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Lisega

Bewertungen

Insgesamt 1386 Bewertungen
Bewertung vom 24.04.2018
Roberts, John Maddox

SPQR II: The Catiline Conspiracy (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Im zweiten Krimi der SPQR-Reihe lässt John Maddox Roberts seinen Protagonisten Decius Caecilius Metellus (the Younger) in die Wirren der Catilinischen Verschwörung geraten. Dabei fängt alles so gut an: Im Jahr 63 v. Chr. ist der kluge Cicero Konsul, Lucullus Siege im Osten bescheren der Stadt einen prächtigen Triumphzug und Decius hat als Quästor sein erstes Amt des „cursus honorum“ inne. Sein Job in der Schatzkammer ist nicht gerade aufregend, doch das ändert sich, als Decius im Tempel des Saturns ein geheimes Waffenlager entdeckt. Wer steckt dahinter? Plant der gefrustete Patrizier Lucius Sergius Catilina, ein Gegenspieler Ciceros, einen Putsch? Was haben die jungen, bärtigen Männer zu bedeuten, die plötzlich überall in der Stadt zu sehen sind? Und warum werden mit einem Mal Mitglieder des Ritterstandes ermordet? Decius fängt natürlich an, herumzuschnüffeln, und braucht dafür eigentlich einen klaren Kopf, aber Catilinas Stieftochter Aurelia verwirrt ihm die Sinne …

Mit „The Catiline Conspiracy“ legt John Maddox Roberts einen hervorragenden zweiten Band seiner Krimis aus dem alten Rom vor. Die Verschwörung ist vielen durch Ciceros Reden gegen Catilina aus dem Lateinunterricht bekannt, doch als spannender Krimi verpackt, mit Decius „undercover“ inmitten der Verschwörer, schafft es der Autor, dem Thema neue Facetten abzuringen. Und die Einblicke in den schillernden Alltag Roms in den letzten Jahren der Republik machen das Buch erst recht lesenswert. Diesmal wird der religiöse Kult um das Oktoberpferd in den Mittelpunkt gerückt: Im Kampf der Stadteile Via Sacra und Subura um den Kopf des geopferten Pferdes trifft Decius auf seinen Erzfeind Clodius.

Bewertung vom 19.04.2018

Ratatouille


ausgezeichnet

Wohl selten hat man so gerne eine Ratte in der Küche gesehen: Im Pixar-Animationsfilm "Ratatouille" träumt der liebenswerte kleine Nager Remy davon, eines Tages ein Spitzenkoch zu werden. In der Küche eines Pariser Nobelrestaurants kommt er seinem Traum näher: Mit heimlichen Anleitungen macht er den eigentlich total untalentierten Tellerwäscher Linguini zum neuen Star der Haute Cuisine. Natürlich geht das Versteckspiel nicht lange gut … "Ratatouille" ist wahrhaft ein Leckerbissen aus der Pixar-Küche: Eine liebenswert-verschrobene, geniale Story mit sympathischen Hauptfiguren und viel Liebe zum Detail und feinem Humor erzählt. Disney/Pixar at its best!

Bewertung vom 16.04.2018
Peter Dinklage,Lena Headey,Emilia Clarke

Game Of Thrones: Staffel 7


ausgezeichnet

Im Kampf um den Eisernen Thron geht es in der 7. Staffel von „Game of Thrones“ nun auf die Zielgerade: Cersei Lannister ist in Kings Landing an die Macht gelangt und will diese mit allen Mitteln gegen Daenerys Targaryen, die mit ihrer Armee und den Drachen in Westeros gelandet ist, verteidigen, während John Snow, der König des Nordens, Mitstreiter im Kampf gegen die Weißen Wanderer sucht. Wie gewohnt werden im Kampf um Westeros unerwartete Allianzen geschmiedet, Intrigen gesponnen und einige Spieler mehr oder weniger brutal vom Feld gefegt, während andere wieder auftauchen. In den sieben Folgen geht es – sicher auch mangels einer literarischen Vorlage von George R.R. Martin – deutlich schneller zur Sache. Die von mir so geschätzten messerscharfen Dialoge zwischen den Charakteren werden rar, dafür gibt es so viel Action wie noch nie. Die fast spielfilmlange, hervorragende Folge „Kriegsbeute“ zum Beispiel setzt wieder einmal neue Maßstäbe im TV in Sachen Ausstattung und CGI-Effekte. Dank solcher Schauwerte kann ich dann auch über riesige Logiklöcher und ungewöhnlich schnelle Reisezeiten in anderen Folgen (z.B. „Jenseits der Mauer“) eher hinwegsehen. Der Fokus der Serie wurde eben etwas verlagert, die übergreifende Handlung muss ja schließlich endlich zusammengeführt werden, was leider manchmal etwas holprig wirkt. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau: „Game of Thrones“ ist auch mit der 7. Staffel immer noch eine herausragende Serie.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.04.2018

