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Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
Elaine
Wohnort: 
Horn-Bad Meinberg

Bewertungen

Insgesamt 737 Bewertungen
Bewertung vom 18.05.2022
Magical Months
Celier, Ophélie;Piet, Thomas

Magical Months


ausgezeichnet

Schwangerschaft und Geburt gehören definitiv mit zu den berührensen Momenten, die ein Mensch erleben darf und die Verbindung zwischen den verschiedenen Seelen und die Begleitung auf den Erdenweg besitzen auf jeden Fall eine innewohnende Magie.
Genau hier knüpft das hier vorliegende wunderschön gestalltete Kartenset von Ophélie Celier & Thomas Piet, das von Véronique Lépinay auf hesondere Art und Weise grafisch umgesetzt wurde an, in dem es werdende Eltern während der Schwangerschaft und nach der Geburt begleiten und sie inspirieren möchte. Ob nun Karten wie Erdung, Bewegung, Dankbarkeit, Fülle, Schwesternschaft oder auch Vaterschaft: Für all diese und noch viele weitere Bereiche hält dieses Set spannende Ideen, Fragen und Perspektiven bereit, die die werdenden Eltern gemeinsam bewegen und daran wachsen können.
Wer gerne mit Karten arbeitet und bereit ist, sich auf die hiermit verbundenen Erfahrungen und Erlebnisse einzulassen, ist bei dem hier rezensierten Karten und Booklet genau richtig.

Bewertung vom 17.05.2022
Amelia
Burns, Anna

Amelia


sehr gut

Bestürzend aktuell

Als ich dieses Buch zum ersten mal in die Hand nahm, war ich dann doch eher unsicher, ob es wirklich was für mich sein könnte. Der Inhalt hat mich dann aber positiv überrascht.
Die Autorin Anna Buns entführt die Leser_innen in das Nordirland Ende der 1960er Jahre, wo der Konflikt zwischen Protestant_innen und Katholik_innen zu einem richtigen Bürgerkrieg eskalierte. Familienbande brechen auseinander, Nachbarn werden zu Feinden und Gewalt erscheint als einzige Konstante. Mittendrin in diesem Chaos versucht die kleine Amelia durch die Beschäftigung mit ihren kleinen Schätzen eine Art sicheren Raum für sich zu schaffen. Als Leser_innen bekommen wir ihren Umgang mit den Konflikten dieser Zeit hautnah über mehrere Jahrzehnte mit.
Gerade in Zeiten wie diesen, wo der Krieg nach Europa zurückgekehrt ist, bekommt dieses sehr berührend geschriebene Buch eine neue erschreckende Aktualität. Es fällt schwer beim Lesen nicht Bezüge zum hier und heute zu ziehen und sich zu fragen, wie es gelingen kann, Kinder wie Amelia zu schützen.

Bewertung vom 15.05.2022
Queergestreift
Köller, Kathrin;Schautz, Irmela

Queergestreift


sehr gut

Für die Vielfalt

Unsere Gesellschaft verändert sich permanent und so geraten auch traditionelle Vorstellungen von Geschlecht und Sexualität immer mehr in Bewegung, was von vielen begrüßt, bei anderen aber Ängste und Ressistements hervorruft.
Genau bei diesen Ängsten und Überforderungen will das hier vorliegende Buch von von Kathrin Köller und Irmela Schautz ansetzen, indem es Basisinformationen zu Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter* Menschen, Queeren Menschen und Aces bereithält und diese für Jugendliche aufbereitet. Dabei passen sich die beiden Autorinnen und Illustratorinnen stark den Jugendslang an und lassen auch Menschen, die die jeweiligen Bereiche betreffen, über Interviews selbst zu Wort kommen.
Ich persönlich finde die Idee des Buches sehr wichtig und ich glaube, das es viel Aufklärungsarbeit leisten kann, ich habe aber auch für mich gemerkt, dass der verwendete Jugendslang mir eher fremd ist. Gut finde ich auch, dass viele Infos und Tipps zu passenden Gruppen und Internetseiten gegeben werden, so dass Vernetzung ermöglicht wird.

