 
Ella
Wohnort: 
Hof

Bewertungen

Insgesamt 211 Bewertungen
Bewertung vom 26.05.2023
Die Krone der Feen
Steen, K.T.

Die Krone der Feen


ausgezeichnet

Viele schöne Lesestunden ohne zahlreich Dramen und Verwicklungen ist. Eine märchenhafte Geschichte, die einen einmal alles vergessen lässt!
Prinzessin Aryana soll vom Vater die Köngiskrone übernehmen. Doch sie will nur eines, sie will auf die Thronfolge verzichten, den königlichen Hof verlassen und ein Leben als freies Fee leben.
Als sie dem Elfen Kian Taur von Sommerfeld begegnet rückt diese Illusion jedoch in unendliche Ferne. Kian Taur ist ein Feind der Krone. Er reißt Aryanas Kräfte an sich. Nun kann sie sich nicht mehr in eine Fee verwandeln. Zuerst glaubt sie, sich Magie einfach kaufen zu können, doch so einfach, wie sie sich das vorgestellt hat ist es nicht.
Sie muss fort und sich neue Magie verdienen., Doch Reisen durch die Wälder ihres Reiches ist nicht ungefährlich. Aus diesem Grund schließen sich schon immer Reisende zu Gruppen zusammen um die gefahrvolle Wanderung zu bewältigen. Als wären die lauernden Gefahren nicht genug, so entdeckt sie unter ihren Kameraden ausgerechnet Kian Taur von Sommerfeld.
Das eher schlichte Cover ist reizvoll gestaltet, es ist sehr gelungen.
Es ist eine spannende, aber nicht von Action überladene Geschichte mit vielen sympathischen Wesen und Personen. Allen voran Elly, die immer hinter Aryana gestanden ist und sich immer für sie einsetzte. Auch Kian Taur ist nicht der Feind, den man zu Anfang in ihm gesehen hat.
Der Schreibstil ist gut lesbar, romantisch, unterhaltsam, vor allem aber sehr detailliert. Er lässt alles sehr konkret vor den inneren Augen entstehen. K.T. Steen lässt die Protagonisten spürbar lebendig werden, auch die Nebencharaktere werden nicht vergessen. Es treten verschiedenste einzigartige Kreatur auf, die mit Liebe entworfen sind. Das ist neu, denn oft ähneln sich mittlerweile die Fantasy–Charaktere. In diesem Buch gibt es tatsächlich neue Wesen.
Die Geschichte ist sehr fantasievoll aufgezogen und mit Magie gefüllt. Sie wird aus der Sicht von Aryana erzählt, dadurch kann man sich in sie hineinversetzen.
Die erste Hälfte ist unheimlich fesselnd. Etwa in der Mitte steigert sich die Spannung sehr, danach „zieht“ es sich etwas in die Länge. Da war man versucht die Seiten nur grob zu überfliegen. Das ist betrüblich, K.T. Stehen schreibt mit viel Begeisterung.
Ein ganz mädchenhaftes Buch mit wunderbaren Figuren, voller Spannung, Humor und Harmonie und einem richtigen Happy End - davon könnte es mehr geben.
Das Buch gehört in jedem Fall zu den modernen Märchen. Es ist kein Kinderbuch, aber für Jugendliche/Erwachsene, die sich gern in die Welt von Feen und Elfen begeben, ist es genau richtig.
Danke für viele Stunden in dem Buch ohne massenhaft Verwicklungen und Drama.

