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SofieWalden

Bewertungen

Insgesamt 666 Bewertungen
Bewertung vom 07.11.2022
WENN... Wenn Buch zum Selbstgestalten
Loewe, Pia

WENN... Wenn Buch zum Selbstgestalten


gut

Viele kreative WENN's und die Antworten liegen nur an Dir

Mit WENN-Sätzen einen ersten Teil vorgeben und sich dann, ganz individuell, an das 'dann' machen, so wie man empfindet, so wie man es gerade braucht, eine originelle Idee und das hochwertig gestaltete Hardcoverbändchen dazu ist gerade als Geschenk eine schöne Sache. Aufgrund seiner Farbgebung würde ich es lieber einer Frau oder einem jungen Mädchen überreichen und auch die dekorativen Herzchen, Schmetterlinge und Co scheinen eher für eine weibliche Zielgruppe geeignet zu sein. Für die anvisierte Selbstgestaltung der einzelnen Seiten ist ausreichend Raum gegeben und so ist dieses Büchlein schon beim Verschenken als etwas sehr Persönliches unterwegs.

Bewertung vom 07.11.2022
Flora Flitzebesen (Leseanfänger Bd. 3)
Livanios, Eleni

Flora Flitzebesen (Leseanfänger Bd. 3)


ausgezeichnet

Ein verschwundener kleiner Freund braucht Hilfe

Flora ist ein junges sehr nettes Hexenmädchen, das immer versucht, eine gute Hexe zu sein und nur Gutes zu hexen, denn ihr Lehrer in der Schule hat sie gerade gelehrt, wer Gutes hext, da kommt auch Gutes zurück und wenn man jemandem etwas Böses hext, kommt auch das irgendwann böse wieder. Also ganz klar gute Hexe und in diesem, dem dritten Band der Flora Flitzebesen-Reihe für Leseanfänger freuen sich alle erst mal auf den Hexen-Jahrmarkt. Da gibt es jede Menge zu sehen und auszuprobieren und dann werden Flora und ihre Freunde, da ist auch der kleine Feux Felix mit dabei, von der Ballonhexe Olga auch noch zu Tee und Kuchen eingeladen. Als sie dann gehen, fragt Olga den Feux, ob er nicht bei ihr bleiben will, weil sie immer so allein ist. Aber Felix schüttelt den Kopf. Er will natürlich nach Hause in den Efeuwald, vorher aber noch eine Runde Riesenrad fahren. Und so machen sich dann alle auf den Weg und verabreden sich noch für den nächsten Tag. Dann wollen sie Felix besuchen. Doch daraus wird leider nichts, denn als die am darauffolgenden Nachmittag auf ihren Besen in den Efeuwald geflogen kommen, erfahren sie, Felix ist weg. Er ist gar nicht nach Hause gekommen. Ganz schlimm findet Flora das und so machen sich die Freunde auf die Suche. Und das wird dann richtig spannend und schon ziemlich abenteuerlich.
Eine tolle Hexengeschichte ist das hier, wunderbar illustriert und mit Flora vorneweg. Die gibt natürlich nie auf, Freunde lässt man ja auch nicht im Stich. Doch auch sie macht mal etwas falsch. Aber wenn man das erkennt, kann man sich ja auch entschuldigen und es ist natürlich besonders schön, wenn der andere die Entschuldigung dann auch annimmt.
Die Geschichte macht auf jeden Fall richtig viel Spaß und am Ende ist vielleicht ja auch der verlorengegangene kleine grünhaarige Feux wieder da.
Für Erstleser genau richtig.

