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Aer1th | tthinkttwice
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Bewertungen

Insgesamt 57 Bewertungen
Bewertung vom 17.10.2023
Cardea, Laura

The Lesson of Curses / Chronica Arcana Bd.1 (eBook, ePUB)


sehr gut

Beim zufälligen Stöbern bin ich auf Laura Cardeas “The Lesson of Curses” gestoßen. Der Klappentext war schnell gelesen und von mir für so interessant befunden, dass das Buch bei mir einziehen durfte. Magie, Sarkasmus und ein Touch Dark Academia-Feeling sind in diesem Fall die drei Zutaten, die mich abgeholt haben.

Mathea und Ellie sind beide sogenannte Späterwachte – Wesen (Hexen, Warlocks, Dryaden, Nixen, Elfen usw.), deren magische Kräfte erst sehr spät, meist im Erwachsenenalter, plötzlich hervorbrechen. Bei Mathea war es eine Nahtoderfahrung, die ihre helle Magie hat auflodern lassen und bei Ellie eine Art Panikattacke in einer Menschenmenge, die die dunkle Magie bei ihr erweckte. Bei beiden geschah dies in Prag, wo sich auch die Universitäten für helle und dunkle Magie befinden. Jede Person mit Magie muss an einer Universität studieren, um die eigenen Kräfte beherrschen zu lernen, ansonsten drohen fiese Konsequenzen.
Und so beugen sich sowohl Mathea als auch Ellie ihrem Schicksal, obwohl beide nicht zur arkanen (magischen) Welt gehören wollen. Mathea möchte lieber weiter ihrem Jura-Studium nachgehen anstatt an einer Universität zu studieren, bei der es nicht einmal Noten gibt und alle so unfassbar nett und gesellig sind. Mit ihrem Sarkasmus, ihrer Distanziertheit und ihrem Ehrgeiz scheint sie so gar nicht an die harmonische Univerzita Mystika e Magie zu passen.
Genauso Ellie, die in ihren Secondhand-Klamotten, mit ihrer übertriebenen Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft es sehr schwer hat an der Academia Sinistra, wo Erstsemester um ein Bett im Schlafraum kämpfen müssen und jeder sich an erster Stelle sieht.
Die Tatsache, dass an Mathea ein uralter Fluch entdeckt wird, der dazu führt, dass diese immer mehr an Lebensenergie einbüßt, lässt die Student*innen beider Akademien zusammenarbeiten. Ellie, weil sie helfen möchte und ein unerklärliches Band sie und Mathea zu verbinden scheint. Atlas, weil er Mathea als Forschungsobjekt sieht und seine Zwillingsschwester Astra, weil diese beschlossen hat Ellie zu beschützen.

Ich muss sagen, auch wenn ich ein wenig gebraucht habe, um in die Geschichte zu finden, hat mir das Buch von Anfang an gefallen. Zu Beginn hatte etwas Schwierigkeiten mit dem Schreibstil der Autorin, da diese wirklich sehr häufig ihre Sätze abbricht – so als würde sie sich selber beim Schreiben unterbrechen, manchmal sogar mitten im Wort. Das hat mich zunächst echt genervt, doch nach einer Weile hatte ich mich daran gewöhnt, auch wenn es mir bis zum Ende hin einfach zu häufig vorgekommen ist.
Außerdem brauchte ich etwas um mich daran zu gewöhnen, dass die Autorin ihre Liebe zu Prag in ausführlichen Beschreibungen der Stadt und in der Verwendung tschechischer Begrifflichkeiten ausgelebt hat. Für Liebhaber*innen Prags sicherlich ganz wundervoll, für mich zunächst gewöhnungsbedürftig.

Insgesamt hat mich die Geschichte von Mathea, Ellie und den anderen jedoch sehr gefesselt. Der Schreibstil war angenehm flüssig und bildhaft, was mein Kopfkino aktivierte. Die Charaktere machten auf mich allesamt einen authentischen Eindruck. Die Geschichte war spannend und glücklicherweise nicht immer vorhersehbar, so dass der Spannungsbogen durch Plotttwist aufrecht gehalten werden konnte.

Alle Charaktere scheinen auch noch Geheimnisse mit sich herumzutragen, die vermutlich in den Folgebänden thematisiert werden. Ich, für meinen Teil, kann auf jeden Fall sagen, dass ich mich jetzt schon sehr auf den, im Frühjahr 2024 erscheinenden, 2. Band der Reihe freue und unbedingt wissen möchte wie es weitergeht und vor allem, was Ellie zu verbergen hat.

