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Caro1118

Bewertungen

Insgesamt 85 Bewertungen
Bewertung vom 22.08.2023
Die Erfindung des Lächelns
Hillenbrand, Tom

Die Erfindung des Lächelns


sehr gut

Historischer Roman und Krimi
In "die Erfindung des Lächelns" von Tom Hillenbrand werden wir ins Paris der Belle Époque entführt. Eine spannende Zeit in Paris, die bildhaft beschrieben wird. Genau hier geschieht ein unglaublicher Raub: Die Mona Lisa verschwindet und es ist an Juhel Lenoir von der Pariser Polizei in diesem Schmelztiegel verschiedenster Kulturen und Lebensstile das Bild wieder zu finden. Dieser historische Roman schafft es uns in diese Zeit hineinzuversetzen indem er in wunderbaren Bildern das damalige Leben beschreibt. Besonders macht das Buch, dass es keine reine Fiktion ist, sondern die Realität miteinbezieht. Das Buch ist ein farbenprächtiger Roman, in dem es viel zu entdecken gibt und der mit seinen 500 Seiten seine Zeit braucht. Ein sehr unterhaltsames und lehrreiches Buch, das aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird. Diese Perspektivenwechsel muss man mögen um an dem Buch seine Freude zu haben.

Bewertung vom 22.08.2023
Prophet
Blaché, Sin;Macdonald, Helen

Prophet


gut

Nicht leicht zu lesen
"Prophet" von dem Autorinnenduo Sin Blanché und Helen MacDonald ist eine Mischung aus verschiedenen Genres (Horror, SiFi, Liebesgeschichte, Thriller) wobei ich nur schwer einschätzen kann, was es nun genau sein soll. Ich würde ihn als am ehesten für SiFi-Fans lesenswert ansehen.

Das Cover hatte meine Aufmerksamkeit geweckt und auch der Klappentext hörte sich gut an. Die beiden Hauptpersonen Adam, ein Elitesoldat, und Sunil, ein ehemaliger MI 6 Agent ermitteln als Team, nachdem es mehrere sonderbare Ereignisse und auch einen Toten gibt. Dies alles geschieht wegen einer Substanz, mit der man Dinge erschaffen kann, die für einen einen nostalgischen Wert besitzen. Das Buch fand ich teilweise sehr spannend und die Geschichte ist irgendwie so abgehoben und unglaublich, dass sie auch schon wieder gut ist. Allerdings hat da Buch seine Längen und verwirrt mit Zeitsprüngen, zudem ist es durchaus herausfordernd zu lesen. Ich bin am Ende immer noch etwas ratlos, ob ich das buch nun richtig gut finde oder ob es mir zu verrückt ist. Etwas anderes und Neues ist es auf jeden Fall!

Bewertung vom 15.08.2023
Skorpion / David Keller Bd.1
Basanisi, Matt;Schneider, Gerd

Skorpion / David Keller Bd.1


sehr gut

Spannender politischer Krimi, der etwas überfrachtet ist.
Dem Autorenduo Matt Basanisi und Gerd Schneider ist mit ihrem Thriller "Skorpion" ein spannendes Buch gelungen, in dem in einer fiktiven Geschichte reale Hintergründe rund um das Thema Geldwäsche, Mafia und Drogen mit einfließen. Da die beiden Autoren aus sehr unterschiedlichen Gebieten kommen, Basanisi war Ermittler bei der Bundespolizei und den Vereinten Nationen, Schneider ist Regisseur, verbindet sich fundiertes Wissen und eine knappe Erzählweise, die für eine interessante Geschichte um den Detektiv David Keller sorgt. Dieser ist ein sympathischer und authentischer Charakter, mit dem man den Fall gerne löst.

