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Benutzername: 
SandraLi
Wohnort: 
Oberndorf (Neckar)

Bewertungen

Insgesamt 26 Bewertungen
Bewertung vom 09.10.2024
So laut der Himmel
Winter, Jessica

So laut der Himmel


sehr gut

Ist es Schicksal oder Zufall, dass Talia und Seven sich immer wieder bei ereignisreichen Momenten begegnen?

Das Leben ist nicht einfach für beide Protagonisten. Talia hat eine chronische Krankheit und Seven ist eigentlich ein Sunnyboy mit einem ausgeprägten Helfersyndrom. Ihre erste Begegnung ist ein bisschen turbulent. Seven rettet Talia das Leben. Es sprühen die ersten Funken und es ist noch der falsche Zeitpunkt.

Die beiden haben einige schwierige familiäre Probleme zu meistern aber das Schicksal führt sie immer wieder zusammen. Auch wenn Talia und Seven das Gefühl haben, nicht gut genug für den anderen zu sein, meistern sie ihre größten Herausforderungen zusammen.

Das Buch kommt ohne Beziehungsstress aus. Zwischen den beiden entsteht etwas Besonderes und es fällt nie ein böses Wort. Das fand ich sehr angenehm. Es passieren viele Dinge, die ich als extreme Zufälle oder Schicksalsschläge werte. Ob das im wahren Leben auch in dieser Menge geschieht, kann ich mir nicht vorstellen. Für mich war es manchmal ein bisschen zu viel des Guten.

Dennoch, es ist alles schlüssig und es gibt einen roten Faden.

Die Geschichte wird aus zwei verschiedenen Blickwinkeln erzählt, dass macht es interessant. Der Roman liest sich meines Erachtens locker und leicht.

Auch wenn es sich hier um eine chronische Krankheit, Gehörlosigkeit, das Abrutschen ins Drogenmilieu und Adoption dreht, wird sich am Ende alles zum Guten wenden. Dieser Roman ist ein absoluter Wohlfühlroman mit einem gelungenem Happy End.

Ich empfehle dieses Buch allen Leserinnen und Lesern die gern schöne, harmonische Romane lesen auf einem angenehmen Sprachniveau. Vielleicht auch Personen, die mit Gehörlosigkeit konfrontiert sind. Die Geschichte macht ihnen eventuell Mut.

Den Roman empfehle ich ab einem Alter von 16 Jahren, weil es hier unter anderem um Drogenprobleme und einem verwahrlosten Kind geht, das der Mutter entzogen wird.

Ich schätze, die meisten Leser die diese Geschichte anspricht, werden zwischen 25 und 40 Jahre sein.

Bewertung vom 04.09.2024
Seinetwegen
Del Buono, Zora

Seinetwegen


ausgezeichnet

Zora del Buono lässt uns teilhaben an ihrer persönlichen Familiengeschichte. Als sie nur ein paar Monate alt ist, verunglückt ihr Vater tödlich. Die Mutter und die restliche Familie sprechen nicht offen über den Unfall und die heranwachsende Frau traut sich auch nicht genauer nachzufragen. Sie möchte keine alten Wunden aufreißen.

Die Autorin beschreibt ausführlich und sehr authentisch wie sie sich nach sechzig Jahren endlich auf die Suche macht, um Antworten auf alles zu erhalten. Zu diesem Zeitpunkt ist ihre Mutter schon stark an Demenz erkrankt und lebt in ihrer eigenen Welt.

In diesem Roman geht es um Schuld, Prägung, Scham und Vergangenheitsbewältigung. Immer wieder sind interessante Dialoge eingefügt, in denen sich Frau del Buono mit ihren Freunden in einem Kaffeehaus trifft und sich über ihre Recherche austauscht. Dabei kommen auch viele andere Gedanken auf den Tisch. Es werden an passenden Stellen einige Fremdwörter aus dem Schweizerdeutschen in das Hochdeutsche erklärt.

