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ech
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Bochum

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Insgesamt 784 Bewertungen
Bewertung vom 07.01.2026
Pflüger, Andreas

Kälter


ausgezeichnet

Grandioser Thriller aus den letzten Tagen des Kalten Krieges

Mit diesem Buch legt der Autor Andreas Pflüger einen grandiosen Thriller aus der Endphase des Kalten Krieges vor, der mich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Obwohl hier einige Protagonisten aus dem Vorgänger „Wie Sterben geht“ in tragenden Nebenrollen mitwirken, braucht man für das Verständnis keine Vorkenntnisse aus diesem Buch. Alle erforderlichen Informationen zu diesen Akteuren und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne den Lesefluss zu stören. Dabei sind allerdings einige Spoiler zu diesem Vorgänger unvermeidbar.

Luzy Morgenroth führt sein einigen Jahren ein ruhiges Leben als Polizistin auf der Insel Amrum, doch niemand ihrer Kollegen und Freunde dort weiß, welches Leben sie vor dieser Zeit geführt hat. Dies ändert sich, als im Herbst 1989 einer ihrer Freunde spurlos von einer Fähre verschwindet und Luzy kurz darauf einem Killerkommando gegenübersteht. Dabei erkennt sie, dass der Mann, der einst ihr Leben zerstört hat, noch am Leben ist. Und so wird aus der einfachen Polizistin ein eiskalter Racheengel, der gegen ein Geheimdienstimperium antritt, um endlich eine längst fällige Rechnung zu begleichen.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und steuert sie ohne große Schnörkel auf einen fulminanten Showdown zu. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Mit seiner bildhaften Sprache gelingt es dem erfahrenden Drehbuchautor dabei auch hier wieder ganz hervorragend, das Geschehen vor dem geistigen Auge erscheinen zu lassen und so das Kopfkino mächtig anzukurbeln. Dadurch entwickelt das Buch von der ersten Seite an eine unheimliche Sogwirkung, die einem beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen lässt. Zudem baut er einige reale Ereignisse aus der Zeit des kalten Krieges und dem Fall der Mauer in seine Geschichte ein und beweist dabei, wie intensiv er für sein Buch recherchiert hat.

Wer auf spannende und atmosphärisch dichte Thriller mit starken Figuren steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Auf das nächste Werk von Andreas Pflüger bin ich schon sehr gespannt.

Bewertung vom 07.01.2026
Cross, Ethan

Im Labyrinth der Furcht


sehr gut

Gelungene Fortsetzung der Thriller-Reihe um den charismatischen Killer Francis Ackerman jr.

Mit diesem Thriller setzt der Autor Ethan Cross seine inzwischen dritte Reihe, in der der charismatische Serienkiller Francis Ackerman jr. im Mittelpunkt des Geschehens steht, fort. Nach sechs Bänden der Shepherd-Reihe und vier Bänden, in denen Francis an der Seite von Nadia Sharizi als Sonderermittler des FBI seine besonderen Fähigkeiten zeigen konnte, bekommt er es hier nun mit dem Hüter zu tun, der dieser Reihe auch seinen Namen gibt.

Der zweite Band schließt direkt an die Geschehnisse im Auftaktband an, so dass es sich schon empfiehlt, zumindest diesen Band bereits zu kennen. Darüber hinaus braucht man hier aber keine Vorkenntnisse aus den vorherigen Bänden der beiden ersten Reihen, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Nach den dramatischen Ereignissen in Glasgow sind Francis Ackerman jr, sein Bruder Marcus Williams, seine Schwester Annabelle und sein Schützling Jesse Gibson in der Gewalt des mysteriösen Hüters, der ganz besondere Pläne mit seinen Gefangenen hat. Hat Francis in diesem skrupellosen Gegner seinen Meister gefunden oder gibt es noch einen Ausweg aus der verzweifelten Lage ? Parallel sucht Nadia Scharizi verzweifelt nach einem Hinweis auf den Aufenthaltsort des Hüters. Kann ihr der Bewahrer, der in Besitz von Demons Liste ist, weiterhelfen ? Doch dazu muss sie erst einmal wissen, wer sich hinter diesem Namen verbirgt.