Von mir gibt es daher gute 4 von 5 Sternen und damit eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 20.07.2023
Inchauspé, Jessie

Der Glukose-Trick - Das Praxisbuch


ausgezeichnet

Kurz vorab: Ich kenne das erste Buch der Autorin nicht. Ich bin gleich mit dem Glukose-Trick Praxisbuch eingestiegen. Wer ein dieses Thema tiefer durchdringen möchte, dem empfehle ich zuerst Jessie Inchauspés erstes Buch “Der Glukose-Trick” zu lesen. Dort steht alles ausführlich beschrieben, was im Praxisbuch nur angerissen wird.
Ich lese mir auch gerne theoretisches Wissen an, doch gerade im Bereich Ernährung möchte ich viel lieber schnell in die Umsetzung kommen, als zuerst viel Theorie zu lesen.

In Jessie Inchauspés “Der Glukose-Trick: Das Praxisbuch” stellt die Autorin den Glukose-Trick vor, beschreibt weswegen nicht nur Diabetiker*innen Schwierigkeiten mit einem zu hohen Blutzuckerspiegel haben, lässt Tester*innen ihrer ersten Studie zu Wort kommen und bietet praktische Tipps und Rezepte, damit man sofort loslegen kann.

Der Glukose-Trick ist in vier Bausteine aufgeteilt: Das herzhafte Frühstück, der Essig-Trick, die Gemüse-Vorspeise und Bewegung.
Das Praxisbuch hilft einem Schritt für Schritt den Glukose-Trick umzusetzen, angefangen mit dem herzhaften Frühstück – welches eine Woche lang umgesetzt werden soll. Ist die Woche zuende, geht es weiter mit dem herzhaften Frühstück und der Essig-Trick kommt hinzu. So geht es weiter, bis man alle vier Bausteine in seinen Alltag integriert hat.

Die Autorin gibt sich dabei sehr viel Mühe die Integration der einzelnen Schritte sehr einfach nur niederschwellig zu gestalten. Du schaffst es nicht alles sofort perfekt umzusetzen? – Kein Problem! 80% reichen aus.
Außerdem helfen einem um die 100 Rezepte dabei seine Ernährung auf eine blutzuckerfreundlichere Weise umzustellen. Ein kleiner Kritikpunkt und gleichzeitig ein Wunsch für eine weitere Ausgabe: Es waren zu viele Rezepte mit Fisch und Fleisch enthalten. Ich persönlich hätte mir mehr vegetarische und auch vegane Alternativen gewünscht.
Wir haben einzelne Rezepte versucht zu veganisieren, es ist uns allerdings nur bedingt gelungen.

Wichtig zu wissen ist auch, dass dieses Buch kein “Diät-Buch” ist. Beim Glukose-Trick geht es nicht primär darum Gewicht zu verlieren. Es kann sogar sein, dass ihr zunächst mehr esst, als ihr es gewöhnt seid. Nichtsdestotrotz kann es sein, dass ihr durch die Umsetzung des Glukose-Tricks Gewicht verliert.

Jessie Inchauspé geht es mit ihrem Glukose-Trick darum, mehr Energie, weniger Heißhunger und eine ausgeglichenere Stimmung in eure Leben zu bekommen.

Mir persönlich hat das Buch wirklich gut gefallen, auch wenn ich leider nicht alles so umsetzen kann, wie es im Buch empfohlen wird. Ich habe mir einiges an Input mitgenommen und setze das für mich ein, was mir gut tut und keinen Stress verursacht. Mir geht es damit super und solange ich es schaffe einige der Glukose-Spitzen zu vermeiden, die ich sonst gehabt, hätte, verbuche ich das für mich als vollen Erfolg.

Ich vergebe gerne volle 5 von 5 Sterne.

Bewertung vom 13.07.2023
Schröder, Patricia

Schnitzeljagd in der Schule / Erst ich ein Stück, dann du Bd.47


ausgezeichnet

Wir sind große Fans der bewährten “Erst ich ein Stück, dann du” – Reihe, die Patricia Schröder vor langer Zeit ins Leben gerufen hat. Auch ihr neustes Werk “Schnitzeljagd in der Schule” durfte bei uns einziehen und wurde sofort verschlungen.
Wir haben schon einige von Patricia Schröders Bücher hier zu Hause und natürlich auch gelesen, doch dieses hier hat uns ganz besonders gut gefallen.

Nach den Sommerferien kommt Lea in die 2. Klasse. Sie freut sich schon sehr darauf ihre beste Freundin Mai-Britt wiederzusehen und auch auf den Unterricht mit Frau Fuchs freut Lea sich. Doch als sie nach den Ferien in die Schule kommt erwartet sie nicht Frau Fuchs, sondern ein fremder junger Lehrer. Und auch Mai-Britt hat in den Sommerferien eine neue Freundin gefunden. Wie soll Lea das nur aushalten?
Doch zum Glück ist da noch Ben. Ben ist neu in Leas Klasse und gemeinsam begeben sich die beiden auf eine waschechte Schnitzeljagd als ihnen in der Pause plötzlich ein merkwürdiger Zettel vor die Füße flattert. Voller Spaß und Spannung folgen sie den Spuren.

