Benutzer
Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
Jazz

Bewertungen

Insgesamt 636 Bewertungen
Bewertung vom 19.06.2022
Inselluft
Hansen, Jette

Inselluft


schlecht

Inselluft ist ein Roman, der in der neutralen Erzählerform.

Sarah reist offiziell wegen ihrer Pollenallergie nach Föhr und übernimmt dort eine Stelle als Postbotin für 6 Monate. Ihrer besten Freundin erzählt sie nichts und lässt sie einfach in NRW zurück.

Dieser Punkt ist schon der erste, der für mich unrealistisch erschien, denn nachdem man Sarahs Charakter kennenlernte, erkannte man, dass sie durchweg eine Ja-Sagerin ist, die es jedem gerecht machen will, auch wenn sie sie erst seit 2 Tagen kennt... So eine wird nicht alles einfach zurücklassen und ihre beste Freundin "hintergehen" können! Das passt nicht zu ihrem Charakter.

Mein zweiter Kritikpunkt, der viel schwerwiegendere: Es fehlt absolut eine Triggerwarnung: Es geht hier um Vergewaltigung, Kindesverlust, sexuelle Belästigung und und und. Weder der Klappentext noch das Cover lassen all die schwer zu verdauenden Themen erkennen. Das ist in meinen Augen absolut verwerflich vom Verlag.

Viel mehr will ich dazu jetzt auch gar nicht mehr schreiben. Es gab viele Charaktere, die alle viel zu glatt und perfekt wirkten. Wirklich unterscheiden konnte ich sie nicht. Keine Person hatte echt bemerkenswerte Marotten, an denen man sie wirklich hätte auseinander halten und erkennen können.

Ein zweites Mal werde ich das Buch nicht lesen. Es hat mir kein Urlaubsfeeling gebracht. Die ganze Stimmung war durchweg negativ belastet und erschien daher sehr düster. Für mich gab es nicht einen romantischen Moment in dem Roman.

Bewertung vom 12.06.2022
Chinas Geschichte im Comic - China durch seine Geschichte verstehen - Band 5
Liu, Jing

Chinas Geschichte im Comic - China durch seine Geschichte verstehen - Band 5


gut

Im 5. Band der Comic Reihe "Chinas Geschichte im Comic" von Jing Liu geht es um die Anfänge der Chinesischen Republik.

Mao Zedong wird als Held porträtiert, Kritisches sucht man natürlich vergebens. Der Beginn gefiel mir zunächst, denn so wie in den vorigen Bänden war alles knapp und vereinfacht erklärt. Perfekt für Kinder und Jugendliche, die sich für die Geschichte Chinas interessieren, da Liu diese Reihe ja für seinen Sohn geschrieben hat.

Man bemerkt die Liebe zu seinem Heimatland. Die Personen sind trotz ihrer Härte und Brutalität liebevoll, aber ohne viel Schmuck gezeichnet. Erwachsene sollten sich aber darauf einstellen, ihren Kindern viele Fragen erklären zu müssen. Vom Vokabular her ist das schon eher ungeeignet für die junge Altersklasse. Es geht um Steuern, Kriege, Politik und Finanzen. Daher fallen natürlich auch Fachbegriffe.

Ein großes Plus ist auch, dass das quasi ein Doppelband ist. Man hat das Buch einmal auf Deutsch und einmal auf Chinesisch.

Fazit: Insgesamt hat mir das Buch am Anfang wieder gut gefallen. Gegen Mitte und Ende des Buchs war mir aber ein zu großer Fokus auf den zweiten Weltkrieg gesetzt, der sich dann zog. Der Part hätte in meinen Augen etwas kürzer ausfallen können.

Bewertung vom 05.06.2022
In fünf Jahren
Serle, Rebecca

In fünf Jahren


sehr gut

In fünf Jahren ist ein Roman, der so ganz anders ist, als alle Romane, die ich bisher gelesen habe.

Zunächst hatte ich so meine Probleme in das Buch hineinzufinden, da das Buch vom Anfang vor Klischees nur so triefte. Zwei junge, supererfolgreiche Frauen leben das Leben, das man aus etlichen Filmen und Serien schon kennt. Morgens aufstehen, von einem Shop einen Fischbagel zum Frühstück, dann eine Runde joggen am Hudson oder im Park, dann duschen und erst dann gemütlich zur Arbeit. Die Protagonistin Dannie ist Anwältin und ihre beste Freundin eine durch ihre Eltern reiche Künstlerin, die andauernd in einer neuen Stadt aufwacht, da ihre Eltern überall auf der Welt Wohnungen haben und fließend Französisch spricht sie auch... Ich könnte die Liste an Klischees noch beenden, unterbreche es aber jetzt, um es kurz zu halten. Mit beiden konnte ich mich kaum identifizieren.

