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Uli
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86637 Wertingen

Bewertungen

Insgesamt 567 Bewertungen
Bewertung vom 02.12.2023
Collins, Charlie

Frida: eine Stilikone


ausgezeichnet

Ein Buch, bei dem nicht nur die Fans von Frida Kahlo auf ihre Kosten kommen. Schon allein die Aufmachung macht Lust, sich näher mit dieser Lektüre zu befassen. Hier wird uns das Leben dieser Frau in kurzen Berichten nähergebracht und jede Seite ist mit einer bunten Illustration verschönert. Frida hatte zeitlebens mit ihrer Gesundheit zu kämpfen. Nachdem ihr die Kinderlähmung ein steifes Bein eingebracht hat, gab ihr ein Unfall den Rest. Lange Krankenhausaufenthalte, die sie liegend mit einem Korsett verbringen muße, verbrachte sie mit Malen. Leider konnte sie aufgrund dessen keine Kinder bekommen. Ihre Bilder sind bunt und lebensbejahend. Ihre Ehe mit Rivera war ein auf und ab, aber auch sie nahm es mit der Treue nicht so genau und sie liebte Menschen beiderlei Geschlechts. Was mich selbst an ihr so fasziniert ist ihr wunderbarer bunter Kleidungstil, den sie den Mexikanern entlieh. Die wunderbar bestickten Huipil Blusen, die Röcke im Tehuana Stil, mit bunten Borten, weit schwingend, lang, die ihre krankes Bein verstecken, rot Schuhe mit Glöckchen, die großen Ketten und Ohrringe, auch Modeschmuck aus den Ramschläden von New York. Der Haarschmuck, einfach alles war nicht zu übersehen. Dazu kam ihr wundervolles schwarzes Haar und ihre markanten Augenbrauen, sie sie noch extra betonte. Sie konnte sich gekonnt und perfekt in Szene setzen und fiel überall sofort auf. Leider verstarb diese ungewöhnliche Künstlerin noch jung, aber erhalten sie ihre extravaganten Gemälde und ihre überaus zahlreichen Selbstbildnisse. Ich muß sagen, dass ich von dem Buch mehr als begeistert bin. Man sollte es immer wieder zur Hand nehmen, die vielen Zeichnungen betrachten und jedesmal fällt uns ein anderes Detail ins Auge, fast möchte ich sagen wie bei den Wimmelbüchern.

Bewertung vom 01.12.2023
Hahn, Rochus

Eine Vorzeigefamilie (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Der Drehbuchautor Rochus Hahn hat hier ein erschütterndes Statement über seine Kindheit und Jugend gegeben. Die Familie bestand aus dem Vater, einem Doktoranten der Chemie, seiner erzreligiösen Mutter, Rochus, seinem älteren und seinem jüngeren Bruder. Die Familie war im wahrsten Sinne eine Vorzeigefamilie, alle gingen sonntags gemeinsam zum Gottesdienst, wohlgeratene drei Söhne. Eine zeitlang lebte die Familie sogar in Amerika, hier hatte der Vater beruflich zu tun, konnte aber dort in der Wüste als erkennender Karl May Fan seinem Hobby frönen. Der schulischen Erziehung wegen ging es dann wieder zurück nach Deutschland. Der Vater forderte von seinen Söhnen Gehorsam, gute Schulleistungen und einwandfreies Benehmen. Zuhause ließ er seine Maske fallen. Wenn ihm etwas missfiel, die schulischen Noten nicht seinen Vorstellungen entsprachen, gab es Hiebe ohne Ende. Die Kinder wurden praktisch zu guten Noten geprügelt, was aber leider nicht fruchtete. Die Mutter hielt sich dabei zurück, sie selbst war nicht gesund und die Ehe kriselte sehr. Mit 18 packte Rochus dann seine Koffer und zog aus. Der Autor schildert hier sein Elternhaus, das kalt und unpersönlich war. Sein Vater wuchs als Kriegshalbwaise bei Mutter, Tante und Schwester auf und konnte sich nur durch gute Leistungen profilieren. Da er selbst keine Zuneigung erfahren hatte, konnte er diese auch an seine Kinder nicht weitergeben. Erst im Alter konnte er mit den Eltern einigermaßen Frieden schließen und sie waren den Enkeln gute Großeltern. Das Buch spiegelt den Geist der 60iger Jahre wieder. Nur nach außen hin nicht auffallen, was drinnen passiert, geht niemanden was an. Mutig erzählt hier der Autor von seiner unterdrückten Jugend. Ein Buch, das sich bestimmt nicht leicht liest. Das Cover zeigt eine vereinte Familie aus der Zeit in Amerika.