Die Geschichte schweift ob ab und es kommen viele andere Situationen und Themen zu Tage. Die Autorin nimmt uns immer wieder mit, auf ihre Reise in die Vergangenheit und erklärt auch ihre Gefühlswelt. Es gibt auch ein paar Fotos und die Todesanzeige zu entdecken. Am Ende erhält sie Antworten und versöhnt sich in Gedanken mit dem Unfallverursacher.

Ich finde den Erzählstil sehr flüssig und angenehm aber nicht poetisch, wie es auf dem Klappentext beschrieben ist. Der Titel passt zum Inhalt. "Seinetwegen" kann hier den Unfallverursacher, sowie auch den verstorbenen Vater bedeuten. Auch das Foto auf dem Cover könnte beide Männer darstellen. Die Geschichte hat keinen Höhepunkt und ist nicht aufregend oder spannend. Trotzdem, ich empfand sie als interessant. Das Buch hab ich recht zügig durchgelesen. Dabei ist das Erzählte weder reißerisch noch blutig. Es ist einfach sehr direkt und manchmal etwas verstörend (die Szene mit dem zweijährigem im Zug).

Am besten fand ich die Gespräche im Kaffeehaus. Da hätte ich zu gern mit philosophiert. Das war wirklich gefühlvoll und direkt. Und das hat der Geschichte ihre Würze gegeben.

Ich konnte mich gut in die Geschichte einfühlen. In manchen Passagen, habe ich mich selber wiedergefunden. Das Ende der Erzählung war stimmig und so hab ich es auch erhofft.

Dieses Buch würde ich eher älteren Lesern empfehlen, die gern reale Lebensgeschichten lesen und selbst schon einiges erlebt haben. Ich bin 49 und mich interessieren zwischendurch immer mal wieder Tatsachenromane. Von mir gibt es 5 Sterne weil ich finde, dass Frau del Buono ihre persönliche Geschichte sehr verständlich und detailgenau erzählt hat. Auch das ganze Buch sieht sehr hochwertig aus.

Bewertung vom 08.07.2024
Die Sache mit Rachel
O'Donoghue, Caroline

Die Sache mit Rachel


gut

In diesem Roman geht es um die junge Studentin Rachel und wie sie erwachsen wird.

Rachels Eltern sind Zahnärzte und finanziell nicht gut gestellt. Dadurch muss Rachel ihre Studiengebühren selbst aufbringen und arbeitet nebenbei in einer Buchhandlung. Dort lernt sie eines Tages den schwulen Jungen James kennen. Er wird ihr bester Freund und engster Vertrauter. Die beiden ziehen in eine karge und runtergekommenen Wohnung, in einem armen Viertel von Cork. Ab da an, stehen sie gemeinsam alle Probleme des Alltags durch. Es geht dabei um Liebe, Freundschaft, Coming-out, Abhängigkeit, Selbstfindung, Herzschmerz, Drogen, Lügen und sicher nicht um das ganz normale und einfache Durchschnittsleben.

Das Buch erzählt in der Ich - Form und springt immer wieder in den Zeiten. Es hat einen einfachen Schreibstil. Ich fand es manchmal etwas vulgär. Ich möchte nicht von Titten, ficken, vögeln, vot..., etc. lesen, weil ich selbst so nicht spreche. Ich denke diese Art sich auszudrücken, sollte die Jugend widerspiegeln und abwertend klingen für das was da in diesen Momenten geschieht. Es ist Geschmackssache.

Die einzelnen Charaktere konnte ich mir gut vorstellen und auch die Handlung wurde realistisch erzählt. Das Buch ist spannend, das Leben der zwei Protagonisten authentisch beschrieben. Die Erzählung hat ihren Höhepunkt im letzten Drittel. Da dachte ich, schlimmer kann es nicht kommen.

Diese Geschichte ist so ganz anders wie mein Leben und meine Jugend. Die Erfahrungen die Rachel macht, habe ich zum Glück nie erfahren müssen. Das Buch beschreibt keine rosa rote Jungend, es ist schonungslos, hart und direkt. Als schlimm empfand ich die Umstände in denen die beiden Protagonisten gelebt haben. Im Dreck und in der Gosse würde ich sagen. Aber da ist so viel mehr in diesem Buch und es hat mich unheimlich bewegt. Lustig fand ich es gar nicht aber auch das ist Ansichtssache.

