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Eva_G

Bewertungen

Insgesamt 1304 Bewertungen
Bewertung vom 14.07.2023
Bäume - Eine Natur- und Kulturgeschichte
Scott, Michael;Bayton, Dr. Ross;Mikolajski, Andrew

Bäume - Eine Natur- und Kulturgeschichte


ausgezeichnet

Die faszinierende Welt der Bäume

Die Welt der Bäume ist riesengroß und sehr vielfältig. So lernt der Betrachter von Ahorn bis Zypresse alle möglichen Baumarten kennen. Doch dessen nicht genug, denn auch die wissenschaftliche und ökologische Bedeutung von Bäumen und deren Rolle in der Geschichte werden beleuchtet. So zeigt sich die gesamte Faszination von Bäumen.

Die vier Autoren legen in diesem Buch großen Wert auf großartige und qualitativ sehr hochwertige Fotografien und sehr informative Texte. Diese werden ergänzt vom großformatigen und sehr hochwertigen Erscheinungsbild des Buches. Die Gliederung der Seiten zu den einzelnen Baumarten ist klar strukturiert und sehr übersichtlich, sodass ein kurzer Steckbrief, eine Fotografie des Baumes im Ganzen, aber auch eines Blattes und andere Arten derselben Gattung immer zu finden sind. Das Buch ist aber keine reine Auflistung von Baumarten, sondern widmet sich auch den allgemeinen Informationen rund um Bäume und deren natürlichen Vorkommen.

Schon beim ersten Blättern war ich begeistert von diesem hochwertigen Bildband, der so viel mehr beinhaltet als nur Baumarten. Die Fotografien sind so wunderschön und die Texte so interessant, dass ich stundenlang darin lesen kann und auch immer wieder Neues erfahre. Ein absolut empfehlenswertes Buch!

Bewertung vom 13.07.2023
Zwischen den Meeren / Nord-Ostsee-Saga Bd.1
Johannson, Lena

Zwischen den Meeren / Nord-Ostsee-Saga Bd.1


sehr gut

Die Anfänge eines Jahrhundertbauwerks

Norddeutschland, 1886: Seit einiger Zeit ist ein Kanal im Gespräch, der die Ost- mit der Nordsee verbinden soll, um Güter schneller und ungefährlicher transportieren zu können. Vier Frauen berühren diese Pläne besonders, denn jede von ihnen hat ihren ganz eigenen Hintergrund. So ist Justine aus Kiel ist Tochter eines Eisenwarenhändlers, der sich den Aufschwung durch die jahrelange Baustelle erhofft. Doch bis zum Spatenstich dauert es noch und die Familie hofft und bangt, dass ihre Investitionen sich auszahlen werden. Sanne aus Brunsbüttel entstammt der Familie eines Zimmermannes, dessen Vorfahren sich als Schleusenbauer hervorgetan haben. Sie würde sich wünschen, dass ihr Vater sich auf die Stelle des Schleusenplaners bewirbt, um endlich finanziell gut dazustehen. Außerdem ist sie selbst sehr interessiert an den Berechnungen und Planungen, wird aber von der Gesellschaft nicht ernst genommen. Regina aus Rendsburg heiratet ihrem Vater zuliebe einen wohlhabenden, aber deutlich älteren Mann, der sich nur wie eine Trophäe behandelt, um ihm aus den finanziellen Schwierigkeiten zu helfen. Sie ist sehr unglücklich in dieser Ehe und lässt sich schnell auf eine Affäre ein. Zuletzt ist da noch Mimi Dahlström, die Tochter des "Vaters" des Nord-Ostsee-Kanals, die alles für ihren Vater tut, denn seit vielen Jahren widmet er sich ausschließlich diesem Projekt und hat mittlerweile das ganze Geld dort hinein investiert.

