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Maddinliest
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Borken

Bewertungen

Insgesamt 916 Bewertungen
Bewertung vom 18.09.2022
Miesmuschelmord
Capellmann, Carla

Miesmuschelmord


ausgezeichnet

Giftige Meeresfrüchte

Freddie möchte sich nach ihrer Trennung an der zeeländischen Nordseeküste erholen und besucht dort ihre Tante und ihren Onkel. Aber das entspannte Seeleben ist nur von kurzer Dauer, denn kurz nach ihrem Eintreffen wird die Nachbarin ihres Onkels und ihrer Tante vergiftet aufgefunden. Zu allem Überfluss ermittelt der dortige Inspecteur und gleichzeitig auch aufkeimende Schwarm von Freddie gegen ihren Onkel, so dass sie sich gezwungen sieht, da sie von der Unschuld ihres Onkels überzeugt ist, den Fall selbst in die Hand zu nehmen und eigene Ermittlungen anzustellen.

"Miesmuschelmord" ist der zweite Band um die sympathische Hauptprotagonistin Freddie. Der erste Teil hat mir schon ausgesprochen gut gefallen, so dass ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in den neuen Fall gestartet bin. Die Autorin Carla Capellmann erzählt die Geschichte wiederum in einem sehr lebendigen und flüssig zu lesenden Schreibstil, der mich schnell an die niederländische Küste entführte. Der Spannungsbogen wird mit dem Auffinden der vergifteten Nachbarin direkt zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die unterhaltsamen, aber auch spannenden Ermittlungen auf einem hohen Niveau gehalten. Es entwickelt sich ein komplexer Fall, der dem Leser bzw. der Leserin immer wieder die Gelegenheit gibt eigene Überlegungen bezüglich Täter und Tathintergründe anzustellen. Das Finale wartet mit einer gut nachvollziehbaren und für mich überraschenden Auflösung auf, die die Geschichte aus meiner Sicht gelungen abrundet.

"Miesmuschelmord" ist für mich die gelungene Fortsetzung einer tollen Krimi-Reihe, die mit einem wohldosierten Lokalkolorit, einer gelungenen Mischung aus Spannung und Humor, sowie dem Erzähltalent der Autorin zu überzeugen weiß. Ich empfehle daher den tollen Cosy-Krimi gerne weiter und bewerte ihn dementsprechend mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Bewertung vom 28.08.2022
Der Märchenkönig
Vöhringer, Sabine

Der Märchenkönig


ausgezeichnet

Mysteriöser Tod mit historischem Hintergrund

Hauptkommissar Tom Perlinger soll eigentlich für seinen Bruder die "Goldene Bürgermedaille" Münchens in Empfang nehmen, als er zu seinem neuen Fall gerufen wird. Das Opfer ist ein Prominenter der oberen Münchener Gesellschaft. Sein ausschweifendes und exzentrisches Leben haben ihm den Namen "Märchenkönig" eingebracht in Bezug auf Ludwig II, der zu seiner Zeit ein ähnliches Dasein frönte. Aber auch der Tod zeigt deutliche Parallelen auf, das Opfer wird scheinbar in einem Bach ertrunken aufgefunden und nicht weit davon entfernt sein Psychiater. Der mysteriöse und niemals wirklich aufgeklärte Tod Ludwig II drängt sich auf und die Frage, die sich Tom Perlinger stellt ist, ob ebenfalls die aktuelle Akte mit der Erklärung eines Freitods geschlossen werden kann. Es gibt keine Anzeichen von Gewalt, dennoch ist er davon überzeugt, dass es einen Täter gibt...

"Der Märchenkönig" ist bereits der vierte Fall des sympathischen Ermittlers Tom Perlinger. Die vorherigen Bände haben mir schon hervorragend gefallen, so dass ich mit viel Vorfreude und einer gewissen Erwartungshaltung in den neuen Fall eingestiegen bin. Die Autorin Sabine Vöhringer erzählt die Geschichte in ihrem gewohnt temperamentvollen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, was die Geschehnisse lebendig vor Augen führen lässt. Gekonnt verbindet sie in dem aktuellen Fall wieder historische Ereignisse mit einem Verbrechen in der Gegenwart. Das mysteriöse Ableben Ludwig II. wurde niemals aufgeklärt und auch der vorliegende Fall drohte ohne das Eingreifen Tom Perlingers in der Versenkung zu verschwinden. Der Spannungsbogen wird mit dem Tod des exzentrischen "Märchenkönigs" direkt zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die Ermittlungen gerade in Bezug zu den historischen Parallelen auf einem hohen Niveau gehalten. Sehr gut gefällt mir auch die Weiterentwicklung der Protagonisten, die der Reihe einen besonderen Charme verleiht. So bieten sich dem Leser bis zum fesselnden Finale immer wieder die Möglichkeiten, eigene Überlegungen bezüglich Täterschaft und Tathintergründe anzustellen. Die Auflösung rundet die Geschichte aus meiner Sicht gelungen ab.