Mit einem packenden Schreibstil, einigen überraschenden Wendungen und einem hohen Erzähltempo, dass einem beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen lässt, treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und lässt sie schlussendlich in einen fulminanten und zweigeteilten Showdown münden. Dabei wechselt das Geschehen immer wieder zwischen den beiden parallelen Handlungsstränge um Francis und Nadia, die jeweils einen ungefähr gleich großen Anteil bekommen. Und obwohl wir Francis lange Zeit in einer ungewohnt defensiven Rolle erleben, spendiert ihm der Autor doch wieder ein paar ziemlich denkwürdige Auftritte. Dabei muss man sich aber auf die fast schon comichafte Überhöhung des ehemaligen Serienkillers einlassen, um das wilde Treiben in Gänze genießen zu können. Aber auch Nadia, Marcus und die weiteren Nebenfiguren bekommen hier durchaus Raum zur Entfaltung, den sie auch nutzen können. Nach dem krachenden Showdown bringt Ethan Cross die Geschichte allerdings nur zu einem vorläufigen Ende, der Konflikt zwischen Francis und dem Hüter ist aber noch längst nicht entschieden.

Wer Gefallen an actionreichen Thrillern mit ungewöhnlichen Protagonisten findet, wird hier daher sehr gut bedient und spannend unterhalten. Nicht das beste Buch mit Francis Ackerman jr. in der Hauptrolle, unter dem Strich aber doch gute Thrillerkost.

Bewertung vom 15.12.2025
Skalecki, Liliane

Der Bildersammler


ausgezeichnet

Packender und atmosphärisch dichter Thriller aus der Kunstszene

Mit diesem Buch legt die Autorin Liliane Skalecki einen weiteren atmosphärisch dichten Thriller vor, der mich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte. Obwohl die Hauptfigur Tessa von Linden auch bereits im Thriller „Dunkeldorf“ mitgewirkt hat, braucht man her keine Vorkenntnisse aus diesem Buch.

Die Kunsthistorikerin und Restauratorin Tessa von Linden macht bei einem Abendspaziergang durch den Flüsterwald eine erschreckende Entdeckung, als sie in einer Kapelle die grausam zur Schau gestellte Leiche eines jungen Mannes entdeckt. Schnell erkennt sie, dass die Auffindesituation einem Gemälde nachempfunden ist und kann den ermittelnden Kommissar Lennart Wiedemeyer mit ihrem Fachwissen unterstützen. Im Laufe der Ermittlungen stoßen Tessa und Lennart auf weitere Morde nach dem gleichen Muster. Und der Täter hat auch bereits sein nächstes Opfer im Visier.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und liefert am Ende einen dramatischen Showdown mit einer überzeugenden Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Im Wesentlichen erleben wir die Geschichte aus der Perspektive von Tessa, die im Zuge der Ermittlungen tief in die hessische Kunstszene eintaucht. Durch geschickt eingestreute Rückblenden haben wir Leser lange Zeit einen kleinen Wissensvorsprung gegenüber den Ermittlern, ohne dass diese Passagen schon zu viel über die Auflösung verraten.

Wer packende und atmosphärisch dichte Thriller mag, wird hier bestens bedient und unterhalten.