Das Buch ist leider nicht so leicht zu lesen, da es viele Zeit- und Ortswechsel gibt und viele Personen auftauchen, manchmal bräuchte man fast eine chronologische Auflistung um da den Überblick zu behalten. Durch die vielen Verflechtungen leidet auch teilweise die Spannung, was wirklich schade ist, denn das Thema und die realen Bezüge (so kommt zum Beispiel Silvio Berlusconi öfter vor und das Thema Geldwäsche in der Schweiz) sind sehr interessant.

Gut vorstellen könnte ich mir hier eine neue Krimireihe um David Keller, allerdings müsste in den nächsten Bänden das Motto "weniger ist mehr" gelten und die Überfrachtung vermieden werden. Das Cover ist super und könnte in dieser Art wunderbar bei einer Reihe fortgeführt werden.

Bewertung vom 06.08.2023
Herr Winter taut auf
Kuhlmann, Stefan

Herr Winter taut auf


sehr gut

In Stefan Kuhlmanns Roman „ Herr Winter taut auf“ geht es um Robert Winter und wie er nach seiner Pensionierung sein Leben meistert. Wie er zum Avon- Berater wird und was er hier, mit seinen neuen Nachbarn und mit seiner Tochter und seinem Enkel alles erlebt. Dabei hat man zuerst den Eindruc, dass Robert nun wirklich kein sympathischer Mensch ist, doch es gelingt ihm sich in das Herz des Lesers zu schleichen, so dass man mit ihm mit leidet und sich mit ihm freut und ihm ab und zu gerne gute Ratschläge geben würde oder ihn auch manchmal einfach kräftig rütteln würde.



Stefan Kuhlmann gelingt es in dem Buch wunderbar die verschiedensten Emotionen im Leser hervorzurufen, oft ist es einfach ein Lesevergnügen mit viel schwarzem Humor und tollen, knackigen Dialogen und dann werden tiefsinnige und bewegende Themen angesprochen, die nachdenklich machen und sehr realistisch dargestellt werden. Gegen Ende fand ich die Geschichte etwas zu lange und teilweise ist so manches auch vorhersehbar aber insgesamt ist dies ein sehr gelungener Debütroman der Spaß macht.

Bewertung vom 06.08.2023
Unterwegs zwischen Grenzen
Grabuschnig, Ralf

Unterwegs zwischen Grenzen


gut

Zu Besuch bei Minderheiten
Ralf Grabuschnig erzählt in seinem Buch „Unterwegs zwischen Grenzen“ in einer Mischung aus Sachbuch und Reisebericht von sprachlichen Minderheiten in Europa. So erfahren wir viel über die Sorben , die kroatische Minderheit in Österreich und von vielen anderen Minderheiten, die einem gar nicht bewusst waren. Es ist ein sehr interessantes Buch, in dem es neben den Staatsgrenzen auch um die unterschwelligen Grenzen geht, die es in den Köpfen vieler Menschen gibt und die dazu führen, dass man seine eigentliche Sprache und Identität versteckt anstatt stolz auf sie zu sein.

Der Autor schreibt in eher lockerem Stil, bei dem man häufig an seinen Blog erinnert wird. Manchmal fand ich das zu flapsig bei so einem wichtigen Thema. Das Buch ist sehr informativ und gibt Einblicke in ein bisher wenig bekanntes Thema. Insgesamt hätte ich mir gewünscht, dass es mehr Hintergrundinformationen gegeben hätte, obwohl dann unter Umständen die leichte Lesbarkeit einem eher trockenen, geschichtlichen Stil gewichen wäre. es ist auf jeden Fall ein lesenswertes Buch das zu einer weiteren Vertiefung mit dem Thema führen könnte.