Bewertung vom 19.05.2023
Raven (eBook, ePUB)
Dierssen, Lavinia

Raven (eBook, ePUB)


gut

Hätte das Potential zu einem guten Buch – bei grundlegender Überarbeitung
In diesem Buch geht es weitestgehend um die Schwestern Raven und Mary.
Raven lebte seit vielen hundert Jahren, verstoßen von ihrer Mutter, verlassen in den Wäldern in der Nähe von Düren, bis sie Penny kennenlernt. Jetzt darf sie sich, beim Werwolf-Rudel aufhalten.
Während Raven ihr Leben lebt, wurde ihre Schwester Mary, durch ein grausiges Ritual, zum Leben erweckt, mit dem Ziel sie zu finden.
Eines Tages taucht Ravens alter Freund Elias auf und Raven und Penny begleiten ihn nach Hause, wo er und seine zwei Brüder leben. Als Raven auf Colvin trifft, verspürt sie eine magische Verbindung zu ihm. (Was ist mit Penny - der angeblichen großen Liebe ihres Lebens?)
Mary macht sich bei Raven durch einen hinterhältigen Angriff bemerkbar.
Erst scheint es, dass ein Kampf zwischen Raven und Mary das Ziel des Buches ist. Dann auf einmal ist es deren Mutter, gegen die sie auf einmal gemeinsam kämpfen – warum nun und wie das?? Hier fehlt der Text, der das erklärt.
Ein straffes Lektorat für den Text hätte sehr gut getan. Es waren sehr viele Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler im Text. Und dann diese endlosen Sätze, bei deren Ende man den Anfang vergessen hat. Abgesehen davon ist das Fehlen von Absätzen ein weiterer Punkt, der den Lesefluss und das Lesevergnügen deutlich gestört hat. Das Buch ist sehr mühsam zu lesen. Wirkliches Lesevergnügen ist nicht entstanden.
Ich muss einen Protagonisten nicht lieben, um ein Buch gut zu finden. Aber hier war eigentlich keine der Personen ansprechend. Alle waren eher oberflächlich beschrieben, keiner hatte greifbare Charaktereigenschaften. Ihre Handlungen wurden kaum erklärt, konnten aber aus dem Kontext auch nicht ergründet werden. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, die Handlung zu verstehen.
Raven ist eine übersinnliche Person, welche Kräfte sie hat, erfährt der Leser sehr zögerlich. Sie ist bereit über Leichen zu gehen, u m ihre Freunde zu schützen. Ich habe im Text keinen Hinweis gefunden, dass sie verhindern möchte, dass sich die Hexen sammeln.
Es kommen eine Menge Vampire und Werwölfe vor, das hat etwas von „Twilight“ oder „Vampire Diaries“. Nichts gegen solche Bücher, aber für welche Alters- und Leserzielgruppe wurde das Buch eigentlich geschrieben?
Als ich mich endlich zum Ende vorgemüht hatte, kam der Schluss sehr abrupt, als sei die Motivation zum Schreiben verlorengegangen.
Ich wollte dem Buch wirklich eine Chance geben, aber schon im ersten Drittel hat es mir widerstrebt weiterzulesen.

Bewertung vom 18.05.2023
Die Nova Chroniken (eBook, ePUB)
Rysdill, J.

Die Nova Chroniken (eBook, ePUB)


sehr gut

Gute Fortsetzung, aber etwas zu ruhig
Das Buch setzt direkt die Geschichte von Band 1 fort. Es finden hin und wieder Zeitsprünge - Erinnerungen an die Vergangenheit - statt. Das ist von Vorteil, wenn man Buch 1 schon länger oder noch gar nicht gelesen hat.
Ohne Umweg findet man sich als Leser wieder in der Buchwelt wieder.
Alenia hat sich zur Herrscherin entwickelt. Sie geht ihre Aufgaben an – ohne zu ahnen, dass eine neue Herausforderung auf sie warten. Alenia konnte den Magier Xavier besiegen, doch das Nexusgloom, (das Gift, das in Band 1 sehr wichtig war) wird sie weiterhin beschäftigen. Auch muss sie die Wunden der Schreckensherrschaft in ihrem Land heilen.
Sie hat Jayden an ihrer Seite – sowohl als Beschützer als auch als Rückhalt.
Insgesamt ist es eine gute Fortsetzung, die unterhält. Allerdings ist es etwas zu ruhig, die Protagonisten hätte ich gerne etwas mehr beschrieben, um ihnen Tiefe zu geben. Ihnen fehlen die Emotion und Entwicklungen, die ein Buch lebendig machen.
Etwas mehr Spannung und Tiefe wäre schön gewesen
Dennoch bin ich gespannt, ob und wie es weiter geht.