Das Ende hält eine Überraschungen bereit und ich finde das Ende schön.

Mir hat das Buch gut gefallen. Ich empfehle es gern weiter an alle Leser und Leserinnen, die mal etwas anderes lesen möchten, als herkömmliche rosa-rote Liebesgeschichten. Vom Alter würde ich sagen, ist es ab 18 Jahren. Es ist nicht ganz Jungendfrei durch einige beschriebene Szenen und könnte auf Kinder verstörend wirken, denke ich.

Ein paar Anmerkung habe ich noch nachdem ich das Buch wirken lassen habe. Ich finde man darf nicht alles glauben was an Auslobungen auf diesem Buch steht. Unter "verdammter Knaller" verstehe ich etwas anderes. Und brillant finde ich den Roman überhaupt nicht. Auch die Satire, die suche ich hier noch. Und das Buch ist sicher nicht witzig oder lustig. Das sind so reißerische Aussagen, die stören mich und hätte ich das Buch gekauft dann wäre ich vielleicht enttäuscht gewesen.

Bewertung vom 01.07.2024
Die Geschichte zweier Welten
Martin, Christina

Die Geschichte zweier Welten


schlecht

Das Buch fängt interessant an. Die 25 jährige Studentin Tabea trifft eines Tages, in ihrem Badezimmer, auf ein Lichtwesen, dass sich ihr als Chirra vorstellt. Ab diesem Zeitpunkt taucht Chirra ohne Ankündigung immer wieder in Tabeas Leben auf und erklärt Tabea was Richtig und was Falsch ist. Tabea hinterfragt dabei gar nichts. Sie nimmt die Worte als Wahrheit hin und zieht sich eine Zeitlang aus ihrem Leben zurück. Tabea trifft ihren Freund und auch keine Freundinnen mehr und geht auch nicht mehr in die Uni. Sie muss die neuen Informationen erst einmal verarbeiten. Auch ihrem Freund gibt sie keine großen Erklärungen warum sie sich nicht meldet.

Es wird im Buch viel über Werte gesprochen. Den Sinn des Lebens, der nur darin besteht, für die Seelen, hier auf Erden, Erfahrungen zu sammeln. Für die Lichtwesen spürbar zu machen was wir Menschen fühlen in unseren unterschiedlichen Leben.

Am Ende der Erzählung hat Tabea ihr altes Leben abgeschlossen. Sie ist frisch getrennt und sitzt in einem Privatflugzeug mit ihrer neuen Freundin. Sie sind auf dem Weg ins Ausland, auf dem Weg in ihr neues unbekanntes Leben und trinken dabei Champagner.

Der Leser erfährt sehr wenig über Tabeas Lebensumstände, ihre Umwelt wie z.B. Freunde und Hobbies. Das Buch lenkt den Blick nur auf die belehrenden Gespräche zwischen Chirra und Tabea. Deshalb ist es für mich kein Roman und auch keine Geschichte. Es geht hier ausschließlich um Selbstfindung, die These "wir sind alles Götter und Göttinnen", verschiedene Dimensionen in der wir leben und weitere Thesen. Manche Behauptungen die hier aufgestellt werden, finde ich sehr grenzwertig. Es gibt ein paar interessante Denkansätze.

Dennoch, das Buch hat mich gar nicht überzeugt und ich hatte teilweise den Eindruck es wäre etwas Schizophren, besonders am Ende des Buches.

Ich kann das Buch leider nicht als Lebensratgeber, als Roman oder was auch immer weiterempfehlen, weil ich nicht hinter der Meinung der Autorin stehe.