Zudem stört stilistisch, dass bei jedem Aufeinandertreffen der beiden besten Freundinnen erst einmal die Outfits beider bis aufs kleinste Detail beschrieben werden. Anfangs mag das passen, um herauszufinden, wie sie sich kleiden und so den Charakteren ein Bild zu geben. Aber gegen Ende war das eher unpassend und taktlos.

Außerdem gibt es auch ein paar Logikfehler. Zum Beispiel scrollte Dannie einmal die Telefonbuchliste der Namen herunter, bis sie auf den Namen kam, den sie anrufen wollte: Aaron. Muss man bei dem Namen überhaupt scrollen?

Was mir hingegen sehr gut gefallen hat, war das Setting in New York City. Man hat absolut mit beiden in der Metropole gelebt. Jeden Tag war man in einer anderen Ecke und durfte etwas Neues von der Stadt kennenlernen: Parks, Stadtteile und etliche Restaurants! Beim Lesen habe ich andauernd Hunger bekommen und musste oftmals unterbrechen, um mir einen Snack zu holen. Daher wurden bei mir hier ganz viele Erinnerungen an meine Reise nach NY geweckt. Ich bin absoluter Foodie, wenn es um New Yorker Essen geht.

Erst gegen Mitte beziehungsweise Ende des Romans wird dem Leser klar, worum es eigentlich in dem Buch geht. Die Message, die hier gesendet wird, ist wirklich wunderschön und bittersüß. Ich hatte Tränen in den Augen und das kommt wirklich nicht oft vor. Es werden Fragen zu Liebe, Freundschaft und was es heißt zu leben beantwortet. Der Spruch auf dem Cover "...aber nicht die Liebesgeschichte, die du erwartest." stimmt auf jeden Fall und bringt es voll auf den Punkt. Es ist kein gewöhnlicher Liebesroman, den man nach zwei Tagen wieder vergessen kann. Es ist ein Roman, der noch sehr lange nachklingt.

Bewertung vom 04.06.2022
Solo auf See
Schenkel, Gabi

Solo auf See


ausgezeichnet

Schenkel ist Anfang 40 als sie zufällig auf einen Artikel stößt, in dem sie erfährt, dass man über den Atlantik rudern kann. Sofort ist sie Feuer und Flamme und beginnt einen Ruderkurs zu belegen und Freunde zu finden, die sich ihr anschließen wollen. Nachdem es sich als schwierig erwies, Kameraden zu finden, entschließt sie sich diese Reise alleine zu bewältigen.

Stilistisch gefiel mir, dass sie sofort ins kalte Wasser gesprungen ist und mit dem ersten Tag ihrer Reise begonnen hat, ohne große Umschweife zu ihrem Leben zu erzählen. Dies geschieht in kurzen Sequenzen innerhalb des Buchs, sodass das Buch insgesamt nicht ganz chronologisch aufgebaut ist. Allerdings stört das den Lesefluss nicht.

Außerdem schreibt sie authentisch ohne zu beschönigen über sowohl positive Erfahrungen als auch negative Erlebnisse. Insgesamt schweift sie dabei oftmals in die Philosophie und driftet dabei schnell in ihre Vergangenheit ab, wodurch sie zurückblickend einige Lektionen über sich selbst und ihre Kindheit lernt.

Zusammenfassend ist das ein Buch, das jeder Abenteurer gern einmal lesen kann. Man lernt, dass man eigentlich viel stärker ist, als man sich selbst zugestehen würde. Jeder Person, die selbst einmal solch ein Unterfangen bestreiten will, lege ich das Buch ans Herz. Sicher wird man einiges daraus lernen können, wie man in problematischen Situationen Hilfe akzeptieren und diese mit einem kühlen Kopf lösen kann.

Bewertung vom 29.05.2022
Ein Lied für Molly
Winter, Claudia

Ein Lied für Molly


sehr gut

Bonnie findet eine Mappe mit Musiknoten im Bus in Dublin. Ihrem Sohn Josh verspricht sie den Besitzer ausfindig zu machen und so landen sie bei dem einzigen Namen, den sie in den Unterlagen finden: Musikprofessor Brenner, der aber vehement beteuert, diese Musik nicht komponiert zu haben, aber den Besitzer gern herausfinden will.
So machen sich die drei auf den Weg und erleben so einige Überraschungen.

