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Gilasbuecherstube
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Insgesamt 259 Bewertungen
Bewertung vom 20.03.2022
Hasse, Stefanie

Der verbotene Wunsch / Die vier Göttergaben Bd.1


sehr gut

Die zukünftige Princepa Malena und ihr Ziehbruder Valerian, der einmal der Princeps ihres Reiches werden wird, wachsen getrennt nach Geschlechtern im Palast von Alania auf.
Die Kindheit war für das junge Mädchen nicht einfach, denn die Männer begegnen ihr, genau wie zuvor ihren Vorfahrinnen, mit Ablehnung und sogar Hass. Die Beiden fiebern deshalb dem Tag ihrer Krönung entgegen. Dann dürfen sie gemeinsam das Reich regieren und können, indem sie ihre Wünsche in Blut auf eine Tafel schreiben, etwas gegen die Trennung von Männern und Frauen innerhalb des Palastes unternehmen.
Doch nach der Krönung ändert Valerian seine Meinung plötzlich und will diesen Wunsch nicht mehr niederschreiben. Ausschlaggebend dafür ist ein Gespräch mit dem obersten Prister Lothair. Valerian zieht sich völlig von seiner Schwester zurück und der einzige, der noch in seine Gemächer kommt, ist Lothair.
Malena versucht verzweifelt herauszubekommen, was passiert ist und warum ihr Ziehbruder seine Einstellung so plötzlich geändert hat. Unterstützung bekommt sie überraschenderweise von Valerians obersten Gardisten und bestem Freund Aries.

Zu diesem wunderschönen Cover brauche ich wohl nichts mehr sagen, oder?!
Alexander Kopainski hat wieder einmal ganze Arbeit geleistet und meinen Geschmack damit genau getroffen.
Es hat nicht lange gedauert, bis ich in die Geschichte eingetaucht bin. Der Schreibstil von Stefanie Hasse ist mir bereits aus einigen ihrer Bücher bekannt und ich mag ihre lebendige, flüssige und eloqente Ausdrucksweise sehr. Sie schafft es, ihre Leser schon nach wenigen Seiten in die Geschichte zu ziehen.

Wir verfolgen die Geschichte aus drei unterschiedlichen Blickwinkeln. Einmal aus der Sicht von Malena, aus der ihres Ziehbruders Valerian und aus der Perspektive der Schamanin Taipa.

Malena ist erst drei Jahre alt, als ihre Mutter Anthea das grausame Schicksal ihrer Ahnen ereilt und einen frühen Tod findet. Eingesperrt in ihrer Hälfte des Palastes, sehnt sie sich nach der Welt hinter den großen Mauern. Geblieben ist ihr nur Valerian. Er ist immer für sie da und hat sie in all den Jahren beschützt vor den finsteren Blicken der männlichen Gardisten.
Malena ist zu Beginn eine sehr leichtgläubige, ahnungslose und unaufgeklärte Hauptprotagonistin. Doch das ist ihrer Erziehung geschuldet, denn sie ist unter Frauen aufgewachsen und hat so gut wie keine Kontakte zu Männern gehabt.
Im Laufe der Geschichte entwickelt Malena sich jedoch von einem scheuen Mädchen zu einer tapferen, jungen Frau. Allerdings fehlte es mir bei ihr und auch allen anderen Figuren etwas an Tiefe. Sie hat vorher, außer zu ihrem Bruder, zu keinem jungen Mann Kontakt gehabt und ich konnte das Wachsen ihrer Gefühle für Aries nicht so richtig nachvollziehen.

Ihr Ziehbruder Valerian ist freundlich und sehr um Malena besorgt, trotzdem konnte ich irgendwie keinen Zugang zu ihm finden. Er blieb für mich etwas blass. Ich denke jedoch, dass es daran lag, dass wir im ersten Teil nur wenige Kapitel aus seiner Perspektive betrachten konnten und so einfach die Zeit fehlte, um ihn besser kennenzulernen.
Mein Liebling in diesem ersten Band der Reihe ist definitiv Aries. Er hat sehr schnell mein Herz erobert. Ich mochte seine Art und es hat mir gefallen, dass er seine Vorurteile Malena gegenüber schnell fallen lassen konnte. Die Liebesgeschichte zwischen Aries und Malena entwickelt sich in einem guten Tempo. Die Beiden und auch Taipa und Cheveyo kommen sich nach und nach näher.

