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Lesehexe
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Köln

Bewertungen

Insgesamt 28 Bewertungen
Bewertung vom 06.06.2022
Fräulein Stinnes und die Reise um die Welt
Jansen, Lina

Fräulein Stinnes und die Reise um die Welt


ausgezeichnet

Hut ab vor Clärenore Stinnes. Im März 1927 begann sie Ihre legendäre Fahrt rund um die Welt. In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts muss frau um fast jedes Recht kämpfen. Den Kampf um die Leitung des Stinnes-Firmenimperium nach dem Tode des Vaters verlor sie dank der Mutter, die lieber die Söhne in dieser Rolle sah. Frauen hatten zu heiraten und Kinder in die Welt zu setzen. Clärenore war eine mutige selbstbestimmte junge Frau, die das nicht so sah. Sie wurde zunächst eine berühmte Rennfahrerin. Sie gewann Sponsoren aus der deutschen Autoindustrie und umrundete als erster Mensch in einem serienmäßigen Personenwagen die Welt. Lina Jansen berichtet von dieser Reise, die Clärenore zusammen mit zwei Technikern auf einem Begleitfahrzeug und dem Kameramann Carl-Axel Söderström. Das tut sie so mitreißend und informativ, dass man das Gefühl hat, mitgefahren zu sein, auch alle Strapazen miterlebt zu haben. Ich könnte das Buch nicht aus der Hand legen, bevor ich es fertig gelesen hatte. Nicht nur die Reiseerlebnisse sind spannend zu lesen, auch wie sich die Beziehung der Reisenden zueinander entwickelt. Und, es ist wunderbar, es gibt die Filmaufnahmen noch zu sehen (auf YouTube). Zusätzlich empfehle ich noch Filmaufnahmen von Interviews mit Clärenore.

Bewertung vom 16.05.2022
Landpartie
Shteyngart, Gary

Landpartie


sehr gut

März 2020. Alexander genannt Sasha Senderovsky ist Schriftsteller und der Besitzer eines idyllischen Anwesens eines aus fünf Bungalows bestehenden Anwesens auf dem Lande. Hierhin haben er und seine Frau Masha Levin-Senderovsky Freude eingeladen um hier der aufkommenden Corona-Epedemie zu entgehen. Zusammen mit Masha und seiner achtjährigen Tochter Natasha bewohnt er das Haupthaus. Erwartet werden seine Freundin aus Highschool-Zeiten Karen Cho, Erfinderin einer beliebten Dating-App. seinen und Karens Highschool-Freund Vinod Mehta, vormals außerordentlicher Professor, jetzt Koch, der Gentleman Ed Kim, die Autorin Dee Cameron, eine ehemalig Studentin Senderovskys und als beonderen Gast den Schauspieler.
Die Freunde beziehen die restlichen Bungalows. Man trifft sich draußen vor den Häusern, es wird getrunken, geredet, viel geredet. Natürlich alles so unter den Verhaltensmaßregeln, wie auch wir sie aus dem Frühjahr 2020 kennen. Abstandsregeln, Masken tragen, Rauchverbot. Was machen emigierte russischstämmige, sie trinken und genießen gutes Essen. In den Monaten, die diese kleine Gesellschaft nun zusammen die Pandemie überstehen will, ergeben sich Liebesbeziehungen, besonders als der Ehrengast, ein berühmter Schauspieler auftaucht. Alte Kränkungen flammen wieder auf. Außerdem trägt auch jeder Gast sein eigenes Päckchen schlechter Erfahrungen und daraus resultierendem Verhalten mit sich. Und mitten dazwischen die achtjährige Nat, ein lautes autistisches altkluges immer dazwischen redendes Mädchen, das auch den Leser nervt. Corona macht auch vor der kleinen Kolonie nicht halt. Das Drama kündigt sich an.

Lustig? So richtig nicht. Der Beginn des Romans lässt einen schmunzeln, doch es wird immer dramatischer bis hin zum Tod. Es lassen sich auch immer wieder Bezüge zu den großen russischen Dramatikern finden. Onkel Wanja lässt grüßen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.03.2022
Fräuleinwunder
Wolff, Stephanie von

Fräuleinwunder


ausgezeichnet

Beste Unterhaltung aus den Fünfziger Jahren mit den besten Zutaten: ein bißchen Fernsehgeschichte, Liebe, Freundschaft, Erfolg im Beruf und ein klein wenig Drama.
Elly Bothsen erlebt im Nachkriegs-Hamburg des Jahres 1953 als Tochter einer reichen Kaufmannsfamilie die ihr zugedachte Rolle: reich heiraten und für Nachwuchs sorgen. Thies wäre standesgemäß. Er verkündet eine Verlobung mit Elly ohne ein Ja dazu von ihr zu erhalten. Elly liebt ihn überhaupt nicht und lässt die Verlobungsfeier platzen, sie erwacht aus ihrer Naivität und will lieber arbeiten als heiraten. Sie wird dafür vom Vater aus dem Haus geworfen. Zusammen mit ihrer besten Freundin Ingrid, die ungewollt schwanger geworden ohne Kindsvater dasteht, ziehen sie hinaus ins Leben. Ingrids Bekannter aus der Milchbar hilft. Peter versorgt die beiden jungen Frauen mit einem Dach über dem Kopf in einem Hotel auf dem Kiez. Dieser arbeitet beim noch jungen Fernsehsender NWDR. Per Zufall erhält auch sie einen Job beim Fernsehen. Zusammen mit Elly erfahren wir, wie es damals in den Anfängen des Fernsehens zugegangen ist. Wir dürfen mit dabei sein, wie es damals zuging bei der Live-Sendung „Clemens Wilmenrod bittet zu Tisch“. Sie darf sogar vertretungsweise Fernsehsendungen ansagen. Schließlich steht noch das größte Fernseh-Ereignis des Jahres 1953 an: Die Krönung Elisabeth II. Natürlich gibt es auch Missgunst, leider übergriffige Männer und alte Rollenbilder, die überwunden werden müssen. Ein schönes Stück Zeitgeschichte. Ich bin gespannt, wie es weitergeht