Bewertung vom 08.12.2025
Schwarz, Gunnar

Der Puppenflüsterer (Thriller)


ausgezeichnet

Spannender Thriller aus Hamburg, der mit gut aufeinander abgestimmten Ermittlern aufwartet

In diesem Thriller schickt der Autor Gunnar Schwarz das Ermittlerteam um Tabea Kurz und Frank Schünemann aus Hamburg in ihren dritten Fall, der mich erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Man braucht hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber doch, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Gerade erst hat Tabea Kurz ihre Abschlussprüfung bestanden und ist nun endgültig festes Mitglied des Ermittlerteams um Frank Schünemann, da wartet schon der nächste bizarre Fall. Als ein Kühltransporter in einen Verkehrsunfall verwickelt wird und unter der Ladung ein tiefgefrorener menschlicher Fuß gefunden wird, wird das Team zu den Ermittlungen hinzugezogen. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass der Fuß in einer Pathologie entwendet wurde und es zuvor schon zu ähnlichen Diebstählen gekommen ist. Doch dann ergeben sich Hinweise, dass wesentlich mehr als nur ein Fetisch hinter der Sache stecken könnte, und sich hier ein perfider Täter die Einzelteile für eine ganz besondere Puppe zusammenstellt. Und die letzten Teile benötigt er frisch.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran, legt geschickt ein paar falsche Fährten und liefert am Ende einen fulminanten Showdown mit einer schlüssigen Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Die Geschichte wird fast ausschließlich aus den wechselnden Perspektiven der beiden Hauptermittler erzählt, immer wieder eingestreute Passagen aus der Sicht des Täters sorgen für zusätzliche Spannung, ohne dabei bereits zu viel über dessen Identität zu verraten. Zudem erhalten auch die übrigen Mitglieder des Ermittlerteams hier Raum zur Entfaltung, auch wenn die Geschichte im Wesentlichen auf Tabea und Frank zugeschnitten ist. Fein dosierte Ausflüge in das komplizierte Gefühlsleben der beiden ungleichen Ermittler lockern das eher düstere Geschehen zudem immer wieder ein wenig auf, die Ermittlungen steht dabei aber immer im Mittelpunkt des Geschehens.

Wer auf spannende und abgründige Thriller steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Die Messlatte für die nachfolgenden Bände wird noch einmal ein Stück höher gehängt.

Bewertung vom 08.12.2025
Boehler, Arne M.

... und war tot.


ausgezeichnet

Packender und atmosphärisch dichter Thriller mit einer Ermittlerin in großen Nöten

In diesem Thriller schickt der Autor Arne M. Boehler seine Ermittlerin Svenja Paulus von der Kriminalpolizei Augsburg in ihren zweiten Fall und konnte mich dabei auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

Für mich war es dabei die erste Begegnung mit der unkonventionellen Ermittlerin und auch wenn hier einige Erzählfäden aus dem Auftaktband weitergeführt werden, hatte ich nicht das Gefühl, dass mir hier Vorkenntnisse fehlen würden. Alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Svenja Paulus ist derzeit vom Dienst suspendiert, weil ihr vorgeworfen wird, ihren Ex-Freund und Vater ihres Sohnes Paul brutal erschlagen zu haben. Daher ist sie eher genervt, als plötzlich die 15-jährige Iska vor ihr steht und behauptet, dass in dem Jugendheim, in dem sie seit kurzem untergebracht ist, ein Mädchen vor ihren Augen aus dem Fenster gefallen ist. Oder wurde sie in Wirklichkeit gestoßen ? Svenja kennt Iska von einem früheren Fall und weiß daher, dass es das Mädchen mit der Wahrheit nicht immer ganz genau nimmt. Und so versucht sie zunächst, sie abzuwimmeln. Als ihr dämmert, dass vielleicht doch mehr hinter der Sache stecken könnte, hat sich Iska bereits durch eigene Nachforschungen in große Gefahr gebracht.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und steuert sie zielsicher auf einen krachenden Showdown zu, der eine schlüssige Auflösung bietet, bei der keine wesentlichen Fragen offenbleiben. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Und auch wenn der eigentliche Fall in sich abgeschlossen ist, wartet das Ende noch mit einer faustdicken Überraschung auf, der die Neugierde auf den nächsten Band doch ziemlich in die Höhe treibt.

