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verswand

Bewertungen

Insgesamt 38 Bewertungen
Bewertung vom 02.04.2023
Wo ist die Mitte des Weltalls?
Cham, Jorge;Whiteson, Daniel

Wo ist die Mitte des Weltalls?


sehr gut

Das Buch “Wo ist die Mitte des Weltalls” stellt ganz alltägliche Fragen rund um die Welt und das Sein. So bekommt das Buch neben einem physikalischen Schwerpunkt auch einen philosophischen.
Thematisiert werden Fragen, dessen Antworten man sicherlich auch über Suchmaschinen im Internet beantwortet werden können. Der Vorteil an diesem Buch ist, dass es die Informationen kompakt und gefiltert in einer verständlichen Sprache darstellt. Es ist also nicht erforderlich, Vom Fach zu sein, sondern man muss lediglich Interesse an der Materie mitbringen. So halte ich das aufklärende Werk auch für jugendliche Interessierte für angemessen.
Aufgelockert wird werden die einzelnen Themen durch kleine, humorvolle Illustrationen. Ein Begriffsverzeichnis am Ende des Buches macht es zudem einfach, gezielt nach Themen und Fachbegriffen zu suchen und sich einzulesen.
Insgesamt empfehlenswert für Jüngere und Ältere Entdecker der Physik.

Bewertung vom 02.04.2023
We Will Give You Hell
Frisch, Lina

We Will Give You Hell


gut

Woher kommt diese unbändige Wut in einigen von uns? Hell kann ebenfalls kaum an sich halten und entführt uns auf der Reise nach sich selbst in die Wälder Schwedens. Damit legt Lina Frisch ein erfrischendes Setting mit einer ruhigen und zugleich schaurigen Atmosphäre vor.

Die Geschichte wird durch zahlreiche Dialoge lebendig, die sich flüssig lesen lassen. Allerdings führte dies auch dazu, dass sehr viel geredet, aber wenig getan wurde. Auf die Action, die ich erwartet hatte, habe ich bis zum letzten Viertel des Buches warten müssen.

Hell ist eine Figur, die sich nicht davor scheut, das Unbekannte zu entdecken und Fragen zu stellen. Dennoch wirkte sie teilweise ziemlich leichtgläubig und naiv, wobei ich als Leserin den Blick schon viel weiter geöffnet hatte. Dagegen haben einige andere Frauen deutlich mehr zu bieten. Sie sind nicht so leicht zu durchschauen und tragen jede für sich ein Päckchen aus der Vergangenheit.

Die Geschichte wirkte auf mich doch sehr “gesteuert”, weshalb die wichtige Wendung keine Überraschung mehr für mich war. Dennoch steckt hinter der Idee der Autorin eine ausgefeilte, interessante Idee.

Abschließend kann ich sagen, dass ich die Idee mit dem Gefühl der Wut im Mittelpunkt gerne gelesen habe und dies auch zum Nachdenken angeregt hat. Für mich war es allerdings eher ein atmosphärischer Roman, als dass Spannung aufkam.

Bewertung vom 02.04.2023
Das Reich der 9 Geisterwesen
Stehr, Jana

Das Reich der 9 Geisterwesen


sehr gut

Mit dieser Geschichte lädt Jana Stehr in eine dunkle Fantasywelt der besonderen Art ein. Sie erschafft sich ihr eigenes Reich und eigene Wesen, wobei kleine Übersichten zu Beginn des Buches helfen, sich in der Welt zurechtzufinden. So fiel mir der Einstieg noch schwer, musste erstmal in meinem Kopf sortieren.

Aber nach einigen kurzen Kapiteln konnte mich die Autorin mit ihrer lyrischen, rhythmischen und zugleich brutalen Art zu schreiben abholen. So spielt auch das Schriftbild hier eine große Rolle. Durchgestrichene Zeilen entfalten die Persönlichkeit der Blutfüchsin Thyri, womit die Diskrepanz zwischen ihrem wahrhaften Denken und den Gedanken, die sie haben sollte, zum Ausdruck gebracht wird. Die anderen Figuren stehen Thyri keineswegs nach, sie haben Ecken und Kanten, sind schwer einzuschätzen und vor allem wandlungsfähig. Lediglich bei Varin, aus dessen Sicht abwechselnd zu Thyri erzählt wird, habe ich auf eine eindeutigere Entwicklung gehofft. So hätten die Figuren noch etwas zugänglicher für mich sein können.