Ich sehe das Leben allgemein und den Grund unserer Lebens anders, als hier beschrieben. Ich glaube nicht, dass wir uns vorher ausgesucht haben, was wir sein wollen (Mensch, Tier, Pflanze) und wie wir leben wollen. Kein Lebewesen muss beabsichtigt die Erfahrung machen, Leid in seinem Leben zu erfahren, damit irgendeine Seele davon lernt. Der Gedanke schon alleine, wäre respektlos den Menschen gegenüber, die viel ertragen müssen und kein schönes Leben haben können. Chirra würde hier sagen, dass sich genau dieses Leid, das Wesen so ausgesucht hat und das alles der Erfahrung dienen würde.

Bewertung vom 30.05.2024
Wir werden wachsen
van Hooven, Andreas

Wir werden wachsen


ausgezeichnet

Die taffe Biologiestudentin Maja verliebt sich in den hübschen Unternehmersohn Jasper. Aber wie kann das gut gehen wenn beide so unterschiedlich denken und aus verschiedenen Gesellschaftsschichten kommen?

Der Roman war sehr interessant, spannend, modern und kurzweilig. Die Gesinnung von Maja zog sich wie ein roter Faden bis zum Ende. Das Buch hat sich leicht gelesen und im Glossar, ganz am Ende, konnte ich immer nachlesen wenn ich ein paar Fachwörter nicht verstanden habe.

Dadurch, dass immer im Wechsel aus Sicht von Jasper oder Maja erzählt wird, erfährt der Leser viele Beweggründe, Gedanken und Gefühle der beiden. Auch Jaspers Mutter Hanne, kommt ab Mitte des Romans, zweimal kurz zu Wort und der Leser erfährt ihre Sicht auf die jungen Leute. Erst mochte ich diese kalte Frau nicht aber nach und nach wurde sie mir immer sympathischer. Ich weiß nicht, ob ich diese Charakterstärke hätte wie sie.

Die besondere Geschichte der beiden Protagonisten finde ich durchaus realistisch. Bis auf das Ende. Das habe ich wirklich anders erwartet und ich bin etwas überrascht. Es ist für mich keine Lösung des Problems aber das sieht jeder sicher anders. Ein bisschen Action und Drama ist ok aber zum Schluss ging mir alles viel zu schnell. Ich hätte mir etwas anderes gewünscht. Dennoch, das Buch ist toll und zeitgemäß. Es regt zum Nachdenken an.

Ich empfehle es allen, die nicht nur romantische Liebesgeschichten mit Happy End lesen möchten und ein bisschen Politik schadet ja niemandem. Normalerweise.... :)

Bewertung vom 30.04.2024
Die Tage des Wals
O'Connor, Elizabeth

Die Tage des Wals


ausgezeichnet

Die Geschichte "Die Tage des Wals" nimmt den Leser mit, auf eine kleine Insel in der Nähe von Irland. Zwölf Familien leben dort und die 18 jährige Manod ist eine von ihnen. Die junge Frau hat schon früh die Mutterrolle übernommen und führt dem verwitweten Vater den Haushalt. Sie kümmert sich, so gut sie kann, um die leicht zurückgebliebene jüngere Schwester. Das Leben der Inselbewohner ist karg, hart und sehr einfach. Es lässt kaum Platz und wenig Möglichkeit, für die schönen Dinge des Lebens und so entstehen Träume, Sehnsüchte und Aberglaube. Die Inselbewohner, soweit sie die Insel nicht verlassen, entwickeln sich in ihrem Leben nicht weiter und bleiben naiv und rückständisch.

Für Außenstehende mag das alles exotisch wirken und so geschieht es, dass eines Tages zwei junge Engländer auf die Insel kommen und das Leben dort erforschen möchten.

Manods Wunsch die Insel zu verlassen wächst immer mehr, als sie sich auf die beiden Studierenden einlässt. Zeitgleich strandet auf der Insel ein großer Wal und ein Krieg auf dem Festland naht.