Die dritte Perspektive hat mich zu Beginn etwas verwirrt, denn ich konnte lange Zeit nicht zuordnen, in welchem Zusammenhang Taipa mit der Handlung steht. Sie ist eine angehende Schamanin und Heilerin. Um ihre Schwester zu retten, folgt sie dem Weg der großen Erdenmutter. Begleitet wird sie von Cheveyo, ihrem besten Freund und zukünftigen Häuptling ihres Stammes. Taipa ist als Schamanin und Heilerin hilfsbereit, aber auch voreingenommen gegenüber neuem. Allerdings war sie mir nicht sonderlich sympathisch.

Bewertung vom 08.03.2022
Greaves, Abbie

Jeder Tag für dich


weniger gut

Seit sieben Jahren verbringt Mary nach der Arbeit ihre Zeit auf dem Londoner Bahnhof Ealing Broadway und hält Ausschau nach ihrer großen Liebe Jim. In der Hand hält sie ein Schild, auf dem steht: Komm nach Hause, Jim.
Doch Jim bleibt spurlos verschwunden und kommt nicht, obwohl sie sich doch versprochen hatten für einander bis ans Ende der Welt zu gehen.
Um nicht alleine in der Wohnung zu sitzen, übernimmt Mary oft nachts noch ehrenamtliche Dienste bei der lokalen Krisenhotline „NightLine“.
Eines Nachts geht jedoch bei Mary ein Anruf ein, der sie wieder hoffen lässt.

Was ich im Klappentext zu lesen bekam, klang vielversprechend und machte mich richtig neugierig auf das Buch.
Ich hatte große Erwartungen und habe auf eine wunderschöne, romantische Liebesgeschichte mit viel Gefühl und etwas Dramatik fürs Herz gehofft. Ein Aufkleber auf dem Buch verspricht sogar, dass es der unvergesslichste Liebesroman des Jahres wird.
Bekommen habe ich etwas völlig anderes. Doch von Anfang an.

Mit dem leichten, flüssigen Schreibstil der Autorin kam ich gut zurecht und ich hatte die Handlung schnell bildhaft vor Augen. Wir verfolgen die Geschichte in zwei Zeitebenen. In der Gegenwart des Jahres 2018 und in der Vergangenheit beginnen wir im Jahr 2005, als die Beiden sich kennenlernen.
So begleiten wir Mary und Jim vom Kennenlernen bis zum plötzlichen Verschwinden von Jim und blicken immer mehr hinter die Kulissen.

Wir lernen die Protagonisten nach und nach kennen, doch warm geworden bin ich mit keinem so richtig.
Mit Mary hatte ich am Anfang Mitleid, doch dann habe ich immer öfter innerlich den Kopf über sie geschüttelt. Sie hat vieles zu blauäugig und naiv betrachtet und ich hatte Probleme, ihr Verhalten, ihre Gefühle und ihre Gedanken nachzuvollziehen. Ihre Figur vermittelte mir zu Beginn das Gefühl, dass sie introvertiert ist. Eine Einzelgängerin, die niemandem wirklich vertraut. Deshalb konnte ich nicht nachvollziehen, dass sie Alice so schnell ihr Herz ausschüttet.
Jim war für mich von Anfang an undurchschaubar und auch wenn ich es nicht näher begründen kann, war er mir gleich unsympathisch. Vielleicht lag es auch daran, dass ich keine Möglichkeit hatte, seine Gefühle und Gedanken nachzuvollziehen.
Die beiden führen meiner Meinung nach eine toxische Beziehung, die keinem von Beiden guttat.
Die Journalistin Alice muss bei ihrem Chef schnell eine richtig gute Geschichte abliefern, um ihren Job bei der Lokalzeitung nicht zu verlieren. Eines Abends wird sie zufällig am Bahnhof auf Mary aufmerksam und wittert eine richtig gute Story. Gemeinsam mit Kit versucht sie hinter das Verschwinden von Jim zu kommen und macht sich auf die Suche nach ihm. Auch wenn sie Mary scheinbar helfen will, akzeptiert sie deren Wünsche nicht, ist ihr gegenüber nicht ehrlich und geht meiner Meinung nach oft zu weit.
Schnell kristallisiert sich bei ihr auch heraus, dass nicht nur Mary, sondern auch Alice ein Problem aus ihrer Vergangenheit nicht verarbeitet hat.

