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Evoli

Bewertungen

Insgesamt 73 Bewertungen
Bewertung vom 05.04.2024
Der Rabengott
Leckie, Ann

Der Rabengott


sehr gut

Ungewöhnlicher Erzählstil

Als Erbe seines Vaters, des aktuellen Statthalters, sollte der junge Soldaten-Anführer Mawat eigentlich dessen Amt übernehmen und zu einer Art Vermittler zwischen dem Gott seines Volkes und den Menschen werden. Doch als die aktuelle Verkörperung des Rabengottes stirbt, ergreift Mawats Vater offenbar die Flucht, statt den Traditionen folgend den Opfertod zu sterben. In der Übergangszeit reißt daraufhin Mawats Onkel die Macht an sich und der junge Krieger droht seine angestammte Rolle zu verlieren. Was steckt wirklich hinter dem Verschwinden seines Vaters und welche Mächte agieren im Verborgenen?

Im Zentrum der Handlung steht weniger Mawat selbst sondern sein treuer Adjutant Eolo. Der Soldat hat im Lauf der letzten Jahre gelernt, mit den Launen seines Vorgesetzten umzugehen, und ist ein schlauer Kopf, der sich von den Intrigen rund um den Raben-Turm nicht hinters Licht führen lässt. Statt Eolos Abenteuer in der üblichen dritten Person oder aber mithilfe eines Ich-Erzählers zu schildern, hat sich die Autorin für eine eher ungewöhnliche Perspektive entschieden – erzählt wird die Geschichte von einer zuerst nicht näher definierten überirdischen Kraft, die Eolo anspricht.
Das hört sich dann z.B. so an: Du senktest den Blick auf den Steinboden. „Statthalter des Raben“, sagtest du steif und förmlich.
Die Erzählweise in der zweiten Person ist gewöhnungsbedürftig, aber auch durchaus interessant.

Interessant ist auch das System der Götter im Buch, das dem Leser nach und nach enthüllt wird. Dazu tragen besonders die Erinnerungen des erzählenden Überwesens bei, die weit in die graue Vorzeit zurückreichen. Im Lauf der Geschichte wird deutlicher, was es mit dem Rabengott, dem abwesend wirkenden Waldgott und den verschiedenen anderen Göttern dieser Welt auf sich hat.

Sowohl Eolos Suche nach der Wahrheit als auch die Rückblicke habe ich gern gelesen, ich kann es aber auch verstehen, wenn andere Leser vielleicht nicht so viel mit dem ungewöhnlichen Aufbau und der Geschichte an sich anfangen können.
Kritisch betrachtet passiert nämlich streckenweise nur wenig, ich konnte mich mit den Charakteren nicht so recht identifizieren und es gibt z.B. auch nur sehr wenige Schauplätze.

Bewertung vom 24.03.2024
The Fort
Korman, Gordon

The Fort


ausgezeichnet

Ein Baumhaus ist ein Dreck dagegen

Im Waldboden nah ihrer Kleinstadt machen fünf Achtklässler zufällig den Fund ihres Lebens – ein voll eingerichteter Bunker, fortan das Fort genannt, den ein exzentrischer Millionär einst aus Angst vor einem Atomkrieg anlegte. Im Bunker finden sie nicht nur ein nostalgisches Entertainment-Sortiment, sondern vor allem auch Zuflucht vor diversen familiären Problemen. Doch es wird zunehmend schwer, das Geheimnis vor äußeren Bedrohungen zu schützen...

Die sympathische Freundschafts-Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der fünf Jungen erzählt. Es ist interessant zu lesen, was die Teenager im Fort entdecken, welche Sorgen sie plagen und z.B. auch, wie sich das Verhältnis zwischen den vier ursprünglichen Sandkastenfreunden und dem zuerst unerwünschten Zugezogenen (quasi dem sprichwörtlichen fünften Rad am Wagen) entwickelt.
Durch ein paar „Widersacher“, vor denen es das Fort zu verteidigen gilt, kommt auch eine gewisse Spannung ins Geschehen.
Und darüber hinaus ist, etwa durch die schrägen Eigenheiten eines Jungen, immer wieder für Humor gesorgt.
Die Story ist nicht ganz frei von Klischees, aber das tut der Unterhaltung keinen Abbruch.

