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Lesemone
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Otterbach

Bewertungen

Insgesamt 1541 Bewertungen
Bewertung vom 17.08.2022
Zehn Jahre du und ich
Hughes, Pernille

Zehn Jahre du und ich


sehr gut

Becca und Charlie können sich vom ersten Moment des Kennenlernens nicht ausstehen. Doch ihrer gemeinsamen Freundin Ally zuliebe, reißen sie sich zusammen. Als Ally stirbt, sollen die beiden für sie ihre Bucket List abarbeiten. Von Aufgabe zu Aufgabe kommen sie sich näher.

Das Buch ist in einem sehr flotten Schreibstil geschrieben, mit viel Emotionen und lebendigen Dialogen. So fällt es nicht schwer, der Geschichte zu folgen. Die Idee, zwei Menschen, die sich nicht grün sind, zusammenzubringen ist nicht neu. Daher war es mir teilweise etwas zu lange gezogen. Gut gefallen hat mir jedoch, wie die beiden mit der Mutter von Ally umgegangen sind. Die Charaktere sind eigentlich alle eher sympathischer Natur. Es gibt auch ein paar Wendungen, die mich überrascht haben. Daher war das Buch sehr unterhaltsam und ein toller Sommerroman für zwischendurch mal zu lesen.

Bewertung vom 15.08.2022
Svendborg 1937 (eBook, ePUB)
Jeschke, Tanja

Svendborg 1937 (eBook, ePUB)


sehr gut

Tanja Jeschke erzählt die Geschichte der jüdischen Familie Dinkelspiel, die vor den Nazis nach Dänemark zu einer angeheirateten Tante flüchten. In Svendborg angekommen wird schnell klar, dass sich alle Beteiligten das Zusammenleben anders vorgestellt haben. Vor allem die beiden Töchter Meret und Ricarda wollen sich nicht damit abfinden, dass sie nicht mehr nach Deutschland zurück kommen können.

Mir hat gut gefallen, dass sich dieses Buch nicht auf die Flucht in ins Ausland konzentriert, sondern beleuchtet, was nach der Ankunft alles passiert. Die beiden Töchter haben sehr damit zu kämpfen, überall als Juden abgestempelt zu werden und wollen dies auch so nicht akzeptieren. Durch den behinderten Bruder Friedrich wird die Familie mit noch mehr Argwohn betrachtet. Es war schön zu beobachten, wie die Schwestern Stück für Stück ihre Freude wieder fanden. Als die beiden Mädchen auf die wichtigsten Frauen im Leben von Berthold Brechts treffen, fassen sie wieder Mut und streben nach ihren Zielen. Die Geschichte ist in eher ruhigen, leisen Tönen geschrieben. Man muss sie auf sich wirken lassen. Trotz des ernsten Themas ist das Buch durch die flotten Dialoge sehr unterhaltsam und stellenweise auch humorvoll. Eine sehr lesenswerte Geschichte!

Bewertung vom 14.08.2022
Auf See
Enzensberger, Theresia

Auf See


weniger gut

Mir hat das Hörbuch leider überhaupt nicht gefallen. Das liegt zum einen daran, dass die Autorin das Hörbuch liest und es komplett monoton vorträgt. Es gibt darin keinerlei Höhen oder Tiefen und das hat mich irgendwann sehr genervt, weil es total gelangweilt klang. Ein weiterer Kritikpunkt sind für mich die abartig vielen Fremdwörter, vor allem in den Überschriften. Das war eine regelrechte Bombardierung, so dass man sich sehr klein und unwissend vorkam. Das hatte was oberlehrerhaftes. Die Fakten aus den Archivbeiträgen waren zwar interessant, aber für den Lesefluss der Geschichte störend und mir brachten sie keinen Mehrwert für die eigentliche Geschichte. Zu Beginn wurde die Beschreibung der Seestadt aus Yadas Blickwinkel sehr anschaulich dargestellt. Mir hat auch der Wechsel zwischen Helena und Yada gut gefallen. Lange habe ich gerätselt, wie die beiden Handlungsstränge zusammenhängen und war dann überrascht, was dahinter steckte. Aber ich fand die ganzen Hintergründe ziemlich banal und für eine Dystopie viel zu normal. Mich hat dieses Buch leider überhaupt nicht angesprochen.

