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Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
Sandhaas
Wohnort: 
Bodenheim

Bewertungen

Insgesamt 245 Bewertungen
Bewertung vom 23.10.2021
Mordlichter / Anelie Andersson ermittelt Bd.1
Winter, Madita

Mordlichter / Anelie Andersson ermittelt Bd.1


ausgezeichnet

Madita Winter ist ein starkes Debut gelungen! Die Hauptperson Anelie Andersson hat es genau so der Liebe wegen an den Polarkreis verschlagen wie die Autorin Madita Winter. Viele eigene Erfahrungen hat Sie dabei in der Geschichte verarbeitet. Winter lässt sich zu Recht viel Zeit die Landschaft am Polarkreis und den kulturellen und geschichtlichen Hintergrund der Menschen, die dort leben inklusive dem Volk der Sami vorzustellen und zu beschreiben. Die Liebe Winters zu all diesem lässt sie den Leser intensiv fühlen. Und trotzdem ist es ihr gelungen eine hochspannende Geschichte zu schreiben, die darüber hinaus auch noch in einem flüssigen Schreibstil abgefasst ist. Wer dieses Buch gelesen hat, wird sicherlich schon auf den 2. Fall von Anelie warten. Hoffentlich kommt dieser bald.

Bewertung vom 17.10.2021
Blutgold
Trost, Dirk

Blutgold


ausgezeichnet

Blutgold ist ein spannender Krimi, der absolut stimmig und flüssig geschrieben ist. Dirk Trost verarbeitet dabei aktuelle Themen wie Fleischskandal und Affären um Politiker. Und genau das macht die Story auch greifbar und nachvollziehbar. Mit viel Akribie werden die Hauptdarsteller eingeführt und dargestellt. Thyra König, die dynamische und sympathische, investigative Journalistin, die ihren ersten größeren Fall erfolgreich ermittelt oder Markus Streyer, der machthungrige, korrupte, skrupellose und gewalttätige Politiker, der im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht.

Das Buch liest sich richtig gut und macht Lust auf eine Fortsetzung.

Bewertung vom 12.10.2021
Der Sucher
French, Tana

Der Sucher


ausgezeichnet

Tana French ist und bleibt eine Meisterin Ihres Faches. Einfühlsam und fast behutsam beschreibt Sie ausführlich und detailverliebt die Atmosphäre, die Personen und die Landschaft Ihrer Geschichte. Wie schon in Ihren Vorgängerromanen erzeugt sie Spannung ohne dabei das Tempo der Erzählung zu erhöhen. Ach ja, um einen Kriminalfall handelt es sich dieses Mal auch wieder, aber das ist eigentlich nur der rote Faden, der sich durch die Geschichte zieht. Faszinierend wie Tana French die Personen schildert und ich habe mich tatsächlich auch schon dabei so gefühlt, als säße ich im Sean O´gs, der Dorfkneipe in der Geschichte mit einem Pint in der Hand und die Gäste beobachtend. Und genau das macht Cal Hooper, der ehemalige Cop aus Chicago auch. Er beobachtet und findet seine Aufgabe darin, der 13-jährigen Trey, deren Familienverhältnisse ihn stark berühren auch.
Kein Buch, das hohen Thrill, dafür aber viel Atmosphäre ausstrahlt.

Bewertung vom 12.10.2021
Schwarzes Herz
Kuhnke, Jasmina

Schwarzes Herz


sehr gut

Aufrüttelnder Roman
Zugegebenermaßen bin ich eigentlich kein Romanleser und mehr in den Genres Krimi und Thriller unterwegs. Das Thema Rassismus hat aber mein Interesse geweckt und ich habe Jasmina Kuhnkes Debütroman "Schwarzes Herz" mit großer Aufmerksamkeit gelesen.
Geschrieben ist das Buch, das in verschieden Zeitebenen startet, im Stile eines Tagebuches. Geschildert werden die schlechten Erfahrungen mit Rassismus, frauenfeindlicher Gewalt und gesundheitlicher Probleme, die im Leben der Protagonistin von Jugend an ein fester Bestandteil sind. Das Beste daran ist, dass es sich immer lohnt für ein besseres Leben und Gerechtigkeit zu kämpfen.
Jasmina Kuhnke verzichtet auf eine langsame Einführung in die Rassismus- und Gewaltproblematik. Mit harter und aggressivem Schreiben will Sie aufrütteln, schockieren, zum Nachdenken anregen, aber auch Hoffnung vermitteln sich nicht kampflos einem Schicksal zu überlassen.
Ein Buch, dass vielen Menschen, die mit Ausgrenzungen, Erniedrigungen und Gewalt konfrontiert sind Mut machen kann.

