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leseratte1310
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Niederrhein
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Bewertungen

Insgesamt 3726 Bewertungen
Bewertung vom 04.12.2025
Foenkinos, David

Das glückliche Leben (eBook, ePUB)


gut

Éric Kherson ist erfolgreich in seinem Job, aber er ist auch ausgebrannt. Als er geschäftlich in Seoul ist, stößt er auf ein Self-Help-Ritual, bei dem eine Fake-Beerdigung angeboten wird. Er lässt sich darauf ein und spürt, dass sein Leben bisher nicht richtig gelaufen ist und will sich künftig darauf konzentrieren, was wirklich wichtig im Leben ist. Er krempelt sein Leben um und bietet in Frankreich das koreanische Ritual an. Dabei findet er auch eine neue Beziehung.
Der Roman erzählt die Geschichte aus der Sicht eines auktorialen Erzählers. Da der Autor sehr viel indirekte Rede verwendet, muss man sich auf diesen Schreibstil einlassen, was mir nicht immer leichtgefallen ist.
Éric Kherson ist erfolgreich im Job, doch seine Ehe ist zerbrochen und zu seinem Sohn hat er eigentlich kein Verhältnis. Nachdem er an dem Ritual teilgenommen hat, verändert er sein Leben drastisch und findet dann auch eine neue Liebe. Ich konnte aber zu keiner der Personen eine Beziehung aufbauen, daher hat mich die Geschichte auch nicht berührt.
Es ist eine ungewöhnliche Idee, die in diesem Buch beschrieben wird und einen zum Nachdenken anregt. Aber leider hat mich die Geschichte nicht packen können. Schade!

Bewertung vom 11.11.2025
Korn, Carmen

In den Scherben das Licht


ausgezeichnet

Hamburg, 1946: Im Keller des Hauses der einstigen Schauspielerin Friede Wahrlich treffen der fast 16-jährige Gerd und die 14-jährige Gisela aufeinander. Hamburg ist ein großes Trümmerfeld und eine Unterkunft zu finden, ist nicht leicht. Die Menschen hungern und frieren, müssen jeden Tag ums Überleben kämpfen, aber in ihnen ist auch die Hoffnung, dass bessere Zeiten kommen. Gerd und Gisela hoffen, dass sie ihre Familie wiederfinden.
Wieder einmal ist es der Autorin Carmen Korn gelungen, uns auf eine Zeitreise mitzunehmen, die es uns ermöglicht, ganz nahe bei den Menschen zu sein, die in der immer noch dunklen Zeit Hoffnung auf das Licht haben. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, wenn man sich erst einmal an die vielen Perspektivwechsel gewöhnt hat.
Die Charaktere sind so liebevoll gezeichnet, dass man selbst für die unsympathischen Personen Verständnis aufbringt. Friede Wahrlich lebt in der Vergangenheit, als sie als Schauspielerin erfolgreich war und die Männer sich um sie rissen. Sie macht sich Vorwürfe, weil ihr Freund Victor Franke deportiert wurde und glaubt, dass ihr eifersüchtiger Verehrer Palutke seine Finger im Spiel hatte. Die ehemaligen Garderobiere Marta ist aus Friedes Leben nicht wegzudenken. Sie ist mit allen Wassern gewaschen, stets auf ihren Vorteil bedacht und handelt auf dem Schwarzmarkt. Gisela und Gert muss man einfach mögen. Sie leben bei Friede im Keller und machen die Räume so wohnlich, wie es eben geht. Darüber hinaus versuchen beide in den Trümmern etwas zu finden, dass das Leben möglich macht. Mit der Zeit kommen noch andere Personen ins Haus, wie der praktisch veranlagte Robert und der sensible Ludwig. Immer mehr wachsen die Zusammengewürfelten zu einer Familie zusammen. Haben Gerds Mutter und seine Schwester Barbara überlebt? Was ist aus Giselas Eltern geworden?
Die Zustände in Hamburg in jener Zeit sind gut beschrieben. Ich selbst kann mich auch noch an die vielen Trümmer in der Nachkriegszeit in unserer Stadt erinnern und wie schwierig es damals für meine Eltern war, eine Wohnung zu finden.
Mir hat dieser Roman gut gefallen und ich kann ihn nur empfehlen.

