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Lisega

Bewertungen

Insgesamt 1384 Bewertungen
Bewertung vom 20.06.2016
Ashes to Ashes. Zurück in die 80er. Staffel 3
Glenister,Philip/Hawes,Keeley/Andrews,Dean

Ashes to Ashes. Zurück in die 80er. Staffel 3


ausgezeichnet

Die launige Zeitreise geht leider zu Ende: Mit Spannung habe ich die dritte Staffel der BBC-Serie „Ashes to Ashes“ geschaut, denn nicht nur das Mysterium dieser Serie sollte hier gelöst werden, sondern auch auf die offenen Fragen aus dem Vorgänger „Life on Mars“ habe ich Antworten erhofft. Und die acht letzten Folgen lassen tatsächlich (kaum) Wünsche offen. Der Ton ist merklich düsterer, denn mit dem DCI Jim Keats von der Innenrevision taucht eine Figur auf, die einen Keil zwischen dem „Guv“ Gene Hunt und „Schlüpferchen“ Alex Drake treiben will. Außerdem erscheint Alex, die verzweifelt zurück in die reale Welt zu ihrer Tochter will, immer wieder der Geist eines erschossenen jungen Polizisten. Die Sidekicks Shaz, Chris und Ray rücken in dieser Staffel mehr in den Fokus, denn schließlich soll ja auch ihre Existenz erklärt werden. Dadurch werden die Fälle in den Folgen – u.a. Morde an Drogendealern, ANC-Aktivisten in London, eine Geiselnahme, ein Aufstand im Gefängnis – etwas zur Nebensache; sie sind aber durchaus wieder sehr spannend inszeniert und spiegeln die frühen 80er Jahre wider. Die Ausstattung ist wie in den vorherigen Staffeln dank 80er-Modesünden und tollem Soundtrack wieder perfekt, und mit dem Finale wird wohl jeder Fan zufrieden sein – ich für meinen Teil hatte mir so etwas in der Art auch gedacht. Insgesamt ist „Ashes to Ashes“ eine tolle Mystery-Krimiserie, die nicht zuletzt dank Gene Hunts markigen Sprüchen in Erinnerung bleibt und sich vom üblichen Serien-Einerlei wohltuend abhebt.

Bewertung vom 17.06.2016
Dr. Siri und die Geisterfrau / Dr. Siri Bd.9
Cotterill, Colin

Dr. Siri und die Geisterfrau / Dr. Siri Bd.9


ausgezeichnet

Der neunte Band der Dr. Siri-Reihe beginnt mit einem undenkbaren Szenario: Siri Paiboun hat sich mit seinen 74 Jahren in den Ruhestand verabschiedet, die einzige Rechtsmedizinische Abteilung im Laos der späten 70er Jahre ist geschlossen. Aber einen Krimi, ja sogar einen spannenden Thriller gibt es mit „Dr. Siri und die Geisterfrau“ natürlich trotzdem zu lesen. Denn Siri wird von Richter Haeng mit dem Auftrag nach Sanyaburi geschickt, die Suche nach dem Leichnam des Bruders eines Ministers zu unterstützen. Genauer gesagt soll er die vermeintliche Hexe Madame Keui im Auge behalten und prüfen, ob die Frau, die angeblich schon zweimal von den Toten wieder auferstanden ist, tatsächlich eine spirituelle Verbindung ins Jenseits hat. Da in Vientiane gerade ein seltsamer Franzose aufgetaucht ist, der sich nach Siris Frau Madame Daeng erkundigt, nimmt Siri seine bessere Hälfte vorsichtshalber mit nach Pak Lai – und das Abenteuer beginnt ...