Meine Tochter geht seit Sommer 2022 in die Schule und konnte bereits vor der Einschulung lesen. Dementsprechend hatte ich keine Schwierigkeiten die kurzen Texte in Fibelschrift zu lesen. Doch auch Leseanfänger*innen dürfte es mit ein wenig Unterstützung gut gelingen die kleinen Passagen erfolgreich vorzulesen. Zum Lesenüben ist dieses Buch (und auch alle anderen dieser Reihe) meiner Meinung nach sehr gut geeignet, da Elternteil und Kind hier gemeinsam lesen und die Texte für die Kinder eine angenehme Länge und Größe haben. Auch die Worte sind so gewählt, dass sie die Kinder nicht überfordern.

Meine Tochter hatte sehr viel Freude dabei das Buch gemeinsam mit mir zu lesen. Wir haben es in gerade mal drei “Lesesitzungen” beendet, da sie unbedingt immer weiter lesen wollte. Sie bestand auch darauf die Überschriften der einzelnen Kapitel vorzulesen.
Auch vom Ausgang der Schnitzeljagd war sie ganz begeistert und hat sich zusammen mit Lea, Ben und der ganzen Klasse gefreut. Zusätzlich haben wir noch über die Freundschaft von Lea und Mai-Britt gesprochen. Ganz von alleine meinte meine Tochter, dass es doch völlig ok sei, wenn man mehr als eine Freundin hat und das Mai-Britt doch ruhig auch mit Alina befreundet sein könne. Lea und Mai-Britt können doch trotzdem befreundet sein. Sogar alle drei Mädchen könnten befreundet sein.
Die Geschichte hat meiner Tochter also nicht nur Spaß gemacht, sie konnte sogar etwas Wertvolles für sich und ihr Leben mitnehmen.

Auch die Illustrationen von Iris Hardt haben uns sehr gut gefallen. Nach jedem Lesen musste meine Tochter erstmal das ganze Buch durchblättern um sich alle Bilder wieder und wieder anzuschauen und zu bestaunen.

Wir vergeben sehr gerne volle 5 von 5 Sternen und empfehlen dieses Buch jedem Leseanfänger weiter.

Bewertung vom 05.07.2023
Dawson, Juno

Der Hexenzirkel Ihrer Majestät. Die falsche Schwester


sehr gut

Band 2 der queeren Urban-Fantasy-Trilogie “Der Hexenzirkel Ihrer Majestät” von Juno Dawson. Band 1 hat mich sehr gut unterhalten, mich durch eine emotionale Achterbahn geschickt und mit einem fiesen Cliffhanger Lust auf den Folgeband gemacht.

Normalerweise kommt hier eine kleine Zusammenfassung, ähnlich dem Klappentext, doch da diese meiner Meinung nach zu viel spoilern würde, lasse ich sie in diesem Fall einmal aus.

Der zweiten Band setzt unmittelbar an den ersten an, daher ist es wichtig, dass ihr Band 1 gelesen habt, bevor ihr euch diesem Buch hier widmet. Wie im ersten Teil begleiten wir die Hexen Niamh, Leonie, Elle, aber auch Theo und einige andere Charaktere auf ihren Abenteuern. Die Kapitel sind aus der Perspektive der unterschiedlichen Charaktere geschrieben und lassen den Lesenden so immer ein klein bisschen mehr wissen, als die Figuren selber.

Auch diese Geschichte war wieder einmal sehr spannend und gut geschrieben, hat allerdings ein paar Längen, die für einen Mittelband nicht unbedingt unüblich sind. Durch diese Längen habe ich mich manchmal schwer getan das Buch wieder in die Hand zu nehmen und weiterzulesen. Ab der zweiten Hälfte des Buches wird es meiner Meinung nach wieder rasanter, bis es zum Ende hin wieder in einem Showdown und einem, mindestens genauso fiesen, Cliffhanger mündet wie der erste Band.

Obwohl ich gerne Bücher mit queeren Charakteren lese, ist diese Reihe hier wohl mit Abstand die queerste von allen und das gefällt mir richtig gut. Ich finde, man merkt auch, dass das Buch von einer Own-Voice-Autorin geschrieben wurde. Verschiedenste wichtige Themen, wie beispielsweise Transfeindlichkeit, toxische Männlichkeit, White Privilege und Feminismus finden ihren Platz in dieser Geschichte. Einzig die Tatsache, dass hier alle Männer als der natürliche Feind der Frau dargestellt wurden, fand ich dann doch ein wenig over the top. Als Frau habe ich am eigenen Leib erfahren müssen was sich Männer herausnehmen, doch alle Männer gleich als Feind darzustellen, war selbst mir als Feministin dann doch ein wenig zu viel.