Bewertung vom 04.11.2025
Neubauer, Andreas; Neubauer, Mathias

Saison (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Mit diesem Kochbuch wird 50 Jahre „Der Feinschmecker“ gefeiert. Mir gefällt die Einteilung zur saisonalen Küche, denn ich habe schon immer saisonale und regionale Zutaten bevorzugt. Gut für das Klima! Aber auch geschmacklich geben die saisonalen Früchte und Gemüse viel mehr her. Aber es geht nicht nur um Obst und Gemüse; wer gerne Fleisch oder Fisch isst, kommt auch auf seine Kosten.
Die Rezepte sind vielfältig und kreativ und gut beschrieben, aber manchmal auch aufwendig. Leider gibt es aber auch Zutaten, die hier im ländlichen Bereich nicht zu bekommen sind. Hilfreich ist es, dass Zubereitungszeit und Schwierigkeitsgrad angegeben sind.
Schon das tolle Cover hatte mich angezogen, aber auch im Innenteil sind die Fotos einfach toll.
Ein ansprechendes Kochbuch, das anregt, einmal etwas Neues und Besonderes auszuprobieren.

Bewertung vom 04.11.2025
Sandrin, Gina

Holy


gut

Die Autorin Gina Sandrin zeigt mit diesem Kochbuch, dass man Gäste bewirten kann, ohne vorher stundenlang in der Küche zu stehen. Entweder sind die Gerichte gut vorzubereiten oder sie sind schnell gemacht.
Zunächst geht es los mit ausführlichen Informationen über Gina Sandrin und ihren Blick auf die Ernährung.
Weiter geht es dann mit den Rezepten, die sich wie folgt gliedern:
1. All in One
2. Family and Friends
3. Salate
4. Suppen und Eintöpfe
5. Snacks and Drinks
6. Süsses
Die Rezepte sind vielfältig und gut nachzuarbeiten. Allerdings war vieles davon für mich auch nicht vollkommen neu. Schön fand ich, dass die Zubereitungszeit mit angegeben war. Auch die Tipps und Tricks sind hilfreich wie auch das Register am Ende des Buches. Die Information, ob das Gericht glutenfrei, vegan oder zuckerfrei ist schön, ergibt sich aber auch aus der Zutatenliste.
Die Fotos im Buch sind ansprechend und machen Appetit.
Es ist ein alltagstaugliches Buch, das mir allerdings kaum Neues oder Ausgefallenes präsentiert hat.

Bewertung vom 03.11.2025
Maaß, Laura

Was du siehst (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Nachdem ihre große Liebe spurlos verschwunden ist, stellt Ruth fest, dass sie schwanger ist. Sie zieht von Berlin in einen kleinen Ort in Mecklenburg. In Hannah, die ebenfalls schwanger ist, findet sie eine Freundin. Ruths Tochter Jule und Hannahs Sohn Andi wachsen gemeinsam auf. Später verlieben sie sich. Doch dann fällt die Mauer und Jule zieht es hinaus in die Welt, während Andi auf sie wartet.
Dieser Roman beginnt im Jahr 1967, als Ruth feststellt, dass sie schwanger ist und endet im Jahr 2010. Der DDR-Alltag wird gut dargestellt, ebenso auch die Wendezeit, die große Veränderungen mit sich bringt.
Die Charaktere sind lebensnah und individuell dargestellt. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, aber sie stehen zusammen. Jule möchte mehr über ihren Vater wissen. Ruth hatte immer vermutet, dass sich ihre Liebe in den Westen abgesetzt hat. Nach dem Fall der Mauer bekommt Jule einen Hinweis und macht sich auf die Suche nach ihrem Vater. Der introvertierte Andi bleibt zurück und wartet. Jules Suche dauert Jahre, doch sie und ihr geduldiger Freund bleiben über ihr Kinderspiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“ verbunden. Besonders gut gefallen hat mir Frieda, die für die Kinder immer ein Ruhepol ist.
Das Ende hat mich überrascht, aber dazu will ich nichts verraten.
Es ist ein leiser, tiefgründiger und ergreifender Roman über Verlust und Liebe, der mir sehr gut gefallen hat.