Bewertung vom 30.11.2023
Escher, Elisabeth

Der letzte Akt vom Puppenspiel


ausgezeichnet

Ein sehr interessantes Buch, das mich wirklich unheimlich gut unterhalten hat und zeigt, dass auch sehr alte Leute noch mitten im Leben stehen können und uns die Angst vor dem hohen Alter nehmen kann. Hildegard Glas, eine ehemalige Lehrerin, schon seit Jahren verwitwet, ist schon 94 Jahre alt. Körperlich hat sie so einige Gebrechen, aber mit Hilfe ihrer 24-Stunden-Pflegekraft Anyana meistert sie das vortrefflich, da Anyan sie auch immr wieder zur Bewegung animiert. 14 täglich kommt ihr Sohn Wieland sie besuchen, der inzwischen auch schon pensioniert ist. Er trinkt mit ihr Kaffee, besucht dann das Grab seines Vaters, aber eine innige Beziehung hatten Mutter und Sohn ihr Leben lang nicht. Es sind für Wieland Pflichtbesuche und manchmal kommt auch die Schwiegertochter mit. Zu ihrer Enkelin hat Hildegard eine sehr gutes Verhältnis, Oma und Enkelin verstehen sich ohne viel Worte. Leider hat die Enkelin ihren Wohnsitz in Italien. Hildegard ist geistig sehr rege, sie nimmt am Weltgeschehen noch teil und läßt sich von Anyana Geschichten aus deren Heimat Rumänien erzählen. Einmal in der Woche kommt die ehemalige Haushälterin Rosi zu Besuch und die beiden haben sich immer viel zu erzählen. Bis eines Tages schon vor Jahren ein Brief bei Hildegard eingetroffen ist. Über die Jahre konnte sie diese Korrespondenz ihrer Familie gegenüber verheimlichen, aber nun tritt ein Umstand auf, der síe zum Handeln und Agieren zwingt. Und dies hat mit einer Geschichte ihrer Jugend zu tun, die ihr großes Geheimnis ist und war. Das Buch ist aus der Sicht von Hildegard geschrieben, sehr interessant, sehr gut durchdacht. Dann wird in einzelnen Kapiteln über die anderen Protagonisten erzählt und die Zeit geht zurück bis zum zweiten Weltkrieg. Die Autorin versteht uns zu fesseln, man möchte mehr über das Leben der alten Dame erfahren, die jetzt noch öfters ihren eigenen Kopf hat und sich von niemanden etwas sagen lassen will. Man kann zunächst mit dem Titel und dem Cover nicht viel anfangen, aber wenn man dann weiter liest, erkennt man den Sinn. Der letzte Akt vom Puppenspieler ist eine Lektüre, die es wirklich in sich hat.

Bewertung vom 27.11.2023
Wood, Dany R.