Bewertung vom 06.11.2022
Gleich unter der Haut
Obermanns, Berthe

Gleich unter der Haut


ausgezeichnet

Zwei vom Leben beschwerte Wesen suchen sich und dann

Der Ich-Erzähler dieser Geschichte, Niklas und seine jüngere Schwester Nora haben durch den Tod ihrer Eltern einen schweren Schicksalsschlag erlitten. Jeder der beiden versucht auf andere Art damit umzugehen, eine eigentlich nötige echte Verarbeitug bleibt dabei aus, denn das Jetzt fordert vor allem von Niklas alles. Er pflegt seine demente Großmutter und ist dabei zum größten Teil auf sich allein gestellt. Seine innere Verzweiflung, der Schrei nach Hilfe und einem ganz anderen eigenen Leben, er bleibt ungehört, tief in ihm drin verborgen. Doch dann trifft er auf Lou, einer ebenfalls von schweren Traumata belasteten und auch gezeichneten jungen Frau. Da ist eine Art gegenseitiges Erkennen und ohne es auszusprechen verbindet sie diese schlimme Not in ihrer Seele. Es ist eine zaghafte zarte Annäherung und einem Schritt aufeinander zu folgt oft eine heftige angstvolle Zurückweisung. Sich dem anderen öffnen wollen, die Hoffnung, durch diese Beziehung Erlösung zu finden, erträglich leben zu können im Hier und Jetzt, vielleicht sogar einmal und dann einmal mehr Glück zu empfinden, diese Sehnsucht treibt sie beide an. Aber steht am Ende des Weges wirklich etwas, das Perspektive bietet, Erwartungen als positiv empfinden lässt, weil es die eigenen sind und weil man es nicht nur will, sondern weil die eigene verletzte Seele auch dazu in der Lage ist.
Dieser Debütroman ist von einer so außergewöhnlichen Intensität, authentisch bis in die kleinste Faser des miteinander Ringens zweier Menschen und des oft konträren Kämpfens mit dem eigenen Ich. Schon nach wenigen Seiten ist man vom distanzierten Besucher zum 'stillen Mitspieler' geworden. Man fühlt mit, ist berührt von diesen Menschen, von ihren Gefühlen, die immer wieder regelrecht über sie hereinbrechen und uns, die Leser, mitnehmen auf diesen Weg.
Ein Leseerlebnis der Extraklasse, das Spuren hinterlässt.

Bewertung vom 05.11.2022
In 80 Büchern um die Welt

In 80 Büchern um die Welt


gut

Eine tolle Präsentation vorwiegend klassischer Bücherwelten bis ins heute hinein

Ein Buch der Bücher, 80 an der Zahl, angefangen mit Homers 'Odyssee', mit großen Klassikern wie 'Onkel Toms Hütte', 'Dracula', Steinbecks 'Früchte des Zorns', Lolita oder Updikes 'Hasenherz' bis hin zu Werken, direkt aus unserem heute. Es ist wirklich eine große Reise, die man hier machen darf, chronologisch durch die Zeit, in Länder, durch Länder, stellvertretend für das ein oder andere geschichtliche Geschehen, aber auch einfach hinein in die menschliche Seele, in das eigene Ich.
Jede Geschichte hat sein eigenes kleines, aber feines 2-3 seitiges Kapitel, mit hochwertiges Bildern und Fotos ausgestattet, durchaus mit Aha-Effekt, entweder aufgrund des eigenen Wiederentdeckens oder eben, weil es Bücher sind, deren Inhalt inkl. dem Drumherum einem bisher noch nicht untergekommen ist.
Ein wunderschönes 'Kleine-Auszeiten'-Buch zum Blättern und Verharren, für Anregungen, was man auf jeden Fall mal lesen wollte, auch wenn es schon lange nicht mehr auf der Bestenverkaufsliste steht. Für mich ist es zwar weniger ein 'in 80 Büchern um die Welt'-Buch, vielmehr geht es 'in 80 Büchern durch bemerkenswerte Literatur', der das Alter nichts anhaben kann.
Aber wie auch immer, Reisen, das auch aus dem eigenen gemütlichen Ohrensessel funktioniert, hier wird einem geholfen.

Bewertung vom 04.11.2022
Alles unter unserer Sonne.
Oldfield, Molly

Alles unter unserer Sonne.


ausgezeichnet

Ein Zwölf Monate-jedenTag-Buch voller toller Wissensfragen und Antworten

Zwölf Monate hat das Jahr und jeder Monat hat so seine, gerade auf die Natur bezogen, speziellen Themen, die einem beim Umsichschauen ins Auge fallen oder über die man zu dieser Zeit eben besonders oft nachdenkt. Und genau dafür ist dieses tolle Buch zu uns gekommen. 366 Fragen, denn es kann ja auch mal ein Schaltjahr sein, und zu jeder Frage eine Antwort, nach Monaten geordnet, wunderschön bebildert, jede einzelne davon interessant und spannend. Es geht um Wissen im herkömmlichen Sinne, hier allerdings besonders lustig und lebendig dargeboten, allein schon von der originellen Fragestellung her, es gibt aber auch ganz gravierende Dinge, auf die jeder eine andere Antwort hat oder eben keine. 'Warum gibt es Krieg' ist zum Beispiel so eine Frage und was man da so zu hören bekommt, was das anstößt, das ist schon eine Menge Hinhören wert.
Das Buch ist wirklich ein Schatz, mit dem, was es uns wissen lässt, den Aktivitäten, die es initiiert, z.B. mit einem Gang in die Natur, mit der ganzen Familie und damit, dass es zeigt, nach Wissen fragen, danach suchen und es auf welche Art auch immer schließlich gefunden zu haben, macht riesigen Spaß. Und das ist nicht nur für Kinder, sondern auch für die Erwachsenen (wieder) ein tolles Ahaerlebnis und ein Ansporn für ganz viel gemeinsames Erleben.