Bewertung vom 14.05.2022
Love in the Big City
Park, Sang Young

Love in the Big City


gut

Konnte mich nicht erreichen

Auf dieses Buch wurde ich im Vorfeld schon häufiger angesprochen, so dass ich neugierig auf seinen Inhalt wurde. Würde mich das Buch erreichen und berühren können? Oder mir nichts neues bieten können? Nach dem Lesen des Werkes darf ich sagen, dass ich nicht wirklich begeistert bin.
Inhaltlich geht es um zwei junge Studierende - Young und Jaehee - die ihre Zeit mit Partys und Dates verbringen. Je mehr Spaß und Unverbindlichkeit umso besser. Aber wird das immer so bleiben können? Die Wege der beiden trennen sich, da Jaehee nach Sicherheit und Stabilität sucht, während Young seinen bisherigen Weg unverändert fortsetzt. Wird er finden, was er sucht?
Der Autor Sang Young Park portraitiert mit diesem Werk eine Generation zwischen Konvention und Sicherheit einerseits und Hedonismus und Bindungsängsten andererseits. Das Thema ist generell interessant, die Schreibweise des Autors und die Charaktere konnten mich aber nicht wirklich erreichen. Schade, da wäre eigentlich grundsätzlich mehr drin gewesen.

Bewertung vom 14.05.2022
Die Weisheit der Wölfe
Radinger, Elli. H.

Die Weisheit der Wölfe


ausgezeichnet

Normalerweise gebe ich nicht viel auf Beststellerlisen und die Platzierung von Büchern in diesen, bei diesem Buch kann ich aber nur klar und eindeutig unterschreiben, dass es einen herausragenden Platz in diesen definitiv verdient hat. Auf besondere Art und Weise gelingt es in diesem Werk der Autorin Elli H. Radinger, den Leser_innen einen Zugang zur Welt der Wölfe aufzuzeigen und gleichzeitig dabei klar zu machen, was wir von ihnen noch alles lernen können. Ob es nun um die Bedeutung von Familie geht, das Wertschätzen der Weisheit des Alters, Heilung innerer Wunden, die Wertschätzung der Rolle von Frauen oder das Beibehalten der Wichtigkeit des Spieles: In all diesen Bereichen und noch vielen mehr können wir von der Weisheit der Wölfe lernen und beginnen, das eigene Leben zu verändern.
Die Stärke dieses Buches lieg neben den wichtigen Sachinformationen und den Impulsen zur Selbstreflexion vor allem in der persönliche Beschreibungsebene der Autorin. Mensch fühl sich als Leser_in direkt beteiligt an den Erfahrungen der Autorin und bekommt nicht das Gefühl, dass nur rationales Wissen weitergegeben werden soll.

Bewertung vom 05.05.2022
Papyrus
Vallejo, Irene

Papyrus


sehr gut

Eine Zeitreise

Die Idee, ein Buch über die Geschichte der Bücher zu schreiben, hat es mir direkt angetan und ich war sofort neugierig, wie das ganze wohl umgesetzt werden würde. Eher als Sachbuch oder eher als Roman? Das Cover ließ eine gelungene Mischung erwarten und genau so ist das dann auch passiert.
Die Autorin Irene Vallejo nimmt die geneigten Leser_innen mit in die Welt der Pharaonen, des antiken Griechenlands und des Römischen Reiches. Der Text ist so interessant verfasst, das die Seiten nur so wie im Fluge verstreichen und mensch ganz tief in diese Zeiten eintauchen kann.
Wer sich für die Welt der Ägypter, Griechen und Römer interessiert oder bisher noch keinen Zugang zu diesen Zeitepochen gefunden hat, wird bei dem hier vorliegenden Buch bestimmt richtig sein. Wer sich für andere Kulturen und die Buchentwicklung interessiert (z.B. China) wird hier aber leider nicht wirklich vieles passendes finden. So bleibt dieses Buch großteils recht eurozentristisch, was ich persönlich recht schade finde.