„Dr. Siri und die Geisterfrau“ ist wieder ein typischer Siri-Krimi: ein aberwitziger, kniffliger Fall, voller knochentrockenem Humor und amüsanter Dialoge. Aber das Besondere an diesem Band ist, dass es hier v.a. um Madame Daeng geht. Dass sie früher als Spionin unter dem Decknamen Fleur-de-Lis für die Pathet Lao gearbeitet hat, wissen Leser aus früheren Romanen. Das Auftauchen des Franzosen Hervé Barnard konfrontiert sie mit ihrer Vergangenheit, und sie schreibt ihre Erlebnisse für Siri (und die Leser) auf. Eine spannende Lebensgeschichte, die definitiv genauso unterhaltsam ist wie der Handlungsstrang um Siris Hexe und die Verfolgung durch den Franzosen, der – da besteht kein Zweifel – Madame Daeng töten will ...

Bewertung vom 10.06.2016
Wölfe (2 DVDs)
Lewis,Damian/Rylance,Mark/Foy,Claire/+

Wölfe (2 DVDs)


ausgezeichnet

Schon Hilary Mantels Romane „Wölfe“ und „Falken“ fand ich außergewöhnlich; ihre faszinierende Schilderung des Aufstiegs von Thomas Cromwell am Hofe Heinrichs VIII. hebt sich wohltuend von anderen historischen Romanen ab. Die sechsteilige Miniserie der BBC wird der literarischen Vorlage mehr als gerecht. Bei der Produktion weiß ich gar nicht, wo ich mit dem Lob anfangen soll: Die Welt der englischen Renaissance wird durch die Ausstattung, die Kostüme, die Kulissen und die ausschließliche Verwendung von natürlichen Lichtquellen und Kerzen in jeder Szene gekonnt zum Leben erweckt. Das Skript setzt die wichtigsten Szenen der Romane, die ja ausschließlich aus Cromwells Perspektive erzählt werden, geschickt um, auch wenn einige Vor- und Rückschauen v.a. in der ersten Folge etwas verwirren können. Der größte Trumpf von „Wölfe“ sind aber die herausragenden Schauspieler. Mark Rylance ist als Thomas Cromwell einfach fantastisch. Wie er diesen ruhigen, alles scharf beobachtenden und abwägenden Charakter in vielen Szenen alleine durch seine nuancierten Gesichtsausdrücke darstellt, ist beeindruckend. Aber auch Claire Foy als Anne Boleyn und Damian Lewis als Henry VIII. sind mehr als überzeugend. Wenn man die beliebte Serie „The Tudors“ eher eine Soap Opera nennen möchte, so ist „Wölfe“ ein intelligentes Kammerspiel. Das muss man mögen, aber wer sich darauf einlässt, sieht eine TV-Serie der Extraklasse.

Bewertung vom 09.06.2016
The Summer Of The Danes / Cadfael Chronicles Bd.18 (eBook, ePUB)
Peters, Ellis

The Summer Of The Danes / Cadfael Chronicles Bd.18 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Ellis Peters‘ Serienfigur Bruder Cadfael, der Detektiv in der Mönchskutte, lebt zwar in einem englischen Benediktinerkloster in Shrewsbury, ist aber eigentlich Waliser. So ist er sehr erfreut als er im Sommer 1144 seinen ehemaligen Gehilfen Mark, der inzwischen Dekan im Haushalt des Bischofs ist, auf eine diplomatische Mission nach Wales begleiten darf. Doch der Ausflug in die alte Heimat verläuft alles andere als ruhig: Von ihrer ersten Station Llanelwy dürfen die beiden Mönche im Tross des Prinzen Owain Gwyneth nach Bangor weiterreisen, doch am Hofe des Prinzen wird ein Mann ermordet. Außerdem verschwindet eine junge Frau aus der Reisegesellschaft - die schöne, rebellische Heledd – und Berichte über dänische Kriegsschiffe vor der Küste versetzen das Land in helle Aufregung …

In „The Summer of the Danes“, dem 18. Band der Mittelalter-Krimireihe, stellt einmal nicht der englische Bürgerkrieg den historischen Hintergrund dar, sondern Unruhen im kleinen Nachbarland. Wie der kluge Prinz Owain möglichst ohne Blutvergießen den Zwist mit seinem hitzköpfigen Bruder Cadwaladr, der die dänische Flotte nach Wales brachte, lösen will, beschreibt Ellis Peters äußerst interessant. Insofern ist dieser Fall eher etwas für historisch Interessierte, denn neben den diplomatischen Scharmützeln und der Suche nach der verschwundenen Heledd verblasst die eigentliche Krimihandlung, der Mordfall, etwas. Doch auch wenn Cadfael den Täter nicht ausmacht – es gibt für den scharfsinnigen Mönch allerhand Gelegenheit, seine besonderen Talente zur Entfaltung zu bringen. Ein außergewöhnlicher, schöner Band der Reihe!