Mir fiel es wirklich schwer in das Buch hineinzufinden. Das Buch wirkte am Anfang zunächst zäh und dümpelte vor sich hin aufgrund der wirklich langen Einleitung, die ich oben gekürzt habe. Außerdem gibt es zwei Handlungsstränge mit einem Zeitunterschied von 17 Jahren (2002 und 2019). Generell mag ich Romane mit zwei Zeitebenen, aber nur, wenn es dann auch um verschiedene Personen geht. Die Großeltern im 2. Weltkrieg und die Enkel in der heutigen Zeit zum Beispiel. Erst ab Seite 150 etwa habe ich dann das Buch in einem Rutsch durchgelesen.

Inhaltlich war es etwas schwierig. Um nichts Wichtiges vorweg zu nehmen: Es geht hauptsächlich um zwei Mütter, die mit der Alleinerziehung heillos überfordert sind. Ich, keine Kinder, kann mich damit einfach nicht gut identifizieren, da ich mir denke: Wenn man nicht erziehen kann und auch gar nicht über die finanziellen Mittel für ein weiters Lebewesen verfügt, sollte man verhüten...Aber klar, man kann nicht in die Zukunft sehen...

Insgesamt schien mir das Buch aber einfach etwas zu sehr nach einem Hollywoodfilm aus den frühen 2000ern, in denen eine Putzfrau auch einen Jackpot in Form von Traummann findet. Verkauft sich einfach gut, wenn es auch extrem unrealistisch ist. Weiterhin ebenfalls etwas an den Haaren herbeigezogen, dass ein 15-jähriger Sohn, dessen Vater kaum vorhanden ist und dessen Mutter eine Reinigungskraft ist, blendend Violine spielt. Woher kann er sie sich leisten? Woher hat er das Spielen erlernt? Nur durch den Schulunterricht ist das ja wohl kaum möglich...

Die Beschreibungen rund um Irland haben mir aber sehr gefallen. Die Charakter der einzelnen Personen waren auch sehr fein gezeichnet. Man sah hin und wieder die klischeehaften Trunkenbolde, die im betrunkenen Zustand gern zu liebevollen und lustigen Raufbolden mutieren. Es tauchten immerzu Weiden voller Schafe und Kühe auf. Es haben eigentlich nur noch ein Topf Gold und ein paar Kobolde gefehlt, um ein perfektes, rundes Bild von Irland darzustellen.

Alles in allem, ein romantischer, aber absolut unrealistischer Roman mit viel Liebe zur Musik.

Bewertung vom 22.05.2022
Mit Zen durch das Jahr
Treace, Bonnie Myotai

Mit Zen durch das Jahr


sehr gut

Mit Zen durch das Jahr ist ein Buch, das man ein Jahr lang bearbeiten muss. Jeden Tag gibt es Übungen, um sein inneres Zen zu trainieren. Für diese muss man sich täglich 10-20 Minuten Zeit für sich nehmen und zu seiner inneren Ruhe und Frieden finden. Die meisten Aufgaben bestehen darin kurz über eine Frage nachzudenken und anschließend diese in einem kurzen Text zu beantworten. Alle paar Wochen gibt es auch mal zur Abwechslung eine Übung, in der man malen oder zeichnen muss.


Kritik: Das Buch beginnt im Frühling. Da aber das Buch auf 52 Wochen aufgebaut ist und auch mit Woche 1 beginnt, würde mich das etwas aus dem Konzept bringen. Denn Woche 1 ist für mich noch Winter und beginnt mit dem ersten Tag des Jahres… Das ist etwas undurchdachte geplant.

Von der Optik, Haptik und dem Formalen ist das Buch aber wirklich sehr schön erstellt.

Fazit: Ein Buch zum Verschenken und immer wieder kaufen, um innere Ruhe zu finden.

Bewertung vom 22.05.2022
Götter, Gurus und Gewürze
Hübbe, Morten;Neromand-Soma, Rochssare

Götter, Gurus und Gewürze


sehr gut

Götter, Gurus und Gewürze handelt von den Backpackern Neromand-Soma und Hübbe, die sich dem Reisen verschrieben haben. Das Buch beinhaltet die Jahre 2014-16. Insgesamt sind sie knapp 2,5 Jahre vom westlichen Nordindien in den Süden und schließlich nach Nordosten getrampt.

