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Bewertungen
Insgesamt 33 BewertungenBewertung vom 08.09.2022 | ||
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Der neue Roman von Helene Bukowski hat mich wirklich umgehauen. Ich bin überzeugt, dass sie einmal eine sehr große Autorin sein wird. |
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Bewertung vom 01.09.2022 | ||
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In Marta Orriols neuem Roman geht es um Marta und Dani, die seit zwei Jahren zusammen sind (sie lieben sich, wohnen zusammen, haben jedoch nie konkret über gemeinsame Zukunft gesprochen). Eines Abends eröffnet Marta Dani, dass sie schwanger ist und das Kind nicht behalten möchte. Nun erfahren wir in diversen Kapiteln, was in jedem der beiden vor sich geht, in den wenigen Tagen bis zum Abbruchtermin. |
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Bewertung vom 25.07.2022 | ||
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Alex Capus neuer Roman ist großartig - allerdings eine andere Story, als ich nach dem Klappentext erwartet hatte. Ich hatte erwartet, es gehe hauptsächlich um die Zeit, die Susanna mit Sitting Bull verbracht hat. Tatsächlich arbeitet der ganze Roman nur auf diese Begegnung hin und endet dort. Am Anfang war ich verwirrt und etwas ungeduldig, weil ständig die Geschichten anderer Menschen aus Susannas Leben erzählt wurden - letztlich hat es jedoch dazu geführt, ihr Leben und die Epoche als Ganzes zu verstehen, voller wechselseitiger Einflüsse und Bedingungen, und das ist schon ein gelungenes Kunstwerk. Capus Sprache ist dazu unglaublich bildhaft, ich hatte die Szenen und Figuren stets so leibhaftig vor Augen, wie es selten gelingt. Schwierig fand ich die Anlage des Erzählers: Er erzählt aus der heutigen Zeit rückblickend die Geschichte von Susanna, die er, wie er betont, leider nicht kannte. An manchen Stellen spricht er nur Vermutungen und Vorstellungen über ihr damaliges Leben aus, dann wiederum ist er ein allwissender Erzähler voller Detailwissen. Und trotzdem lässt sich Susannas Leben nach eigener Recherche oft ganz anders nachlesen. Unter dem Aspekt, dass es eine wahre Geschichte ist/sein soll, bleibe ich etwas ratlos zurück - als Roman jedoch ist es ein tolles Leseerlebnis! |
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Bewertung vom 25.07.2022 | ||
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Dieser Roman ist so dünn, dass ich ihn in zwei Stunden gelesen habe, doch zwischen den Seiten steckt so viel, was mich nachhaltig beschäftigt. Da stecken soziologische und psychologische Phänomene drin, die alltäglich geworden sind und für die es doch noch keinen einheitlichen Umgang gibt. Es geht um die zunehmende Verschiebung unserer Hemmschwellen und Grenzen durch Social Media (und die sich ständig ändernde Bewertung und Begründung dieser Grenzen) und es geht auch um die eigene Machtlosigkeit, wenn nahstehende Menschen sich plötzlich zu Verschwörungstheorien hingezogen fühlen. Hanna Bervoets ist ein grandioser Balanceakt gelungen, über starke Triggerthemen zu schreiben, ohne dass es zu viel wird (obwohl es manchmal nah dran ist). Wer sich die Zeit nehmen kann, sollte das Buch in einem Rutsch lesen, damit die ganzen, fast unmerklichen Verschiebungen im Verlauf ihre Wirkung richtig entfalten können. |
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Bewertung vom 18.07.2022 | ||
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Gegen den neuesten Roman von Isabel Allende lässt sich nichts sagen. Die Hauptfigur Violeta, die zugleich Erzählerin ist, schreibt ihr Leben für ihren, wie einen Sohn geliebten Enkel auf. Wir verfolgen ihr Leben von ihrer Geburt bis zum Tod (100 Jahre wird sie alt) und erfahren neben den bestimmenden Wendepunkten aus ihrem Leben auch viel über die politischen und wirtschaftlichen Ereignisse des Landes (das übrigens nie klar benannt wird) während dieser Zeit. Wir lesen von einer Frau, die sich stets selbstbestimmt behauptet und ihr Leben gestaltet hat, doch sich im Angesicht unerfüllter Liebe stets schwach gefühlt und verhalten hat. Wir lesen von den schwierigen Verhältnissen zu ihren eigenen Kindern, von Schicksalsschlägen und lange bestehenden Freundschaften. Der Roman ist ein sauber gearbeitetes, umfassendes Werk voller wichtiger Inhalte, doch gerade das hat mich teilweise etwas gestört. Für mich gab es keine Ecken und Kanten, nichts was mich wirklich berührt hat, und die Hauptfigur erschien mir trotz der 100 Jahre erzählter Zeit innerlich immer gleich alt zu sein. Ich habe mich am Ende des Romans nicht anders gefühlt als vorher. |
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Bewertung vom 24.06.2022 | ||
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„Chopinhof-Blues“ ist ein sehr gutes Debüt von Anna Silber, das durchaus auch in einem größeren Verlag hätte erscheinen können. Ich hoffe, dass es weite Kreise zieht. |
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Bewertung vom 24.06.2022 | ||
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Bei diesem Roman bin tatsächlich innerlich hin und hergerissen, wie ich ihn bewerten soll. |
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Bewertung vom 05.05.2022 | ||
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Nachdem ich „Verheizte Herzen“ gelesen habe, finde ich das Cover wunderbar passend gestaltet - da hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht! |
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Bewertung vom 25.03.2022 | ||
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New York und der Rest der Welt „New York und der Rest der Welt“ wurde wohl mancherorts sehnsüchtig erwartet, seitdem Fran Lebowitz über Netflix auch in Deutschland bekannt wurde. Ich war vor allem deshalb gespannt auf das Buch, weil die meisten Texte im Original entstanden sind, als Fran Lebowitz Mitte/Ende 20 Jahre alt war. Ich hatte die Hoffnung, dass in ihren frühen Texten noch der Humor und bissige Schärfe als solche überwiegt, im Gegensatz zu dem doch sehr einseitigen Meckermodus, den es in „Pretend it‘s a City“ zu hören gibt. Es steht außer Frage, dass Fran Lebowitz über einen überaus intelligenten Humor verfügt, eine genaue Beobachterin mit besonderem Blickwinkel ist und einfach sehr gut schreibt. Für mich persönlich wurden die Texte irgendwann langweilig, weil sich der von der Welt frustrierte Ton durchzieht und ich sie manchmal schütteln wollte, doch nicht alles und durchgehend so einseitig und von oben herab zu sehen. Ich muss also in meiner Rezension unterscheiden zwischen Lebowitz Talent (das groß ist) und dem Ton ihrer Texte (der mir durchgehend zu negativ ist und irgendwann nervt). Wem genau das gefällt, der wird ein amüsantes Leseerlebnis haben! |
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Bewertung vom 20.02.2022 | ||
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„Die Feuer“ begleitet drei Frauen aus drei Generationen (Anfang 20, Anfang 40, um die 70) durch einen Abend im Theater. Während „Glückliche Tage“ von Samuel Beckett gespielt wird, toben draußen die Buschfeuer. In der ersten Hälfte des Buches tauchen die Kapitel abwechselnd in die drei Figuren ein. Durch innere Monologe lernen wir ihr Leben, ihre Gedanken und ihre Ängste kennen. In diesem Teil dachte ich noch, schöner Roman, aber eigentlich steht jede Geschichte für sich, die Anlage wirkt konstruiert. Ich sah den Sinn noch nicht. |
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