Bewertung vom 07.06.2016
The Potter's Field / Cadfael Chronicles Bd.17 (eBook, ePUB)
Peters, Ellis

The Potter's Field / Cadfael Chronicles Bd.17 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Im 17. Band der Cadfael Chronicles stellt ein grausiger Fund im „Potter’s Field“ den scharfsinnigen Benediktinermönch wieder mal vor ein Rätsel: Als die Mönche im Sommer 1143 das vor kurzem eingetauschte Stück Land pflügen, stoßen sie auf die notdürftig verscharrte Leiche einer Frau. Wer war sie und woran starb sie? Wer hat sie dort begraben? Unter Verdacht gerät Bruder Ruald, der einst als Töpfer mit seiner schönen Frau Generys auf dem Anwesen lebte, bevor er seiner Berufung ins Kloster folgte. Ist die Tote seine verschwundene Frau? Was weiß Sulien Blount, der jüngere Sohn der Familie von Longner Manor, die das Stück Land stiftete, über die Leiche? Seit er aus dem geplünderten Kloster Ramsey Abbey fliehen konnte und sein Noviziat abgebrochen hat, verhält er sich merkwürdig. Kein leichter Fall für Bruder Cadfael und Sheriff Hugh Beringar …

„The Potter’s Field“ ist ein clever konstruierter Krimi, in dem Cadfael neben dem rätselhaften Todesfall eine tragische Familiengeschichte aufdeckt. Der historische Hintergrund des Bürgerkriegs ist mit der Plünderung von Ramsey Abbey und dem anarchischen Treiben von Geoffrey de Mandeville in den Fenlands, das den jungen Sulien nach Hause treibt, von Ellis Peters wieder sehr geschickt eingebaut. Wie gewohnt schafft sie es mit wenigen treffenden Worten die handelnden Personen sehr genau zu beschreiben, sei es der der Welt entrückte Ruald, der völlig im Glauben aufgeht, oder die seit Jahren von Schmerzen geplagte, trotz Siechtums aber willensstarke Lady Donata, Mutter des Verdächtigen Sulien. Wie es Cadfael gelingt, die Puzzleteilchen zusammenzusetzen und das Rätsel um die Tote zu lösen ist wieder äußerst lesenswert!

Bewertung vom 31.05.2016
Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1

Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1


ausgezeichnet

Von negativen Stimmen im Freundeskreis – „total langatmig, da passiert nix“ – habe ich mich vom Kinobesuch von „Mockingjay Teil 1“ abschrecken lassen. Hatte ich als Buchleserin der „Tribute von Panem“ die Zweiteilung der Verfilmung des letzten Bandes sowieso schon skeptisch betrachtet. Nun habe ich den Film doch auf DVD angesehen und muss sagen: Er gefällt mir mindestens genauso gut wie die ersten beiden Filme. „Mockingjay“ knüpft nahtlos an „Catching Fire“ an und ist deutlich ruhiger als die beiden Vorgänger, die in der Arena spielen. Der Fokus liegt nach Katniss‘ Rettung durch die Rebellen aus Distrikt 13 mehr auf dem politischen Intrigenspiel; Actionszenen gibt es zwar, sie sind aber wohl dosiert. Katniss wird widerstrebend zum Gesicht der Rebellion, zur Seite stehen ihr bei der Produktion von Propaganda-Videos neben vielen neuen Gesichtern aus Distrikt 13 auch alte Weggefährten wie Effie, Haymitch, Finnick und natürlich Gale, während Peeta sich im Capitol in der Hand von Präsident Snow befindet. In diesem Teil versucht er mehr denn je, Katniss mit Psychospielchen aus der Ferne zu erledigen...Toll gespielt und toll gefilmt (v.a. die Endzeitbilder aus Distrikt 12 sorgen für Gänsehaut)!