Bewertung vom 03.10.2021
Der Tod und das dunkle Meer
Turton, Stuart

Der Tod und das dunkle Meer


ausgezeichnet

Stuart Turton ist mit „Der Tod und das dunkle Meer“ ein wirklich bemerkenswertes Buch gelungen. Es beginnt schon faszinierend im Hafen von Batavia bevor die Saardam, ein Schiff der Ostindien-Handelsgesellschaft ablegt. Schnell wird klar, dass die Schiffsreise unter keinem guten Stern steht. Die große Frage ist, wer auf diesem Schiff sein Unwesen treibt.
Das Buch ist unfassbar spannend geschrieben. Der Schreibstil von Turton ist sehr eindrucksvoll und flüssig, obwohl er sich immer wieder Zeit nimmt auch kleine Details ausführlich und wortreich zu schildern. Das tut der Spannung aber keinesfalls einen Abbruch. Eher im Gegeteil, denn jedes Detail ist wichtig, um der Lösung des Rätsels näher zu kommen. Besonders zu erwähnen ist auch das Nachwort des Autors, das wirklich lesenswert ist.
Fazit: Dieses Buch ist extrem spannend und eine absolute Leseempfehlung für alle, die Spannung verpackt in eine historische Atmosphäre lieben.

Bewertung vom 03.10.2021
Morgen, Klufti, wird's was geben
Klüpfel, Volker;Kobr, Michael

Morgen, Klufti, wird's was geben


ausgezeichnet

Kluftinger wie er leibt und lebt. So kann man dieses Buch überschreiben. Es ist kurz vor Weihnachten und der Weihnachtsbaum wird geschmückt. Natürlich haben Erika und Kluftinger da ganz unterschiedliche Ansätze und Motivationen. Doch als Erika von der Leiter fällt startet ein langes Band von Katastrophen. Und da sich Kluftinger einfach nicht an Erikas Vorgaben kann schlittert der stets brummelige und doch so liebenswerte Hauptkommissar immer tiefer ins Chaos. Komplettiert wird das alles dann noch von Kluftingers japanischem „Schiegerdings“ Joschi. So gibt es 2 Tage vor Weihnachten wie bei einem Adventskalender 24 Katastrophen zu überstehen. Gerade dieser krasse Kulturgegensatz zwischen Allgäu und Japan macht die Geschichte besonders lesenswert. Wer dabei einen Krimi alla Kluftinger erwartet geht zwar leer aus. Das macht aber auch gar nichts, denn der Lesespaß und ausreichend Lachtränen sind garantiert.

Bewertung vom 03.09.2021
Todsünde / Bennie Griessel Bd.8
Meyer, Deon

Todsünde / Bennie Griessel Bd.8


ausgezeichnet

Bennie Griessel und sein Partner Vaughn Cupido sind stolze Falken und Polizisten durch und durch. Umso härter trifft die beiden eine Strafversetzung. Zwar müssen die beiden nicht wie beabsichtigt nach Laingsburg, sondern nur nach Stellenbosch, aber das trifft die beiden trotzdem hart. Die beiden machen das beste daraus und ermitteln schnell in 2 spektakulären Fällen.
Das Buch startet mit reichlich Action. Dann startet die Deon Mayer mit der Einführung der verschiedenen Handlungsstränge, die am Ende mit steigender Spannung verknüpft werden.
Die Story ist flüssig geschrieben und gewährt viele Einblicke in die südafrikanische Politik. Beim Lesen haben ich mit Sandra Steenberg einer Maklerin mitgelitten und gefiebert.
Das Buch hat mir gut gefallen und kann von mir absolut empfohlen werden.

