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Philo
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Lesen ist mein liebstes Hobby

Bewertungen

Insgesamt 432 Bewertungen
Bewertung vom 03.05.2016
Ab heute heiße ich Margo
Stephan, Cora

Ab heute heiße ich Margo


ausgezeichnet

Zwei Frauenschicksale werden in dem Buch beschrieben über eine Zeitspanne von 1936 bis in das beginnende Jahr 2000. Es umfaßt die schrecklichen Jahre des Dritten Reiches, den Zweiten Weltkrieg, den Wiederaufbau und die Zeit nach dem Mauerfall. Ein hochinteressantes gut geschriebenes Buch mit zeitgeschichtlichem Hintergrund. Margarete Hegewald beschließt mit 16 Jahren die Schule zu verlassen. Sie will dem engen Elternhaus entfliehen und selbständig sein. Gegen den Willen des strengen Vaters beginnt sie eine Lehre bei Photo-Werner. Und ab sofort nennt sie sich Margo. Bei Photo-Werner begegnet sie Helene Pinkus, einer hochbegabten Fotografin, mit der sie sich anfreundet. Diese Freundschaft nimmt ein jähes Ende, als sich beide in den selben Mann verlieben. Doch Helene hat jüdische Wurzeln und kommt ins KZ nach Buchenwald. Die Autorin beschreibt die Schrecken des Krieges und die verheerenden Folgen mit einer ungeheueren Intensität. Auch Margo und Helene werden davon betroffen. Nach dem Krieg lebt in Margo im geteilten Deutschland im Westen und Helene im Osten. Und auch, wenn die beiden sich in ihrem späteren Leben immer wieder begegnen, trennt die beiden Frauen ein großes Geheimnis.

Ein großartiges und spannendes Buch, gut recherchiert und beeindruckend geschrieben, spiegelt es das Leben im Deutschland des 20. Jahrhunderts wider. Die Protagonistinnen sind hervorragend charakterisiert, ebenso wie die Menschen, die ihren Lebensweg kreuzen. Das Buch hat mich gefangen genommen, und die Geschichte wird mich noch lange beschäftigen. Ich empfehle dieses Buch gerne weiter und wünsche ihm ganz viele Leser.

Bewertung vom 23.04.2016
Vom Ende der Einsamkeit
Wells, Benedict

Vom Ende der Einsamkeit


ausgezeichnet

Benedict Wells hat ein ganz wunderbares Buch geschrieben über die Einsamkeit, die Trauer, die Liebe, das Verlassenwerden und wieder Zueinanderfinden. In einer Sprache, die zu Herzen geht, erzählt er von den drei Geschwistern Jules, Liz und Marty, die in einem behüteten Elternhaus zunächst unbeschwert aufwachsen. Die Kindheit in Geborgenheit nimmt ein jähes Ende, als die Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen. Die Kinder müssen fortan in einem Internat leben, aber getrennt voneinander in unterschiedlichen Jahrgangsgruppen. Besonders Jules, der Jüngste, hadert mit seinem Schicksal. War er zuvor ein fröhlicher und aufgeweckter Junge, zieht er sich jetzt in sich selbst zurück. Dann aber begegnet er Alva, einem gleichaltrigen Mädchen, mit dem ihn bald eine tiefe Freundschaft verbindet. Nach dem Abitur möchte er mit Alva zusammenbleiben, aber Alva hat andere Pläne. Sie verlieren sich für viele Jahre aus den Augen. Jules beginnt ein Jurastudium, möchte aber eigentlich Fotograf werden. So richtig gelingt ihm beides nicht. Seine Schwester Liz schwebt immer am Abgrund. Drogen, Alkohol und unzählige Männerbekanntschaften bestimmen ihr Leben. Nur Marty gelingt es, durch eine Firmengründung mit Toni, den er aus dem Internat kennt, ein geregeltes Leben zu führen. Die Geschwister gehen völlig getrennte Wege, aber in Krisensituationen stehen sie füreinander ein. Und Krisen wird es viele geben. Der Autor nimmt den Leser mit auf den Lebensweg der drei Geschwister und läßt ihn teilhaben an deren Nöten, Kummer und Hoffnungen und dem nie überwundenen Schmerz über den frühen Tod der Eltern. Ein Buch voller Emotionen, das zu Tänen rührt. Ich habe lange kein Buch gelesen, das mich so bewegt hat und das eine Leseempfehlung unbedingt verdient hat.

