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Gisel

Bewertungen

Insgesamt 220 Bewertungen
Bewertung vom 13.11.2025
Bailey, Anna

Unsere letzten wilden Tage


ausgezeichnet

Gefährliche Geheimnisse

Die Journalistin Loyal kehrt nach zehn Jahren zurück in ihr Heimatdorf Jacknife, weil ihre Mutter Anzeichen von Demenz zeigt. Loyal hat in dieser Zeit keinen Kontakt mehr zu ihrer ehemaligen Freundin Cutter gehabt, das will sie nun ändern. Doch bevor die beiden sich treffen können, wird Cutter ermordet aufgefunden. Die Polizei geht von Selbstmord aus, so dass Loyal selbst anfängt Fragen zu stellen. Dabei deckt sie Geheimnisse auf, die besser nicht benannt werden sollten...

Jacknife in Louisiana ist ein Ort, an dem jeder jeden kennt und wo sich kaum etwas ändert. Mit Loyal taucht der Leser in diese kleine Welt ein, in der Cutter und ihre Familie einen schlechten Ruf hatte. Und gleichzeitig taucht Loyal auch in ihre eigenen Erinnerungen ein, denn bevor ihr vor zehn Jahren den Absprung aus Jacknife gelang, hatte sie sich mit Cutter gestritten. Umso mehr fühlt sie sich nun berufen, das Geheimnis um Cutters Tod aufzudecken. Man spürt von der ersten Seite an, dass hier etwas Bedrohliches lauert, und diese Gefahr geht nicht nur von den Alligatoren aus, die hier überall unter der Oberfläche des Wassers auf Beute warten. Die Geschichte besticht durch ihre dichte Atmosphäre. Der Krimi-Anteil ist eher zurückhaltend, auch wenn Loyals Ermittlungen die Geschichte vorantreibt.

Mich hat die Geschichte schnell in ihren Bann ziehen können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Bewertung vom 11.11.2025
Blattmann, Sonja;Derks, Karin

Nein ist Nein! Das gilt für Groß und Klein


sehr gut

In Verbindung mit dem Kinderschutz-Rap unbedingt zu empfehlen

Wie lernt ein Kind, Nein zu sagen und damit wichtige Grenzen zu ziehen? Das Pappbilderbuch zeigt wichtige Schutzbotschaften in kindgerechten Bildern, die Kinder in Alltagssituationen zeigen.

Das Buch passt bestens zu dem Kinderschutz-Rap, den man über einen QR-Code im Buch abspielen kann. Ich finde beides zusammen eine gute Möglichkeit, mit Kindern ins Gespräch zum Thema zu kommen und vor allem sie zu stärken, Nein sagen zu dürfen. Das Buch ohne den Rap finde ich allerdings zu wenig, hier kommt in meinen Augen zu wenig Inhalt rüber. Andererseits denke ich, dass Kinder ab 3 Jahren auch in der Kita mit diesem Song in Berührung kommen und so schon ganz gut informiert sind, wenn sie das Buch sehen. Die Illustrationen fangen die Situationen sehr kindgerecht ein, wann es angesagt ist, Nein zu sagen. Die Verbindung zum Song bringt alles auf ein spielerisches Lernen, was das gerade Gelernte noch mehr verstärkt, umso mehr als die Bewegungen gut mit Kindern nachgemacht werden können und dabei als weiterer Verstärker agieren. So gesehen, ist das Buch in Zusammenhang mit dem Kinderschutz-Rap eine gute Möglichkeit, das Thema mit Kindern ins Gespräch zu bringen und sie zu stärken.

Meine Empfehlung für dieses Buch gilt also unbedingt, das Buch mit dem Kinderschutz-Rap zu verbinden. Dann ist das Buch mit seinem Hintergrund auch für die Kleinen ab 3 Jahren unbedingt zu empfehlen. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Bewertung vom 11.11.2025
Engler, Leon

Botanik des Wahnsinns


sehr gut

Eine etwas andere Familiengeschichte

Dem Erzähler bleibt nach der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte, denn durch eine Verwechslung wurde alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage gebracht. Das Wenige, was er noch erinnert, zeigt einen Stammbaum des Wahnsinns, denn alle seine Vorfahren waren psychisch erkrankt: die Großmutter bipolar (mit noch einer ganzen Menge weiterer Diagnosen), zwölf Suizidversuche, der Großvater auffallend oft in Steinhof, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv. Zwischen all seinen Erinnerungen schimmert die Angst durch, selbst verrückt zu werden. Er landet schließlich in der Psychiatrie – als Psychologe. Hier lernt er seine Patienten und ihre Geschichten aus einem anderen Blickwinkel kennen, ihre Diagnose wird weniger wichtig als das Zuhören.