Die Autorin hat die Stimmung ganz einfach in kurzen Sätzen eingefangen. Ähnlich wie im Stil eines Tagesbuchs. Oft werden die Momente und das Erlebte ganz abgeklärt und kühl beschrieben. Dennoch sind viele Begebenheiten recht farbig erzählt und der Leser/die Leserin kann sich dadurch, die Gerüche, Farben und Formen sehr gut vorstellen. Die Texte der studierenden Engländern, mit ihren erforschten Geschichten, werden immer wieder in die Erzählung mit eingebunden.

Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Ich fand ihn schön leicht zu lesen. Der Erzählstil war anfangs etwas ungewöhnlich für mich aber durchaus interessant. Ich konnte mich gut in die Situationen einfühlen und mir taten die Inselbewohner unheimlich leid. Sie wurden regelrecht von den Engländern in ihrer Naivität und Gastfreundschaft ausgenutzt. Einige Geheimnisse der Inselbewohner und das Ende von Manod und ihrer Familie sind offen gelassen. Ich würde wirklich sehr gern eine Fortsetzung der Geschichte lesen und mehr über diese Zeit und diese Region erfahren. Wobei es sich hier allerdings um eine erfundene Geschichte handelt. Ich denke dennoch, dass es sehr nah an der Wirklichkeit erzählt ist.

Bewertung vom 15.04.2024
Paare
Millner, Maggie

Paare


gut

Gefühle und Liebe in Reimform und aus Sicht der 2. Person Singular erzählt

Ich bin etwas überrascht, weil ich eine Geschichte über verschiedene Paare mit einem roten Faden und Handlung erwartet habe.

In der Erzählung "Paare" geht es um das Gefühlsleben einer jungen Frau. Diese lebt anfangs in einer Beziehung mit einem Mann und bemerkt irgendwann, dass sie sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlt. Dass was die Protagonistin in ihrer alten Beziehung vermisst hat, wie z.B. Aufregung, neue Dinge im Bett, Herzschmerz, abgewiesen zu werden, oder gar betrogen zu werden, entdeckt sie jetzt mit einer Frau. Es werden ein paar Situationen und Begebenheiten beschrieben aber der Leser/die Leserin erfährt immer nur kleine "Häppchen" an Informationen. Die Charaktere bleiben leider "schwammig und fad".

Ihre Empfindungen und das Erlebte, drückt die Erzählende teilweise in Reimform aus.

Das hier ist mein erster Ausflug in die Lyrik, deshalb ist es für mich kaum möglich, eine fachkundige Rezi über diesen Roman zu schreiben. Dennoch kann ich meine Empfindungen erklären, die ich beim Lesen hatte.

Das Buch war für mich interessant und ein bisschen spannend. Ich wollte nach jedem Kapitel wissen, wie es weiter geht oder verstehen, was die junge Frau bewegt. Anfangs musste ich mich ziemlich konzentrieren um ganz folgen zu können aber mit der Zeit wurde es leichter. Am Ende der Geschichte hatte ich den Eindruck, dass die Protagonistin sich ein Stück weiterentwickelt hat. Sie hat neue Gefühle entdecken können wie z.B. Eifersucht oder Unzuverlässigkeit. Letztendlich ist sie durch ihre neue Beziehung nicht glücklicher und tritt irgendwie auf der Stelle.

Das Erzählte wechselt sich ständig ab. Es gibt zwei Arten des Schreibens. Ein Teil ist in Reimen geschrieben und darauf folgt dann eine Passage in "Du Form". Also so, wie wenn jemand an die Protagonistin schreibt oder wie wenn diese, Selbstgespräche führen würde über die Dinge, die sie erlebt hat. "Du fühltest, du hast, du wolltest, du bist .... etc. Diese Art des Schreibens empfand ich als etwas Besonderes weil es dem Leser/der Leserin eine andere Sicht zeigt und einiges erklärt.

Ich hätte mir etwas mehr "Geschichte" gewünscht und weniger Gefühle, die sich leider teilweise im Kreis gedreht haben.

Den Roman würde ich Lesern und Leserinnen empfehlen, die gern Lyrik lesen und sich damit auskennen.