Bewertung vom 14.05.2023
Septemberkinder (eBook, ePUB)
Dröttboom, Lisa

Septemberkinder (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Ein Muss für Liebhaber tiefgründiger Romane
Kann ein Tanz tödlich sein? – Ja, zumindest in einer Welt, in der Kunst nicht erlaubt und sogar bestraft wird
Der Roman von Lisa Dröttboom versetzt uns in eine dystrophe Zukunft in Deutschland. Kunst jeder Art ist verboten, wird geahndet und wer sich nicht daran halten kann/will, wird mit dem Tod bestraft.
Was soll das für eine Welt sein - ohne Gemälde, Bücher, Musik, Tanz und Theater?
Normale Menschen sollen durch einen Virus in sogenannte „Kineten“ mutieren.
Die Regierung verfolgt diese. Andersdenkende – Kunstliebende haben es nicht leicht.
Aber stimmt diese Geschichte mit dem Virus oder verbreitet die Regierung ein Gerücht, um Menschen mit Verstand, Liebe zu Kunst und Kultur und Begabungen verschwinden zu lassen?
In dieser Welt treffen wir Ben (er hat seine Mutter vor Jahren verloren, weil sie ein „Kinetin“ sei. Sie wurde vor Bens Augen erschossen).
Durch einen Stromschlag verändert sich Bens Leben auf rigorose Art. Genau die kinetische Kräfte, die von der deutschen Regierung gefürchtet und mit dem Tod bestraft werden, erwachen in Ben. Er versucht verzweifelt diese Fähigkeiten zu verbergen, doch die Kontrolle entgleitet ihm mehr und mehr. Dadurch gerät auch seine Familie, die ihn nicht versteht, in Gefahr. Verzweifelt beschließt er sein Leben zu beenden.
Keno, ein Kinet, der gegen die Unterdrückung durch die Regierung kämpft, hält ihn von seinem Vorhaben ab. Er schlägt einen Handel vor: Ben soll einen Monat bei Keno und seinen Kameraden leben. Es dauert nicht lange und Ben findet sich im täglichen Überlebenskampf, auf der Flucht vor Patrouillen der Schutzwache und seinem Gefühlschaos wieder.
Lisa Dröttbooms hat sehr einfühlsam eine wundervolle, zwar düstere Geschichte geschrieben, zeigt aber auch Lichtblicke und Hoffnung.
Parallelen zu der Lock-down-Zeit während der Corona Pandemie kann man durchaus erkennen. Wie viele haben unter den Einschränkungen gelitten. Was damals (notdürftig) dem Schutz dienten sollte, ist in dem Roman als harte Unterdrückungsmaßnahme ausgeufert. Ein Staat greift in die kreative Entfaltung seiner Bürger mit Verboten und grausamen Strafen ein. Was ist das für ein Leben, wenn alles, was das Leben lebenswert macht verboten ist?
Eine tiefgründige Geschichte, die zeigt, was ein Leben ohne Kunst, Kultur und Ausübung von Begabungen mit Menschen anrichtet. Gleichzeitig ist die Handlung so spannend, dass sie einen an das Buch fesselt.
Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Die plakativen Beschreibungen erleichtern einem das Eintauchen in die Handlung. Die Protagonisten sind authentisch und präsent. Gefühlsregungen und Handlungen sind verstehbar beschrieben.
Von Beginn an war mir Ben mit seiner besonnenen Art, seiner Leidenschaft für Tanz sehr sympathisch. Seine offensichtliche Einsamkeit und Traurigkeit, sein Gefühl für seine eigene Wertlosigkeit, aber seine Sorge um seine Familie haben mich berührt.
Das in gelbgolden und weißen Farben gehalten Cover ist sehr passend zum vorliegenden Roman.
Für alle, die einen gehaltvollen (Zukunfts-)Roman nicht scheuen, eine deutliche Leseempfehlung