Das Buch ist nicht einfach zu lesen, mit all den psychischen Erkrankungen in der Familie, die der Erzähler mit sich herumträgt. Sein Interesse für die psychischen Erkrankungen wird nachvollziehbar anhand seiner Geschichte. Seine Erzählung scheint recht sachlich zu sein, und doch schimmert immer wieder etwas Humor durch die Sätze hindurch, oft auch schwarzer Humor. Die Geschichte hört sich an nach einer Verarbeitung der eigenen Herkunft, das Ende scheint eine Versöhnung mit der eigenen Geschichte zu sein. Ich kam mir immer wieder vor wie jemand, der verstohlen in die Geheimnisse eines anderen Einblick erhält, fast schon wie ein Voyeur.

So gut ich die Idee hinter diesem Buch finde, hat mich die Geschichte letztendlich nicht ganz überzeugen können – vielleicht war es das Gefühl, wie ein Voyeur auf Leons Geschichte zu blicken? Genau kann ich das gar nicht sagen. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Bewertung vom 11.11.2025
June, Joana

Bestie


gut

Social Media und Freundschaft

Die unscheinbare Delia schlüpft gerne in eine neue Identität als Lilly, um bei der Influencerin Anouk als neue Mitbewohnerin einzuziehen. Lilly soll all das werden, was Delia immer sein wollte. Anouk andererseits will Lillly für ihre eigenen Zwecke nutzen und lässt sie immer mehr in ihr Leben. Schnell werden die beiden zu Besties, die doch alles miteinander teilen wollen. Oder doch nicht?

Schon von Anfang an scheint sich ein Misston in die Beziehung der beiden Frauen zu schleichen, die sich doch oberflächlich gesehen so gut ergänzen. Schnell wird klar, dass beide ihre Geheimnisse mitbringen, und dass diese Geheimnisse durchaus explosiven Charakter haben können. So richtig sympathisch waren mir deshalb beide Frauen nicht, viel zu sehr wollten sie sich, ihre Umwelt und auch mich als Leserin davon überzeugen, dass sie alles im Griff haben und sich davon nur Gutes erwarten. Zudem ist die Welt der Social Media, in der die beiden leben, nicht so ganz die meine, so dass das Buch mich letztendlich nicht so richtig ansprechen wollte. Sicher werden andere Leserinnen einen ganz anderen Zugang zu diesem Buch finden.

Ich selbst kann das Buch nur mit zwiespältigen Gefühlen weiter empfehlen und vergebe 3 von 5 Sternen.

Bewertung vom 06.11.2025
Fink, Torsten

Die Runenmeisterin (eBook, ePUB)


sehr gut

Solide Fortsetzung

Nachdem Ayrin im letzten Band den Kampf gegen den Hexenfürsten für sich entscheiden konnte, ist dieser auf ihr magisches Talent aufmerksam geworden. Nun will er Ayrin auf seine dunkle Seite ziehen. Dafür lässt er sie verfolgen und will, dass sie das Eiserne Buch an sich nehmen soll, damit er es erhält. Dafür warten einige Erschwernisse auf Ayrin und ihren Meister Maberic, bis hin zu Gefahr für Leib und Leben.

Das Buch ist die Fortsetzung der Geschichte um Ayrin, die im ersten Band ihre magischen Kräfte entdeckt und ihre Ausbildung als Runenmeisterin beginnt. Wie groß ihre Begabung ist, hat sich schon im ersten Band angedeutet, nun wird deutlich, dass sie dabei ist, ihren Meister zu überflügeln. Es empfiehlt sich, den ersten Band vorneweg zu lesen, sonst ist nicht immer alles verständlich, was in diesem Buch geschieht. Ayrin lebt in einer Welt, die voller Magie ist, und zusammen mit ihrem Meister sowie den anderen Runenmeistern wird es ihre Aufgabe sein, die Menschen vor böser Magie zu schützen. In diesem Buch werden einige Geheimnisse aufgedeckt, die auf eine weitere Fortsetzung hindeuten. Mehrere Handlungsstränge führen die Geschichte zu einem spannenden Höhepunkt, der weitere Fragen aufwirft. Schade, dass dem Buch keine Karte der Welt beigefügt ist, in der Ayrin lebt. Die Magie dieser Welt finde ich äußerst spannend, sehr gerne möchte ich mehr darüber erfahren.