Der Fokus liegt, auch wenn das Setting eine Geisterwelt ist, auf einer Liebesgeschichte. Diese hält eine emotionale Zerreißprobe parat. Stehr versteht es, Spannungsmomente aufzubauen. So bleibt der Nervenkitzel bis zum furiosen, unabsehbaren Finale erhalten. So kann ich das Buch jedem Fantasieinteressierten ans Herz legen, insofern er der Autorin etwas Zeit einräumt, sich in die Geschichte entführen zu lassen.

Bewertung vom 02.04.2023
Jetzt sind wir echt / Jetzt-Trilogie Bd.1
Santos de Lima, Gabriella

Jetzt sind wir echt / Jetzt-Trilogie Bd.1


sehr gut

Die Second- Chance- Lovestory von Gabriella Santos de Lima überrollt ihre Leser mit einer poetischen Wortgewalt, wie man sie selten zu lesen bekommt. Genau dieser metaphorische und euphemistische Schreibstil machen die Realität um Lucy und Gregor zu etwas Besonderem.
Lucy ist eine sehr ambitionierte junge Frau, die ihre Ziele genau vor Augen hat. Als Gregor wieder in ihrem Leben auftaucht, wirbelt er alles durcheinander. Durch die wechselnde Sicht der beiden Figuren konnte ich die Gefühle und Gedanken der beiden miterleben und dabei leiden, lächeln und bangen. Die Kapitel aus der Vergangenheit versuchen wie ein Puzzle an den Leser heranzutragen, was damals vorgefallen ist, weshalb die Spannung zwischen ihnen besteht.
Ab der Hälfte hat mich die Geschichte etwas verloren, da ich Lucys Entscheidungen und Handlungen teilweise nicht mehr nachvollziehen konnte. Es fühlte sich wie ein auf der Stelle treten an. Hinzu kam ein kleines Drama zum Ende hin, dass für mich völlig überflüssig erschien. Die Geschichte lebt von der Kunst der Worte, wie kann es dann zu einer Situation kommen, die so einfach hätte gelöst werden können, wenn Figuren miteinander reden.
Insgesamt konnte Gabriella mich mit ihren Worten in der Geschichte gefangen halten, doch handlungstechnisch hat es mich mit zunehmender Lesedauer unzufriedener gestimmt. Die Lektüre bleibt aber eine gute Wahl für jeden, der den Fokus auf die Sprache und tiefe Gefühle legt.

Bewertung vom 01.04.2023
Count On You / On You Bd.2
Moncomble, Morgane

Count On You / On You Bd.2


sehr gut

Bei diesem Buch handelt es sich um den Companion- Band zu “Bet on you”, dass aufgrund anderer Hauptfiguren unabhängig lesbar ist. Die erfolgreiche Sängerin und Schauspielerin Daisy ist seit der Kindheit verliebt in den besten Freund ihres Bruders. Und genau der wird ihr Bodyguard.

Daisy ist eine Protagonistin, wie ich sie mir nur wünschen konnte. Sie versucht stark zu sein und stets eine bessere Version von sich selbst zu werden, doch auch sie ist keine Maschine und hegt Selbstzweifel. Ich mochte es, welch tiefe Einblicke Morgane Moncomble hier gewährt hat. Auch Thomas habe ich mit seiner verschlossenen, aber doch verlässlichen Art sogleich in mein Herz geschlossen. Die Dynamik zwischen den beiden – ob im Dialog oder zwischen den Zeilen – funktionierte wunderbar.

Es werden viele wichtige Themen wie die Präsenz in den sozialen Medien und der Umgang damit, das Familienleben und die eigene Persönlichkeit angesprochen. Dabei schafft die Autorin es, dass die Geschichte dennoch nicht überladen wirkt und alles seinen Raum bekommt. Lediglich im letzten Drittel der Geschichte hat die Autorin für meinen Geschmack etwas zu viel gewollt. Es geht Schlag auf Schlag, eine dramatische Szene übertrifft die andere. Dabei kann die Wendung jedoch wenig überraschen, wenn man genau liest und eins und eins zusammenzählt.

Insgesamt bietet die Geschichte alles, was man braucht - eine emotionale Liebesgeschichte, Charakterentwicklungen und etwas Spannung.

Bewertung vom 01.03.2023
Vor uns die Dämmerung
Celeste, B.