Trotz schwieriger Themen wie Gewalt in der Familie vermittelt das Buch eine positive Botschaft, bei der die Kraft der Freundschaft im Mittelpunkt steht. Ich empfehle es für Kinder ab ungefähr zwölf Jahren (besonders Jungen) und durchaus auch für Erwachsene.

Bewertung vom 16.03.2024
Sparks
Dawson, J.R.

Sparks


ausgezeichnet

Ein besonderer Zirkus im Schatten des Krieges

In einer alternativen Version der 1920er leitet Ringmaster, von ihren engsten Vertrauten Rin genannt, einen Zirkus voller besonderer Menschen. Die so genannten Sparks verfügen über die unterschiedlichsten Fähigkeiten wie Vervielfältigung, Illusionen, überragende Körperkraft oder Zeitreisen. Und mit diesen Besonderheiten machen sie sich innerhalb der Gesellschaft nicht nur Freunde.
Viele der Artisten haben mit den Schatten der Vergangenheit zu kämpfen, nicht zuletzt auch bezogen auf den noch nicht lange zurückliegenden Ersten Weltkrieg. Und die Zirkusdirektorin selbst ist da keine Ausnahme – der bösartige „Circus King“ hat sie aufgespürt und versucht, alles zu zerstören, was sie sich mühsam aufgebaut hat.
Zu allem Übel haben Rin und ihre Gefährtinnen Vorzeichen eines drohenden neuen Krieges entdeckt, dessen Schrecken den vergangenen noch bei Weitem übertreffen könnten...

Trotz des hundert Jahre zurückliegenden Settings inklusive Fantasy-Touch behandelt das Buch moderne bzw. zeitlose Themen wie Diskriminierung, Homosexualität und Machtmissbrauch, ist dabei teilweise recht düster.
Man kann gut mit den interessanten Hauptfiguren mitfühlen, wünscht Rin und ihren Mitstreitern von Herzen Durchhaltevermögen und Glück in ihrer schwierigen Mission.
Durch den angenehmen, gleichzeitig poetischen Schreibstil ist die Geschichte flüssig zu lesen, manche Sätze sind so schön, dass ich mir die Zitate gern noch notieren möchte.

Das spannende Ende dieses Bandes bietet noch viel Raum für eine Fortsetzung, trotzdem ist zumindest ein wichtiger Handlungsbogen abgeschlossen. Ich werde auf jeden Fall die Augen nach neuen Abenteuern rund um die zauberhaften Sparks offen halten.

Bewertung vom 05.03.2024
Familien-Naturführer
Hedder, Katharina

Familien-Naturführer


ausgezeichnet

Naturführer mit tollen Infos und Mitmach-Ideen

Naturführer von Kosmos sind immer wieder eine feine Sache, nicht umsonst ist der Verlag Marktführer in diesem Bereich. Das neuste Produkt richtet sich an Natur-liebende Familien bzw. alle, die besonders zusammen mit Kindern die heimischen Wälder und Wiesen (sowie ein paar andere Landschaften) erkunden möchten.

Insgesamt 300 Arten aus dem Tier- und Pflanzenreich sind in diesem dicken Buch zu entdecken, von typischen Gartenvögeln, über Echsen, Insekten und Wild, aber auch diverse Meeresbewohner bis zu Heilkräutern und Blumen am Wegesrand. Man findet jeweils Fotos in sehr guter Qualität und jede Menge Informationen.
Die meisten der enthaltenen Arten habe ich schon „in echt“ gesehen, manche davon (z.B. Wildkatze und Otter) im Wildpark, die Mehrzahl aber in freier Wildbahn. Hier noch mal die wichtigsten Infos zu entdecken, ist sehr praktisch, vor allem im Austausch mit meinen beiden Neffen (neun und sechs Jahre).
Der wissbegierige Große hat den scheuen Schwarzstorch vermisst, der (wie der enthaltene weiße Kollege) auch schon von uns gesichtet wurde, aber es musste natürlich eine Auswahl getroffen werden. Und die ist insgesamt sehr gut gelungen.