Durch diesen Reisebericht konnte ich so viel Neues über Indien lernen. Bisher wusste ich nämlich so einiges nicht. Zum Beispiel, dass es so einen großen kulturellen und sprachlichen Unterschied zwischen dem Norden und dem Süden Indiens gibt.

Das Buch hat aber auch in vielerlei Hinsicht meine Augen geöffnet. Beispielsweise gibt es in Deutschland, einem relativ kleinen Land, aktuell das große Thema des Umweltschutzes. In Indien wird alles, was nicht mehr gebraucht wird, sofort auf die Straße geworfen und endet da dann auch für immer. Müllabfuhr, Sammler, Umweltschützer sucht man vergeblich.

Das Buch ist also etwas für waschechte Indienfans geeignet. Es gibt einen guten Einblick in die Kultur. Dass Kiffen so wichtig ist, wusste ich zum Beispiel auch nicht. Dabei gibt es hier ein ganzes Kapitel detailgenau beschrieben, wo man das beste auf der ganzen Welt herbekommt. Das war nun wirklich nicht das, was ich erwartet habe, aber es war allemal eine Überraschung.

Aber es werden auch hin und wider kritische Stimmen laut, die aber eher in Indien untergehen. Dass selbst eine Frau aus dem Westen immer wieder begafft und sogar im Schritt berührt wird… Dass es einen Hitlerkult gibt, der ebenfalls nicht kritisch hinterfragt wird. Frauen werden von der eigenen Familie als lästig beschrieben. Dass es auch so eine große Schwulenszene gibt, war mir nicht bekannt. Insgesamt konnte ich somit in jedem Kapitel etwas Neues lernen im Hinblick auf Kultur, Land, Leute, Traditionen, Legenden, Religionen, innerpolitischen Kämpfen und Kulten.

Mich hätte aber neben all den Punkten auch interessiert, wie es um die Schulbildung aussieht. Leider haben sie nie mit Kindern oder Menschen mit Kindern im Schulalter geredet, sodass das auch als Thema hätte aufkommen können.

Bewertung vom 15.05.2022
Das Leben eines Anderen
Hirano, Keiichir_

Das Leben eines Anderen


gut

Minderheitenkonflikte in Japan, hautnah am Protagonisten zu erleben, ist spannend und zugleich auch traurig. Rassismus ist allgegenwärtig. Und vor allem bemerkenswert, auf was für Ideen man alles kommen kann, wenn man rassistisch angemacht wird oder direkt durch die Geburt durch die Kindheit hindurch aufgrund der Taten der Eltern vorbelastet ist und einem kaum Wege zur Lösung des nicht selbst herbeigeführten Problems einfallen. Um hier ein Beispiel zu nennen, das aber kein Spoiler darstellt: Ein Baby wird von den Eltern verlassen und muss sich damit durch das ganze Leben kämpfen schon bei der Geburt von den beiden, die es am meisten lieben sollten, verstoßen worden zu sein und so zu keinem Menschen Vertrauen und Liebe aufbauen kann.

Kido, der Anwalt, der einen Betrug, in dem Menschen die Leben untereinander tauschen, aufdecken soll, lebt in Japan und kennt sein sogenanntes "Heimatland" Korea gar nicht und hat dennoch in 3. Generation schon als "Fremder" zu leiden.

Wenn man nicht in Japan bewandert ist, muss man viele Orte/Städte erst einmal recherchieren, um sich einzuordnen, wo sich die Protagonisten nun befinden etc. Das Handy immer in griffbereiter Nähe zu haben, war hilfreich.

Auch die Namen haben mir ein bisschen Probleme bereitet, sodass ich hierfür ein Blatt Papier mit Notizen bereit gelegt habe.

Stilistisch schreibt Hirano sehr flüssig. Der Roman ist auktorial geschrieben. Allerdings in einem Punkt auch sehr offen, was mich gestört hat. Außerdem stört eventuell der kühle und distanzierte Ton.