Ich ertappte mich immer öfter dabei, dass ich ganze Absätze und Seiten nur noch überflogen habe, denn die Geschichte wurde für meinem Empfinden nach immer langatmiger. Die letzten Kapitel habe ich dann übersprungen und nur noch die letzten Seiten gelesen.
Das Ende hat mich sehr enttäuscht, denn ich fand es unglaubwürdig. Leider kann ich das nicht weiter begründen ohne zu spoilern.

Wichtig wäre meiner Meinung nach auch eine Triggerwarnung gewesen, denn es kommen Themen wie Depressionen, Alkoholprobleme, Trauer und psychische Abhängigkeit darin vor.

Der Klappentext ist meiner Meinung nach irreführend und ich würde das Buch auch nicht als Liebesroman titulieren.

Ich muss sagen, dass dieses Buch mich sehr enttäuscht hat und deshalb auch nur 2 Sterne und keine Leseempfehlung von mir bekommen wird.

Bewertung vom 23.02.2022
Sarafin, Daria

Die Chronik der Engel (eBook, ePUB)


sehr gut

Nach einem Unfall erwacht Lilly in einem Krankenhaus und hat ihre ganzen persönlichen Erinnerungen verloren. Völlig erstaunt betritt sie ihre luxuriös ausgestattete, große Wohnung und wundert sich über das gut gefüllte Bankkonto. Was ist das für ein merkwürdiger Job, in dem man so viel Geld verdient? Ist das überhaupt ihr Leben, in dem sie da gelandet ist? Scheinbar gibt es auch keine Familie und keine Freunde, die sie vermisst haben.
Aber nicht nur das ist eigenartig. Lilly hat das Gefühl paranoid zu werden, denn sie glaubt, dass man sie von allen Seiten überwacht. Auch Adam Primus, der gutaussehende Arzt, der sie behandelt und ihr nicht mehr aus dem Kopf geht, weiß scheinbar mehr über sie, als er zugibt.
Nachts wird Lilly von beängstigenden Träumen gequält, in denen sie Engel und Dämonen zu sehen glaubt.
Was ist Traum und was ist Realität? Was für eine Rolle spielt Adam? Warum ist er so interessiert an Lilly und wer trachtet ihr nach dem Leben?

„Die Chronik der Engel: Flügelrauschen“ ist das Debüt der Autorin und der erste Teil einer Reihe.
Das Cover ist sehr schön und der Klappentext weckte meine neugierig auf die Geschichte.
Besonders toll finde ich auch die Innengestaltung des Buches. Alle Kapitel beginnen mit wunderschönen Illustrationen.

Mit ihrem angenehmen, flüssigen Schreibstil, konnte die Autorin mich schnell überzeugen und es fiel mir leicht der Geschichte zu folgen. Nichts deutet darauf hin, dass es sich hier um das Debüt von Daria Sarafin handelt.

Nachdem Lilly mit einer Amnesie in der Klink erwacht und nicht mehr weiß, wer sie ist, beginnt sie nachzuforschen. Sie wird von niemandem vermisst und weiß nicht, mit was für einem Job sie den luxuriösen Lebensstandard finanziert. Alles, was sich in ihrer großen, modernen Wohnung befindet, entspricht eigentlich gar nicht ihrem Geschmack und ihre Vergangenheit ist ein großes Geheimnis.
Die Menschen in ihrem Umfeld verhalten sich merkwürdig und sie kann niemandem wirklich trauen. Ich konnte ihre Emotionen und Gedanken gut nachvollziehen und habe mit ihr gelitten, denn ich weiß nicht, wie ich in einer solchen Situation reagiert hätte. Wahrscheinlich hätte ich mich heulend in einer Ecke verkrochen. Doch Lilly stellt sich mutig und hartnäckig den Problemen und versucht die Dinge mit Ironie und Sarkasmus anzugehen.