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 19.04.2016
Die Frauen von La Principal
Llach, Lluis

Die Frauen von La Principal


ausgezeichnet

Ein wahrhaft gelungenes Buch, von dem ich begeistert war. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts herrscht Principal Andreu auf seinem Weingut La Pricipal mit fester Hand. Seine Frau ist gestorben und so lebt er mit seinen 4 Söhnen und Tochter Maria gemeinsam auf dem Gut. Während seine Söhne vom Vater gefördert werden und allesamt ein Studium aufnehmen, ist für Maria in dieser Zeit eine Berufsausbildung nicht vorgesehen. Im Jahr 1893 ereilt das Weingut eine schlimme Naturkatastrophe. Die Weinstöcke werden von der Reblaus befallen und vernichtet. Der Vater sieht für sich und seine Söhne keine Zukunft mehr auf dem Weingut und läßt Maria mit der Zofe Ursula zurück und zieht mit seinen Söhnen nach Barcelona. Maria ist voller Zorn, macht sich aber daran, das Weingut zu retten und zu neuer Blüte zu bringen. Durch ihren Ehrgeiz und ihr unermüdliches Handeln wird sie bald hochgeschätzt und geachtet. Sie wird überall nur die Alte genannt. Auch in ihrem Privatleben geht Maria unbeirrt ihren Weg. Sie heiratet nicht etwa einen Weinbauern, sondern einen musisch begabten Mann, der ihr in die Geschäfte des Weingutes nicht hineinredet und sie bewundert ob ihrer Stärke. Die beiden führen eine harmonische Ehe, weil beide ihren eigenen Weg gehen können. Nach Maria der Alten wird deren Tochter Maria und danach auch wieder deren Tochter Maria das Weingut weiterführen. Dreimal Maria brachte immer mal wieder Verwirrung beim Lesen und ich mußte mich besinnen, um welche Maria es gerade ging. Aber bei allen drei Frauen handelte sich um starke Persönlichkeiten, wobei es die Alte wohl am schwersten hatte, sich zu ihrer Zeit als Frau durchzusetzen.

Der Autor hat eine ganz wunderbare und spannungsgeladene Familiengeschichte über drei Generationen hinweg geschrieben. Es ist eine sehr abwechslungsreiche Geschichte um Familiensinn, Besitztum, Liebe, Eifersucht, Lüge und Betrug, krimineller Handlung, Vergebung und neuer Hoffnung. In einer wunderbaren Sprache eindringlich und spannend geschrieben, hat mich das Buch sehr beeindruckt. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

Bewertung vom 16.04.2016
Die Schneelöwin / Erica Falck & Patrik Hedström Bd.9
Läckberg, Camilla