Bewertung vom 04.11.2022
NO GAME - Jetzt ist Schluss mit Schweigen!
Friend, Natasha

NO GAME - Jetzt ist Schluss mit Schweigen!


ausgezeichnet

Als Betoffene das Schweigen zu brechen, ein schwerer Weg

In Noras Leben, einer jungen Frau aus gutem Haus, ist alles in Ordnung. Schule, Freunde, alles geht seinen Gang, bis zu diesem Tag. Als sie auf einem Golfplatz wieder zu sich kommt, sind ihre beste Freundin Cam und ihr Mitschüler Adam bei ihr. Dieser hatte die bewusstlose Nora entdeckt und bei ihr drei junge Kerle, die deren Unterhose an eine Fahnenstange geknüpft hatten und eindeutig noch mehr wollten. Es gelang Adam, sie in die Flucht zu schlagen. Er hat die Szene auch geistesgegenwärtig aufgenommen und dann Cam angerufen. Noras erste Reaktion ist verkriechen, vergessen, das Video löschen und einfach weitermachen. Cam drängt aufs Öffentlichmachen und das Verfolgen der drei Täter, aber Nora braucht Zeit. Ihre Freunde und sie recherchieren erstmal auf privater Ebene und was dabei herauskommt, dass sie nur eine ist von vielen, was die 7 auf ihrem Schenkel bedeutet, was schon alles unter der Hand bekannt ist und NICHTS! getan wird, das zwingt Nora regelrecht dazu, das Schweigen doch noch zu brechen. Und es gibt ihr auch Stärke, denn sie tut es nicht nur für sich selbst.
Ein heftiges Thema, zwar in einem sehr amerikanischen Ambiente spielend, aber das tut dem Geschehen keinen Abbruch. Trotzdem ist man hier sehr nahe dran und das Erleben ist erschreckend echt, aufwühlend und empörend zugleich. Da ist der Vorfall selbst, einer von vielen!!! und dann die Handhabung drumherum, bis hoch zu den ganz Oberen in diesem System. Das kann man kaum fassen und trotzdem ist es so. Und da ist auch ein Gefühl von Hilfslosigkeit, von Diskriminierung der ganz eigenen Art und noch mehr.
Das Buch hat die umfassende Thematik gut umgesetzt, verbunden auch mit dem Aufruf, eben nicht zu schweigen. Denn nur so kann sich etwas ändern. Es muss sich etwas ändern.

Bewertung vom 04.11.2022
Flieg, kleiner Vogel. Selbstbewusstsein bei Kindern stärken
Blum, Ingo

Flieg, kleiner Vogel. Selbstbewusstsein bei Kindern stärken


sehr gut

Angst überwinden und was ein Vögelchen kann, können Menschenkinder auch

Ein junges Vögelchen ist in großer Not. Es hat Höhenangst und kann deshalb nicht mit den anderen Vögeln hoch in den Himmel fliegen. Seine Artgenossen haben dafür überhaupt kein Verständnis und lachen den kleinen Kerl aus. Das macht ihn sehr traurig. Aber er lässt sich nicht unterkriegen und weil er nicht einsam sein will, sucht er nach Freunden, unten am Boden. Doch keiner will sein Freund sein, der Löwe nicht, weil er ihn sonst vielleicht einmal fressen könnte, der Fisch nicht, weil ein Vogel nicht im Wasser atmen kann. Und so geht es immer weiter. Ziemlich niedergeschlagen kommt das Vögelchen schließlich an einem Schlammloch vorbei und darin steckt ein Kiwi. Sofort rennt der kleine 'Piepsi' los, um Hilfe zu holen und ganz ungewollt, plötzlich fliegt er, denn er muss ja schnell sein, damit der Kiwi gerettet werden kann. Und natürlich sind Löwe und Co dann auch sofort zur Stelle und irgendwie wird alles gut.
Das erste, was einem bei dieser schönen Geschichte ins Auge sticht, sind die wunderbar gezeichneten Tiere, allen voran das ängstliche Vögelchen auf seinen zwei dünnen Beinchen. Und dann die Erzählung selbst, einfach gehalten, sehr gut auf die Handlung fokussiert, ohne viel drumherum. Das erlaubt auch den Kleinsten, dem Geschehen problemlos zu folgen, Anteil zu nehmen und zu verstehen.
Ein Buch zum Mutmachen, wenn man einmal vor etwas Angst hat und das Thema Freundschaft ist auch mit dabei.