Der Schreibstil der Autorin ist bildhaft und angenehm zu lesen, wobei sie vor expliziter Wortwahl durchaus nicht zurückschreckt. Was ich jedoch als angenehm empfunden habe, wo doch so viele Menschen immer Wert darauf legen möglichst gesittet und gebildet zu wirken, nur um dann hinter vorgehaltener Hand zu fluchen als würden sie keinen Morgen mehr kennen. Exakt diese explizite Wortwahl macht die Charaktere meiner Meinung nach nur noch authentischer und greifbarer.

Nun, nachdem ich weiß wie der zweite Teil endet, bin ich noch viel gespannter auf den finalen Band als ich angenommen habe. Ich vermute es wird einen Showdown geben, der das ein oder andere Opfer fordern wird.

Wer auf Hexen, London, Queerness und Feminismus steht, der sollte sich diese Reihe auf jeden Fall einmal anschauen. Durch die Längen in der ersten Hälfte des Buches muss ich leider einen Sern abziehen, vergebe jedoch gerne 4 von 5 Sternen für dieses Buch.

Bewertung vom 05.07.2023
Hill, Melissa C.;Stapor, Anja

Tristan Mortalis


sehr gut

Nach langer Zeit hatte ich mal wieder Lust auf einen Thriller und dieses Mal fiel meine Wahl auf den Jugendthriller “Tristan Mortalis” von Melissa C. Hill und Anja Stapor – ein Autorinnen-Duo.

Die Freunde Bene, Damian, Alice, Claire und Michael alias Tristan kennen sich aus Theater-AG Zeiten aus der Schule. Nachdem alle ihren Schulabschluss gemacht und diesen gemeinsam gebührlich gefeiert haben, geht jeder von ihnen seinen bzw. ihren eigenen Weg. Alice hat eine Ausbildung zur Malerin begonnen, Damian und Claire studieren, Bene ist als Animateur auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs und Tristan wollte eine Weltreise machen.
Als nun im Moor ihres Heimatortes eine Leiche in einem Tristan-Kostüm gefunden wird, reisen alle Freunde zurück in die Heimat. Kann es wirklich ihr Tristan sein, der dort im Moor gefunden wurde? Hat er die Partynacht nicht überlebt? Was ist passiert? Gemeinsam machen sie sich auf den Weg das Geheimnis um Tristans Tod zu lüften.

Meine kleine Zusammenfassung hier verrät nicht mehr oder weniger als der Klappentext. Jedoch “verrät” sie schon einen wichtigen Teil des Buches, nämlich, dass Tristan alias Michael tot ist. Zu Beginn der Geschichte, als wir die einzelnen Charaktere näher kennenlernen und alle zurück in ihren Heimatort kommen, wird der Lesende zumindest im Buch noch ein wenig auf die Folter gespannt, ob die Leiche im Moor tatsächlich Tristan ist oder nicht. Ich weiß nicht, ob es wirklich so gedacht war, dass der Klappentext so viel verrät, denn da ich schon wusste, dass Tristan tot ist, brauchte ich dieses ganze Herumgerätsel um die Moorleiche nicht mehr. Das machte den Anfang des Buches leider etwas langatmig. Liest man den Klappentext nicht bevor man das Buch beginnt, ist der Anfang der Geschichte sicherlich ganz spannend.

Das Autorinnen-Duo nimmt sich viel Zeit die einzelnen Charaktere einzuführen und der Leserschaft bekannt zu machen. Hätten die fünf Freunde sich nicht in der Theater-AG kennengelernt, sie wären vermutlich nie Freunde geworden- so unterschiedlich sind sie alle. Und genau deswegen fand ich es so interessant zu lesen, wie die verbliebenen Vier sich auf die Suche nach Antworten machen.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig, leicht und gut zu lesen. Perfekt für ein Jugendbuch. Auch die Spannungskurve passt prima, genau so wie der Anteil an “Brutalität”. Es war meiner Meinung nach weder zu blutig noch zu hart zu verdauen, was die vier Freunde herausgefunden haben. Auch wenn ich sagen muss, dass es mich zeitweise emotional gepackt hat.

Teile der Auflösung um Tristans Tod habe ich bereits vorausgeahnt. Die anderen Teile haben mich positiv überrascht. Das schafft definitiv nicht jeder Thriller, egal ob Jugend oder nicht.