Die Schneelöwin / Erica Falck & Patrik Hedström Bd.9


ausgezeichnet

Nachdem ich alle vorhergehenden Krimis um die Ermittler Patrik Hedström und seine Frau Erica Falck gelesen habe, auch diesmal wieder 5 Punkt für einen außergewöhnlich guten Krimi. Ich bin ein großer Fan von Camilla Läckberg.
Der Krimi besteht aus zwei Handlungssträngen, die zum Schluß zusammenlaufen, ohne daß man bis fast zum Ende nicht weiß, wie alles zusammenhängt. Das hält die Spannung hoch und man kann das Buch kaum aus der Hand legen.
Erica möchte ein neues Buch schreiben über Mütter und mißhandelte Kinder. Hierzu interviewt sie eine Frau im Gefängnis, die 1975 ihren Mann umgebracht hat. Dieser hatte die gemeinsame, nicht zu bändigende Tochter, im Keller ihres Hauses angekettet. Erica möchte ergründen, weshalb die Mutter dies zugelassn hat und wie es letztendlich zu dem Mord kam.
Zur gleichen Zeit ist ihr Mann Patrik Hedström mit der Aufklärung von 4 Kindesentführungen beschäftigt. Eines der Mädchen konnte fliehen, wurde aber beim Überqueren der Autobahn von einem Auto erfaßt und verstarb kurz darauf im Krankenhaus. Es stellt sich heraus, daß das Kind schwer gefoltert und mißhandelt wurde. Patrik muß nun herausfinden, wer der Entführer ist und ob die anderen Mädchen noch zu retten sind. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Geschickt verknüpft die Autorin die Fäden und nach und nach merken Erica und Patrik, daß ihre beiden Fälle in irgendeiner Weise zusammenhängen. Auch wenn Patrik nicht immer begeistert ist, wenn seine Frau die Nase in seine Fälle steckt, ist er dann doch froh über die Zusammenarbeit. Und auch das Zusammenleben der beiden klappt bestens. Ihre Familiengeschichte ist Teil der Krimis von Camilla Läckberg und sehr herzerfrischend zu lesen. Sie lenkt immer wieder mal ab von den schrecklichen Ereignissen rund um Fjällbacka.
Ein packender und sehr empfehlenswerter Krimi.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.02.2016
Das zerstörte Leben des Wes Trench
Cooper, Tom

Das zerstörte Leben des Wes Trench


ausgezeichnet

Cover und Titel sind gut gewählt und stimmen mit dem Inhalt des Buches überein. Zunächst werden die Protagonisten vorgestellt und mir stellte sich die Frage, was dieses Buch mir sagen wollte. Ich konnte mit den einzelnen Figuren nicht gleich etwas anfangen. Aber nach und nach zeigte sich das ganze Ausmaß der Katastrophe in dem kleinen Ort Jeanette in den Südstaaten der USA. Die Menschen kämpfen ums nackte Überleben, nachdem der Hurrikan Katrina ihe Häuser zerstört hat und ein Ölteppich die Küste überzieht und ihnen ihre Lebensgrundlage nimmt. Besonders betroffen ist Wes Trench, der durch den Hurrikan seine Mutter verloren hat. Er gibt seinem Vater die Schuld, der trotz der Warnungen nicht aus Jeanette weggegangen ist und die Familie dadurch zerstört wurde. Alle Bewohner des kleinen Ortes versuchen nun, jeder auf seine Weise, sich über Wasser zu halten. Die Brüder Toup bauen Marihuana an, der Shrimpfischer Lindquist zieht mit seinem Metalldetektor durch die Gegend und hofft, einen Schatz zu finden und Grimes wird von der Ölgesellschaft geschickt, um die Menschen mit kleinen Zahlungen von einer Klage abzuhalten. Je weiter man in die Geschichte eindringt und umso mehr einem die Protagonisten näher gebracht werden, umso mehr ist man im Buch verfangen. Die Spannung nimmt zu, und der Autor deckt mit seiner lebendigen Sprache und bildhaften Erzählung die Mißstände auf, die bei einer schweren Umweltkatastrophe auf die Menschen zukommen. Vom Staat allein gelassen kämpfen die Menschen ums nackte Überleben und gehen schonungslos miteinander um. Das Buch stellt die Umweltsünden an den Pranger und klagt hier insbesondere die Großmacht USA an, den Menschen keinen Schutz und keine Hilfe zu bieten. Ich habe mit den Protagonisten gelitten, und das Buch läßt mich sehr nachdenklich zurück. Da die hier geschilderten Ereignisse wirklich geschehen, ist das Buch ein beeindruckendes Stück Zeitgeschichte und sehr empfehlenswert.