Eine Besonderheit des neuen Naturführers sind tolle Mitmachideen, die richtig zum Erkunden des Waldes oder der anderen Naturlandschaften einladen. Die Erklärungen sind kindgerecht, so dass die kleinen Forscher sie (mit etwas Hilfe) gut umsetzen können.
Man entdeckt z.B. Basteltipps zum Herstellen von hübschen und nützlichen Futtertassen, Spiele mit Naturmaterialien zum Selbermachen (Eichelhütchen-Memory...), ein Rezept für Löwenzahngelee oder schöne Projekte mit Trockenblumen.
Die Ideen bieten einen echten Mehrwert als Ergänzung zum Naturführer-Teil. Etwas praktischer hätte ich für diesen Teil des Buches lediglich eine Ringbindung gefunden, um es flach hinlegen zu können.

Bewertung vom 18.02.2024
Wer ist schon normal? / Willkommen bei den Grauses Bd.1
Bohlmann, Sabine

Wer ist schon normal? / Willkommen bei den Grauses Bd.1


ausgezeichnet

Eine selts..., sehr originelle Familie

Ottilie tut sich schwer damit, Freunde zu finden. Die Neunjährige traut sich nicht, fremde Leute anzusprechen, und liest lieber jeden Tag ein Buch als mit den Mädchen aus der Schule Kontakt aufzunehmen. Doch mit dem Einzug einer neuen Familie in der Nachbarschaft ändert sich alles – die ziemlich schräge...äh, originelle... Truppe stellt Ottilies Leben ganz schön auf den Kopf, aber im positiven Sinne.

Die Grauses sind ein bunt zusammengewürfelter Haufen von Fantasiegestalten, teils bekannt, alle aber mit interessanten Eigenschaften die für Überraschungen sorgen. Neben den Kindern ist dabei besonders auch der Opa der Familie für lustige Begebenheiten gut, erst recht, als er seine Zuneigung zur verbitterten Nachbarin entdeckt.
Die Familienmitglieder müssen noch viel lernen, um sich in der Menschenwelt zurecht zu finden (und möglichst nicht als komisch, seltsam, irre oder ähnliches aufzufallen), sonst droht ihnen die Verbannung. Die Eskapaden der einzelnen Mitglieder wirken dadurch nicht nur humorvoll, sondern es kommt auch eine gewisse Spannung auf.

Alle Charaktere wachsen dem Leser schnell ans Herz und man hat viel Freude an der wachsenden Freundschaft zwischen der Protagonistin und ihren neuen Nachbarn.
Abgerundet wird das Gesamtpaket durch sympathische schwarz-weiß Zeichnungen, mal als kleine Bilder am Rand, ab und zu auch auf einer halben oder einer ganzen Seite. Der Stil entspricht dem des hübschen Covers.
Das Buch kommt zu einem runden Ende, es sind aber durchaus gut weitere Abenteuer der Grauses denkbar (und wohl auch schon geplant).

Bewertung vom 06.02.2024
Wieso? Weshalb? Warum?, Band 4 - Wir erforschen die Vulkane
Noa, Sandra

Wieso? Weshalb? Warum?, Band 4 - Wir erforschen die Vulkane


ausgezeichnet

Wenn die Erde Feuer spuckt

Auch wenn Vulkane in unseren Breiten nicht in Aktion zu beobachten sind, sorgen Ausbrüche in anderen Ländern immer wieder für spektakuläre Fernsehbilder, die natürlich auch an den kleinen Zuschauern nicht spurlos vorübergehen – fasziniert, aber vielleicht auch ein bisschen ängstlich verfolgen wir, wie die feuerspeienden Berge ihre Aschewolken in die Luft pusten und glühende Lava sich über die Hänge ergießt.
In diesem Band der erfolgreichen Sachbuchreihe können Kinder viel über die Hintergründe dieses Phänomens lernen.

Verschiedenste Unterbereiche des Themas werden abgedeckt, so etwa die Ursachen und die genauen Abläufe von Vulkanausbrüchen, die verschiedenen Vulkanformen, der Aufbau des Erdinneren, die Lage der Kontinentalplatten und die Frage, wie Vulkane und Erdbeben sowie Tsunamis zusammenhängen. Auch die Hinterlassenschaften erloschener Vulkane in Deutschland werden berücksichtigt, genau wie ein kleiner Exkurs zum Mond und der Vulkanaktivität auf unseren Nachbarplaneten.