Insgesamt habe ich das Buch sehr gerne gelesen und auch die Auflösung fand ich stimmig und gut überlegt. Die Geschichte war mir gerade zu Beginn etwas zu langatmig und an einigen Stellen nicht zu 100% logisch, daher gibt es einen kleinen Sterneabzug.
Nichtsdestotrotz kann ich das Buch auch erwachsenen Leser*innen empfehlen, wenn es mal nicht ganz so blutig, aber dennoch spannend sein darf.

Ich vergebe gerne 4 von 5 Sternen.

Bewertung vom 12.06.2023
Banner, Norah

Lessons for Misguided Witches. Verlorene Magie (eBook, ePUB)


weniger gut

Hexen, Magie, ein Academy-Setting und England – eigentlich eine Mischung, die normalerweise für Begeisterung bei mir sorgt. Leider konnte mich jedoch “Lessons for misguided witches” nicht wirklich abholen.

Elize ist 19, sehr sportlich, im letzten Jahr vor dem Abitur und eine Hexe. Letzteres darf jedoch niemand erfahren. Als sie jedoch inmitten einer Menschenmenge Magie anwendet, um ein Leben zu retten, bricht sie damit das oberste Gesetz der Hexenwelt. Als Strafe verliert sie ihre Magie. Um diese wiederzuerlangen wird sie auf die School of Wizards nach England geschickt. Magie wiederzuerlangen scheint allerdings unfassbar schwer zu sein und gelingt nur den Wenigsten.
Elize landet bei Mr. Goldberg in der Klasse. Obwohl dieser bisher nicht im 21. Jahrhundert angekommen zu sein scheint – anders als Elise – fühlt sie sich verbotenerweise sehr zu ihm hingezogen. Mr. Goldberg erweckt jedoch nicht nur Gefühle bei Elize, sondern auch eine Magie, die so viel stärker ist, als sie je jemand zuvor hatte – und das ist gefährlich.

Wie bereits erwähnt, hat mich die Mischung, die dieses Buch mit sich bringt sehr angesprochen. Da habe ich auch über die “verbotene” Lehrer-Schülerin-Liebe hinwegsehen können. Die Geschichte an sich finde ich tatsächlich sehr interessant, ich mag auch das Setting und den oft trockenen und ironischen Humor der Autorin.
Jedoch wurde ich so überhaupt nicht mit den Charakteren warm. Ich habe keinem einzigen seine Emotionen abkaufen können. Die Charaktere waren mir leider allesamt zu flach.
Obwohl Elize in Mr. Goldberg die Liebe ihres Lebens gefunden haben möchte, kam das so gar nicht bei mir an. Im Gegenteil, ich fand es leider etwas lächerlich – wahrscheinlich WEIL keine Emotionen auf mich übergesprungen sind. Auf mich wirkte es eher wie eine Teenie-Romanze – für die Verliebten unfassbar bedeutsam und die Erwachsenen drumherum belächeln die Beziehung. Ich kam mir wie die ältere, reifere Erwachsene vor, obwohl sowohl Elize als auch Mr. Goldberg beide bereits volljährig sind.

Der Schreibstil war für mich persönlich etwas zu simpel und an einigen Stellen zu bemüht – so auch Teile der Geschichte. Es wirkte nicht effortless, sondern in Teilen einfach zu verkrampft.

Auch wenn ich einiges zu meckern habe und beim Lesen nicht selten mit den Augen rollen musste, bin ich dran geblieben, weil ich wissen wollte worauf die Geschichte hinaus läuft. Ich hatte bereits eine Ahnung, die sich dann auch als richtig herausstellte.

Für mich war das Buch ok. Es hat mich einige Stunden unterhalten, auch wenn ich manchmal genervt war. Ich sehe die Mühe, die Autorin in ihr Werk gesteckt hat und kann an dieser Stelle daher nur sagen, dass das Buch vermutlich einfach nicht zu mir gepasst hat. Es wird sicherlich viele begeisterte Leser*innen finden. Wer mich jedoch kennt und/oder auch Schwierigkeiten mit den oben genannten Punkten hat, der sollte definitiv vorher die Leseprobe lesen und sich erst dann entscheiden.

Von mir gib es daher 2,5 von 5 Sternen.

Bewertung vom 23.05.2023
Kopka, Franzi

Der Preis der Gier / Gameshow Bd.1


ausgezeichnet

Wie der Klappentext schon ganz richtig sagt, menschliche Gier kennt keine Grenzen. Für das “Mehr” an Geld, Ansehen, Adrenalin etc. wurde weltweit ein neues Klassensystem erschaffen. Die Menschen aus der niedrigsten Klasse (rot) leben in Armut und müssen ihr Leben in den Games aufs Spiel setzen, die die höheren Klassen amüsieren sollen.
Wer nicht in “Rot” lebt, wird regelmäßig dazu gezwungen auf die Teilnehmer der Wettkämpfe zu wetten. Das perfide an der Sache ist, Implantate sorgen bei den meisten Menschen dafür, dass diese Freude dabei empfinden andere leiden und sterben zu sehen. Wer sich verzockt läuft Gefahr in seiner Klasse abzusinken und schlimmstenfalls sogar in “Rot” zu landen. Umgekehrt gibt es die Möglichkeit dem System mit einer Hochrisikowette oder dem Sammeln genügender Credits zu entkommen – die weiße Zone und damit die Freiheit von Wetten und Spielen lockt. Doch nicht bei allen sorgt das Implantat für Euphorie und Wetteifer.