Bewertung vom 31.01.2016
Spreewaldgrab / Klaudia Wagner Bd.1
Dieckerhoff, Christiane

Spreewaldgrab / Klaudia Wagner Bd.1


sehr gut

Das Cover wirkt sehr unheimlich und düster. Die sonst so wunderbare Natur des Spreewaldes ist dieses Mal Schauplatz von mehreren Verbrechen. Mit diesen Verbrechen wird die Kommissarin Klaudia Wagner konfrontiert, die sich aus Berlin in den Spreewald hat versetzen lassen. Leicht wird ihr der Anfang nicht gemacht Sie wird von den Kollegen genau beobachtet und insbesondere der Dienststellenleiter in Lübbenau findet immer wieder Anlaß zur Kritik. Dabei hatte Klaudia gehofft, an ihrer neuen Wirkungsstätte nach langer psychiatrischer Behandlung wieder zu Ruhe und Gelassenheit zu finden. Ihr Ex Arno hat sie Knall auf Fall wegen einer Jüngeren verlassen, die nun ein Kind von ihm erwartet. Aber von Geruhsamkeit kann keine Rede sein. Der Unternehmer König wird in seinem Ferienhaus erschossen aufgefunden. Wer ist der Täter und wo ist das Motiv? Die Wege führen zu Königs Familie, und als Frau König sich das Leben nimmt, scheint die Täterin festzustehen. Allerdings werden bei der Spurensuche auf Königs Grundstück Knochen einer weiblichen Leiche gefunden. Wer ist die Tote und wie hängen die beiden Morde miteinander zusammen? Die Ermittlungen sind nicht einfach für Klaudia. Außerdem ist sie auch auf der Suche nach Königs Seketärin, die ein Kind von ihrem Chef erwartet und seit einigen Tagen nicht auffindbar ist.

Der Autorin gelingt es sehr gut, durch ihren Schreibstil Spannung aufzubauen. Insbsondere lassen die immer wiederkehrenden kurzen Kapitel, in denen eine Frau in einem dunklen Verließ eingesperrt ist, den Leser frösteln. Die Frau kann sich an nichts erinnern. Sie kennt ihren Namen nicht und weiß nicht, wie sie in das Verließ gekommen ist, in dem sie sich auf dem Boden kriechend zurechtzufinden versucht.

Das Buch liest sich sehr gut. Die Protagonisten werden sehr gut charakterisiert und insbesondere die Gedanken vn Klaudia, die sie nicht ausspricht, sind treffend und machen das Lesen zu einem Vergnügen. Ein empfehlenswerter Krimi. Es bleibt zu wünschen, daß Klaudia sich in Lübbenau etabliert und dort zukünftig weitere Fälle lösen wird.

Bewertung vom 27.01.2016
Gedenke mein / Gina Angelucci Bd.1
Löhnig, Inge

Gedenke mein / Gina Angelucci Bd.1


sehr gut

Ein weiterer mit Spannung erwarteter Krimi aus der Serie um den Kommissar Dühnfort, den sympathischen Ermittler aus München. Aber dieses Mal steht nicht er im Mittelpunkt der Ermittlungen, sondern seine Lebensgefährtin Gina Angelucci, worunter die Spannung aber keineswegs leidet. Gina hat gerade mit großem Erfolg einen alten Fall gelöst, als sich Petra Weber bei ihr meldet, die nach ihrer seit 10 Jahren vermißten Tochter Marie sucht. Vor zehn Jahren hatte ihr Mann wegen der geplanten Scheidung und wegen seines beruflichen Scheiterns Selbstmord begangen und in einem Abschiedsbrief die Tötung seiner Tochter gestanden. Aber Petra glaubt nicht an Maries Tod und bittet Gina, den Fall noch einmal aufzurollen, um ihre Tochter zu finden. Sie glaubt, daß ihr Mann sie bestrafen wollte und Marie in eine andere Familie gegeben hat. Gina, die sich für den Fall nicht zuständig sieht, weil damals in Rosenheim ermittelt wurde, lehnt die Übernahme zunächst ab. Nach einigen Recherchen stellt sie aber fest, daß damals in Rosenheim etliche Fehler bei der Ermittlung begangen wurden. Sie übernimmt den Fall. Ihren Vorgesetzten verschweigt sie, daß sie schwanger ist, weil sie dann die aufwändigen Ermittlungen nicht übernehmen dürfte, sondern nur noch im Innendienst tätig sein könnte. Der Fall führt in mehrere Richtungen und Gina glaubt schon, einen Verdächtigen ermittelt zu haben. Auch als Leser ist man geneigt, dieser Spur zu folgen. Aber wie immer gelingt es der Autorin, in einem nervenaufreibenden und spannenden Fall Ermittler und Leser in die Irre zu führen. Sehr gut recherchiert und wie immer gut geschrieben entwickelt sich ein Bild aus Enttäuschungen, Hass, Verleumdungen und grenzenloser Hoffnung auf ein gutes Ende. Dieses Ende ist unerwartet, was einen guten Krimi ausmacht.