Bewertung vom 31.05.2016
Der Überläufer
Lenz, Siegfried

Der Überläufer


sehr gut

Der große deutsche Schriftsteller Siegfried Lenz ist leider 2014 hochbetagt verstorben, trotzdem gab es anderthalb Jahre später noch Neues von ihm zu lesen: In seinem Nachlass wurde das Manuskript des unveröffentlichten Romans „Der Überläufer“ aus dem Jahr 1951 entdeckt, in dem er die Erlebnisse des Soldaten Walter Proska im letzten Kriegssommer erzählt. Proska, der wie der Autor aus Masuren stammt, reist 1944 vom Heimaturlaub zu seiner Einheit an der Ostfront zurück. Ein polnisches Mädchen, das sich als Partisanin entpuppt, ein explodierender Zug, Streifengänge im Sumpfgebiet, drückende Hitze, Mückenschwärme und Partisanenangriffe prägen die Handlung. Schließlich wechselt Proska mit einem Kameraden die Seiten und wird zum „Überläufer“... Schön, dass der Roman 65 Jahre nach seiner Fertigstellung doch noch veröffentlicht wurde, denn Lenz‘ Beschreibung der sinnlosen Patrouillen im Sumpfgebiet, die Übersprunghandlungen der leidgeprüften Soldaten und die inneren Monologe voller Zweifel und Ängste sind durchaus lesenswert.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 25.05.2016
Der Marsianer - Rettet Mark Watney

Der Marsianer - Rettet Mark Watney


ausgezeichnet

Ridley Scott ist mit „Der Marsianer“ ein fesselndes und zugleich gut gelauntes Weltraumabenteuer gelungen. Im Gegensatz zum im Vorjahr erschienenen „Interstellar“ von Christopher Nolan, das mit physikalischen Theorien vollgestopft war, erscheint der Plot von „Der Marsianer“ recht simpel: Ein Wissenschaftler wird bei der abgebrochenen ARES III Mission auf dem Mars für tot geglaubt zurückgelassen und muss Strategien austüfteln, um bis zur nächsten Mars-Mission zu überleben. Matt Damon spielt den Titelhelden Mark Watney sehr sympathisch und bodenständig, die oft ironischen Video-Blogeinträge verleihen den Film einen humorvollen Unterton. Und wie es Watney gelingt, in der Forschungsstation Kartoffeln anzubauen, Wasser herzustellen und er einen Weg findet, mit der NASA zu kommunizieren, ist äußerst spannend inszeniert. Der Film bemüht sich dabei um eine möglichst realistische Darstellung einer Weltraum-Mission und kommt erfreulicherweise ohne viel Action aus. Lohnt sich!

Bewertung vom 24.05.2016
Überredung
Austen, Jane

Überredung


ausgezeichnet

Nachdem ich von Eva Mattes als Sprecherin schon bei anderen Jane Austen-Hörbüchern begeistert war und auch die gekürzte Vertonung von „Anne Elliot“ gehört hatte, habe ich nun die ungekürzte Lesung von "Verführung" entdeckt. In diesem Roman entführt Jane Austen die Hörer wie von ihr gewohnt in die Erlebniswelt lediger junger Frauen im England des frühen 19. Jahrhunderts; auch hier spürt die Heldin die Auswirkungen zunehmender Verarmung und muss darum kämpfen, ihren eigenen Weg gehen zu können. Allerdings ist Anne Elliot mit ihren 27 Jahren eigentlich schon vom Markt der heiratsfähigen Damen und bangt darum, das Herz ihres vor Jahren von ihr abgewiesenen Verehrers Wentworth nochmal zu erobern. Der Ansatz der Geschichte ist also ein anderer. Die Klasse der Sprecherin bleibt dieselbe: Eva Mattes liest mit großer Ruhe und feiner Ironie, sie findet einfach immer den perfekten Ton für Austens Sprache. Eine schöne und einfühlsame Umsetzung des großartigen Romans.