Bewertung vom 15.04.2024
Meine Großeltern & ich!
Giebichenstein, Cornelia

Meine Großeltern & ich!


ausgezeichnet

Erinnerungen und Begebenheiten mit dem Engelkind, einige Momente hübsch festgehalten in einem Buch.

Das gebundene Buch "Meine Großeltern & ich" ist sehr hübsch gestaltet und enthält viele Fragen und Antworten.

Manche Seiten kann auch das Enkelkind mitgestalten. Andere Eintragungen wiederum wissen nur die Großeltern und können nur von ihnen erfasst werden. Viele Überraschungen und Begebenheiten werden hier festgehalten und sicher später einmal das Enkelkind erfreuen.

Es geht los mit der Seite " Vor meiner Geburt". Hier trägt man ein, wann die Großeltern erfahren haben, das ihr Enkelkind unterwegs ist oder wem die Großeltern als Erstes davon erzählt haben. Eine weitere Frage ist, was für die Oma selbst, das schönste war, als sie Mama geworden ist.

Es ist sehr viel Platz für alle möglichen Fotos.

Vom ersten bis zum zehnten gemeinsamen Jahr, wird alles Wichtige festgehalten. Auch Geheimnisse können erwähnt werden, wie zum Beispiel:,, Am ... habe ich euch zum ersten Mal etwas anvertraut, dass ich meinen Eltern nicht erzählt habe."

Die Großeltern werden gefragt, was sie mit Stolz erfüllt oder was sie dem Enkelkind von Herzen wünschen. Am Ende des Buches gibt es einen kleinen Stammbaum.

Ich finde das Buch spannend. Die Fragen an die Großeltern sind interessant und nicht langweilig. Jeder der sich gern mit sich selbst und seinen Enkelkindern beschäftigt, wird sicher Freude daran haben, dieses Buch auszufüllen.

Es ist ein netter Begleiter für einen langen Zeitraum. Vor der Geburt des Enkelkindes bis zum fast erwachsenen Dasein.

Wenn es früher so etwas gegeben hätte und meine Großeltern hätten mir so ein prall ausgefülltes Buch geschenkt, ich hätte mich riesig gefreut. Es ist schön, wenn Erinnerungen an die gemeinsame Zeit mit den Enkelkindern nicht verloren gehen und sie derjenige festhält, der es am ehesten weiß. Ich empfehle das Buch allen Großeltern die Freude mit ihren Enkelkindern haben.

Bewertung vom 08.04.2024
Eine leise Ahnung von Glück
Lange, Kerstin

Eine leise Ahnung von Glück


ausgezeichnet

Grenzenlose Liebe, dramatische Entscheidungen, gelebter Widerstand und eine spannende Spurensuche.

In der Geschichte "Eine leise Ahnung von Glück", bekommt der Leser einen tiefen Einblick in das Leben zweier junger Frauen. Die mutige junge Carole, lebt in einem kleinen Dorf in Frankreich. Es ist die Zeit um 1940. Carole fühlt sich verlassen, ihre Mutter ist an Krebs gestorben und sie kämpft sich allein durch den Alltag. Sie ist sehr warmherzig und kümmert sich liebevoll um den kleinen Nachbarn Emile. Die Zeiten sind hart und mit Angst und Schrecken durchzogen. Carole erledigt den Haushalt für sich und ihren ständig angetrunkenen Vater. Sie ist nie richtig glücklich und sie weiß auch gar nicht, wann sie das letzte Mal ohne Sorgen war. Bis eines Tages ein attraktiver, deutscher Soldat bei ihnen einquartiert wird. Es sind immer nur ein paar Momente von Glück und Liebe, die sie erfährt und dann muss sie irgendwann eine sehr schwere Entscheidung treffen.

Gleichzeitig erfährt der Leser von der jungen, strukturierten Louisa. Louisa lebt in Düsseldorf. Es ist das Jahr 2023, als sie ganz zufällig auf einer Familienfeier erfährt, dass ihre Wurzeln in Frankreich liegen. Auch Louisas Mutter ist gestorben und sie kümmert sich um ihren garstigen, alten Vater. Der Vater hat nie ein nettes Wort für Louisa übrig und er vergrault jede Pflegekraft, bis ein junger Arzt diesen Job übernimmt.