Bewertung vom 04.05.2022
An der Grasnarbe
Wittig, Mirjam

An der Grasnarbe


ausgezeichnet

Mit "An der Grasnarbe" liegt ein Buch vor, dass unter die Haut geht und die Leser_innen so schnell nicht wieder loslässt. Im Mittelpunkt steht die junge Noa, die aus dem Leben in der Großstadt ausbricht, um auf einen kleinen Hof in Frankreich zur Ruhe zu kommen und für sich herauszufinden, wo ihr Leben weiter hin verlaufen soll. Je mehr sie sich auf diese neue Welt einlässt, desto mehr wird sie Stück für Stück Teil der Natur, kann nach und nach ihre Traumata bewältigen und in der "Einfachheit" und Abgeschiedenheit ihr zuhause finden. Dabei erlebt Noa auch die gefährlichen Seiten der Natur und lernt, sich darauf einzuschwingen.
Der Autorin Mirjam Wittig gelingt mit diesem Werk ein Buch, das nicht nur durch sein Thema, sondern vor allem die gewählte Sprache überzeugen kann. Im Fokus steht nicht so sehr, das wieso / weshalb / warum etwas geschehen ist, sondern vielmehr die Entwicklung nach vorne. So bleiben viele Fragen nach der Vergangenheit unbeantwortet, mensch bekommt als Leser_in aber schnell ein Gefühl für dem heutigen Menschen Noa.

Bewertung vom 17.04.2022
Singe ich, tanzen die Berge
Solà, Irene

Singe ich, tanzen die Berge


sehr gut

Dieses Buch hat mich vom Cover und dem Klappentext direkt angesprochen, so dass ich neugierig war, was mich hier wohl erwarten würde. Und ich wurde definitiv überrascht. Die Autorin Irene Solà entührt die Leser_innen in die Pyrenären und entwirft ein Labyrinth aus Kurzkapiteln, aus denen sich erst nach und nach ansatzweise ein Gesamtbild bildet. Dabei wechselt sie oft die Zeiten und die Erzählperspektiven, was zu Beginn erst verwirrend erscheint. Inhaltlich geht es um ein Dorf in den Pyrenäen und Ereignisse, die sich vom Mittelalter, über den spanischen Bürgerkrieg, bis in die Jetztzeit vollziehen. Ob nun Geburten, Todesfälle, Naturkatastrophen, Liebschaften oder die Jagd, all diese grundlegenden Erfahrungen werden aus der Perspektive von Menschen, Tieren, den Bergen, oder auch den Hagel geschildert und so verschiebt sich nach und nach die Trennung zwischen der Welt der Menschen und der Flora und Fauna. Die Sprachweise der Autorin ist poetisch, direkt und manchmal auch fäkalisch und fordert dazu auf, viele Stellen mehrfach zu lesen.
Wer dieses Buch lesen möchte, sollte auf jeden Fall viel Zeit mitbringen.

Bewertung vom 16.04.2022
Die Knochenleser
Ross, Jacob

Die Knochenleser


sehr gut

Ein bedrückendes Buch

In diesem Buch entführt der Autor Jacob Ross die geneigten Leser_innen auf die kleine Insel Camoha, die zu den Kleinen Antillen gehören soll. Von dieser Insel hatte ich noch nie etwas gehört, so dass ich versuchte im Internet mehr zu erfahren, doch auch dieses brachte mich nicht wirklich weiter, so dass ich davon ausgehen muss, dass der Name der Insel vom Autor entweder erfunden wurde, oder die Insel so klein ist, das sie sonst nicht erwähnt wird.
Inhaltlich geht es in der Geschichte um den jungen Mann Michael Digson, genannt Digger, der von der Polizei angeheuert wird und im Laufe der Jahre zu einem genauen Knochenleser wird. Die Knochen von Verstorbenen verraten ihm viel über die Todesart. Doch seine eigentliche Motivation hängt mit dem Versuch der Aufklärung des Mordes an seiner Mutter zusammen.
Die Geschichte wird vom Autor sehr spannend erzählt, wobei mich beim Lesen die Sprachweise der Charaktere oft irritiert hat. Jacob Ross zeichnet das Bild einer Gesellschaft voller Gewalt, Sexismus, Femiziden, Chauvinismus, Pädophilie und religiösen Fundamentalismus. Beim Lesen stellt sich oft die Frage: "Kann es so was wirklich geben?". Wer aber näher hinschaut wird merken, das wir auch in Westeuropa nicht so weit davon entfernt sind, wie wir gerne wären.