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 02.03.2022
Die Halligprinzessin / Hallig Bd.1
Elste, Karen

Die Halligprinzessin / Hallig Bd.1


sehr gut

Ein Buch, dass einen sofort hineinzieht in eine andere Welt. Es erzählt von Liebe und Schicksal. Spannend erzählt auf zwei Ebenen. Elle im Heute und Charlotte Ende der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts.
Ella ist Apothekerin mit eigener Apotheke in Berlin. Ihr Herz hängt nicht wirklich an der eigenen Apotheke. Ausgerechnet an Ihrem 34. Geburtstag erfährt sie von der Erbschaft einer Warft auf der Hallig Durch einen Streit geht Beziehung zu Anwalt Robert zu Ende. Ella beschließt sich die Hallig Südfall einmal anzusehen und dort Zeit zu verbringen. Sie musste einfach. Sie lernt den Bewohner der Nachbarhallig kennen und schätzen. Zum Erbe gehören auch die Tagebücher von Ines Mutter, ihrer Großtante Charlotte. Während auf der Hallig Land unter herrscht und Ella auf der Warf festsitzt, beginnt Sie in den Tagebüchern zu lesen. Charlotte kam 1938 aus Berlin aus Verzweiflung schwanger und vom Geliebten verlassen nach Südfall. Sie findet dort ein neues Zuhause und ihr Glück. Im Heute fällt Ella die Entscheidung ihr Leben von Grund auf zu ändern. Ellas Entscheidung kann man gut finden, muss man aber nicht.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 01.02.2022
Bestnote
Krengel, Martin

Bestnote


ausgezeichnet

Dieser Ratgeber mit vielen Tipps und Tricks zum besseren Vorbereiten auf eine Prüfung und zum Lernen überhaupt, ist nicht der erste seiner Art. Aber einige Tipps gibt uns Martin Krengel mit auf unseren Weg durch Schule und Studium.
Besseres Vorbereiten heißt bei Martin Krengel erst mal nur das Wesentliche herausfinden und kapieren, wie man das Wesentliche herausfindet und wie man es behält.Das Motto: Weniger ist manchmal mehr.
Weitere Themen: Lernpläne erstellen, Motivation, Umgang mit Fachbüchern und Fachtexten, Eselbrücken damit das Erlernte auch hängenbleibt, gerade komplizerte Sachverhalte,
Methoden gegen Prüfungsangst und besser noch: Erfolgreich eine Prüfung absolvieren,
Der Autor hat auch an Eltern, Lehrer und Dozenten gedacht und Tipps verfasst um Kinder, Schüler und Studenten beim Lernen zu unterstützen.
Auch wenn ich schon viele Lernratgeber gelesen hat, gab es doch noch einige neue Tipps. Und das Ganze ist recht anschaulich mit vielen Erfahrungsberichten geschrieben, ist also auch gut lesbar.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 31.12.2021
Mit dem Rücken zur Wand
Lind, Hera

Mit dem Rücken zur Wand


ausgezeichnet

Wenn man jemanden liebt, dann schlägt man ihn nicht!
Sara steht vor Gericht. Doch wie kam es dazu? Saras Mann verunglückt tödlich. Sie verliert das gemeinsame Restaurant. Sie ist nun alleinerziehende Mutter von zwei kleinen Kindern. Überraschend erbt sie das Haus ihrer Großmutter. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als dort einzuziehen. Leider liegt es neben dem Haus Ihres gewalttätigen Vaters. Alte Erinnerungen kommen zum Vorschein: An die Übergriffe ihres Vaters gegen die Mutter und gegen sie. Sie musste einiges erleiden bis eine Freundin und ein Lehrer hilft. Nun droht wieder Gefahr für sie und ihre Kinder von Nebenan, ihrem Vater, der ein furchtbarer Mensch ist. Doch nun lässt sie sich dies nicht mehr gefallen.
Beim Lesen tat mir fast jeder Schlag und jede psychische Attacke weh, schwere Kost und nicht leicht zu lesen. Vor allen Dingen ist Sara ja kein Einzelfall. Lesenswert sind die beiden Nachworte zur Entstehung des Romans von der Autorin und der Protagonistin. Eindringlich wendet sich die Protagonistin an Täter: Wenn man jemanden liebt, dann schlägt man ihn nicht!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.