Wer auf spannende und atmosphärisch dichte Thriller, wird hier bestens bedient und unterhalten.

Bewertung vom 02.12.2025
Bruun, Nele

Verbranntes Grab (Zwischen Mord und Ostsee - Küstenkrimi 8)


sehr gut

Spannender Krimi aus dem hohen Norden, der mit gut aufeinander abgestimmten Ermittlern aufwartet

Mit diesem Kriminalroman legt die Autorin Nele Bruun ihren zweiten Beitrag innerhalb der Krimi-Reihe „Zwischen Mord und Ostsee“ vor, deren ersten sechs Bände aus der Feder von Thomas Herzberg stammen. Da mit dem Autorenwechsel auch neue Ermittler das Ruder übernommen haben, handelt es sich hier quasi um einen Neustart der Reihe, für den man auch kein Vorwissen benötigt.

Man braucht hier grundsätzlich auch keine Vorkenntnisse aus dem ersten Band mit den neuen Ermittlern, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Als in der Silvesternacht drei Frauen während des auf Föhr beliebten Kenkner-Brauches spurlos verschwinden und kurz darauf am Strand eine bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche gefunden wird, übernehmen Birte Lohse und Rainer Speckmann von der Kriminalpolizei Flensburg die Ermittlungen. Als sich immer stärker abzeichnet, dass es sich bei der Leiche um eine der verschwundenen Frauen handelt, werden die Ermittlungen zum Rennen gegen die Zeit. Können Birte und Rainer die beiden anderen Frauen noch retten und den Mörder, dessen Motive zunächst völlig im Dunkeln liegen, rechtzeitig stoppen ?

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und bietet dabei eine ausgewogene Mischung aus Krimihandlung und Lokalkolorit. Am Ende gibt es einen spannenden Showdown mit einer überraschenden, aber dennoch schlüssigen Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Vor allem das Zusammenspiel von Birte und Rainer, die nicht nur beruflich, sondern auch privat ein Paar sind, funktioniert sehr gut, die beiden ungleichen Ermittler sind mir schnell ans Herz gewachsen.

Wer auf spannende Kriminalromane aus dem hohen Norden steht, wird hier gut bedient und unterhalten. Für die weiteren Auftritte der Ermittler bleibt aber weiterhin noch ein wenig Luft nach oben.

Bewertung vom 21.11.2025
Martensen, Manuel

Das Dünenversteck


ausgezeichnet

Spannender und atmosphärisch dichter Thriller aus dem hohen Norden

In diesem Thriller schickt der Autor Manuel Martensen seinen Ermittler Walter Bork und sein Team aus der fiktiven Kleinstadt Nordsum in ihren vierten Fall, der mich erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Man braucht hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus den ersten drei Bänden, um das Buch lesen und nachvollziehen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber doch, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Als in den Nordsumer Dünen eine skelettierte Leiche gefunden wird, übernehmen Walter Bork und sein Team die Ermittlungen. Dabei ahnt Martin Harring zunächst nicht, wie tief seine eigene Familie in diesen Fall verstrickt ist. Denn sein an Demenz erkrankter Vater scheint mehr über die Identität des Toten zu wissen. Und als dann auch noch sein Cousin Mario spurlos verschwindet und Martin eine anonyme Nachricht erhält, die Mario des Mordes bezichtigt, gerät das Leben von Martin und seiner Familie endgültig aus den Fugen.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und bietet am Ende einen packenden Showdown mit einer schlüssigen Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Auch bei seinem vierten Auftritt macht es einem der eigenwillige Ermittler Walter Bork nicht wirklich leicht, ihn zu mögen, obwohl ich mich inzwischen durchaus an seine bisweilen etwas ruppige Art gewöhnt habe. Die Rolle der Sympathieträger übernehmen auch diesmal wieder eher andere Protagonisten, mit denen man aber gerne mitfiebert und auf ein gutes Ende hofft.