Insgesamt ist "Der Märchenkönig" für mich die gelungene Fortsetzung einer besonderen Krimi-Reihe, die mit spannenden Fällen unter Einbezug historischer Ereignisse, sympathischen Protagonisten und dem Erzähltalent der Autorin zu überzeugen weiß. Ich hoffe, dass Tom Perlinger noch einige Fälle zu lösen hat, empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte es folgerichtig mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Bewertung vom 28.08.2022
Venezianisches Intermezzo
Glaw, Thomas Michael

Venezianisches Intermezzo


ausgezeichnet

Leidenschaften in Venedig

Kriminalrat Benedict Schönheit ist geschockt, als er erfährt, dass sein Bruder in Venedig unter Mordverdacht verhaftet wurde. Von seiner Unschuld überzeugt macht er sich mit seiner Freundin Martina auf in die Stadt der Liebe, um den wahren Täter zu suchen. Vor Ort stößt er aber zunächst auf eine Mauer der Skepsis und es dauert ein wenig, bis er den ermittelnden Kommissar als Weggefährten gewinnen kann. Der Fall wird schnell komplexer, da es auch ein weiteres Opfer zu verzeichnen gibt. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt...

"Venezianisches Intermezzo" ist bereits der sechste Band um den sympathischen Ermittler Benedict Schönherr aus München. Seine vorherigen Fälle haben mich bereits begeistert, so dass ich mit viel Vorfreude in das aktuelle Werk gestartet bin. Der Autor Thomas Michael Glaw erzählt die Geschichte in seinem gewohnt ruhigen und hervorragend zu lesenden Schreibstil, der mir die Ereignisse gut vor Augen führt. Er arbeitet viel mit der persönlichen Rede und macht damit das Geschehen für mich deutlich erlebbarer. Der Spannungsbogen wird mit der Verhaftung von Benedicts Bruder direkt zu Beginn des Buches aufgebaut und über die präzisen und authentisch wirkenden Ermittlungen auf einem hohen Niveau gehalten. Die Kulinarik erhält auch ein hohes Gewicht, was hervorragend in die Region passt und der Geschichte eine Gemütlichkeit und einen entsprechenden Wohlfühlfaktor verleiht. Das Ganze entwickelt sich zu einer immer komplexeren Geschichte, die mit einer clever inszenierten Auflösung abgerundet wird.

"Venezianisches Intermezzo" ist für mich die Fortsetzung einer wirklich aus dem Genre herausstechenden Krimi-Reihe, die mit interessant gezeichneten Protagonisten, raffiniert konzipierten Fällen und dem Erzähltalent des Autors zu überzeugen weiß. Ich hoffe, dass es für den Kriminalrat noch einige knifflige Fälle zu lösen gilt. Für mich eine klare Leseempfehlung und die folgerichtige Bewertung mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Bewertung vom 15.08.2022
Schmerz und kein Trost
Haller, Elias

Schmerz und kein Trost


ausgezeichnet

Harter und packender Thriller

Kriminalhauptkommissar Erik Donner versucht mit sich selbst ins Reine zu kommen, indem er in psychotherapeutischen Sitzungen seine Vergangenheit verarbeitet. Zum einen ist dies aufgrund der teilweise traumatischen Erlebnisse nicht einfach, zum anderen wird einen Sitzung durch einen Anruf gestört, indem der Therapeutin offenbart wird, dass ihr Kind entführt wurde. Der Täter zielt aber offensichtlich gegen den Patienten Erik Donner, denn auch seine Schwester ist spurlos verschwunden. Schnell wird klar, dass Erik es mit einem brutalen und skrupellosen Gegner zu tun hat und es zählt jede Sekunde, sowohl seine Schwester, als auch den Jungen aus den Fängen des Täters zu befreien.