Nur Hilde küsste wilder


ausgezeichnet

Endlich wieder ein Zusammentreffen mit der Familie Backes die inzwischen alte Bekannte sind. Hilde Kaiser, einst mit ihren Schlagern in den Hitparaden die Nummer eins, will in ihrem Heimatort auf dem Dorffest auftreten, um ein Comeback zu feiern Doch der Auftritt endete mit einem Fiasko, sturzbetrunken verläßt sie die Bühne. Am nächsten Morgen finden die Pflegekraft Kim die Eltern von Hilde erschossen in ihren Betten, Hilde tief schlafend in einem Sessel sitzend mit der Pistole in der Hand. Der Dorfpolizist Jupp Backes wird an den Tatort gerufen. Doch er glaubt nicht daran, dass Hilde ihre Eltern umgebracht hat und er setzt alles daran, ihre Unschuld zu beweisen. Denn als Jugendlicher hatte er mit der wilden Hilde ein Techtelmechtel, was er aber seiner Frau Inge verschwiegen hat, die inzwischen Hildes Mops hütet: Jupp beginnt zu ermitteln und stellt Zeugenbefragungen an. Und es gibt für uns Leser so manchen Verdächtígen. Da wäre zum einen Hildes Schwester und deren Mann, die den Bauernhof erben wollen. Oder war es gar Hildes Manager. Die Apothekerin hat auch schon seit vielen Jahren einen Hass auf die Sängerin. Dann gibt es auch noch Ohlmann. Aber auch auf Kim fällt der Verdacht. Aber inzwischen hat sich Oma Käthe in einen Professor verliebt und turtelt mit ihm im Bett, was Jupp natürlich gar nicht gut heißt. Wir treffen auch wieder auf Hastenkastendoris und Presley-Günther, die uns in allen Büchern unterhalten und auch die Müllersche darf natürlich nicht fehlen. Dies ist inzwischen der 7 Band um Jupp und seine Familie und es ist bisher noch kein bißchen abgedroschen oder langweilig. Dem Autor fallen immer wieder besondere Episoden der Familie ein und auch immer wieder Morde, die uns bis zum Schluß neugierig auf den Mörder machen lassen. Dany R. Wood schreibt mit so viel Witz und Esprit und läßt Jupp seine viele Eigenarten und Erbsenszählerei mehr als lebendig wirken. Ein Krimi, bei dem auch viel gelacht werden kann und darf. Am Ende des Buches ist wieder das Saar-ABC aufgelistet. Und aus dem Cover schaut uns der Mops mit hängender Zuge an, plaziert auf einem rOten Samtsessel.

Bewertung vom 25.11.2023
Wiles, Simona

Ein CallGirl packt aus 2 Erotische Geschichten


ausgezeichnet

Simona Wiles ist bekannt für ihre pikanten erotischen Bücher. Auch dieses hier ist wieder ein voller Erfolg. Das Callgirl Anna erzählt aus ihrem "Berufsalltag". Anna hat Lust und Spaß am Sex. Wer sie als Escortdame mietet, dem erfüllt sie alles Wünsche. Egal ob Jungesellenabschied im Freibad oder sie nimmt es auch mit einer ganzen Fußballmannschaft auf. Sie liebt Frauen wie Männer, macht einen Vierer und nimmt auch Sexspielzeug zur Hilfe. In 11 Geschichten nimmt uns die Autorin mit auf eine erotische Reise. Sie drückt sich nicht vulgär aus, sondern ihre Bücher sind so geschrieben, wie Frauen es gerne lesen wollen. Das Cover zeigt eine Supersexy-Frau.

Bewertung vom 24.11.2023
Leibrock, Felix

Mord am Kehlsteinhaus


ausgezeichnet

Ein faszinierender Regionalkrimi, der für mich um so interessanter war, da ich das Umfeld von vielen Urlauben in diesem Gebiet sehr gut kenne. In der Kabinenbahn, die zum Kehlsteinhaus führt, findet der Liftverantwortliche Brunner Blutspuren in der Kabine. Zur gleichen Zeit wird der Unternehmer der Firma Grubermilch, Golo Gruber als vermißt gemeldet, Das Blut in der Kabine stammt von ihm. Ein paar Tage später wird ein abgestürzter Kletteter gefunden, es ist Gernot Gruber, ebenfalls Teilhaber der Gruber-Milch. Der Leiter der Polizei Berchtesgaden, Simon Perlinger und seine Kollegin Luise ermitteln und stellen fest, dass Gernot getötet wurde. Hat es jemand auf die Grubers angesehen? Die dritte Teilhaberin Greta Gruber bittet um Polizeischutz. Die nach außen hin so gut dastehende Firma hat finanzielle Schwierigkeiten und die Ehefrau und die Kinder von Golo nehmen sein Verschwinden sehr gelassen hin. Doch die Ermittler tappen im Dunklen. Waren es die Gestrigen, die immer noch Hitler verehren und sich heimlich am Kehlsteinhaus treffen? Aber die Familie hat so einige dunkle Seiten und Perlinger trifft auf eine Schuld, die schon über 40 Jahre zurückliegt. Der Autor führt uns in die wunderbare Bergwelt, alle Orte sind real, es ist, als ob sich das Buch in der Wirklichkeit abspielt. Wir werden ständig auf falsche Fährten geführt, denn all die Verdächtigen, die uns begegnen, hätten einen Grund, die Grubers aus der Welt zu schaffen. Der Spannungsbogen erhöht sich von Kapitel zu Kapitel, im Laufe der Ermittlungen werden auch noch andere kriminelle Taten aufgedeckt, Am Anfang eines jeden Kapitels ist die schlafende Hexe, ein Gebirgszug abgebildet und mit einem Datum versehen. Ein Krimi, der den Leser von der ersten bis zur letzten Seite sehr gut und interessant unterhält. Und als wir dann den Täter finden, sind wir schon sehr erstaunt, denn der war bestimmt nicht in unserem Fokus. Sehr hilfreich finde ich das Personenverzeichnis am Beginn des Buches. Das Cover zeigt uns das Kehlsteinhaus und der Schnitt des Buches ist giftgrün, was einen besonderen Reiz ausmacht.