Wer auf atmosphärisch dichte Thriller aus dem hohen Norden steht, wird hier gut bedient und spannend unterhalten.

Bewertung vom 17.11.2025
Hausladen, Simone

Das Münster-Komplott


ausgezeichnet

Verheißungsvoller Auftakt einer neuen Krimi-Reihe aus Münster

In diesem packenden Münster-Krimi schickt die Autorin Simone Hausladen ihren Ermittler Konstantin Dietrich von der Kriminalpolizei Münster in seinen ersten Fall und konnte mich dabei gleich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

Konstantin Dietrich hat sich gerade erst aus Bayern nach Münster versetzen lassen, um dort als Leiter des KK 11 einen beruflichen Neuanfang zu wagen. Einige private Probleme hat er aber auch im Gepäck, als er an seiner neuen Wirkungsstätte ankommt. Viel Zeit sich einzuleben und die neuen Kollegen kennenzulernen bleibt ihm aber nicht, denn er wird gleich mit einem kniffligen Mordfall konfrontiert. Eine erfolgreiche Psychiaterin wird nahe der Klostermühle Hohenholte erschlagen aufgefunden. Hängt ihr Tod mit dem denkwürdigen Auftritt beim Kramermahl zusammen, bei dem sie kurz vor ihrem Tod fünf der dort Anwesenden mit brisanten Enthüllungen gedroht hatte, oder ist das Motiv eher im privaten Umfeld des Opfers zu finden ?

Mit einem packenden Schreibstil und einer ordentlichen Portion Lokalkolorit treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und bietet am Ende eine absolut schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Der übliche Spagat eines Auftaktbandes, zum einen eine interessante Geschichte zu erzählen, die Lust auf weitere Bände macht, und zum anderen die Protagonisten, die diese Geschichten tragen sollen, sorgfältig einzuführen, gelingt ganz hervorragend und macht direkt Lust auf mehr. So sind die Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen durch die Bank gut gezeichnet und vielschichtig angelegt. Die Geschichte ist dabei zwar sehr stark auf die Hauptfigur zugeschnitten, doch auch die weiteren Mitglieder des KK 11 deuten hier durchaus ihr Potential für weitere Auftritte an. Und obwohl die privaten Probleme von Konstantin hier einen breiten Raum einnehmen, steht die Krimihandlung doch immer im Vordergrund des Geschehens.

Wer auf spannende Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Auf den nächsten Auftritt dieses überzeugenden Teams bin ich nun schon sehr gespannt.

Bewertung vom 12.11.2025
Gerling, Volker

Die Todesfalle - Ein Fall für Skalla und Krampe


sehr gut

Packender und temporeicher Thriller, der Lust auf mehr macht

In diesem packenden und atmosphärisch dichten Thriller schickt der Autor Volker Gerling, der seine Werke früher unter dem Pseudonym V. S. Gerling veröffentlicht hat, seine Hauptfiguren in eine packende und temporeiche Jagd auf einen perfiden Serienmörder. Das Buch ist zugleich der Auftakt einer neuen Reihe und macht auf jeden Fall Lust auf mehr.

Gerade als ihre aktuellen Recherchen zu illegalen Medikamententests kurz vor dem Scheitern stehen, lernt die Investigativjournalistin Rachel Skalla auf einer Party Mark Kreutzer kennen, der ihrer Geschichte durch seine Kontakte doch noch zum Durchbruch verhilft. Im Gegenzug will Rachel Mark helfen, die Unschuld seines Vaters zu beweisen, der vor Jahren wegen des Mordes an einer Prostituierten verurteilt wurde. Als Rachel entdeckt, dass hier offenbar ein perfider Serienmörder am Werk ist, der Unschuldige für seine Taten büßen lässt, zieht sie ihren Bekannten Daniel Krampe, der als Fallanalytiker für das BKA arbeitet, hinzu. Doch da ist der Mörder längst auf seine Verfolger aufmerksam geworden und nimmt sie nun selbst ins Visier.