Vor uns die Dämmerung


ausgezeichnet

Zehn Jahre ist es her, seit Emery ihre Zwillingsschwester an die Krankheit Lupus verloren hat. Emery sucht Zuflucht bei der neuen Familie ihres Vaters, doch ein unbeschwertes Leben bedeutet das für sie nicht – denn auch sie leidet unter Lupus.

Die Geschichte ist emotional fesselnd von der ersten Seite an und lässt nicht mehr los. Das liegt vor allem daran, wie Emery ihr Innerstes nach außen kehrt. Ihre Situation hat sich so real angefühlt. Die Beziehung zu ihrer Mutter ist seit dem Tod ihrer Schwester ziemlich distanziert, ihr Vater hat eine neue Frau. Wo fühlt sie sich richtig platziert? Sie muss sich in der neuen Schule trotz ihrer Unsicherheiten durchbeißen. Emery ist ein Mensch, der viel mit sich selbst ausmacht, und sie hat ein Kämpferherz.

Neben der liebenswerten Emery hat ihr Stiefbruder Kaiden einen ganz anderen Eindruck auf mich hinterlassen. Er ist sehr impulsiv und gebieterisch, auch zur zerbrechlichen Emery. Aber er kann auch ein Gentleman sein. Dennoch kann ich einige Handlungen nicht für gutheißen, weshalb ich nie gänzlich mit ihm sympathisieren konnte. Für mich blieb zudem unklar, was das zwischen Kaiden und Emery wirklich war.

Die Autorin schafft es, mit der Krankheit, der zerrütteten Familie und einer zarten Liebe, mehrere Themen zu vereinen, ohne dass die Geschichte überladen wirkt. Ihre Sätze treffen direkt ins Herz.

Wen die Impulsivität und fraglichen Handlungen von Kaiden nicht stören, wird sich vollkommen auf die emotionale Achterbahnfahrt einlassen können. 4,5*

Bewertung vom 25.01.2023
Skandal & Vorurteil
Quain, Amanda

Skandal & Vorurteil


gut

Das Stolz- und- Vorurteil- Retelling begann vielversprechend. Die Grundzüge der Vorlage lassen sich erkennen, auch hier stehen Fitz und seine Schwester Georgie im Mittelpunkt. Georgie macht eine schwere Zeit an der Pemberly Academy durch, seit sich ein Vorfall mit ihrer Jugendliebe ereignet hat. Als Leser erfährt man hautnah, warum sie sich von allen verstoßen und abserviert fühlt. Ich konnte ihre Situation nachfühlen, andererseits hat sie sich kindlich Verhalten und sich in fremde Angelegenheiten eingemischt ohne zu versuchen, ihr eigenes Leben zu regeln. Avery, ihren Freund aus der Band, habe ich als wohlwollenden und ambitionierte jungen Mann kennengelernt. Doch das Verhältnis zwischen Georgie und Avery zündete bei mir nicht.

Was mich persönlich gestört hat, ist der dauernde Bezug auf die Serie "Sage Hall". Diese ist Georgies Anker, jedoch interessierte mich vielmehr, was in Georgies Leben vonstattengeht, nicht in der Serie, die sie so verehrt. So flüchtet Georgie sich Großteils vor ihren realen Problemen und bringt sich immer wieder in Situationen, wo man sich als Leser fühlt, als würde man sich ständig im Kreis drehen.
Ich habe die Bindung zu Georgie aus genannten Gründen zunehmend verloren und konnte einfach nicht mitfiebern. Letztlich blieb mir die Darstellung ihres Lebens sowie ihr Kontakt zu Avery zu flach.
Ein guter Anfang ist in der Geschichte gemacht, an den die Autorin im Verlauf aber nicht anknüpfen kann.

Bewertung vom 13.01.2023
Das Geheimnis der Hexen / Atelier of Witch Hat Bd.1
Shirahama, Kamome

Das Geheimnis der Hexen / Atelier of Witch Hat Bd.1


sehr gut

Cocos dringendster Wunsch seit ihrer Kindheit ist es, eine Zauberin zu werden. Doch es heißt, dass diese Fähigkeit veranlagt sein muss. Als der Zauberer Quiffrey im Dorf erscheint, schöpft sie neue Hoffnung. Der Zeichenstil von Kamome Shirahama lädt durch die zahlreichen Details zum Träumen ein. Besonders möchte ich hervorheben, wie ausdrucksstark Emotionen in die Gesichter der Figuren gebracht wurden.