Bewertung vom 23.11.2023
Lamberti, Frieda

Die Eisfischerin vom Helgasjön


ausgezeichnet

Ein wirklich wunderbares Wohlfühlbuch, von dem ich total begeistert bin. Rieke und Marco sind schon seit sieben Jahren ein Paar. Kurz vor dem geplanten Skiurlaub mit Freunden wird Rieke von einem E-Scooter angefahren und am Bein verletzt. Marco fährt alleine in den Urlaub und Rieke bekommt von ihrer Mutter eine Lapplandreise geschenkt, denn sie wollte schon immer das Nordlicht sehen. Schon auf dem Flug dorthin trifft sie eine Schulfreundin, die auf dem Weg zu Theo ist, mit dem Rieke früher sehr viel Zeit verbracht hat. Und in Lappland genießt sie mit Theo ein paar wunderschöne Tage und verliebt sich ihn in. Aber dann kommt es zu einigen Mißverständnissen und Rieke fliegt nachhause, wo ein weiteres Trauma für sie bereit steht. Die Autorin versteht es vortrefflich, beim Leser Gefühle zu wecken und man freut und leidet mit Rieke. Wie wunderbar Lappland beschrieben wird, der Eispalast, die einsame Hütte, das Nordlicht, die Fahrt mit dem Hundeschlitten. Und bestimmt bekommt jeder Sehnsucht nach diesem Land. Die Sprache und Ausdrucksweise von Frieda Lamberti sind einfach und doch sehr überzeugend dargebracht. Durch die verschiedenen Ereignisse ist der Spannungsbogen sehr gut ausgearbeitet und unterhaltend. Das Cover mit der verschneiten Landschaft und der einsamen Hütte könnte für eine Weihnachtspostkarte hergenommen werden. Alles in allem, eine sehr überzeugende Lektüre.

Bewertung vom 22.11.2023
Hess, Megan

The Dress: 100 legendäre Kleider


ausgezeichnet

Schon die edle Aufmachung dieses Buches ist etwas besonderes. Viel Gold, der Blattschnitt ist golden und 220 Seiten aut gutem Hochglanzpapier. Megan Hess führt uns mit ihrem Buch in eine Welt der edlen Roben, Schon die geschwungenen Zeichnungen der Modeschöpfer sind phänomenal. Das Buch gliedert sich in sechs Abschnitte auf: Designer, Ikonen. Hochzeiten, Musik, Film, Oscars. Wir finden darin Mode von Versace, Armani, McQueen, Parda und viele mehr. Ebenso sind die Trägerinnen mit ihren edlen Roben abgebildet: J. Kennedey, Michelle Obama, die Bardot, Prinzessin Diana., die Hochzeitskleider von Bianca Jagger, Catherine von England,, Grace Kelley und und und.. Die vielen wunderbaren Auftritte von Stars aus Musik und Film und bei der Oscarverleihung. Ein Traum an wunderbarer Kleidung. Die Autorin versteht es, zu jedem der Kleidungsstücke und ihrer Trägerinnen das passende Wort dazu zu finden. Als Modebegeisterte ist es ein MUSS, dieses Buch immer wieder zur Hand zu nehmen und es durchzublättern. Und je öfter ich mir diese Modelle anschaue, desto mehr komme ich zu der Meinung, dass dies eine zeitlose Mode mit edlen Stoffen ist. Ein Genuß für jede Frau.