Bewertung vom 14.08.2022
Drei Tage im August (eBook, ePUB)
Stern, Anne

Drei Tage im August (eBook, ePUB)


sehr gut

Elfie ist eine sehr einsame Persönlichkeit und sie umgibt eine ziemliche Traurigkeit. Ihr Zufluchtsort ist ihr Arbeitsplatz in der Chocolaterie Sawade. Dort trifft man sich trotz der düsteren Zeit, um sich ein Stückchen heile Welt in Form von Schokolade zu kaufen. Als sie auf eine kleine, rätselhafte Praline aufmerksam gemacht wird, fängt sie an nachzuforschen und kommt dem Geheimnis auf die Spur.

Die Autorin hat einen sehr warmherzigen Roman geschrieben, der mitten in der düstersten Zeit Deutschlands angesiedelt ist. Präsent im Buch sind die Olympischen Spiele und der ganze Trubel in Berlin. Während man sich beim Lesen in der Chocolaterie aufhält, kann man durch die bildhafte Schreibweise regelrecht den Duft der Pralinen, dem Marzipan, der verschiedensten Schokoladensorten einatmen. Die sympathischen Charaktere lassen den Leser tief eintauchen in die liebevoll erzählte Geschichte. Gut gelungen fand ich die Zwischenkapitel, bei denen man sich unter den Linden befindet, die auch was zu erzählen haben. Aber auch das berühmte Adlon Hotel spielt eine Rolle. Mir hat gut gefallen, dass die Geschichte auf wahren Fakten beruht und es die Chocolaterie wirklich gibt. Eine wunderbare Geschichte, um in entspannte Lesestunden abzutauchen.

Bewertung vom 12.08.2022
Elternhaus (eBook, ePUB)
Mentges, Jennifer

Elternhaus (eBook, ePUB)


gut

Yvette Winkler zieht mit ihrer Familie in eine alte Villa in Hamburg ein. Barpianist Tobias Hansen hat das Haus immer im Visier und steht oft davor. Er freundet sich mit der Familie an und wird der Klavierlehrer der Kinder. So hat er Zugang zum Haus und bekommt immer mehr vom Familienleben mit. Schnell wird beim Lesen klar, von wem in den Zwischenkapiteln die Rede ist. Die Geschichte braucht viel zu lange, um in Fahrt zu kommen. Immer wenn sich Spannung aufbaut, wird sie leider wieder unterbrochen, weil es entweder mit was anderem weitergeht oder diese Zwischenkapitel kommen. So schleppt sich die Geschichte träge dahin und man kann schnell erahnen, was Tobias für ein Problem hat. Mich hat das Buch leider nicht so wirklich gefesselt, weil es viel zu durchschaubar ist und eigentlich bis zum Ende nicht sonderlich viel passiert. Wenn etwas seltsames im Haus passiert ist, dann weiß man immer gleich, wer oder was dahinter steckt. Für einen Thriller fand ich das Buch viel zu langweilig. Für einen guten Roman war die Geschichte ganz gut geschrieben. Ein nettes Buch für zwischendurch