Die 17-jährige Cass ist eine Platin und damit schon recht weit oben in der Klassengesellschaft angekommen. Zu verdanken hat sie diesen Umstand ihrer Mutter, deren Credits automatisch, nach ihrem Tod, an Cass’ Vater übertragen wurden. Wären da nicht die ständige Wettpflicht und die Spielsucht ihres Vaters, würde Cass ein ganz annehmbares Leben führen. Cass’ Vater möchte es unbedingt in die weiße Zone schaffen und wettet seit Jahren sehr professionell. Doch leider geht dieses eine Mal etwas schief und Cass landet mutterseelenallein in der roten Zone – der Kampf ums Überleben beginnt.
Unerwarteterweise bekommt Cass in ihrem ersten Spiel Hilfe vom besten Gamer in der Arena. Jax redet ihr das Leben und die beiden werden zu Verbündeten im unerbittlichen Kampf um das eigene Leben.

“Gameshow – Der Preis der Gier” ist Franzi Kopkas Debütroman und mich hat sie mit ihrem Erstlingswerk absolut abgeholt. Die Idee ist interessant, die Story spannend und die Charaktere gut ausgearbeitet. Außerdem hat sie einen angenehm flüssigen Schreibstil, der mein Kopfkino beim Lesen hat anspringen lassen.

Ich liebe Dystopien, besonders diejenigen, die sich mit den Abgründen des Menschseins beschäftigen. Denn mal ehrlich, wer findet es amüsant Menschen leiden zu sehen? Wer feiert es, wenn ein Mensch einen anderen umgebracht hat? Wie krank muss man sein, um das gut zu finden?
Nun gut, da wären noch die Implantate, die scheinbar bei Vielen die Empathiefähigkeit dämpfen. Trotzdem, irgendjemand muss ja den Hals nicht vollgenug bekommen haben, um so ein perfides System zu erschaffen. Das bittere daran ist, hier ist es Fiktion, doch ich könnte mir vorstellen, dass es leider wirklich Menschen gibt, die dazu fähig wären.
Zum Thema Implantat hätte ich mir ein paar Hintergrundinfos gewünscht. Im Buch ist es einfach da und dient als zentraler Baustein, doch ich hätte gerne erfahren wieso jeder ein Implantat hat, wann es eingesetzt wurde und warum einige Implantate nicht ganz richtig zu funktionieren scheinen.

Insgesamt hat mich die Geschichte sehr gut anholen und begeistern können. Es sind ein, zwei Plott-Twists eingebaut, die ich jedoch bereits habe kommen sehen, daher waren sie für mich nicht wirklich überraschend. Nichtsdestotrotz möchte ich unbedingt wissen wie die Geschichte weitergeht und auf was sie hinausläuft.

Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band und vergeben sehr gerne knappe 5 von 5 Sternen.

Bewertung vom 14.05.2023
Harwin, Dale

Das Genesis Backup


sehr gut

Ich lese gerne Bücher, in denen eine KI vorkommt. Gerade jetzt, wo das Thema KI so weit verbreitet ist, wie noch nie zuvor. Daher war ich auch sehr gespannt darauf, was mich im “Genesis Projekt” von Dale Harwin erwarten wird.

Das Buch startet sehr interessant, für mich jedoch ein wenig zu langsam. Es wird viel erklärt, wir verfolgen Willam Ell auf seiner Suche nach dem Vermächtnis seines Vaters und erst relativ spät kommen wir zu dem Punkt an dem der Klappentext um neue, spannende und interessante Aspekte ergänzt wird. Für meinen Geschmack hätte das gerne etwas rasanter sein dürfen. Nichtsdestotrotz habe ich mich gut unterhalten gefühlt und das Buch gerne gelesen.

Der bodenständige Mathematikprofessor William Ell sieht sich nach dem Tod seines Vaters (zu dem er keinen Kontakt mehr hatte) der Tatsache gegenüber, dass sein Leben sich von einem Tag auf den anderen drastisch verändert hat. Statt Mathematik zu lehren, ist Ell auf der Flucht vor denjenigen, die das Erbe seines Vaters für sich beanspruchen wollen. Was genau hat sein Vater gemacht und wieso ist jetzt auch Ells Leben in Gefahr?