Die Autorin hat nicht nur Lilly und Adam, sondern alle Charaktere sehr lebendig und facettenreich herausgearbeitet und die düstere, beklemmende Atmosphäre und die Stimmungen gekonnt eingefangen. Mit unerwarteten Twists wurde ich immer wieder aufs neue überrascht.
Ich habe versucht die „Guten“ und die „Bösen“ zu entlarven und musste letztendlich feststellen, dass es mir im ersten Teil noch nicht gelungen ist. Irgendwie habe ich das Gefühl, es geht um viel mehr, als um Schwarz und Weiß.

Nachdem die Geschichte zu Beginn langsam anläuft, überschlagen sich die Ereignisse nach einiger Zeit regelrecht und es wird immer dramatischer.
Es beginnt ein regelrechtes Rätselraten und nicht nur Lilly ist ahnungslos und hat das Gefühl, etwas zu übersehen. Mir ging es genauso.
Es wurde immer mysteriöser und ab und zu empfand ich die Handlung als etwas verworren. Ich hatte leichte Probleme, dem Plot zu folgen und den Überblick nicht zu verlieren.
An Ende blieb ich mit einem richtig gemeinen Cliffhanger zurück und muss mich nun gedulden, bis der zweite Teil veröffentlicht wird.

Wer glaubt, dass es sich bei der Geschichte um eine Romantasy-Story handelt, der irrt. Geführt wird es unter Fantasy und Erotikromanen. Allerdings hält sich die Erotik im ersten Band sehr in Grenzen und blitzt nur im Prolog etwas hervor. ;-)

Fazit:
„Die Chronik der Engel: Flügelrauschen“ ist ein tolles Debüt und alle, die mystische, dunkle Geschichten mit Engeln und Dämonen mögen, werden ihre Freude an diesem Buch haben.
Mich konnte die Story fesseln und ich bin jetzt gespannt auf Band 2, denn als Leser bleibt man, genau wie Lilly, am Ende mit vielen Fragezeichen zurück

Bewertung vom 22.02.2022
Vajda, Simone

Piratenwind (eBook, ePUB)


sehr gut

Wir befinden uns im Jahr 1728.
Die 12-jährige Amy, die bei ihrer Tante und ihrem Onkel aufgewachsen ist, steht nach deren Tod plötzlich alleine da. Sie soll zur Schwester ihres Onkels ziehen, doch weder die Tante noch Amy sind glücklich mit dieser Lösung. Über ihre Eltern weiß das junge Mädchen nicht viel. Nur, dass ihre Mutter auf einer kleinen Westindischen Insel leben soll und über den Tod von Amys Vater nie hinweggekommen ist.
Als sie auf dem Dachboden in einer Truhe nach Hinweisen aus ihrer Vergangenheit sucht, findet sie eine alte Karte. Ohne lange zu überlegen, verkleidet sie sich als Junge und heuert als Robin Tailor auf dem „Roten Löwen“ als Schiffsjunge an. Sie hofft, so zu der Insel zu kommen, auf der ihre Mutter leben soll.
An Bord freundet sie sich schnell mit dem Rudergänger John Black an. Als sie erfährt, dass dieser bei einem Landgang, von drei Männern, auf ein Schiff entführt wurde, folgt sie ihnen, um Black zu befreien. Doch damit begibt sie sich in große Gefahr.

Zuerst möchte ich einmal das wunderschöne Cover erwähnen. Es passt einfach perfekt zu diesem Jugend-Abenteuerroman. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und beginnen mit dem jeweils aktuellen Logbucheintrag von John Black. So weiß man als Leser sofort, welches Datum wir haben, wo wir uns befinden und wie der aktuelle Stand der Dinge ist.