Mit einem packenden Schreibstil, einigen überraschenden Wendungen und vielen kurzen Kapiteln, die mit ständigen Orts- und Perspektivwechseln aufwarten und so für ein hohes Erzähltempo sorgen, legt der Autor hier einen rasanten Thriller vor, der einem beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen lässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die auch durchaus reichlich Potential für weitere Auftritte aufweisen. Dass hier die Identität des Täters doch recht früh enthüllt wird, nimmt der Geschichte nichts von ihrer Spannung, ganz im Gegenteil. Und auch wenn der Autor ab und an dazu neigt, etwas dick aufzutragen, bietet das Buch insgesamt doch beste Thrillerunterhaltung.

Ein gelungener Thriller voller Action und Dramatik, der die Messlatte für die weiteren Bände gleich ziemlich hoch hängt.

Bewertung vom 29.10.2025
Llewellyn, Ralph

Alex Brandt (eBook, ePUB)


sehr gut

Packender und atmosphärisch dichter Mystery-Thriller aus Frankfurt

In diesem atmosphärisch dichten Mystery-Thriller schickt der Autor Ralph Llewellyn seinen Ermittler Alexander „Alex“ Brandt und sein gut aufeinander abgestimmtes Team in ihren ersten Fall. Dabei konnte er mich zwar nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber doch gut und spannend unterhalten.

Als in einem Frankfurter Restaurant fünf Leichen aufgefunden werden, übernehmen Alex und sein Team die Ermittlungen und stehen dabei von Beginn an unter einem großen öffentlichen Druck. Obwohl allen Leichen fachmännisch das Herz entnommen wurde, tragen sie dennoch ein seliges Lächeln auf den Lippen und scheinen sich auch nicht gegen ihren Tod gewehrt zu haben. Da die Spurenlage am Tatort äußerst dünn ist und unter den Angehörigen weder Motiv noch Verdachtsmomente auszumachen sind, suchen die Ermittler nach ähnlichen Fällen aus der Vergangenheit und werden schnell fündig. Doch die Fälle gehen bis in das Jahr 1792 zurück und scheinen sich in einem Rhythmus zu wiederholen, die in Verbindung zur Zahl 12 steht. Wie sollen die Ermittler nun einen Fall lösen, bei dem die Regeln der Logik, an denen sie sich sonst orientieren, außer Kraft gesetzt scheinen ?

Mit einem packenden Schreibstil treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und baut auch schnell Spannung auf. Dabei bedient er sich einer sehr bildhaften Sprache, die das Kopfkino ordentlich ankurbelt, trägt allerdings zuweilen doch etwas dick auf, so dass die Bilderflut die eigentliche Geschichte immer wieder etwas zu sehr in den Hintergrund rückt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Dabei erleben wir das Geschehen aus den immer wieder wechselnden Perspektiven der Ermittler, wobei der Fokus schon eindeutig auf Alex gerichtet ist. Und gerade der macht es einem mit seinem bisweilen ziemlich eigenwilligen Auftreten nicht immer leicht, ihn zu mögen. Im Laufe der Geschichte lässt er uns aber immer mehr hinter seine Fassade blicken und konnte so doch noch ein paar Sympathiepunkte bei mir sammeln. Am Ende liefert der Autor einen spannenden Showdown, in dem die Mordserie aufgeklärt wird, lässt die Geschichte und vor allem seine Hauptfigur aber dennoch mit einem offenen Ende zurück, dass die Neugierde auf die Fortsetzung, die noch in diesem Jahr erscheinen soll, noch einmal deutlich steigert.

Wer Gefallen an düsteren Mystery-Thrillern findet, wird hier gut bedient und spannend unterhalten. Für den nächsten Band bleibt aber durchaus noch etwas Luft nach oben.