Im Leben der Frauen gibt es viele Parallelen und am Ende der Geschichte, erlebt der Leser einige Überraschungen.

Ich finde den Roman wunderbar leicht zu lesen. Er ist wirklich spannend und sehr emotional erzählt. Die Geschehnisse werden deutlich und authentisch beschrieben, sodass ich mich gut in die damalige Zeit versetzen kann. Auch der Teil, der in der Gegenwart spielt, ist realistisch und für mich absolut nachvollziehbar. Das Buch hat mich noch lange danach beschäftigt.

Diesen Roman empfehle ich eigentlich allen Lesern und Leserinnen, weil er sehr facettenreich ist. Leser und Leserinnen, die gern Geschichten aus der Kriegs- und Nachkriegszeit lesen, um zu erfahren, wie das Leben damals war und was es mit den Menschen gemacht hat, werden den Roman sicher mögen. Schön finde ich, dass das Ende eine positive Überraschung bereit hält, womit der Leser nicht rechnet.

Bewertung vom 28.03.2024
Der Name meines Vaters
Dreßler, Margarete

Der Name meines Vaters


sehr gut

Leichter Psychokrimi mit einer bewegenden Geschichte

In der Geschichte "Der Name meines Vaters" geht es hauptsächlich um Mario, seinen Charakter, seine Wurzeln, seine Vorlieben für Theater und Frauen. Mario hatte eine schwere Kindheit und wuchs ohne seinen leiblichen Vater auf. Erst als Marios Mutter ermordet wird, sucht er aktiv Kontakt zu seinem unbekannten Erzeuger.

Das Buch bietet dem Leser ein paar Überraschungen, und gibt interessante Einblicke in die Film und Theaterwelt. Marios Gedanken werden oft und gut beschrieben und der Leser kann sich so ein komplettes Bild von der gestörten Psyche des Protagonisten machen. Es dreht sich viel um seine Mordgedanken und Minderwertigkeitskomplexe. Auch Marios Vater, ein großer Philosoph und intelligenter Mann, ist ein rätselhafter Kauz.

Zwischen dem Vater und Mario entwickelt sich eine vertraute und enge Beziehung. Sie teilen sich sogar einige Frauen und beide gehen keine festen Bindungen ein. Der Leser erfährt, das Marios Vater eine sehr bekannte Persönlichkeit ist aber um wen es genau dabei geht, das bleibt auch bis zum Ende verborgen. Der Vater ist sehr gebildet und gut aussehend und weiß das auch. Er versucht die Erziehung seiner Enkelkinder in die, für ihn richtige Richtung, zu lenken. Er unterstützt seinen Sohn finanziell und mit Rat und Tat wo er nur kann.

Ich empfand dieses Buch als eine interessante Abwechslung zu meiner sonstigen gelesenen Lektüre. Ich habe einiges über das Theaterleben und den Filmdreh erfahren und kann mir gut vorstellen, dass die Schauspieler bei ihrer Arbeit oft an ihre Grenzen kommen. Leider hat die Geschichte aber auch einige Vorurteile geschürt. Z.B. Dass es Schauspieler alle untereinander treiben und vor der Kamera. Die Aussage ist immer wieder, dass keiner von ihnen eine feste Beziehung halten kann, das diese Menschen ein anderes Gewissen und eine andere Moral haben und sich einiges in der Welt erlauben dürfen, samt einen Mord zu begehen weil sie so Elitär sind.

Ich empfehle diesen Roman allen Lesern, die gern leichte Krimis mit einem Anteil von Psycho lesen. Leser, die das Theater und Film Leben interessant finden, kommen hier eventuell auch auf ihre Kosten. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass es sich um eine erfundene Geschichte handelt, die dem Leser eine andere Seite der Promi und Glitzerwelt zeigt.