Mich hat diese Geschichte bestens unterhalten können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Bewertung vom 04.11.2025
Zellner, Ingrid

Viel Tod um nichts


ausgezeichnet

Viel Theater um nix, oder so ähnlich...

Die Premiere von Shakespeares Komödie “Viel Lärm um nichts” (auf schwäbisch: Mordsg'schiss wega nix) im Naturtheater Hayingen auf der Schwäbischen Alb geht gründlich schief: Der Darsteller des Don Pedro verunglückt tödlich. Wie es dazu kam, konnte nicht geklärt werden. Doch im nächsten Jahr soll das Stück erneut aufgeführt werden – und sofort erscheint eine anonyme Warnung, dass auch diesmal der Darsteller des Don Pedro die Premiere nicht überleben wird. Die Kripo Reutlingen will nun undercover einen Ermittler in das Theater einschleusen, um herauszufinden, was hinter der Todesdrohung steckt. Surendra Sinha, Kommissar indischer Abstammung und eigentlich aus dem Beruf ausgestiegen, soll diese Aufgabe übernehmen. Obwohl er noch nie auf der Bühne geschauspielert hat, lässt er sich zu dieser Ermittlung überreden. Dabei weiß er genau: Wenn er nicht rechtzeitig den Täter findet, ist sein Leben in größter Gefahr.

Das Buch ist der vierte Band um den Kommissar Surendra Sinha, der sich eigentlich aus dem Beruf zurückgezogen hat und inzwischen in Indien heimisch geworden ist. Man kann das Buch allerdings auch ohne weitere Vorkenntnisse lesen. Die lokale Atmosphäre rund um das Naturtheater Hayingen und die Schwäbische Alb ist gut aufgefangen, zwischendrin wird auch mal geschwäbelt, aber immer gut verständlich. Der Krimiplot ist spannend angelegt und überrascht mit einigen unerwarteten Wendungen. Die Ermittlungen lassen keine Langeweile aufkommen. Mich hat das Buch neugierig gemacht auf die bisherigen Fälle von Kommissar Surendra Sinha, denn er bringt eine Menge Fachwissen und auch Humor mit, so dass man sich gerne mit ihm auf die Suche nach Tätern macht.

Mich hat dieser Regionalkrimi bestens unterhalten können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Bewertung vom 04.11.2025
Allende, Isabel

Mein Name ist Emilia del Valle


sehr gut

Die Geschichte einer starken Frau

Emilia ist die Tochter einer irischen Nonne und eines chilenischen Aristokraten, sie wächst in der Familie ihrer Mutter mit ihrem liebevollen Stiefvater auf, in einem ärmlichen Viertel in San Francisco. Geboren wurde sie 1866. Schon bald stellt sich heraus, dass das Schreiben ihre Leidenschaft ist, und sie schreibt siebzehnjährig erfolgreich unter einem männlichen Pseudonym Groschenromane. Das aber reicht ihr nicht, sie will jouralistisich tätig sein, und zwar unter ihrem eigenen Namen. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Eric bricht sie auf zum Bericht über den Bürgerkrieg in Chile. Auf Geheiß ihrer Mutter soll sie ihrem leiblichen Vater einen Brief überbringen.

Wieder einmal gelingt es der Autorin Isabel Allende ausgezeichnet, eine Geschichte aus ihrer Heimat Chile lebensnah zu erzählen. Emilia del Valle ist eine starke und mutige junge Frau, der gelingt, was Frauen in ihrer Zeit eher selten gelingen kann. Dabei sind weder die Autorin noch ihre Protagonistin zimperlich, wenn es um den Bürgerkrieg in Chile geht, denn für Emilia geht es plötzlich ums nackte Überleben. Die Geschichte wirkt nicht immer ganz glaubwürdig, dennoch ist es der Autorin gut gelungen, mich in ein Land in einer längst vergangenen Zeit zu entführen, von dem ich eher wenig wusste.

Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an fesseln können. Sehr gerne empfehle ich es weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Bewertung vom 04.11.2025
Berg, Ellen

Willst du Blumen, kauf dir welche


sehr gut

Onlinedating humorvoll auf den Punkt gebracht

Datest du noch – oder liebst du schon? Buchhändlerin Lena ist Single. Als sie den Erfolgsautor Benjamin Floros zu einer Lesung in ihre Buchhandlung einlädt, liegt ihm die gesamte weibliche Besucheranzahl zu Füßen – außer Lena, die nichts von ihm hält. Er behauptet, er habe den ultimativen Logarithmus für die Liebe per Online-Dating gefunden und will Lena unbedingt beweisen, dass dieser funktioniert, und zwar indem er sie und ihre Vermittlung in Liebesdingen zu seinem Experiment erklärt. Doch dann kommt alles anders als gedacht...