Der sehr umtriebige Autor Elias Haller gehört zu meinen Favoriten im Thriller-Genre, so dass ich mich natürlich sehr auf sein neues Werk "Schmerz und kein Trost" gefreut habe. Er schickt hierin seinen charismatischen und mehr als interessant gezeichneten Kriminalkommissar Erik Donner in seinen achten Fall, und der hat es in sich. Elias Haller erzählt die Geschichte in seinem gewohnt temperamentvollen und hervorragend zu lesenden Schreibstil, der mich schnell wieder gefangen genommen hat und das Buch zum Page Turner machte. Der Spannungsbogen wird mit der Entführung des Jungen zu Beginn des Buches sehr gut aufgebaut und über die rasanten und dramatischen Entwicklungen in dem Fall auf einem unglaublich hohen Niveau gehalten. Das Buch ist sicherlich nicht für zartbesaitete Leser geeignet, da der Täter schon sehr brutal vorgeht und dies vom Autor auch nicht nur angedeutet wird, ohne aber aus meiner Sicht Grenzen zu überschreiten. Der Fall ist bis zur letzten Seiten unglaublich spannend und ich wurde mal wieder von der gut nachvollziehbaren Auflösung völlig überrascht.

Insgesamt ist "Schmerz und kein Trost" für mich das bisherige Highlight einer fesselnden Thriller-Reihe, die mit einem außergewöhnlichen Ermittler, packenden Storys mit genialem Plot im Finale und dem Erzähltalent des Autors aus der Menge des Genres heraussticht. Ich kann nur hoffen, dass es für Erik Donner noch weitere Fälle geben wird, empfehle den Thriller sehr gerne weiter und bewerte ihn mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Bewertung vom 13.08.2022
Die sieben Schalen des Zorns
Thiele, Markus

Die sieben Schalen des Zorns


ausgezeichnet

Eine Frage der Moral

Dr. Max Keller ist ein gewissenhafter und leidenschaftlicher Arzt und steht vor der schwersten Entscheidung seines Lebens. Er hat seiner geliebten Tante, die mehr eine Mutter für ihn war, versprochen, ihrem Leben ein Ende zu setzen, wenn sie ins Endstadium ihrer Demenzerkrankung gelangt. Als er den schweren Schritt geht, begibt er sich gleichzeitig auf den schmalen Grat der Justiz in Deutschland, wo eine aktive Sterbehilfe schwer bestraft wird. Er sitzt in der Klemme und sucht Hilfe bei seinem besten Freund Jonas, ein gewiefter Jurist und Staatsanwalt. Wird er Max helfen? Hat Max wirklich Schuld auf sich geladen?

Die Bücher des Rechtsanwalts und Autors Markus Thiele haben mich bisher immer begeistert. Er begibt sich gerne in die Grenzbereiche der Juristik und wirft dabei Fragen nach Gerechtigkeit auf. In seinem neuen Werk "Sieben Schalen des Zorns" greift er das mehr als brisante Thema der Sterbehilfe auf und verpackt dies in eine ergreifende und fesselnde Story um zwei Freunde, die mit ihrem Leben und ihrer Moral konfrontiert werden. Markus Thiele erzählt die Geschichte in einem ruhigen aber bewegenden Schreibstil, der mich von der ersten Seite an mitgenommen hat. Die Schicksale der Protagonisten sind keine leichten, so dass sich oft die Frage von Schuld und Verpflichtung stellt. Es entwickelt sich ein spannendes Konstrukt, bei dem auch die juristischen Fallstricke geschickt und authentisch in das Ganze eingebaut werden. Das Buch mit den Schicksalen der interessant gezeichneten Protagonisten hat mich bis zum Finale berührt und nicht mehr losgelassen.

Insgesamt ist "Sieben Schalen des Zorns" aus meiner Sicht ein wichtiger und aufwühlender Roman, in dem das Thema der Sterbehilfe mit viel Feingefühl und Erzähltalent aufgearbeitet wird und einen bleibenden Eindruck beim Leser hinterlässt. Mich hat die Geschichte beeindruckt, so dass ich sie gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.

Bewertung vom 13.08.2022
Der Bewunderer: Thriller
Shepherd, Catherine

Der Bewunderer: Thriller


ausgezeichnet

Tödliche Kunst

Der neuer Fall wirft bei der Spezialermittlerin Laura Kern einige Fragezeichen auf. Es wurde eine junge Frau aufgefunden, deren Leiche aufwendig in einem Kunstwerk integriert wurde. Was Wollte der Täter mit seinem Werk aussagen? Haben sie es mit einem Serientäter zu tun? Nichts ahnend, dass der Täter bereits im Schaffensprozess eines neuen Kunstwerks ist macht sich Laura Kern mit ihrem Kollegen Max fieberhaft auf die Suche, um ihn nach Möglichkeit vor einer neuen Tat rechtzeitig zu stoppen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt...