Versöhnlich am Buch sind die privaten Beziehungen zwischen Gina Angelucci und Tino Dühnfort. Beide verstehen sich prächtig, freuen sich auf ihr erstes gemeinsames und Kind und planen ihre bevorstehende Hochzeit. Aus Sorge um Gina hat Tino darauf bestanden, daß sie ihre Schwangerschaft meldet und von nun an mit weniger gefährlichen und aufregenden Arbeiten betraut sein wird. Der Autorin ein großes Lob füür diesen neuerlich sehr gut gelungenen Krimi. Für alle Krimifans sehr zu empfehlen und in der Hoffnung auf weitere spannende Fälle für Tino Dühnfort und Gina Angelucci.

Bewertung vom 26.01.2016
Veilchens Feuer / Valerie Mauser Bd.2
Fischler, Joe

Veilchens Feuer / Valerie Mauser Bd.2


sehr gut

Das Cover ist ein Hingucker und gut gewählt. Mit Begeisterung habe ich die Fortsetzung zu Veilchens Winter gelesen. Dieser Krimi hat mir schon sehr gut gefallen. Im neuen Fall geht es um den Schutz von Alt-Rockstar Wolf Rock, der in seiner Heimatstadt Innsbruck ein Abschiedskonzert geben will, das alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen soll. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Aber nicht alle sind von Wolf Rock begeistert. Er erhält Drohbriefe, die nach einem Racheakt aussehen wegen einer Schandtat im Jahr 1976. Das Konzert droht zu scheitern und Wolf Rock ist nicht mehr sicher. Was hat sich Wolf Rock damals zuschulden kommen lassen? Valerie Mauser ermittelt mit ihrem Team. Von ihm selbst und seinen engsten Vertrauten ist keine Auskunft zu erhalten. Zielstrebig und unkonventionell ermittelt Valeria Mauser. Ihr zur Seite steht ihr ihr ehemaliger Kollege aus Wiener Zeit, Manfred Stolbwerk. Er ist ihr ein Freund geworden und ihr engster Vertrauter. Der Umgangston der beiden macht allein das Buch schon lesenswert. Und erst recht die freche Souffleuse, die den rechten Durchblick hat und alles auf den Punkt bringt. Der Autor hat einen gut recherchierten Krimi mit sympathischen Protagonisten geschrieben und überdies noch eine gehörige Portion Humor bewiesen. Daß am Ende einiges offenbleibt, läßt den Schluß zu, daß die Serie weitergeht. Ich bin sehr gespannt.