Bewertung vom 12.08.2022
Denk ich an Kiew
Litteken, Erin

Denk ich an Kiew


ausgezeichnet

Die Autorin erzählt in ihrem Roman die Geschichte vom Holodomor - der Tod durch Hunger - den Stalin Anfang der 30er Jahre an der ukrainischen Bevölkerung verübt hat. Mir war dieses historische Ereignis überhaupt nicht bekannt und dementsprechend entsetzt war ich darüber. Erzählt wird im Wechsel in der Gegenwart von Cassie, die nach einem schlimmen Schicksalsschlag zu ihrer Großmutter zieht. In der Vergangenheit geht es um Katja, die in diesen schlimmen 30er Jahren als junges Mädchen viele Gräueltaten in der Ukraine miterleben musste. Durch den Wechsel in die Gegenwart konnte man immer mal wieder Luft holen und sich einer schönen Liebesgeschichte widmen, bevor man wieder in die Zeiten des Hungers eintauchte. Sehr gefühlvoll und eindrücklich schildert die Autorin diese furchtbaren Geschehnisse. Mir hat gut gefallen, wie liebevoll und geduldig Cassie mit ihrer Oma war, aber auch mit ihrer kleinen Tochter, die nach dem Schicksalsschlag nicht mehr spricht. Die Charaktere der Gegenwart sind durchweg sympathisch gezeichnet, die Charaktere aus der Vergangenheit sind sehr vielfältig und nicht immer sonderlich nett. Mich hat das Buch tief beeindruckt, gerade weil es jetzt natürlich einen besonderen Bezug zur Gegenwart hat. Ein absolutes Highlight für mich!

Bewertung vom 09.08.2022
Die Wagemutige (eBook, ePUB)
Bernard, Caroline

Die Wagemutige (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Lisa widersetzt sich dem politischen Geschehen und stellt sich sehr geschickt an, um Menschen zur Flucht zu verhelfen. Man wird auf sie aufmerksam und so schließt sie sich dem Widerstand an und setzt ihr eigenes Leben aufs Spiel, um andere zu retten.

Eine sehr spannende Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. Es wird die Biografie von Lisa Fittko verwendet, um zu zeigen, was 1940 in Frankreich vor sich ging. Daher war das Buch für mich umso spannender zu lesen. Mir hat besonders gut gefallen, dass die Spannung von Anfang bis Ende hochgehalten wird. Kaum ist Lisa aus einer brenzligen Situation raus, kommt die nächste Aufgabe für sie. Die Autorin hat die Stimmung gut eingefangen. Man kann förmlich die Angst und Anspannung auf allen Seiten merken. Interessant fand ich auch die Beschreibung des Fluchtwegs, der weder für die Flüchtenden noch für die Helfer einfach war. Mich hat die Geschichte von Anfang bis Ende sehr gefesselt und sie hat ein Stück Zeitgeschichte besprochen, die man nie vergessen sollte.

Bewertung vom 09.08.2022
Der schönste Zufall meines Lebens (MP3-Download)
Williams, Laura Jane

Der schönste Zufall meines Lebens (MP3-Download)


gut

Penny Bridge hat eine schwere Zeit hinter sich und wünscht sich nichts mehr, als Mutter zu werden. Doch dann kommen ihr die Männer in die Quere und ihre Unentschlossenheit, für wen sie sich entscheiden soll.

Während mich das erste Teil des Buches sehr gefesselt hat, weil er die Beziehung von Penny zu Francesco beschreibt, fand ich den Teil des Buches mit den Annäherungen der anderen männlichen Kandidaten eher unglaubhaft. Von jetzt auf gleich findet sie plötzlich an einem Mann Gefallen, den sie total abstoßend fand und ihm weitestgehend immer aus dem Weg ging. Das ganze Hin und Her war mir zu plump. Penny hat sehr mit den Gefühlen der anderen gespielt und was mich am meisten genervt hat ist, dass sie sich erst ganz am Ende mit Francesco mal ausgesprochen hat. Hätte sie das eher getan, dann wäre beiden viel erspart geblieben. Das Ende wiederum hat mir sehr gut gefallen und bildet einen schönen Abschluss. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und die Sprecherin hätte ein bisschen emotionaler sprechen können. Ansonsten war das Buch schön für zwischendurch mal zu lesen.