Von der ersten Seite konnte ich abschalten und komplett in die Welt voller Magie abtauchen. Dazu trägt auch die tatenfreudige, aufgeweckte Coco bei. Die Geschichte lebt von kleinen Überraschungen, die die doch recht einfache Handlung aufpeppen. Das Ende ist actionreich und lässt einige Fragen offen. Insgesamt ein träumerischer Auftakt mit einer sympathischen, jungen Protagonistin.

Bewertung vom 13.01.2023
Lightlark Bd.1
Aster, Alex

Lightlark Bd.1


gut

“Lightlark” ist der erste Teil einer Reihe, indem sechs Völker seit 500 Jahren mit einem Fluch belastet sind und die junge Isla dafür kämpft, diesen auf der Insel Lightlark zu brechen. Leider habe ich über die sechs Völker wenig erfahren, geschweige denn über das Worldbuilding. Jedes Volk hat seine Insel, aber selbst an Lightlark, dem Hauptgeschehensort, konnte ich kaum Charakteristika erschließen. Dadurch fiel es mir ebenfalls schwer, Isla außerhalb ihres Zimmers zu folgen. Mit den zahlreichen Orten hatte die Autorin eine große Idee, von einer komplexen Umsetzung kann aber nicht die Rede sein.

Auch bei Isla konnte ich keine Entwicklung erkennen. Einerseits ist es die tapfere, mutige Frau, andererseits wirkt sie blauäugig und kindlich. Die anderen Figuren hatten gute Ansätze, derer es allerdings auch einer weiteren Ausarbeitung bedurft hätte.

Wer im Fantasygenre heimisch ist, dem wird auch die Handlung zu einfach gestrickt sein. Die Autorin führt beispielsweise Fähigkeiten erst ein, wenn sie diese in der nächsten Szene braucht. Es wirkt undurchdacht, als hätte die Alex Aster einfach drauflos geschrieben. Auch die Wendungen konnten mich wenig überraschen. Immerhin ist auf den über 500 Seiten einiges passiert.

Die Autorin hätte mehr aus der Prämisse der sechs Völker, die unter einem Fluch leiden, machen können. Worldbuilding und Figurenbau waren zu wenig. Die Handlung hat Potenzial, hätte man es etwas anders aufgezogen.

Bewertung vom 13.01.2023
Die Auserwählte / This Vicious Grace Bd.1
Thiede, Emily

Die Auserwählte / This Vicious Grace Bd.1


sehr gut

Mit der Auserwählten Alessa hat die Insel Saverio eine Finestra, an der das Volk zweifelt. Sie soll das Reich vor einer großen Gefahr beschützen, doch wie, wenn jeder, den sie berührt, stirbt?

Der Einstieg konnte mich durch seine Emotionalität bereits gefangen nehmen. Zwar werden einige Fantasywörter und italienische Begriffe eingeführt, die mir zuvor unbekannt waren, aber das stellte kein Hindernis für den Lesefluss dar.

Alessas Gabe steht die ganze Geschichte über im Mittelpunkt, weshalb die junge Frau sehr mit sich zu kämpfen hat. Der Autorin gelingt es, den auf ihr lastenden Druck an die LeserInnen heranzutragen. Ich mochte Alessas kämpferische, niemals aufgebende Art sehr. Während sie energiegeladen agiert, tritt mit Dante ein besonnener, aufgeschlossener Mann in Erscheinung. Er kommt aus einer anderen Sozialschicht, hat andere Sichtweisen und ist erfrischend in den zahlreichen Dialogen mit Alessa. Die Interaktion der beiden hat mir sehr gefallen, zumal es über Oberflächlichkeit hinausgeht.

Es gibt viele spannende Momente, aber auch einige Stellen, die hätten aufgrund ihrer Länge und Irrelevanz hätten verkürzt werden können. Dadurch hatte ich nicht den stetigen Drang, weiterzulesen. Das Buch wurde so aufgelöst, wie ich mir bereits ganz am Anfang die Frage gestellt habe, ob das nicht so möglich wäre. Für mich also leider wenig überraschend. Die offenen Fragen zum Abschluss machen jedoch neugierig auf das Finale der Dilogie.

Insgesamt ein gelungener Auftakt mit ein paar Längen, aber liebenswerten Figuren.