Bewertung vom 21.01.2016
Die Tote am Lago Maggiore / Matteo Basso Bd.1
Varese, Bruno

Die Tote am Lago Maggiore / Matteo Basso Bd.1


gut

Ein schönes und zum Inhalt des Buches passendes Cover sowie die Kurzbeschreibung vermitteln den Eindruck eines spannenden Krimis. Die dem Cover entsprechende Landschaftsbeschreibung läßt Urlaubsstimmung aufkommen. Dieser Teil des Buches ist dem Autor gelungen. Dem eigentlichen Kriminalfall fehlt meiner Meinung nach jedoch die Spannung. Die Leser erfahren viel über den Protagonisten Matteo Basso, der seinen Dienst als Polizeipsychologe in Mailand quittiert hat und in sein Heimatdorf zurückgekehrt ist. Hier will er die Metzgerei seines verstorbenen Vaters weiterführen. Weshalb er Mailand verlassen hat, wird nicht erzählt, doch hängt dies wohl mit einer gewissen Teresa zusammen. In Cannobio lernt er Gisella kennen, die ihm mit ihren Kochkünsten in der Macelleria hilft und mit der ihn eine tiefe Freundschaft verbindet. Eines Tages wird Gisella am Ufer des Sees tot aufgefunden. Die Polizei glaubt an einen Unfall, aber Matteo will durch eigene Ermittlungen seine Theorie von einem Mordfall beweisen. Viele Personen werden mit Gisella in Verbindung gebracht, doch es zeichnet sich keine Spur ab und als Leser tappt man im Dunklen und erkennt kein Mordmotiv. Die Erzählung zieht sich so dahin mit vielen Beschreibungen der Landschaft und der Wetterlage. Erst zum Schluß nimmt der Krimi dann etwas Fahrt auf und Matteo gerät selbst noch in Gefahr. Den unerwarteten Täter konnte man als Leser ncht auf der Rechnung haben, weil er nicht in den Focus des Geschehens gerückt war. Daß Matteo und die junge Kommissarin Zanetti offensichtlich Gefallen aneinander gefunden haben, läßt eine Fortsetzung erwarten. Matteo selbst ist ein sympathischer Zeitgenosse, von dem ich gerne noch etwas mehr lesen würde. Dem Autor fällt hierzu eine hoffentlich echt spannende Fortsetzung ein.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.12.2015
Eismädchen / Alice Quentin Bd.3
Rhodes, Kate

Eismädchen / Alice Quentin Bd.3


ausgezeichnet

Es ist klirrend kalt in Northwood. Das spiegelt auch das gelungene Cover mit den gefrorenen Eisblumen wider. Die Psychologin Alice Quentin hat sich für einen Forschungsauftrag nach hier an das Laurels Institut versetzen lassen. Sie möchte nach ihrem letzten Auftrag keine Polizeiarbeit mehr übernehmen. Diese holt sie aber ganz schnell wieder ein. Vier junge Mädchen sind verschwunden, die zu einem späteren Zeitpunkt tot aufgefunden wurden. Die Taten erinnern an Mordfälle von vor 20 Jahren. Der Täter Kinsella sitzt aber seitdem in der Psychatrie eines Hochsicherheitsgefängnisses ein. Er ist bereit zu reden, aber nur mit Alice Quentin. Louis Kinsella ist ein hochintelligenter, eiskalter Mensch, der seine Gespräche mit Alice dazu nutzt, sie total zu verwirren und auf eine falsche Fährte zu locken. Alice ahnt, daß Kinsella irgendeine Möglichkeit haben muß, eine andere Person so zu beeinflussen, daß diese exakt nach seiner Methode Morde begeht. Gemeinsam mit Kommissar Don Burns versucht sie, diese Person aufzuspüren. Die Zeit drängt, denn noch hält der Mörder die 11-jährige Ella gefangen und Alice und Burns hoffen, Ella lebend zu finden. Die Autorin hat einen hochspannenden Kriminalroman geschrieben, bei dem der Leser bis kurz vor dem Ende nicht weiß, wer der Mörder ist. Es kommen mehrere Personen in Frage. Ich hatte mehrere Personen in Verdacht. Die richtige war nicht dabei. Alle Protagonisten sind treffend charakterisiert, insbesondere die kleine Ella, der es durch ihre Intelligenz gelingt, die Persönlichkeit des Mörders zu durchschauen und ihn zu manipulieren. Alice Quentin und Don Burns sind ein Ermittlerteam der Extraklasse, von denen ich hoffe, daß sie auch weiterhin gemeinsame Fälle lösen werden.