Bewertung vom 02.11.2025
Garcia, Jessie

The Business Trip


gut

Zwei Frauen sind aus unterschiedlichen Gründen im gleichen Flugzeug. Jasmine ist auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Freund. Stephanie ist auf dem Weg zu einem Kongress. Zunächst gibt es noch einige merkwürdige Nachrichten, dann sind die beiden Frauen verschwunden.
Der Schreibstil ist gut zu lesen und die Spannung ist von Anfang an da. Wir lernen die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven – nicht aus der Sichtweise der beiden Frauen – kennen, wobei sich dadurch einiges wiederholt, was aber auch zu Ungereimtheiten führte.
Von den Figuren war mir niemand wirklich sympathisch, so dass ich ihnen natürlich auch nicht nahekam.
Immer wieder gab es überraschende Wendungen, die auch für Spannung sorgten. Man konnte sich beim Lesen nie sicher sein, wie es weitergehen wird. Doch das konstruierte Ende hat mich dann gar nicht mehr überzeugen können. Mehr kann ich dazu nicht mitteilen, ohne zu viel zu verraten.
In gut der ersten Hälfte war es spannend und packend, doch zum Schluss wurde es dann zu viel und zu konstruiert, so dass ich dann ziemlich enttäuscht war. Schade!

Bewertung vom 02.11.2025
Dützer, Volker

Die Insel Ein spannender Küstenkrimi um den Ermittler Steve Cole (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Steve Cole will unter allen Umständen den zur Rechenschaft ziehen, der für den Tod seiner großen Liebe verantwortlich ist. Dafür verlässt er Alderney, um in Brighton mit Hilfe seines Freundes Matt Frazer zu ermitteln. Doch dann zwingen ihn die Ereignisse wieder zurück auf die Insel.
Dies ist der vierte Band aus der Reihe um Chief Inspector Steve Cole. Auch wenn dieser Krimi eigenständig gelesen werden kann, empfehle ich doch, alle Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Der Schreibstil des Autors Volker Dützer lässt sich gut und flüssig lesen. Die Kanalinsel Alderney und das Leben dort sind sehr atmosphärisch, aber auch ziemlich düster dargestellt.
Die Charaktere sind alle gut und facettenreich dargestellt, nicht alle sind sympathisch. Steve Cole hatte ein risikoreiches Leben hinter sich, als er den Job auf der Insel Alderney angenommen hat. Doch auch auf der Insel verläuft sein Leben nicht ruhig. Das ändert sich auch nun nicht und die Ereignisse bringen ihn an seine Grenzen und er muss entscheiden, wie weit er gehen will. Aber wem kann er trauen?
Dieser Krimi ist von Anfang an spannend und unerwartete Wendungen sorgen dafür, dass es auch bis zum Ende so bleibt. Es fiel mir schwer, das Buch mal beiseite zu legen.
Mir hat auch dieser spannende Krimi wieder gut gefallen.

Bewertung vom 01.11.2025
Rode, Tibor

Animal


sehr gut

Rechtsanwalt Ben Lorenz hat Geldsorgen und hofft darauf, dass sein neuer Fall ihn weiterbringt und er in der Kanzlei aufsteigt. Aber es ist ein ungewöhnlicher Fall, denn er vertritt den großen Agrarkonzern GoedFarms und muss gegen das Schwein Rosa vor Gericht antreten, das vom Rechtsanwalt Rabenstein und der Tierschützerin Enna vertreten wird. In Deutschland aber sind Tiere eine Sache und haben keine Rechte. Doch Rosa kann sich laut den Tierschützern dank einer KI verständlich machen. Das Interesse der Medien ist natürlich groß.
Obwohl sich dieser Plot etwas unwahrscheinlich anhört, hat es Tibor Rode wieder einmal geschafft, einen spannenden Thriller zu schreiben. Der Erzählstil ist gut und flüssig zu lesen.
Ben geht in diesen Prozess mit der Gewissheit, dass er ihn gewinnen wird, denn ein Schwein kann nun einmal nicht klagen, da es eine Sache ist. Doch mit der Zeit beginnt ein Umdenken bei ihm. Enna setzt sich engagiert für den Tierschutz ein. Sie und Anwalt Rabenstein sind überzeugt, dass sie vor Gericht gute Chancen haben, denn ein Forscherteam arbeitet daran, den Tieren mittels KI eine Stimme zu geben, die für die Menschen verständlich ist. Aber es gibt mächtige Interessen, die genau das verhindern wollen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Für mich ist das Ende nicht ganz überzeugend und die Sache mit dem Kater hätte ich auch nicht unbedingt gebraucht. Dennoch hat mich dieser Thriller gut unterhalten und auch ein wenig nachdenklich gemacht.