Bewertung vom 04.07.2023
Die Erinnerungsfotografen
Hiiragi, Sanaka

Die Erinnerungsfotografen


ausgezeichnet

leise und berührend
Sanaka Hiiragi hat mit "Die Erinnerungsfotografen" ein wunderbares Buch geschrieben. Schon das Cover und die gesamte Aufmachung ist sehr hochwertig und spiegelt für mich bereits die Wichtigkeit und den Wert der Geschichte wieder. Denn hier geht es um eine wichtige Frage: Was passiert nach dem Tod? Wir begleiten in 3 Geschichten Menschen, die gestorben sind und die zu dem Erinnerungsfotografen Herrn Hirasaka kommen um sich auf wunderbare Weiße mit Hilfe von Fotos aus ihrem Leben und von genau diesem zu verabschieden. Besonders gefallen hat mir hierbei, dass es sich um sehr unterschiedliche Personen handelt, die wir hier begleiten.

Der Schreibstil ist präzise und ohne unnötige Ausschmückungen, das Buch ist sehr gut zu lesen. Es gelingt Sanaka Hiiragi leise und leicht eine berührende Geschichte zu erzählen. Da die Personen jeweils aus ihrer Perspektive erzählen, ändert sich der Stil und die Ausdrucksweise, bleibt aber immer der Situation und den Lebensumständen der Personen angemessen. Das Buch ist nie langweilige und man hätte gerne noch mehr über den Erinnerungsfotografen oder seine Kunden erfahren. Für mich ist diese Buch auch ein tröstliches Buch, denn so könnte ein Weg ins Jenseits aussehen, der Hoffnung macht.

Bewertung vom 27.06.2023
Die schreckliche Adele 07
Mr. Tan;Miss Prickly

Die schreckliche Adele 07


sehr gut

Dies ist bereits der 7. Band von der frechen Adele. Der französische Comicautor Jacques Tardi hat mit Adele ein freches Mädchen erschaffen, das ihre Welt mit viel Sarkasmus überzieht. Hier gilt wohl entweder man liebt sie oder man kann so gar nichts mit ihr anfangen.

In diesem Band haben ihre Eltern Adele für ein Ferienlager im Wald angemeldet, die Begeisterung von Adele hält sich in Grenzen. Natürlich fällt da der frechen Göre so Einiges ein um die Ferienlageridylle zu stören.

klein und gemein
Die Comiczeichnungen sind farbenfroh und ansprechend. Auch ohne die Dialoge zu lesen, hatten die Kinder Spaß am Buch. Die Texte fanden wir teilweise bitterböse und sehr sarkastisch, was für jüngere Leser eine Überforderung darstellen kann. Daher tue ich mich mit der Einordung für welches Alter das Buch ist auch etwas schwer.

Gerade zur Ferienzeit ist das Buch eine willkommene Abwechslung und von Format und Umfang sicherlich praktisch zum Mitnehmen.

Bewertung vom 25.06.2023
Ganz oben fliegt Lili
Willmann, Julia

Ganz oben fliegt Lili


ausgezeichnet

Ein Lesegenuss nicht nur für Kinder!
Das Kinderbuch "Ganz oben fliegt Lili" von Julia Willmann ist ein wahres Juwel. Mit ganz viel Liebe, Humor und wunderbaren Wortkreationen und Beschreibungen wird hier die Geschichte der kleinen Schwebfliege Lili erzählt. Das Buch lässt uns an Lilis Leben teilhaben, das nicht immer leicht ist, denn Lili will die Alpen sehen und macht sich daher auf eine gefährliche und ungewisse Reise. Im Gepäck hat sie ein Reisetagebuch, in dem sie ihrem Freund Knorrte von Ihrem Abenteuer berichtet. In 18 Kapiteln begleiten wir Lili, die durch einen Unfall zu Beginn kein "L" mehr sprechen kann und daher nur noch ii heißt. Das Buch ist sehr phantasievoll geschrieben und die Zeichnungen von Alexandra Junge sind eine gekonnte Ergänzung und Bereicherung zu der Geschichte.

Julia Willmann gelingt es darüber hinaus, auf einen bewussten Umgang mit der Natur aufmerksam zu machen und mit einem wunderbaren Nachwort sachliche Informationen über Schwebfliegen bereitzustellen, die das Buch abrunden.