Fazit: Es war allerdings ganz anders als was ich erwartet habe. Man muss sehr konzentriert lesen, um herauszufinden, wer am Ende eigentlich wer war. Ich hatte mehr Action und weniger Politik erwartet. Dennoch interessant. Bisher wusste ich vom Konflikt zwischen Japan und China. Hier lernte ich etwas über den Konflikt zwischen Koreanern und Japanern. Für Literaturbegeisterte zu empfehlen. Es ist im Grunde ein wirklich äußerst wichtiges Buch, das auf jeden Fall jeder mindestens einmal im Leben lesen solle. Aber im Großen gehe ich nicht davon aus, dass sich weltweit etwas im Bezug zu Rassismus ändern wird. Schade.

Bewertung vom 13.05.2022
Wo kann ich bitte meinen Mann zurückgeben?
Bailey, Kristen

Wo kann ich bitte meinen Mann zurückgeben?


gut

Während ich die Aufmachung, den Titel und die Leseprobe und sogar das erste Drittel super fand, ließ meine Begeisterung von dem Punkt an stetig nach.

Zu Beginn war es ein herrlich humorvoller Roman für alle Frauen, die sich aktuell in einem katastrophalen Scheidungsverfahren befinden oder sich gerade frisch geschieden haben. Es folgten lustige Beschreibungen von ersten Dates, die mal desaströs endeten, mal aber auch wirklich süß waren. Von all diesem anfänglichem Humor und diesen Szenen hatte ich mir eine komplette Geschichte erhofft.

Allerdings baute Bailey anschließend zu viel ein. Zu viele zu unterschiedliche Schwestern und ihre ganz eigenen Probleme im Hinblick auf ihren Familienstand und Kinder.

Daher ist der Fokus nicht wirklich auf die Geschichte rund um die Protagonistin Emma und ihre Scheidung, sondern eher schwammig. Es gibt Dramen, Katastrophen, Skandale, Tragödien, aber der Zusammenhalt der teilweise exzentrischen Familie hat mir gefallen. Der Humor sackte gegen Ende aber ab. Statt schwarzen Humor folgte nur noch alles unterhalb der Gürtellinie.

Zum Schluss würde ich sagen, dass es eher noch als ein Familienroman angesehen werden kann, der aber eine fragwürdige Botschaft vermittelt, wenn man die Botschaft überhaupt als Botschaft ansehen kann. Fazit: Der Roman hat Potential, der Beginn, die Idee sind super. Allerdings hat Bailey sich in der Mitte des Romans übernommen und den Fokus verloren. Schade.

Bewertung vom 02.05.2022
Frühlingsküsse in der Hafenkneipe: Ostsee Liebesroman (Stralsund)
Böhler, Annette

Frühlingsküsse in der Hafenkneipe: Ostsee Liebesroman (Stralsund)


gut

Pia macht mit ihrem Freund Moritz Urlaub in Stralsund und wird prompt am zweiten Tag dort von ihm sitzengelassen. Pia, Studentin mit geringem Budget, wenig Eigeninitiative, Selbstwertgefühl und dafür umso mehr Liebe, will ihm sofort hinterherrennen, besinnt sich in letzter Sekunde und kehrt in ein Pub ein, um sich all ihren Frust von ihrer Seele zu reden und bekommt spontan die Möglichkeit den Pub für kurze Zeit zu übernehmen.

Nachdem sie herausfindet, dass sie auch noch auf horrenden Stornokosten sitzen bleibt, bleibt sie in Stralsund und arbeitet im Pub, wo sie alsbald Finn kennenlernt, der Barista ist und ganz zufällig auch in der Wohnung von Pia wohnt….

Gerade als beide anbandelt, kehrt Moritz zurück und nun kämpfen beide um ihr Herz.

Bis hier hat mir das Buch gefallen. Aber ab diesem Punkt wurde es mir zu suspekt. Beide wussten voneinander und sie belog dennoch beide, entschied sich für einen, traf sich mit dem anderen und und und. Welcher Mann mit Selbstwertgefühl würde so etwas akzeptieren? Abgesehen von diesem Punkt wurde mir auch zunehmend das Buch zu laut. Ich hatte das Gefühl, es wurde nur noch gestritten und geschrien. Ich habe fast schon von dem ganzen Zank Kopfschmerzen beim Lesen bekommen.

Daher war das Buch nicht so meins. Den ersten Band fand ich um einiges angenehmer. Er war viel ruhiger. Die Stimmung hier war mir viel zu geladen. Wer aber mehr auf Kämpfe, turbulente Liebesbeziehungen, Fast-Dreiecksbeziehungen steht und gern laut ist, dem kann ich das Buch wärmstens empfehlen.