Man erhält bei diesem Buch, was man erwartet: eine turbulente Liebesgeschichte, die ganz anders ausgeht als erwartet, mit einigen Überraschungen und ganz viel Humor zwischen den Zeilen. Lena ist zwangsläufig Single, sie lebt lieber zwischen den Seiten ihrer geliebten Bücher als in einer Beziehung, denn bei letzterem ist sie schon oft auf die Nase gefallen. Köstlich humorvoll sind die Dates, die Lena nun bei diesem Experiment erwarten, da ist jedes skurriler als das vorherige. Die heimliche Liebesgeschichte wird dadurch umso spannender, vor allem weil die beiden Liebenden so gar nichts davon zu wissen scheinen. Der Schreibstil der Autorin ist leicht und flüssig, man mag das Buch gar nicht aus der Hand zu legen.

Dieser humorvolle Liebesroman ist so ganz in der Tradition der Autorin Ellen Berg und bestens geeignet, um zu entspannen und dabei herzhaft zu lachen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Bewertung vom 04.11.2025
Till, Jochen

Einmal Hölle und zurück / Luzifer junior Bd.3


ausgezeichnet

Höllisch gut

Luzifer senior ist spurlos verschwunden! Stattdessen hat sein Bruder die Regentschaft in der Hölle übernommen. Luzie und seine Freunde Lilly, Aaron und Gustav sowie Luzies Hausdämon Cornibus machen sich auf die Suche nach Luzifer und reisen dazu in die Unterwelt – undercover natürlich.

Das Buch ist der dritte Band der inzwischen stattlichen Reihe um den Sohn des Höllenfürsten. Luzie geht in der menschlichen Welt zur Schule und hat hier Freunde gefunden. Wie alle Bände bisher ist auch dieser spannend und humorvoll geschrieben und genial illustriert, so dass man sich auf ein neues teuflisches Abenteuer mit Luzie und seinen Freunden freuen kann. Diesmal spielt die Geschichte fast ausschließlich in der Hölle, das bietet seinen eigenen Reiz, denn Luzies Onkel hat die Hölle nach seinen eigenen Ideen umgeformt – fast immer widerspricht das den Vorstellungen der höllischen Bewohnern selbst. Man fiebert mit und fragt sich mit Luzie und seinen Freunden, wem man denn hier vertrauen kann...

Dieses Kinderbuch mit seinen Comic-Anteilen eignet sich sehr gut für Leser ab 10 Jahren, die neben viel Spannung und Humor auch ein bisschen Grusel haben wollen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Bewertung vom 31.10.2025
Osman, Richard

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code / Die Mordclub-Serie Bd.5


sehr gut

Raffinierter fünfter Fall

Während Elizabeth um ihren verstorbenen Mann trauert, versinkt Joyce in den Planungen zur Hochzeit ihrer Tochter. Ron hat mit familiären Problemen zu tun, während Ibrahim immer noch seine Lieblingsverbrecherin therapiert. Während der Hochzeitsfeier wendet sich ein junger Mann an Elizabeth, weil jemand nach seinem Leben trachtet, um damit an einen Code und demzufolge an viel Geld zu kommen. Das ist der Wendepunkt für die vier Hobbydetektive, die wieder voll in den Ermittlungen aufgehen werden.

Das Buch ist bereits der fünfte Fall mit den vier äußerst unterschiedlichen Hobbydetektiven, die sich bestens in ihren Ermittlungen ergänzen. Der Krimi ist erneut ein gutes Beispiel für ein Whodunit mit viel britischem Humor, einem spannenden, vertrackten Fall und vier liebenswerten Detektiven mit ganz viel Ecken und Kanten. Man kann das Buch auch ohne weitere Vorkenntnisse lesen, denn die Geschichte ist in sich abgeschlossen. Der Genuss der Serie erhöht sich jedoch, wenn man die bisherigen Bände kennt. Gewünscht hätte ich mir ein Personenregister, denn auf den ersten Seiten musste ich schon sehr überlegen, wer wohin gehört und welche Rolle innehat. Doch ist man erst mal im Geschehen, ist das kein Problem mehr.

Mich hat der Krimi wieder bestens unterhalten können, so dass ich das Buch sehr gerne weiter empfehle. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.