Es fiel mir nicht schwer, in die Geschichte hineinzufinden. Die Autorin macht es ihren Lesern, mit ihrem wundervoll leichten und flüssigen Schreibstil aber auch sehr leicht.

Wir verfolgen die Geschichte zum größten Teil aus der Perspektive von Amy. Zwischendurch erfahren wir aber auch immer mal wieder etwas aus der Sichtweise eines anderen Protagonisten, wie zum Beispiel Black, Käptain Paulsgrave Williams oder Larou.
Die Autorin führt ihre Leser gekonnt durch die abwechslungsreiche Handlung, in die sie auch ernste Themen, wie zum Beispiel Sklavenhandel und Rassismus, eingebunden hat.
Außerdem erfahren wir viel über die Piraterie im 18. Jahrhundert und die Geschichte der Freibeuter zur damaligen Zeit.

Die Figuren sind sehr facettenreich und lebendig gestaltet. Allerdings hatte ich teilweise etwas Probleme, den Gedanken und den Handlungen der Hauptprotagonisten zu folgen. Es ist etwas schwierig, das in einer Rezension zu erklären, ohne zu Spoilern, aber ich versuche es einmal.
John Black hat nach einem Schiffsunglück vor einigen Jahren, sein Gedächtnis verloren.
Bei ihm konnte ich verstehen, warum er seine Meinung so schnell ändert und die Piraten mit anderen Augen sieht. Er nimmt meiner Meinung nach jedoch viele Dinge einfach zu schnell hin, ohne sich groß zu wundern oder sie anzuzweifeln.
Für Amy sind Piraten lange Zeit Gesetzlose, doch dann denkt sie plötzlich anders darüber. Ich hätte es schön gefunden, wenn sie etwas länger mit diesen Informationen gehadert hätte. Auch aus Larou wurde ich nicht richtig schlau. Er weiß Dinge, die andere nicht wissen. Da fehlte mir eine Erklärung dazu.
Ich hoffe, ich habe jetzt nicht zu viel gespoilert, aber es ist mir auch wichtig, dass man meine Bewertung nachvollziehen kann.

Ich habe Amy gerne auf ihrem Abenteuer begleitet und finde, es ist eine wunderschöne Story zum Vorlesen und selber lesen für die Altersklasse 12 bis 16 Jahren. Ich werde sie meinem Enkel auf jeden Fall vorlesen, wenn er etwas älter ist.

Bewertung vom 18.02.2022
Pilgaard, Stine

Meter pro Sekunde


gut

Nachdem das Buch im letzten Jahr in Dänemark so erfolgreich gewesen ist, mit dem Goldenen Lorbeer ausgezeichnet und in zahlreichen Sprachen übersetzt wurde, hatte ich große Erwartungen an die Geschichte.
Normalerweise schaue ich mir immer eine Leseprobe an, bevor ich mich dazu entscheide, ein Buch zu lesen. Hier habe ich das leider versäumt und mich auf die Aussage verlassen, dass es vergleichbar ist mit einem Buch, von dem ich begeistert war.
Leider wurden meine Erwartungen aber nicht erfüllt und ich habe mich letztendlich durch die Geschichte gequält. Normalerweise hätte ich es sehr schnell zur Seite gelegt und wohl nicht wieder zur Hand genommen. Da es sich jedoch um ein Rezensionsexemplar handelte, wollte ich dem Buch eine Chance geben und schauen, ob ich meine Meinung irgendwann revidieren würde.
Aber worum geht es überhaupt in dieser Geschichte?
Als ihr Freund in Velling einen Job als Lehrer findet, zieht die junge Familie mit ihrem einjährigen Sohn nach Westjütland.
Allerdings merkt die junge Mutter schnell, dass nicht nur das Leben mit einem Kleinkind und einem Partner, der als Lehrer von seinen Schülerinnen täglich in Beschlag genommen wird, eine Herausforderung ist, sondern dass auch das Dorfleben nicht so einfach ist.
Die Dorfbewohner ticken nun mal anders, als die Städter. Sie sind keine Freunde vieler Worte und Zugezogene fällt es oft schwer, sich in eine Gemeinschaft, in der jeder jeden kennt, einzufügen. Schnell kann es passieren, dass man/Frau sich in die Nesseln setzt. Freundschaften zu schließen und Kontakte zu knüpfen, ist da gar nicht so einfach.
Nachdem sie für ihren Sohn einen Platz in einer Kindertagesstätte gefunden hat, steht wenigstens einer Arbeit in der „Orakelindustrie“ nichts mehr im Wege. Wie gut, dass die Schulleiterin ihr gleich einen Job bei der Tageszeitung besorgt, denn die brauchen jemanden für den Kummerkasten. Allerdings gibt es da noch etwas, was der jungen Frau Probleme bereitet. Der Führerschein.