Paddington 2


ausgezeichnet

„Paddington 2“ ist wie der erste Teil ein wunderbarer Familienfilm, dessen Charme man sich kaum entziehen kann. Der kleine tollpatschige Bär mit Dufflecoat und Schlapphut erlebt bei diversen Nebenjobs als Fensterputzer oder im Frisörsalon wieder denkwürdige Momente, bevor er fälschlicherweise als Dieb verurteilt wird und im Knast selbst die Herzen der härtesten Jungs mit seinem unerschütterlichen Optimismus und köstlichen Orangenmarmelade-Sandwiches erweicht. Ein Ausbruch aus dem Gefängnis, die Suche nach dem wahren Verbrecher, die Jagd nach einem Schatz, eine wilde Verfolgungsjagd im Zug - „Paddington 2“ besticht mit seiner rasanten Story ebenso wie mit seinem herzlichen Humor und den hervorragenden Darstellern. Neben den bekannten Gesichtern aus Teil 1 sind v.a. Brendan Gleeson als knurriger Gefängniskoch „Knuckels“ und Hugh Grant in der herrlich selbstironischen Rolle des abgehalfterten Schauspielers Phoenix Buchanan (unbedingt Post-Credit-Szene anschauen!) hervorzuheben. Und auch technisch ist der Film perfekt gemacht: Der computeranimierte Held wirkt zu keiner Zeit künstlich, und viele liebevolle Details, wie z.B. ein zum Leben erwecktes Pop-up-Buch, bereichern die warmherzige Geschichte. Absolut empfehlenswert!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.03.2018

Love & Friendship


ausgezeichnet

In Jane Austens bekannten Klassikern geht es stets um die Suche junger Frauen nach einem vermögenden Ehemann. Auch die frisch verwitwete Lady Susan sucht einen Mann für sich und ihre Tochter, doch im Gegensatz zu Austens sonstigen Heldinnen ist sie kein nettes Mädchen, sondern berechnend und eiskalt. So ist „Love & Friendship“ auch kein besonders romantischer Film, sondern eher eine bissige Gesellschaftskomödie, die aber wie gewohnt mit geschliffenen Dialogen und prächtigen Kostümen und Schauplätzen überzeugt. Die scharfsinnigen Beschreibungen der literarischen Vorlage – einem Briefroman – wurden hier sehr gut herausgearbeitet, und auch die hervorragenden Darsteller machen den Film zu einem Erlebnis, v.a. Kate Beckinsale als durchtriebene Titelheldin und Tom Bennet als dümmlicher Sir James Martin.

Bewertung vom 15.03.2018
Dickens, Charles

David Copperfield (MP3-Download)


ausgezeichnet

Diese Hörspiel-Fassung von Charles Dickens‘ Klassiker „David Copperfield“ aus dem Jahr 1957 ist eine typische Radioproduktion der damaligen Zeit: Ohne große musikalische Umrahmung und mit sehr spärlicher Geräuschkulisse, dafür aber mit wirklich erstklassigen Sprechern fängt die Inszenierung den Charme der literarischen Vorlage mit all ihren schrulligen Figuren und dramatischen Wendungen ein. Dem Erzähler und den Stimmen in den Spielszenen merkt man durchwegs die klassische Schauspielausbildung an; sie passen wunderbar und klingen genauso, wie man sich die Charaktere vorstellt: David ist trotz aller Schicksalsschläge unbekümmert, Tante Betsy knorrig-resolut, Uriah Heep kriecherisch-schleimig, Stiefvater Murdstone eiskalt, Steerforth arrogant-gelangweilt, Mr. Micawber pompös-überakzentuiert usw. Das Hörspiel wurde zwar v.a. in Davids Erwachsenenleben stark gekürzt – so fällt z.B. seine erste Ehe mit Dora komplett unter den Tisch – gibt aber den Leidensweg des Jungen ansonsten sehr gut wieder. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die oft falsche Aussprache englischer Namen („Uriäh Hiep“), doch das kann man angesichts der Entstehungszeit Ende der 50er Jahre verzeihen. Sehr hörenswert nicht nur für Dickens-Fans!