Bewertung vom 29.10.2025
Collins, Tessa

Die Nelkentochter / Die Blumentöchter Bd.3 (eBook, ePUB)


sehr gut

Lalis Mutter ist damals einfach zurück nach Sri Lanka gegangen und hat ihre Tochter zurückgelassen. Ihre Großmutter Rose hat sich liebevoll um Lali gekümmert, doch nun ist Rose verstorben und Lali verliert den Halt. Immer noch vermisst Lali ihre Mutter, und als eine Gedichtsammlung von ihr in der Gärtnerei auftaucht, beschließt sie nach Sri Lanke zu ihrer Mutter zu reisen, um mit ihr zu reden.
„Die Nelkentochter“ von Tessa Collins ist der dritte Band aus der Reihe „Die Blumentöchter“. Der Schreibstil der Autorin lässt sich angenehm flüssig lesen. Sie erzählt bildgewaltig und detailreich, so dass man einen wundervollen Eindruck von der Insel bekommt.
Die Charaktere sind gut und authentisch dargestellt. Obwohl Lali schon früh ohne ihre Mutter auskommen musste, fühlte sie sich in Cornwall immer liebevoll umsorgt und geborgen. Trotzdem vermisste sie ihre Mutter schmerzlich. Aber nun will Lali sie zur Rede stellen. In Sri Lanka begegnet sie ihrer Mutter, doch das Treffen ist enttäuschen für Lali. Werden sie wieder zusammenfinden? Lali lernt die Geschichte ihrer Familie mütterlicherseits kennen und so versteht sie dann besser, warum alles so gekommen ist.
Mir hat diese emotionale Geschichte mit der ganz besonderen Atmosphäre auf Sri Lanka gut gefallen.

Bewertung vom 28.10.2025
Graw, Theresia

In uns der Ozean (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Die junge Biologin Rachel Carson liebt die Natur und ganz besonders das Meer. Sie möchte dort forschen. Doch als ihr Vater stirbt, muss sie für ihre Familie sorgen. Aber ihr Interesse für die Natur bleibt und sie beginnt darüber zu schreiben. Sie beobachtet genau und ihr fällt auf, dass sich einiges verändert. Sie hinterfragt den Einsatz von DDT, denn wenn es keine Insekten mehr gibt, dann sterben auch die Vögel, da alles miteinander zusammenhängt. Sie macht ihre Erkenntnisse öffentlich mit ihrem Buch „Der stumme Frühling“ und verärgert damit die chemische Industrie.
Mir sagte der Name „Rachel Carson“ zuvor nichts, aber von der Autorin Theresia Graw habe ich schon einige Bücher gelesen. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, und die Schilderungen von Meer und Umgebung sind bildhaft und sehr atmosphärisch, so dass ich alles gut vor Augen hatte. Erzählt wird diese Geschichte in der Ich-Perspektive, dadurch ist man beim Lesen ganz nah an Rachel, ihren Gedanken und Handlungen.
Mir hat es gefallen mit Rachel durch die Natur zu streifen und zu mitzuerleben, was sie auf ihren Erkundungen hört und sieht. Dieses Beobachten und Forschen ist ihr so wichtig, dass sie sich gegen Ehe und Familie entscheidet, was damals von einer Frau erwartet wird. Sie zieht aufgrund ihrer Beobachtungen ihre eigenen Schlüsse und glaubt nicht, was von der Chemie über das angebliche Wundermittel DDT bekannt gegeben wird. Mit ihren Erkenntnissen geht sie an die Öffentlichkeit, auch wenn es ihr schwer gemacht wird. In einer männerdominierten Zeit nimmt man sie nicht für voll, da sie nicht promoviert hat. Aber sie ist eine starke Frau, die sich nicht unterkriegen lässt.
Mich hat diese Romanbiografie über eine beeindruckende Frau gut unterhalten, aber auch zum Nachdenken gebracht.