Bewertung vom 24.08.2021
Ein Prosit auf den Mörder / Clarissas feines Gespür Bd.1
Erlenkamp, Andreas

Ein Prosit auf den Mörder / Clarissas feines Gespür Bd.1


ausgezeichnet

Clarissa von Michel ist gerade erst in den Ruhestand als Hauptkommissarin und Leiterin der Mordkommission eingetreten und sucht Abstand und Erholung im nahe an der Mosel gelegenen Niedermühlenbach. Doch daraus wird nichts. Schnell wird sie in den örtlichen Krimiclub aufgenommen und schon wittert ihre Nase einen Mordfall.
Die Kulisse ist toll gewählt, mitten im Weinland Rheinland-Pfalz ermittelt Clarissa unterstützt durch ihre Clubmitglieder Vera Adenau, Luise Hackenberg und Ferdinand Teichmann, sowie ihren Neffen Alexander von Michel und die Exkollegin Lisa Bellenberg. Diese Hauptpersonen sind eindrucksvoll von Andreas Erlenkamp beschrieben und so unterschiedlich wie sie auch sein mögen, ergänzen sie sich als Team.
Überhaupt ist die Geschichte flüssig geschrieben, wobei Erlenkamp nicht den Schwerpunkt auf Hochspannung und Thrill legt, sondern vielmehr auf die vorstehend erwähnten Hauptcharakter. Erlenkamp lehnt sich dabei an den Schreibstil der Agatha-Christie- und Ellery-Queen-Romane .
"Ein Prosit auf den Mörder" ist leicht verdauliche Kost, gut und schlüssig geschrieben. Bleibt nur zu hoffen, dass es auch einen weiteren Fall für den Krimiclub gibt. Das Lesen hat mir viel Spaß gemacht.

Bewertung vom 22.08.2021
Ischgler Schnee
Weihsmann, Gert

Ischgler Schnee


ausgezeichnet

Gert Weihsmann ist mit Ischgler Schnee ein durchaus beachtenswerter Krimi gelungen.

Die Story erscheint simpel. Der örtliche Polizeibeamte deckt fast zufällig eine Mordserie in Ischgl auf. Hinweise auf einen Täter gibt es nicht. Deshalb wird ein Beamter des Bundeskriminalamtes in Wien mit Ischgler Vergangenheit zur Aufklärung des Falles entsendet. Schnell wird auch klar, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Schauplatz der Morde, dem Ballermann der Alpen geben muss.

Insgesamt wird es dabei verwirrend, da Weihsmann zahlreiche Erzählstränge aufbaut, die auf den ersten Blick keinen Zusammenhang mit den Ereignissen in Ischgl haben.

Weihsman skizziert dabei das dekadente und gewissenlose Leben großer Teile unserer Gesellschaft. Werte scheinen nicht mehr zu zählen und es zählt nur das hier, heute und besonders das Ich! Dabei ist nicht nur das ausschweifende Leben der Touristen in Ischgl gemeint, Aber Amüsierorte wie Ischgl oder Malle bieten die perfekte Bühne für diesen Werteverfall.

Ischgler Schnee ist kein Kriminalroman von der Stange, aber absolut lesenswert!

Bewertung vom 18.08.2021
Die Tote mit der roten Strähne
Kent, Kathleen

Die Tote mit der roten Strähne


ausgezeichnet

Betty Rhyzyk wechselt vom NYPD zum Dallas Police Department. Sie entstammt einer wahren Polizistenfamilie und ist nach dem Tod ihres geliebten Onkels die letzte lebende Polizistin der Familie. Ihr Onkel Benny war stets Mentor und Unterstützer. Seine Weisheiten und Ratschläge begleiten Sie durch die ganze Geschichte.
Wer dabei eine mit Action gespickte Story erwartet, die von einem Spannungsmoment zum anderen hechelt, de wird vielleicht enttäuscht sein, aber Kathleen Kent nimmt sich Zeit.
Zeit, die Unterschiede zwischen Texas und Ostküste zu beleuchten.
Zeit die Problematik einer Frau, die dazu auch noch lesbisch ist, im Polizeiberuf zu skizzieren.
Zeit auf die zunehmende Drogenproblematik einzugehen und darüber hinaus Zeit das Nachbarschaftsverhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko kritisch darzustellen.
Dabei wird es aber niemals zu langatmig. Der eindrucksvolle Schreibstil Kathleen Kents holt jeden Leser ab und lässt den Leser mit Betty Rhyzyk ermitteln, kämpfen, rennen und leiden.
Fazit:
Ein fantastisches Buch, das ich einem Zug durchgelesen habe. Dieses Buch kann ich jedem empfehlen, der nicht auf oberflächliche oder effekthaschende Bücher steht!