Durch kurze, aber informative Texte, hübsche Illustrationen sowie natürlich die beliebten Klappen werden die kleinen Naturforscher zum Entdecken angeregt und auch die Erwachsenen können noch etwas lernen. Ich hatte mich mit Vulkanen noch nie gezielt befasst und weiß jetzt z.B., was sich hinter dem „Pazifischen Feuerring“ verbirgt.
Wenn die Kinder schon ein gewisses Interesse in dieser Richtung gezeigt haben, macht man mit dem Kauf garantiert nichts falsch.

Bewertung vom 27.12.2023
Das einzige Kind
Lind, Hera

Das einzige Kind


ausgezeichnet

Er hatte keine Chance – und hat sie genutzt

Ausgehend von seiner bäuerlich-ärmlichen Heimatregion in Jugoslawien gerät der kleine Djoko mitten in die Wirren des Zweiten Weltkriegs. Für den zum Waisenkind gewordenen Dreikäsehoch beginnt eine regelrechte jahrelange Odyssee, die ihn durch mehrere Länder und zahlreiche ganz knappe Begegnungen mit dem Tod führen wird.
Hera Lind hat hier die wahre Geschichte dieses Jungen in Roman-Form nacherzählt.

Im Buch erleben wir die aus kindlich-naiver Sicht geschilderten Gräuel des Krieges hautnah. Der kleine Ich-Erzähler wächst dabei nicht nur vielen seiner (leider meist mehr oder weniger kurzzeitigen) Weggefährten ans Herz, sondern vor allem auch den Lesern. Man fiebert mit dem Protagonisten mit, wünscht ihm nur das Beste und muss doch immer wieder Schreckliches miterleben.

Die Ereignisse in der Geschichte sind oft starker Tobak. Der Handlungsverlauf kann dadurch recht deprimierend sein – vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass alles Beschriebene so passierte und (was noch schlimmer ist) auch heute noch und wieder ganz ähnlich geschieht. Also kein Buch für zarte Gemüter.
Vom Durchhaltevermögen und der Widerstandskraft des kleinen Jungen war ich tief beeindruckt. Wie viel Stärke nötig ist, um trotz aller Schicksalsschläge nie die Hoffnung aufzugeben...

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.11.2023
Nordlicht 02
Falch, Malin

Nordlicht 02


ausgezeichnet

Rückkehr ins skandinavische Nimmerland

Der zweite Band der Nordlicht-Reihe setzt nahtlos dort an, wo der Erstling endete – man sollte diesen also definitiv vorher gelesen haben.
Während Sonja zusammen mit Espen und seiner kleinen Bande sympathischer Trollkinder und freundlicher Tiere ihre abenteuerliche Umgebung erkundet, macht sich ihr Onkel auf die Suche nach der Vermissten und gerät in Gefangenschaft. Zu allem Übel haben die bösen Wikinger neue Verbündete mit magischen Kräften gefunden...

Die Welt des Buchs weist weiterhin deutliche Parallelen zu Peter Pan auf, durch eigene Ideen bleibt die Geschichte aber spannend und ist weit mehr als ein purer Abklatsch eines Klassikers. Durch neue Figuren kommt in diesem zweiten Band zusätzliche Abwechslung ins Geschehen.
Auch der schöne Zeichentrick-artige Stil des Comics gefällt mir nach wie vor sehr gut, so etwa die sympathischen Gesichter der Tiere und der kleinen Trolle sowie die schöne Farbgebung. Es entsteht eine dichte, märchenhafte und teils aber auch düstere Atmosphäre.
Am Ende gibt es einige Konzeptzeichnungen aus der Entstehungsphase des Buchs.

Bewertung vom 15.11.2023
Am Anfang der Welt / Solartopia Bd.1
Hume, Victoria

Am Anfang der Welt / Solartopia Bd.1


ausgezeichnet

Die mit den Pflanzen spricht

In einer dystopischen Zukunft lebt die sechzehnjährige Nova mit ihrem Freund Finn hoch oben in einem Wolkenkratzer, umgeben von einer lebensfeindlich gewordenen Umwelt. Seit dem Tod ihrer Mutter zehn Jahre zuvor ist die Hauptfigur allein dafür zuständig, den paradiesischen Garten auf der Dachterrasse zu hegen und zu pflegen, der die einzige Nahrungsquelle darstellt. Zu Gute kommt Nova ihre besondere Begabung – das junge Mädchen kann mit den Pflanzen kommunizieren und so etwa erkennen, wenn diese zu kränkeln beginnen. Doch als die tödlichen Nebelschwaden immer höher steigen und das kleine Paradies bedrohen, reicht das allein nicht mehr aus. Nova und Finn müssen sich auf die gefahrvolle Suche nach einem Heilmittel begeben...