Die erfolgreiche deutsche Autorin Catherine Shepherd ist für mich ein Garant für spannende und fesselnde Thriller, so dass ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in den neuen Fall ihrer Spezialermittlerin Laura Kern gestartet bin. Sie erzählt die Geschichte in ihrem gewohnt äußerst lebendigen und temporeichen Schreibstil, der das Buch für mich schnell wieder zu einem Page-Turner machte. Der Spannungsbogen wird mit dem Auffinden des kunstvoll drapierten Opfers gut aufgebaut und über die Ermittlungen auf einem ständig hohen Niveau gehalten. Es bieten sich viele Möglichkeiten über den Täter und die Tathintergründe zu spekulieren, um dann in dem packenden Finale doch noch wieder von einer gut nachvollziehbaren und clever inszenierten Auflösung überrascht zu werden. Sehr gut an der Reihen hat mir auch die Weiterentwicklung der Hauptprotagonisten gefallen, die den Büchern einen zusätzlichen Charme verleihen.

Insgesamt ist "Der Bewunderer" eine aus meiner Sicht mehr als gelungene Fortsetzung einer tollen Thriller-Reihe, die mit spektakulären Fällen, einem enorm hohen Erzähltempo und natürlich dem Gespür der Autorin Catherine Shepherd für einen guten Plot überzeugen kann. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es folgerichtig mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Bewertung vom 13.08.2022
Die Schattensammlerin - Dichter und Dämonen
Orgel, T. S.

Die Schattensammlerin - Dichter und Dämonen


ausgezeichnet

Rasanter und äußerst unterhaltsamer Fantasy-Roman

Die junge Millicent Wohl arbeitet im Jahre 1830 in einem Frankfurter Museum. Während eines Fastnachtsball wird sie zufällig Zeugin eines brutalen Raubüberfalls und versucht in einer ersten Kurzschlusshandlung dem Täter nachzustellen. Dieser verschwindet aber unerklärlicherweise spurlos in einer Sackgasse. Die Polizei geht der Aufklärung des Verbrechens nur sehr zögerlich nach, so dass ein gewisser Herr Johann Wolfgang von Goethe auf der Bildfläche erscheint, um die Untersuchungen voranzubringen. Er sieht in der unfreiwilligen Zeugin Millicent Wohl die geeignete Person, dem Täter auf die Spur zu kommen und engagiert sie, die Recherchen voranzutreiben...

Das Autoren Duo T. S. Orgel hat mich mit ihren fantastischen Romanen schon mehrfach in fremde Welten entführt und begeistert, so dass ich mit viel Vorfreude und einer entsprechenden Erwartungshaltung in ihr neues Werk gestartet bin. Sie erzählen die Geschichte in ihrem gewohnt temperamentvollen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der mir die Szenen wieder einmal lebendig vor Augen führte. Der Spannungsbogen wird direkt zu Beginn des Buches mit dem Raubüberfall und dem mystischen Verschwinden des Schädels von Friedrich Schiller hervorragend aufgebaut und über die sowohl spannenden als auch äußerst unterhaltsamen Ermittlungsarbeiten auf einem aus meiner Sicht hohen Niveau gehalten. Sehr gut gefallen hat mir die Einbindung der historischen Schriftsteller und Dichter wie Johann Wolfgang von Goethe oder Freidrich Schiller in die Geschichte. Auch Zitate ihre Werke wurden perfekt integriert. Das fulminante Finale rundet die Geschichte mit einer überzeugenden Auflösung gelungen ab.

Insgesamt ist "Die Schattensammlerin" für mich ein äußerst gelungener Fantasy-Roman, der mit sympathisch gezeichneten Hauptprotagonisten, einer fesselnden und raffiniert konzipierten Geschichte und dem Erzähltalent, sowie der Kreativität des Autoren-Duos überzeugen kann. Das Finale hat bei mir die Hoffnung auf eine Fortsetzung geschürt, die ich schon jetzt herbeisehne. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Bewertung vom 25.07.2022
Tiefes, dunkles Blau
Kobler, Seraina

Tiefes, dunkles Blau


ausgezeichnet

Hervorragend erzählter Kriminalroman

Der Arzt und Unternehmer Dr. Jansen wird tot aufgefunden. Seepolizistin Rosa Zambrano wird der Fall übertragen und sie kannte das Opfer, da sie kurze Zeit davor in seiner Praxis war, um ihrem Kinderwunsch zu verfestigen, indem sie ihre Eizellen hat einfrieren lassen. Die Recherchen führen immer wieder zu der lukrativen Unternehmensbeteiligung von Dr. Jansen, welche als Biotech-Unternehmen in den Genforschung tätig ist. Die entscheidene Frage die Rosa Zambrano zu klären hat ist, ob es eine wirtschaftliche oder emotionale Tat war, denn auch die vielen Frauengeschichten des Opfers könnten als Motiv herhalten...