Ich muss gestehen, dass ich mich mit dem Schreibstil der Autorin nicht so richtig anfreunden konnte. Auch wenn der Stil von vielen Seiten als Sprachkunst gewertet wird, war er für mich etwas zu speziell.
Gut gefallen hat mir jedoch der trockene Humor, der mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat.
Wir verfolgen die größtenteils banalen Geschichten aus der Perspektive der Protagonistin (die übrigens keinen Namen hat).
Die Autorin versteht es, sie größtenteils auf eine amüsante Art erzählen zu lassen und besonders die Fahrstunden sorgten gelegentlich für ein Grinsen in meinem Gesicht.

Ich konnte die Probleme der jungen Frau zum Teil auch nachvollziehen, denn ich wohne selbst auf dem Dorf und kenne den Menschenschlag und die Traditionen nur zu gut.
Es ist sicher nicht immer einfach, mit den Dorfbewohnern, die in ihrer eigenen Welt leben, zurechtzukommen. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Lebensweise auf „Zugezogene“ zu Beginn befremdlich wirkten kann und es deshalb dauert, bis man das Gefühl hat, angekommen zu sein.
Es gab aber auch Abschnitte, die mich mit der Stirn runzeln ließen, weil ich ihre Denk- und Handlungsweise nicht nachvollziehen konnte.
Unterbrochen werden die Erzählungen immer wieder von Briefen an den Kummerkasten, auf die eine zum Teil sarkastisch formulierte Antwort folgt.
Was die umgedichteten Liedertexte, die an die jeweiligen Situationen angepasst wurden, allerdings sollten, hat sich mir nicht erschlossen.

Fazit
Auch wenn es bestimmt Leser gibt, die von dem Buch begeistert sind, konnte es mich nicht vollständig überzeugen. Das liegt zum einen an dem Schreibstil, mit dem ich mich nicht anfreunden konnte und zum anderen daran, dass mir ein roter Faden und etwas Spannung fehlte. Wer sich für das Buch interessiert, sollte auf jeden Fall vorher in eine Leseprobe schauen. Von mir deshalb nur 2,5 Sterne

Bewertung vom 17.02.2022
Tanya Bush

LightDark


ausgezeichnet

Wenn Du Deine Vergangenheit nicht kennst ...
... wie gut kennst Du Dich dann selbst?

Nach dem frühen Tod ihrer Eltern muss Maira von einem Heim zum nächsten wechseln. Alle paar Monate muss sie wieder ihre Sachen packen und umziehen. Überall wird sie abgelehnt und niemand will Freundschaft mit ihr schließen. Doch als sie zehn Jahre alt ist, kommt sie auf das Internat Angel's Heart House und von diesem Tag an wird es besser. Sieben Jahre fühlt sie sich endlich wohl und hat das Gefühl eine Art Ersatzfamilie gefunden zu haben. Aber einen Tag vor ihrem siebzehnten Geburtstag muss Maira das Internat wieder verlassen und findet in Montana eine Pflegefamilie, die sie aufnimmt, als würde sie schon immer zu ihnen gehören. Sie geben ihr die Liebe, die sie die ganzen Jahre so schmerzlich vermisst hat.
Eigentlich könnte nun alles gut werden und Maira ein normales Leben führen.
Sie hat in Julie eine Freundin gefunden und verliebt sich gerade in ihren Mitschüler Matt. Doch immer öfter quälen sie starke Kopfschmerzen, Halluzinationen und seltsamen Träume, die furchtbar real wirken. Und dann taucht an der Schule auch noch der gutaussehende, aber unnahbare und verschlossene Sage auf, dem Maira bereits in ihren Halluzinationen begegnet ist. Verliert sie langsam den Verstand?
Doch dann erzählt Sage ihr, wer bzw was sie ist und Maira muss sich ihrer Vergangenheit stellen.

Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch das schöne Cover und den Klappentext, der mich schnell neugierig auf die Geschichte gemacht hat.
Tanya Bush hat mit „Licht Dark: Lichtweg“ einen tollen Start in die Romantasy-Diologie gemacht.
Ich habe erst nach dem Lesen des Buches erfahren, dass es sich dabei um das Debüt der Autorin handelt und konnte das kaum glauben.
Sie hat einen sehr flüssigen und leichten Schreibstil und es dauerte nicht lange, bis ich davon in die Story hineingezogen wurde.
Die Kapitel haben eine schöne Länge, um am Abend ein paar Abschnitte zu lesen. Doch ich habe die 404 Seiten innerhalb von zwei Tagen verschlungen.
Wie in einem Sog wurde ich durch die Geschichte getragen und ich konnte das Buch zwischendurch kaum zur Seite legen.

Wie in vielen Romantasy-Büchern, erfährt die junge Protagonistin, dass sie magische Fähigkeiten hat und verliebt sich in einen reservierten und verschlossenen jungen Mann. Es gibt zwei Gruppen. Gut gegen Böse. Doch diese Geschichte ist anders, denn am Ende des Buches wusste ich immer noch nicht, wer Gut und wer Böse ist. Die Autorin stellt in ihrem Plot das sonst so typische Schwarz/Weiß Denken völlig auf den Kopf und hält so die Spannung bis über den Cliffhanger hinaus aufrecht.

Erzählt wird die Story aus der Perspektive der Hauptprotagonistin Maira. Ich konnte mich deshalb auch sehr gut in ihre Gedanken und Gefühle hineinversetzen und sie nachvollziehen. Licht und Dunkelheit. Cor und Nox. Wer ist Gut und wer ist Böse? Was verbirgt Sage vor ihr? Mir ging es irgendwann genauso wie Maira und ich wusste nicht mehr, was richtig ist.

Maira ist mir von Anfang an sympathisch gewesen. Sie hat eine sehr schwere Kindheit hinter sich und richtige Liebe erst kennengelernt, als sie mit siebzehn in die Pflegefamilie wechselte. Sie hat mir richtig leid getan und ich habe gleich am Anfang der Geschichte vor Mitleid ein paar Tränen vergossen. Aber trotz (oder gerade wegen) der traurigen Vergangenheit ist sie eine sehr selbstbewusste und starke junge Frau geworden, die sich durchsetzen kann, auch wenn sie oft nicht weiß, was sie von all dem halten soll.
Sage …was soll man zu ihm sagen?! Der gutaussehende, geheimnisvolle Typ ist auch am Ende des Buches immer noch undurchschaubar für mich. In vielen Momenten ist er mir sehr sympathisch, aber dann gibt es auch wieder Situationen, in denen ich ihn nur schwer einschätzen kann.
Bei Devan sieht es ähnlich aus. Er ist mir einerseits in manchen Momenten richtig unheimlich, aber andererseits ist er auch ein attraktiv und etwas rätselhafter Mann. Irgendwie finde ich ihn sogar noch i

Bewertung vom 15.02.2022
Droullier, Jacqueline V.

Cataleya


ausgezeichnet

Die 17-jährige Leyla ist alles andere als begeistert, als ihre Mutter ihr erzählt, dass sie ihren Freund Ralf heiraten will und dann fängt auch noch ihr Plüschhase Fips plötzlich an, mit ihr zu sprechen. Er stellt sich als ihr Beschützer vor und behauptet, dass sie Cataleya heißt und eine Prinzessin ist. Leyla glaubt erst, verrückt geworden zu sein, aber dann folgt sie Fips in eine magische Welt. Dort erfährt sie, dass ihre Mutter sie all die Jahre angelogen hat und ihre wahre Heimat in Gefahr ist, denn eine dunkle Macht hat den König befallen. Ist es wirklich ihre Bestimmung, die Welten vor der Übernahme eines Dämons zu retten?