Bewertung vom 19.11.2023
Maria Heinrich

TÖDLICHER TRIUMPH - KEIN NORMALER ARBEITSTAG


ausgezeichnet

Ein Buch, das uns mitten in das Leben einer IT-Firma führt. Ana und ihre Kollegen befinden sich auf einen Management- Workshop in einem Wiener Nobelhotel. Ihre Firma hat mit einer anderen fusioniert. Doch als Anas unmittelbarer Chef nicht erscheint, wollen sie ihm einen Besuch in seinem Hotelzimmer abstatten. Mark Hafer liegt tot vor seinem Schreibtisch. Am nächsten Tag erscheint ein weiterer Kollege nicht in der Firma. Aber dies hört nicht auf, der Personalchef wird niedergeschlagen. Wer und vor allem warum tut man dies? Ana ermittelt hier auf eigene Faust, man wird mißtrauisch, verdächtigt so manchen Mitarbeiter und auch Kommissar Müller findet keinen Schuldigen. Und dann kommt Ana selbst in Lebensgefahr. Dieser Thriller ist von der ersten bis zu letzten Seite voller Spannung. Man spürt hier den Druck, der auf die Angestellten lastet. Jeder will und muß sein bestes geben, um befördert und nicht übergangen zu werden. Hier kann man auf Niemanden Rücksicht nehmen. Ein typisches Gebaren unserer heutigen Berufswelt, man geht über Leichen. Die Autorin versteh es unheimlich gut, die Spannung von Kaptel zu Kapitel zu steigern. Sie führt uns von einem Verdächtigen zum nächsten und man meint schon die Gründe zu kennen, warum er verdächtigt wird. Aber sobald mein seine Meinung gebildet hat, wird uns ein anderer als Täter präsentiert. Die 49 Kapitel lassen sich sehr gut und schnell lesen, die Sprache ist deutlich, gut verständlich ohne viel Schnörksel. Ein Thriller, wie er dem täglichen Leben entnommen werden kann. Das dunkle Cover zeigt uns glänzende Schachfiguren. Man darf schon gespannt auf den nächsten Thriller in dieser Reihe sein. Hier wird gekonnt das harte Berufsleben mit dem Wiener Schmäh vermischt.

Bewertung vom 18.11.2023
Trost, Dirk

Erbschande


ausgezeichnet

Während eines Theaterbesuches erhält die Investigativ Journalistin Thyra König einen Anruf von ihrer Freundin Bea. Sie will sich von der Brücke stürzen. Diese wurde von einem Mann, einem Skilehrer aus den Bayerischen Alpen, total ausgenommen, er hat ihr Liebe vorgegaukelt und sie um sehr viel Geld erleichtert. Nun ist er spurlos verschwunden, ein Ghostinglover. Thyra schwört sich, diesen Mann zu finden. Mit ihrem Freund, einem ehemaligen Polizisten, macht sie sich von Hamburg auf in die Alpen. Bald schon erkennt sie, dass dieser eine Mann nicht als einziger die Frauen um ihr Vermögen erleichtert hat. Doch dann stößt sie aus puren Zufall darauf, dass hier einige Dorfbewohner wertvolle Kunstschätze an die Japaner verkaufen wollen. Diese wurden im zweiten Weltkrieg den Juden geraubt oder für einen geringen Betrag abgekauft. Als es dann noch einen Toten gibt, geraten Thyra und ihr Partner selbst in große Gefahr und die Spur des Kunstraubs geht bis nach Fuerteventuera. Dieser Krimi hat ein sehr brisantes Thema aufgegriffen. Was zunächst als Liebeskummer beginnt, wächst zu einem enormen geschichtlichen Drama heran. Der Autor greift dieses diffizile Thema auf und führt den heutigen Leser nochmals zurück in die Vergangenheit unserer Eltern und Großeltern. Was schon immer hinter vorgehaltener Hand gemunkelt wurde, hat sich nach dem Krieg als richtig erwiesen. Hitler und seine Schergen haben sich an den Kunstschätzen der Bürger bedient. Die Sprache ist sehr prägnant, die Kapitel mit ihren Überschriften sind gut durchdacht und sehr gut zu lesen. Das Cover zeigt uns ein idyllisches Bild. Eine verschneite Schneelandschaft mit einer einsamen Berhütte zwischen den Tannen. Ein Thriller, der nicht nicht spannend war sondern uns auch Geschichtliches eröffnet hat.