Bewertung vom 08.08.2022
Die Rückkehr der Kraniche
Fölck, Romy

Die Rückkehr der Kraniche


ausgezeichnet

Grete lebt mit Mutter Wilhelmine in der Elbmarsch und ist beruflich als Vogelwartin eingespannt. Als Wilhelmine gesundheitliche Probleme bekommt, reisen ihre Schwester Freya und ihre Tochter Anne an. Schnell kommen bei allen alte Erinnerungen hoch und lösen Spannungen aus. Wilhelmine wünscht sich nichts mehr, als dass die Mädchen untereinander endlich Frieden schaffen, doch sie selbst ist nicht ganz unschuldig am Unfrieden und muss endlich über ihren Schatten springen. Schafft sie dies, trotz ihrer immer mehr schwindenden Gesundheit?

Ich hatte mir eine schöne Familiengeschichte erhofft und genau das habe ich mit diesem Buch bekommen. In einem sehr bildhaften Schreibstil erzählt die Autorin diese verzwickte Geschichte. Die Schwestern kriegen sich gleich in die Haare und lange bleiben die Probleme unausgesprochen. Doch gerade bei Freya kann man mitverfolgen, wie sie die Natur und herrliche Landschaft von ihrem stressigen Job in Berlin runterholen. Sie wird entschleunigt und sieht plötzlich viele Dinge mit ganz anderen Augen. Mir hat gut gefallen, dass die Charaktere so unterschiedlich sind. Selbst Oma Wilhelmine hat noch ihre Geheimnisse. Sehr anschaulich wird dargestellt, wie sie sich fühlt und wie geschwächt sie gesundheitlich ist. Man konnte sich in die Charaktere sehr gut hineinversetzen. Besonders gut gefallen haben mir die Landschaftsbeschreibungen, die Ruhe dort und die Vogelvielfalt. Ich war im Mai an der Nordsee und da war gerade Brutsaison. Es war wahnsinnig interessant, wie viele verschiedene Vögel im Watt und in den Salzwiesen zu sehen waren. Daher konnte ich mich direkt in die Region hinein denken. Die Hansen-Frauen haben mir sehr unterhaltsame Lesestunden beschert und ich hätte gerne noch ein wenig weiter gelesen. Ein sehr schönes Buch!

Bewertung vom 02.08.2022
Die karierten Mädchen / Heimkehr-Trilogie Bd.1 (eBook, ePUB)
Hennig von Lange, Alexa

Die karierten Mädchen / Heimkehr-Trilogie Bd.1 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Klara sitzt alt und alleine in ihrer Wohnung, nur ab und zu kommen die Kinder zu Besuch. Sie grübelt ständig darüber nach, was wohl aus dem jüdischen Mädchen Tolla geworden ist, für das sie als junge Frau die Ersatzmutter war. Da kommt sie auf die Idee, ihre Lebensgeschichte auf Kassette zu sprechen. Die Geschichte beruht auf der Lebensgeschichte von der Großmutter der Autorin. Geschickt verwebt die Autorin hier historische Details und die Erfahrungen der eigenen Großmutter mit der sehr mitreißenden Lebensgeschichte von Klara. Es ist der erste Band einer Trilogie, daher bleibt das Ende offen. Mir hat gut der Schreibstil der Autorin gefallen. Man konnte mit Klara und allen, die im Kinderheim gelebt haben, mitfühlen. Sehr anschaulich wird die politische Zeit damals mit dem Werdegang des Kinderheims verflochten. Die Geschichte ist sehr einfühlsam und emotional erzählt, was mir sehr gut gefallen hat. Es schwebt von Anfang bis Ende immer die Angst darüber, dass jemand Klara auffliegen lässt und man dahinter kommt, dass Tolla nicht ihr richtiges Kind ist. Zusätzliche Spannung bietet die politische Entwicklung, da sich die Lage immer mehr zuspitzt. Ich bin sehr auf die weiteren Teile gespannt, da mich die Lebensgeschichte von Klara sehr gefesselt hat und ich unbedingt wissen will, was mit Tolla passiert ist.