Bewertung vom 13.05.2023
Na dann, Prosit Neujahr! - Heiter bis wolkig
Joker, Jenny

Na dann, Prosit Neujahr! - Heiter bis wolkig


ausgezeichnet

Eine Silvesternacht mit chaotischen, aber liebenswerten Menschen
Drei absolut ungleiche Menschen treffen in einer Silvesternacht unbeabsichtigt aufeinander.
Ein Mädchen (von ihrem Freund mit der besten Freundin betrogen), eine Frau im mittleren Alter (ihr Mann hat sie gerade verlassen) und ein Banker ohne Job.
Um in dieser besonderen Nacht nicht alleine zu sein, verbünden sich diese drei. Sie haben nichts gemeinsam und trotzdem verbringen sie eine Silvesternacht miteinander.
Das Buch schildert ihre Erlebnisse der Silvesternacht.
Die Protagonisten sind liebenswert, jeder auf seine Art.
Das unterhaltsame Buch ist aufgrund des angenehmen Schreibstils sehr gut zu lesen. Die Personen sind plakativ beschrieben und es fällt leicht mit ihnen mitzufiebern. Das Ende ist überraschend.
Das Cover mit Feuerwerk und Sektgläsern ist sehr ansprechend

Bewertung vom 12.05.2023
Es ist genau so, wie du denkst! (eBook, ePUB)
Rosenberger, Sabine

Es ist genau so, wie du denkst! (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Geschichten zutiefst menschlich – Anregung zum Nachdenken
Das vorliegende Buch von Sabine Rosenberger beinhaltet 15 sehr kurze Texte - was einen bei der nächsten Geschichte erwartet, das ist „Überraschung“.
Der Schreibstil ist in den einzelnen Geschichten je nach Aspekt anders. Er ist gewohnt gut lesbar.
Alle Geschichten haben eines gemeinsam, sie regen zum Nachdenken an. Einige haben mich sehr berührt, manche waren eher gewöhnlich, aber alle waren zutiefst menschlich. Das beginnt schon mit dem Vexierbild auf dem Cover – ist es die junge Frau oder ihre Groß-(Schwieger-)-Mutter? Jede Geschichte hat genug Potential um als Grundlage für eine Diskussion zu dienen.
Kurz gesagt, das Buch lädt jeden zum Nachdenken, der offen ist für Neues und sich mit der Welt auseinandersetzen möchte.
Von mir eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 12.05.2023
Vater, Mutter, Kind (MP3-Download)
Keller, Ivonne; Jensen, Stina

Vater, Mutter, Kind (MP3-Download)


gut

Das (Hör-)Buch von Keller & Jensen geschrieben und von Silke Buchholz vorgelesen.
Anjas Mann hat ein verwahrlostes Haus gemietet und ist verschwunden, so zieht sie allein mit ihrer Tochter Mina dort ein.
Es stellt sich nach einiger Zeit heraus, dass in diesem Haus vor elf Jahren ein Mädchen
verschwunden ist.
Eine Tagesmutter für Mina wird schnell gefunden und ein hilfsbereiter Nachbar hilft ihr das Haus zu erneuern.
Die Vermieterin besucht Anja, aber sie verhält sich seltsam. Auch Clemens, ihr Mann mit fremdartigen Vorlieben, ist unsympathisch.
Karsten ist in dem Ort Arzt, behandelt aber schon seit Jahren keine Kinder.
Nach einem Unfall ist Anja mit Mina dort um Mina behandeln zu lassen. Doch der Arzt weist sie ab.
Das (Hör-)Buch ist ein weder aufregender noch extrem spannender ruhiger Krimi in dem Ereignisse und Vorfälle durch die verschiedenen Protagonisten erzählt werden.
Das geht so bis zum letzten Drittel. Nun wird die Auflösung etwas schnell dargestellt, auch weitere Informationen sind sehr detailarm und fast schon lieblos hingeschrieben..
Die Stimme der Erzählerin ist monoton – fast schon ermüdend. Spannung wird nicht aufgebaut. Die Protagonistinnen sind klischeehaft beschrieben.
Anja ist naiv und schlecht einschätzbar. Nach der kurzen Zeit des Alleinseins Die Affäre mit Karsten macht die Beziehung zwischen Anja und Stefan sehr unglaubwürdig.
Der Roman war mäßig spannend geschrieben, einiges fand ich zu unrealistisch.
Die Hörbuchversion ist nicht ansprechend