Der Klappentext hat mich sofort neugierig auf die Geschichte gemacht und die Kombination aus Drachen, Magie und Romance entspricht genau meinem Geschmack.
Es hat auch nicht lange gedauert, bis ich in die Handlung eingetaucht bin. Der Schreibstil der Autorin hat mich sofort angesprochen und in den Bann gezogen. Er ist leicht und flüssig zu lesen und ich wurde wie in einem Sog durch das Buch gezogen.

Ich hatte zu Beginn keine großen Erwartungen an die Geschichte, denn Storys wie diese, in der ein 17/18-jähriges Mädchen in einer magischen Welt landet und eine Bestimmung zu erfüllen hat, gibt es viele. Aber es kommt immer darauf an, wie gut die Geschichte erzählt wird, und ich muss sagen, Jacqueline V. Droullier hat es geschafft, dass „Cataleya: Der Drache in Dir“ sich von der Masse abhebt. Das zeigt sich schon darin, dass die Autorin die Klischees, die zwischendurch auftauchen, auf eine sehr unterhaltsame Art, von der Hauptprotagonistin selbst, herausstellen lässt.
Als zum Beispiel Fips Leyla in die magische Welt begleitet, hatte ich kurz das Gefühl, das Märchen „Alice im Wunderland“ in den Händen zu halten. Ich musste deshalb sehr schmunzeln, als die Hauptprotagonistin etwas später, selbst diesen Vergleich brachte.

Als Leyla in dem mittelalterlichen Schloss ankommt, glaubt sie noch immer, sich in einer Filmkulisse zu befinden, doch dann merkt sie sehr schnell, dass all das real ist und die Hoffnung des ganzen Königreiches auf ihren Schultern liegt.
Nachdem der Waffenmeister Marlo sie ausgebildet hat, machen sich die Beiden, zusammen mit Fips auf den Weg. Ich habe die drei gerne auf ihrem Abenteuer begleitet. Wohin genau es allerdings geht, erfährt der Leser erst nach und nach, auch wenn ich natürlich geahnt habe, was das Ziel der Gruppe ist. Mir hat es gut gefallen, dass die Handlung nicht so vorhersehbar war. Dadurch blieb die Spannung auch auf einem konstanten Level.
Wir verfolgen die Geschichte aus der Perspektive von Cataleya. Ich konnte mich so sehr gut in ihre Gedanken und Emotionen hineinversetzten.
Sie ist eine sympathische Hauptprotagonistin, die mich mit ihren Äußerungen immer wieder zum Schmunzeln brachte.
Im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich von einem unsicheren Mädchen zu einer selbstbewussten und mutigen jungen Frau.
Auch Marlo und ihren Cousin Luri mochte ich sehr. Marlo ist nicht nur Waffenmeister und bringt Leyla das Kämpfen bei, sondern er ist auch ihr Leibwächter und nach und nach spürt man eine erste zarte Annäherung zwischen den Beiden.
Besonders ins Herz geschlossen habe ich Alastar, den Drachen. Obwohl sein Aussehen in meinen Augen natürlich völlig anders war, hat er mich von seinem Wesen her, sehr an Fuchur aus „Die unendliche Geschichte“ erinnert.
Überhaupt ist es der Autorin gelungen, sehr unterschiedliche Charaktere zu kreieren. Egal ob es sich um Caraleya, Marlo, Alastar und Fips handelte, oder um König Arnoldus, seine Frau Marianna, Luri oder Falk.
Alle Protagonisten sind sehr facettenreich und vielschichtig gestaltet und beschrieben worden.

Auch beim Worldbilding beweist die Autorin viel Fantasy. Ausdrucksstark und sehr bildhaft beschreibt sie die magische Welt und ich hatte das Schloss und die Landschaft regelrecht vor Augen.
Das Ende der Geschichte lässt auf eine Fortsetzung hoffen. Ich bin gespannt, wann wir wieder von Cataleya und Alast