Wie bereits erwähnt, mochte ich das Buch. Der Schreibstil ist klar, intelligent und angenehm flüssig zu lesen. Die Charaktere empfand ich als authentisch, gut durchdacht und gut ausgearbeitet. Ich konnte mich beim Lesen sowohl in die einzelnen Figuren hineinversetzen und ihre Beweggründe verstehen als auch mir die beschriebene Welt vorstellen.

Die Idee, die Dale Harwin in seinem Buch beschreibt, ist nicht neu und meiner Meinung nach doch sehr interessant und spannend. Im ersten Teil scheint die Idee, unsere Welt sei lediglich eine Simulation von der es ein Backup gibt, nur am Rande vorzukommen. Ich nehme an, dass der Fokus in den folgenden beiden Bänden mehr darauf gerichtet werden wird. Daher freue ich mich schon darauf den zweiten Band zu lesen und hoffentlich mehr über die Simulationstheorie zu erfahren.

Ich vergebe sehr gerne gute 4 von 5 Sternen für diesen ersten Band und empfehle ihn an interessierte Lesende.

Bewertung vom 25.04.2023
Applegate, Katherine

Willodeen - Das Mädchen und der Wald der verschwundenen Tiere


ausgezeichnet

Als Willodeen mir das erste Mal über den Weg lief, musste ich sofort daran denken, wie meine Tochter und ich diese poetisch anmutende Geschichte zusammen lesen und ich ihr etwas über die Wichtigkeit allen Lebens auf diesem Planeten beibringen könnte. Die ersten Kapitel haben wir auch noch zusammen gelesen und danach wollte sie leider nicht mehr. Ich nehme an, das Buch war ihr zu wenig actionreich und für ihr Alter dann doch noch nicht passend.
Ich meine irgendwo die Altersempfehlung von 8 Jahren gelesen zu haben, was eigentlich gepasst hätte. Jetzt lese ich allerdings eine Altersempfehlung von 10 Jahren, die meiner Meinung nach, definitiv besser zu der Geschichte passt, jedoch nicht mehr zu meiner Tochter. Macht aber auch nichts, denn so konnte ich das Buch in meinem Tempo alleine zu Ende lesen und ich muss sagen, ich war ganz angetan von dem Buch.

Willodeen hat schon früh bei einem Brand ihre gesamte Familie verloren und lebt seitdem bei zwei kinderlosen Frauen. Die älteren Frauen haben Willodeen sofort wie ihr eigenes Kind in ihrer Mitte aufgenommen und ziehen dieses introvertierte Kind auf ihre ganz eigene Art und Weise auf.
Willodeen hält nichts von der Schule, viel lieber erkundet sie die Welt auf eigene Faust. Am liebsten ist die in der Natur unterwegs und beobachtet Tiere, ganz besonders die unansehnlichen und stinkenden Kreischer. Die Liebe zur Natur, allen Tieren und vor allem den Kreischern hat sie von ihrem Vater.
Die Bewohner ihres Heimatdorfes Purchance verabscheuen die Kreischer und rotten sie kurzerhand aus. Sie kümmern sich viel lieber um die niedlichen Summbärchen, die jedes Jahr im Dorf überwintern und jede Menge Touristen anlocken. Doch dieses Jahr ist kein einziges Summbärchen nach Purchance zurückgekehrt und niemand weiß warum.
Als plötzlich eine selbstgebastelte Kreischerfigur auf magische Weise lebendig wird, beginnt Willodeen zu verstehen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Leben der Kreischer und dem der Summbärchen geben muss und alles in der Natur einer gewissen Gesetzmäßigkeit unterliegt. Mit dieser Erkenntnis setzt Willodeen alles daran die Kreischer wieder zurück nach Purchance zu bringen.

Während ich diese Rezension schreibe, hallt in mir die Stimmung aus dem Buch nach. “Willodeen“ ist ein ruhiges und sanftes Buch, das gleichzeitig auch eine gewisse Ernsthaftigkeit besitzt. Ich empfand die Geschichte als faszinierend und lehrreich. Besonders gut hat mir gefallen, dass das introvertierte Mädchen Willodeen ihre leise Stimme erhoben hat und trotz Widerstand aus den Reihen der Erwachsenen Gehör gefunden hat. Die Botschaft, das Kinder eine Stimme haben und auch haben müssen, ist für mich sehr wichtig. Sie nehmen Dinge ganz anders wahr als wir und sind häufig nicht so verkopft. Meiner Meinung nach kann man das Buch als Metapher für unsere heutige Zeit nehmen. Auch jetzt sind es die jungen Menschen, die auf den Missstand in der Natur, unserer Umwelt und dem Klima hinweisen und aktiv werden. Und auch jetzt sind es vermehrt die alten Leute, die die jungen belächeln und nicht zuhören wollen. Glücklicherweise beginnt sich das zu ändern, ähnlich wie auch bei “Willodeen”.