Das Buch ist in seiner ganzen Aufmachung sehr hochwertig. Die Seiten sind etwas dicker und die Zeichnungen haben eine sehr schöne Leuchtkraft. Ich kann jedem dieses Buch nur wärmsten empfehlen, denn es ist nicht nur für Kinder ein Lesegenuss sondern auch für Erwachsene und man ist am Ende traurig, dass wir mit Lili nicht noch weiter reisen dürfen.

Bewertung vom 25.06.2023
Lighthouse Bookshop
Gosling, Sharon

Lighthouse Bookshop


ausgezeichnet

Der Roman "Lighthouse Booskshop" von Sharon Gosling spielt in Schottland, genauer in Newton Dunbar in einer wunderbaren Gegend. Die "Hauptperson" der Romans ist besagter Leuchtturm in dem es einen gemütlichen Buchlanden gibt. In diesem Buchladen arbeitet Rachel und sie wohnt sogar im Leuchtturm. Beides gehört Cullen, der ebenso wie auch eine Anzahl anderer Dorfbewohner täglich vorbei schaut. Alles könnte so schön sein, wenn nicht ganz unerwartet der Besitzer Cullen sterben würde und somit die Zukunft des Leuchtturms und des Ladens auf dem Spiel stehen. Da es kein Testament gibt, beginnt die Suche nach den Erben und Rachel entdeckt ein Geheimnis im Leuchtturm, dem sie mit Toby, einem ehemaligen Kriegsreporter, der hier in Ruhe seine Biographie schreiben will, auf den Grund geht.



Ein Wohlfühlroman, der Spaß macht.

Sharon Gosling gelingt es, die besondere Atmosphäre und den Zusammenhalt im Dorf wunderschön zu beschreiben. Man ist sofort Teil der Geschichte und fiebert mit den verschiedenen Lebensgeschichten der einzelnen Personen mit und hofft auf ein Happy End, das es immerhin teilweise gibt. Der Roman ist sehr angenehm und flüssig zu lesen, teilweise etwas vorhersehbar, aber auch mit schönen Überraschungen und Wendungen, die das Ganze immer wieder interessant machen. Es ist ein wunderbares Buch über Neuanfänge, fast verpasste Chancen und Freundschaften. Ein Wohlfühlroman, der trotzdem nicht kitschig ist und den man einfach genießen kann.

Bewertung vom 08.06.2023
Vom Flüchtling zum Spion
Karbassion, Marty

Vom Flüchtling zum Spion


gut

Marty Karbassion erzählt in seinem Buch „Vom Flüchtling zum Spion“ die Lebensgeschichte seines Vaters die mit der Kindheit im Iran beginnt und mit der Flucht nach Deutschland weitergeht. Dort wird aus dem Flüchtling ein Spion für die Stasi. Diese wahre Geschichte ist fast unglaublich und hat mich sehr beeindruckt, allerdings verliert sich der Autor in vielen unwichtigen Details und so wird das Buch sehr langatmig. Die Zeit im Iran wird extrem detailliert beschrieben, der eigentlich spannendere und unvorhersehbare Teil danach kommt zu kurz und es fehlt insgesamt an Spannung. Dies ist sehr schade, da der Autor einen gut zu lesenden Schreibstil hat und die Geschichte enormes Potential hätte. Man merkt Marty Karbassion an, mit wie viel Herzblut er die Geschichte seines plötzlich verschwundenen Vaters aufklären will und wie wichtig ihm dies ist. Er hat sehr gut recherchiert und für sich hoffentlich seine Antworten erhalten.

Das. Over des Buches finde ich sehr gelungen. Und die drei Worte „Hoffnung, Sehnsucht, Wahrheit“ treffen schreit, worin es in dieser Aufarbeitung einer wahren Lebensgeschichte geht.