Mit "Tiefes dunkles blau" hat die Autorin Seraina Kobler ein aus meiner Sicht bemerkenswertes Krimi-Debüt veröffentlicht. Sie erzählt die Geschichte in einem äußerst atmosphärischen und einfach schön und flüssig zu lesenden Schreibstil, der mich in die Züricher Welt entführt hat. Sehr intensiv geht sie dabei auf die regionalen Besonderheiten in der Kulinarik und Umgebung ein, die das Buch zu etwas Besonderm machen. Der Spannungsbogen wird mit dem Tod von Dr. Jansen klassisch aufgebaut und über die Ermittlungen auf einem guten Niveau gehalten. Manchmal gerät aber die kriminalistische Handlung zu Gunsten der interessant gezeichneten Hauptprotagonistin und dem lokalen Flair ein wenig in den Hintergrund. Nichts desto trotz entwickelt sich eine spannende und clever konzipierte Geschichte, die mich bis zum Finale fesseln konnte. Die sehr gut nachvollziehbare Auflösung rundet die Geschichte für mich gelungen ab.

Insgesamt ist "Tiefes, dunkles blau" aus meiner Sicht der überaus gut gelungene Start einer neuen Krimi-Reihe, die etwas leiser daherkommt, aber mit der sympathischen Ermittlerin und in erster Linie auch mit dem erzähltalent der Autorin zu überzeugen weiß. Ich hoffe, dass es noch einige knifflige Fälle für die Seepolizistin Rosa Zambrano zu lösen gilt. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es folgerichtig mit den vollen fünf von fnf Sternen.

Bewertung vom 24.07.2022
Der Tod macht Urlaub in Schweden / Die Österlen-Morde Bd.1
Motte, Anders de la;Nilsson, Måns

Der Tod macht Urlaub in Schweden / Die Österlen-Morde Bd.1


ausgezeichnet

Sehr angenehmer Kriminalroman

Eigentlich soll sich der erfolgreiche Mordermittler Peter Vinston bei einem Urlaub in Schweden erholen, da er an bisher unerklärlichen und immer wiederkehrenden Ohnmachtsanfällen leidet. Doch just in der Phase, wo er seine Ruhezeit genießt, kommt es im idyllischen Österlen zu einem tragischen Todesfall. Die Immobilien-Maklerin Jessie Anderson stürzt in ihrer neuen Luxusvilla die Treppe hinunter und alles deutet auf einen schrecklichen Unfall hin. Nur die junge Kommissarin Tove Esping wittert ein Geheimnis hinter der ganzen Geschichte. Peter Vinston soll sie nun mit seiner ganzen Erfahrung unterstützen, um den Fall möglichst bald abschließen zu können. Die beiden sind aber von ihrer Natur aus grundverschieden und somit weit entfernt von einem guten Ermittlungs-Team.

"Der Tod macht Urlaub in Schweden" ist der erste Band einer neuen Krimi-Reihe aus der Feder des Autoren Duos Anders de la Motte und Mans Nilsson. Die beiden erzählen die Geschichte in einem lockeren und sehr gut zu lesenden Schreibstil, der vor allem mit seinen manchmal sehr fiesen Cliffhangern zum Ende eines Kapitels, das Buch für mich zu einem absoluten Page-Turner machten. Der Spannungsbogen wird mit dem spektakulären Tod der Star- Maklerin Jessie Andersson gut aufgebaut und über die Ermittlungen ständig auf einem hohen Niveau gehalten. Es entwickelt sich eine clever aufgebaute und verzwickte Geschichte, die mir als Leser immer wieder die Möglichkeit gegeben hat, über Täter und Tathintergründe Spekulationen anzustellen, um dann am Ende doch noch von der gut nachvollziehbaren Auflösung überrascht zu werden. Sehr gut haben mir die Charaktere der beiden Hauptprotagonisten gefallen. Beide sind grundverschieden, aber interessant gezeichnet und werden im Verlauf zu einem guten Team.

Insgesamt ist "Der Tod macht Urlaub in Schweden" aus meiner Sicht der gelungene Auftakt einer neuen Kriminalroman-Reihe aus dem hohen Norden, die mit einem wohldosierten Lokalkolorit, zwei scharsinnigen Ermittlern und dem Erzähltalent des Autoren-Duos zu überzeugen weiß. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, so dass ich es sehr gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.