Bewertung vom 12.05.2023
Die Hackebarts räumen ab / Crazy Family Bd.1
Orths, Markus

Die Hackebarts räumen ab / Crazy Family Bd.1


ausgezeichnet

Das ist wirklich eine lustige und schräge Geschichte!
Wer sich einmal über eine wirklich ungewöhnliche Familie weit abseits der Normalität amüsieren möchte ist hier sehr gut aufgehoben.
In dieser verrückten Welt der bunten Familie Hackebart ist alles schräg. Der Papa ist Hausmann und sammelt Klobürsten. Die Mama ist eine klavierspielende LkW-Fahrerin.
Brooklyn, Zosch, Mönkemeier und Lulu sind die „wohlklingenden“ Namen der vier Sprösslinge. Komplettiert wird die Chaosfamilie von Opa Kuno Klima-Aktivist ein Aufrührer der „Ersten Generation“, heute griesgrämig im Rollstuhl.
Da das Geld knapp ist, verfällt die Familie auf die Idee im altbekannten TV-Format „Wer wird Millionär“ - in einem Familien-Special anzutreten.
Es ist köstlich zu lesen, warum die Kinder so seltsame Namen haben, wie die sieben sich aufmachen um eine Million Euro zu gewinnen und – das ist eine Frage der kleinen Lulu, die tatsächlich beantwortet werden sollte: warum statt künstlicher Intelligenz nicht erst einmal die flächendeckend menschliche Intelligenz eingeführt wird
Das nett illustrierte Buch ist mit den schrägen Wortwitzen und der Situationskomik für alte und junge Leser nur zu empfehlen.

Bewertung vom 28.04.2023
Von Fabelwesen und Königen - Aus dem Leben eines Barden (eBook, ePUB)
Malhus, Sarah

Von Fabelwesen und Königen - Aus dem Leben eines Barden (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Ein gelungener ruhiger Fantasy-Roman
Im Debüt-Roman von Sarah Malhus „Von Fabelwesen und Königen - aus dem Leben eines Barden" begleitet der Leser Aramil auf seinem Weg vom Bauernjungen zu einem bekannten Barden.
Aramil Flitterer ist Barde, er sitzt am Lagerfeuer und erzählt in angenehm gestalteten Kapiteln aus seinem Leben. Er spricht von seinen Begegnungen, Fabelwesen und zwischendurch erfreut er dich mit seinen zauberhaften Liedern. Es ist wie eine Rückkehr in seine Vergangenheit.
Amaril ist ein ergreifender Charakter. Trotz seines düsteren Lebensanfangs, nimmt er sein Schicksal in die Hand und widmet sich seinem Leben als Barde.
Nach einer blutigen Schlacht flieht der Bauernjungen Aramil Flitterer aus seiner Heimat. Er findet Zuflucht bei einer Instrumenten-Bauerin, bei ihr lernt er die Liebe zu Musik und den Umgang mit Instrumenten. Ab jetzt lebt er als Barde. Mit seinem treuen Begleiter dem Esel Herr von Grau und einer Laute durchzieht er das Königreich. Er schließt Bekanntschaften, hat besondere Erlebnisse und lernt Fabelwesen kennen. Er schafft sowohl Menschen Freude zu bereiten als auch das Schicksal des Königreichs Baldern zu beeinflussen.
Sara Malhus hat viel Liebe und Arbeit in das Buch hineingearbeitet.
Die Geschichte ist in verschiedene Abenteuer gegliedert, die Aramil aus seiner Sicht erzählt. Es fühlt sich an, wie eine Ansammlung an Kurzgeschichten, die unaufgeregt und ruhig erzählt werden. Dennoch gibt es keine Längen oder unnötige Lückenfüller.
Der Schreibstil der Autorin ist angenehm leicht zu lesen. Aramil ist ein sympathischer Protagonist, aber Herr von Grau und Kiesel sind auch überaus nett. Gelungen war auch, dass die Geschichte durch eine Vielzahl anderer Fabelwesen wie Drachen, Feen, Kobolde oder Trolle aufgelockert wurde.
Eine besonnene Geschichte in der der Barde Aramil seine Geschichten erzählt. Klingt nach nichts Besonderem, das ist es aber auf keinen Fall. Es ist ein wirklich ruhiges, unaufgeregtes Buch, mit liebenswerten Charakteren und schönen Geschichten, die ans Herz gehen. Ein Buch, das man gerne zur Hand nimmt, wenn die Arbeit des Tages geschafft ist und man sich etwas Gutes tun möchte und dazu keine übermäßige Action oder nervenaufreibende Spannung braucht.
Vielen Dank an Sara Malhus für das wunderbare Leseerlebnis. Ich bin auf alles gespannt, was noch von ihr kommt.
In jedem Fall eine Empfehlung für alle, die Freude an einem guten, aber ruhigen Fantasy-Roman haben.