Bewertung vom 29.10.2022
Die Welt durch Wörter sehen
De Cesco, Federica

Die Welt durch Wörter sehen


sehr gut

Selbstgewählte Facetten eines schon lange währenden Autorinnenwerks

Federica de Cesco und 'Der rote Seidenschal', vor tatsächlich 65 Jahren erschien dieser erste Roman, ein absoluter Jugendbestseller bis heute, der damals angehenden 15-jährigen Autorin. Es war der Anfang eines facettenreichen beruflichen Lebens, eines Lebens, dass, voller Freude für die Leser der Autorin, angefüllt ist mit dem Durchdringen der Welt durch Worte, 'Die Welt durch Wörter sehen', genau so. Hier in diesem Lieblingsgeschichtenband nimmt uns Federica de Cesco mit auf ihre ganz persönliche kleine Reise der Rückblicke, den Textfacetten und Gedanken der letzten Jahre, die sie zwar zu Papier gebracht und auch veröffentlich hat, aber dem großen Publikum blieben sie eher verborgen.
Nun ist dieses als wirklich sehr persönlich empfundene Buch bei seiner Leserschaft angekommen, um zu erfreuen und das tut es auch. Ob in kleinen Auszeiten zwischendurch oder als intensives Autorinnenerleben, diese Lieblingsgeschichten geben einem jede Menge Gedanken und freudige Gefühle mit auf den Weg und zeigen einem, dass auch der schon eigene Schreibstil de Cescos über die Jahre erhalten geblieben ist, was zu viel Wiedererkennen für 'Eingeweihte' und einem angenehmen Kennenlernen für neu hinzu gekommene Entdecker der Autorin führt.
Einfach schön.

Bewertung vom 29.10.2022
Der Boulevard des Schreckens
Hürtgen, Moritz

Der Boulevard des Schreckens


gut

Ein sehr eigenes Genregemix und natürlich eine ordentliche Portion 'Titanic'-Flair

Martin Kreuzer ist Volontär und heute als vermeintlicher stiller Zuhörer bei der Redaktionskonferenz dabei, als der Name Lukas Moretti fällt, ein im Moment sehr angesagter Performance-Künstler. Martin wittert seine große Chance. Da er mit Moretti studiert hat, verspricht er vollmundig, auf jeden Fall ein Interview mit diesem zu bekommen, best Bodies eben. Und so wird er nach München geschickt, um zu liefern. Doch Moretti denkt natürlich im Traum nicht daran, dem Irgenwie-Kommilitonen bei seinem Karriereaufstieg entsprechend behilflich zu sein und so bleibt nur 'Kreativität'. Martin erfindet dieses dann sehr bedeutende weil letzte Interview, denn am nächsten Morgen ist Moretti tot. Martins Redaktion ist begeistert, jetzt heißt es am Ball bleiben und da ihr Volontär sehr aussichtsreich mitten im wilden Pressegewirr angekommen ist, soll er jetzt zum 'Aus der ersten Reihe'-Berichterstatter werden, wo immer die Musik spielt, im Mordfall Moretti und Co. Also ab geht die Fahrt. Erst wird relativ normal der erste Gang eingelegt. Aber man hat ja schließlich etwas unter der Haube und so erhöht die Geschichte die Geschwindigkeit. Und natürlich geht es nicht nur geradeaus, sondern schnell werden die gängigen leicht schleimigen mit dem ein oder anderen kreativen Zusatzsätzchen versehenen Pfade verlassen und - im Film würde man sagen – jetzt gibt es ganz großes Kino. Gibt es dann auch, aber gleichzeitig auch kein Halten mehr. Eine Absurdität jagt die nächste, mal kurz verschaufen gibt’s nicht. Schräg, ironisch, sarkastisch, Medienschelte, Fakenews, Fakegeschichte, wo führt das hin. Beim Autor den Magazins Titanic sicherlich sehr weit außerhalb der gängigen Grenzen. Das war zu erwarten, aber hier reißt nach meinem Gefühl irgendwann die Leine, die da ist, damit der Leser dem Ganzen, mit sicher vorhandenem schrägem Humor, noch folgen kann. Und dann gibt es tatsächlich noch ein Ende, eins, dass passt, wenn man bis hier noch wohlwollend oder vielleicht auch total begeistert mit dabei gewesen ist. Ich gehöre zu denen, die innerlich irgendwann die Biege gemacht haben, aber trotzdem bis zum Schluss bei der Stange gebleiben sind, denn 'man weiß ja nie'.
Dieses Buch, ein wahrlicher 'Boulevard des Schreckens', eine Bewertung auf einer Skala von gut zu schlecht bleibt hier außen vor. Es ist einfach nur für jemanden gemacht oder eben auch nicht. Bei halb so vielen Seiten wäre ich vielleicht sogar noch bei den ersteren mit dabei gewesen, hätte mich good amused, aber bei diesem Marathon eben eher nicht.