Die Ich-Erzählerin Nova ist eine sympathische Protagonistin und ihre besondere Fähigkeit ist mal etwas Anderes. Ich fand es interessant, von den verschiedenen Pflanzen und ihren Botschaften zu lesen, außerdem ergeben sich dadurch immer wieder ungewöhnliche Situationen. Überhaupt besitzt die Geschichte ein paar spannende Wendungen und eine fesselnde Atmosphäre.
Vereinzelt haben sich die Gefahren und Probleme für mich aber schon etwas zu einfach erledigt. Auch die Vorstellung, dass ein sechsjähriges Kind sich praktisch allein durchs Leben schlägt, erscheint mir ein bisschen weit hergeholt, wenn ich mir so meine Neffen und ihre Freunde in diesem Alter betrachte.
Trotzdem fand ich die Geschichte aber insgesamt gelungen und sehr lesenswert. Das Buch stellt die erste Hälfte einer Duologie dar, weshalb das Ende recht offen gehalten ist. Die Fortsetzung, zu der eine kurze Leseprobe enthalten ist, soll im nächsten Frühjahr erscheinen.

Bewertung vom 30.10.2023
Nico und Will - Reise ins Dunkel
Riordan, Rick;Oshiro, Mark

Nico und Will - Reise ins Dunkel


sehr gut

Reise in die Unterwelt, besonders für Serien-Kenner zu empfehlen

Nico di Angelo, Sohn des Hades, tut sich oft schwer mit seinen dunklen Seiten, kann es teilweise gar nicht glauben, dass ihn seine Freunde so akzeptieren wie er ist. Besonders sein geliebter Will Solace, ein Strahlemann im wahrsten Sinne des Wortes, ist doch vermeintlich das krasse Gegenteil. Für zusätzlichen Ärger sorgen nun finstere Träume bzw. Visionen, die Nico allnächtlich plagen und ihm keine Ruhe lassen. Jemand ruft ihn - die Spur führt in den Tartarus, die schlimmste Region der ja sowieso nicht gerade als beliebtes Ausflugsziel bekannten Unterwelt. Nico muss sich seiner Vergangenheit und den Schattenseiten seiner Persönlichkeiten stellen. Doch auch Will, der es sich natürlich nicht nehmen lässt, ihn zu begleiten, erwarten gefährliche Herausforderungen.

Das Buch ist ein Ableger der beliebten Percy Jackson-Reihe und Kenntnisse der anderen Bände würde ich auf jeden Fall empfehlen. Denn diese Geschichte hält sich nicht mit Erklärungen der Welt auf (eine Variante unserer Realität, die aber eben unter anderem von zahlreichen Halbgöttern bevölkert ist) oder stellt uns die Gegebenheiten wie die Ausbildungscamps der Nachwuchshelden vor. Zudem finden sich in der Handlung häufig Erwähnungen früherer Abenteuer und auch die auftauchenden Personen sollten einem am besten schon vertraut sein, um das Buch voll genießen zu können.

Die Story ist angenehm zu lesen, gut gefallen haben z.B. mir der trotz düsterer Thematik immer wieder aufblitzende Humor (etwa bei der Begegnung mit einem seltsamen Völkchen von Unterweltbewohnern) und die fantasievollen Kreaturen. Natürlich dürfen dabei auch allerlei Gottheiten und legendäre antike Monster nicht fehlen.
Auch das Jungen-Paar ist recht sympathisch und die Beziehung der beiden wird glaubwürdig geschildert. Darüber hinaus gibt es einige spannende Szenen und Gefahren. Allerdings hat die Geschichte meiner Meinung nach auch ein paar Längen oder wird durch den Aufbau mit z.B. diversen Rückblicken manchmal etwas zu sehr ausgebremst.