Katherine Applegate versteht mit ihrem Schreibstil und ihrer Art Charaktere zu entwickeln einen gewissen Flair zu vermitteln. Nicht selten hatte ich den Eindruck das Buch bringt etwas Poetisches mit sich. Meiner Meinung nach ist die Geschichte sehr lesenswert, voller Magie und vermittelt eine wichtige Botschaft.
Ich hoffe, dass in unserer heutigen Zeit, in der alles gefühlt immer schneller und actionreicher sein muss, so ein ruhiges und sanftes Buch dennoch viele Leser*innen erhält – besonders diese für die es auch geschrieben worden ist.

Ich persönlich kann das Buch auch erwachsenen Leser*innen empfehlen. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und ich vergeben daher gerne 5 von 5 Sternen.

Bewertung vom 07.04.2023
García, Modesto

Wer ist der Mörder?


sehr gut

Bereits seit Jahren gehen mein Mann und ich regelmäßig auf Rätseljagd. Ein Escape-Buch hier, ein Rätsel-Adventskalender dort und nun auch dieses Krimi-Rätselbuch. Uns macht es einfach viel Spaß Hinweise zu entdecken, diese zu entschlüsseln und auch mal um die Ecke denken zu müssen.

Für die Rätsel aus Wer ist der Mörder? wird nicht viel benötigt. Das Buch selber und ein Smartphone mit QR-Scanner reicht. Die Krimi-Rätsel sind so aufgebaut, dass man zunächst den Tatort zu sehen bekommt. Wie ein richtiger Detektiv muss man schon hier auf Kleinigkeiten und Ungereimtheiten achten. Zusätzlich zu der Tatort-Szene folgen auf 5-6 Seiten weitere Hinweise. Beispielsweise ein Blick in eine Tasche oder Schreibtischschublade oder aber auch Audiohinweise bzw. Sprachnachrichten, die für die Lösung des Falls essentiell sind.
In diesem Buch gilt es nicht nur den Täter ausfindig zu machen, sondern auch sein Motiv herauszufinden. Letzteres war für uns tatsächlich nicht immer ganz einfach. Teilweise waren die Hinweise so subtil, das sie uns gar nicht aufgefallen sind oder aber es wurde etwas als gegeben gesetzt, was wir nicht als solches verstanden hatten. Auch waren die Bilder für uns nicht immer ganz eindeutig. Bei einem Rätsel sollte man beispielsweise anhand zweier Ketten einen Hinweis erkennen, das Problem dabei war, dass die zweite Kette gar nicht zu sehen war. Ob das ein Fehler war oder gewollt, weiß ich nicht. Es hat nur leider zu ein wenig Frust auf unserer Seite geführt.

In Wer ist der Mörder? gilt es 12 Mordfälle zu lösen. Pro Fall brauchten wir locker 60-90 Minuten. Wir haben immer zu Zweit gespielt. Natürlich kann man die Fälle auch alleine oder in einer Gruppe lösen. Alleine ist es vielleicht nicht ganz so amüsant, geht aber schneller und in einer größeren Gruppe könnte es schwierig werden, dass alle immer alle Hinweise zu Gesicht bekommen, da es nun mal nur dieses eine Buch zum Lösen der Fälle gibt.

Der interaktive Part auf dem Smartphone hat mir sehr gut gefallen. Bei den Bildern hätte ich mir mehr Präzision gewünscht. Einmal war ich mir nicht sicher, ob es nur ein Fleck oder doch ein Hinweis war (Spoiler: Es war ein Hinweis.).

Nachdem wir uns von dem Gedanken gelöst hatten die Fälle perfekt zu lösen, haben wir Spaß an den abstrusesten Motivvorstellungen gefunden. Wir haben immer noch voller Ernst versucht den Mörder zu entlarven und ein möglichst sinniges Motiv zu finden, doch nachdem uns das fast nie richtig gelungen ist, sind wir lockerer an die Sache gegangen und fanden unsere Ideen auch meist besser als die des Autors.

Insgesamt hat uns das Rätseln mit diesem Buch viel Spaß gemacht, auch wenn wir den ein oder anderen Frustfaktor dabei hatten. Das Buch werden wir nun Freunden von uns vermachen, die noch sehr viel mehr rätseln als wir. Ich bin sehr gespannt darauf, ob sie auf die richtigen Lösungen kommen oder auch ein paar Schwierigkeiten haben werden, so wie wir.

Für die gute Idee und den Rätselspaß gibt es knappe 4 von 5 Sternen. An der Umsetzung muss meiner Meinung nach noch gearbeitet werden, daher der eine Stern Abzug.