Bewertung vom 25.04.2023
Helden der Stille
Jardin, Izabelle

Helden der Stille


ausgezeichnet

Elise von Achenthal ist die älteste Tochter eines schlesischen Tuchfabrikanten und einer französischen Fabrikantentochter. Sie kämpft für ihre Familie und würde alles für sie tun.
Die Heirat mit dem Londoner Fabrikantensohn Fletcher Cunningham, einen reichen Fabrikantensohn ist nur ein konsequenter Schritt, um das familiäre Unternehmen vor dem finanziellen Ruin zu retten.
Elise entsagt ihrer großen Liebe, dem Witwer Konrad von Radenau.
Bald nach der Hochzeit zeigt Fletcher sein wahres Gesicht. Für Elise beginnt eine bittere Zeit.
Auf ihre Hochzeitsreise zu Plantagen im Süden der Vereinigten Staaten erlebt Elise die Schrecken der Sklaverei. Für Fletcher ist die Ausbeutung von Sklaven und Arbeitern in Ordnung, wenn es um seinen Vorteil geht.
Um scheinbar seine schwangere Frau zu schonen, nimmt er eine junge Geliebte, eine junge Sklavin, die er kauft und zu seinem Vergnügen mit nach England nimmt.
Für Elise und Tochter Leah interessiert er sich nicht mehr. Sie leben nun auf dem Sommerwohnsitz der Familie. Elise träumt von Konrad von Radenau und hat Heimweh nach Schlesien. Für die ehrliche Elise ist das eine schmerzliche Situation.
Einige Unklarheiten aus dem ersten Buch klären sich, aber wieder bleiben viele Fragen ungelöst.
Der Roman endet mit Elises Heimfahrt nach Schlesien. So bleibt offen, ob sie nach England zurückkehrt oder in Schlesien bleibt und die Posse ihrer Ehe beendet.
Die Personen sind realistisch dargestellt, Elise ist mir sympathisch (auch wenn nach heutiger Sicht ihre Handlungen unvorstellbar sind).
Fletcher Cunninghams Anmerkungen über Sklaven - „Menschenmaterial “ machen ihn noch widerlicher!
Izabelle Jardin hat eine gelungene Fortsetzung geschrieben. Der Schriftstil ist ausgereift und ergreifend z. B. die Sklaverei wird sehr eindringlich dargestellt, dass man ähnlich wie Elise nur entsetzt sein kann. Man sollte allerdings erst Teil 1 lesen, damit die Zusammenhänge besser verständlich sind.
Das Cover ist zum Buch passend gewählt.