Lena Johannson erzählt in diesem Auftaktband ihrer Reihe rund um die Entstehung des Nord-Ostsee-Kanals die Schicksale von vier sehr verschiedenen jungen Frauen. Sie sind allesamt sehr intelligent und interessieren sich für das Zeitgeschehen - oft mehr, als es sich für junge Damen der damaligen Zeit schickt. So erlebt der Leser hautnah mit, wie Frauen behandelt wurden. Da sich die vier Frauen nie begegnen, wechselt die Erzählperspektive in unregelmäßigen Abständen zwischen ihnen hin und her.

Dieser Roman konnte mich schnell fesseln, denn ich mag es, wie die Autorin das Zeitgeschehen anhand der vier Frauenschicksale schildert. Allerdings fand ich es teilweise etwas schwierig, die Frauen nur anhand der Namen zuzuordnen, da sie oft längere Pausen hatten und für viele Kapitel nicht erwähnt wurden. Da war das Personenregister zu Beginn des Buches wirklich nützlich. Nun bin ich gespannt, wie die Reihe weitergeht, denn bisher wurde lediglich der Grundstein gelegt, aber von einer Vollendung des Jahrhundertprojekts sind wir noch weit entfernt.

Bewertung vom 12.07.2023
Der Regenbogenfisch und seine Freunde
Pfister, Marcus

Der Regenbogenfisch und seine Freunde


ausgezeichnet

Der Regenbogenfisch - fünf zauberhafte Geschichten in einem Buch!

Dieser Sammelband vereint die fünf Geschichten des Regenbogenfisches in einem Buch. So lernt man den Regenbogenfisch kennen, erlebt, wie er Frieden stiftet, die Tiefsee entdeckt, lernt ein guter Verlierer zu sein und gut einzuschlafen.

Marcus Pfister gelingt es in jeder seiner Geschichten über den Regenbogenfisch, seine Leser mitzureißen und ihnen immer eine wichtige Botschaft mit auf den Weg zu geben. Seine Sprache ist kindgerecht und flüssig, sodass sich die kurzen Texte schnell vorlesen lassen. Die Illustrationen sind wunderschön und enthalten die zauberhaft schönen Glitzerschuppen.

Für mich ist der Regenbogenfisch immer verbunden mit wunderschönen Erinnerungen an meine Kindheit und Kindergartenzeit. Das möchte ich auch meinen beiden Kindern weitergeben und mit diesem Sammelband ist mir dies perfekt gelungen. Ich finde es toll, dass der Regenbogenfisch seine Glitzerschuppen mit allen teilt und dabei Freude empfindet, dass er verlieren kann und für Frieden sorgt und möchte, dass auch meine Kinder das lernen. Somit gehört dieses Buch in die Bücherregale eines jeden Kinderzimmers!

Bewertung vom 12.07.2023
Inselträume und Meer
Beyer, Anja Saskia

Inselträume und Meer


ausgezeichnet

Die Suche nach den Delfinen

Josy lebt seit einigen Jahren auf Mallorca und hat dort nicht nur ein eigenes Café eröffnet und bietet geführte Touren in die Berge und auf das Meer an, sondern hat auch Freunde gefunden. Diese sind auch für sie da, als seit zwei Wochen keine Delfine mehr an ihren Lieblingsplätzen anzutreffen sind. Josy befürchtet das Schlimmste und bekommt immer mehr Angst um ihre Existenz. Als wäre das nicht genug, taucht nun auch noch ihre Mutter auf der Insel auf und mit ihr, sämtliche Probleme, die Josy eigentlich in Deutschland zurückgelassen hatte. Das Zusammentreffen mit ihrem Ex-Freund Eric setzt dem allen dann nur noch die Krone auf und Josy weiß nicht mehr, was sie noch denken soll. Allerdings ist Eric immer noch so lieb wie damals, als sie für fünf Wochen ein Paar waren und erklärt wie selbstverständlich, dass er sich bei der Suche nach den Delfinen auf jeden Fall unterstützen wird...

Anja Saskia Beyer hat einen flüssigen Schreibstil, der anfangs aber etwas gewöhnungsbedürftig wirkt, da doch viel in Umgangssprache gesprochen und erzählt wird. Die Handlung selbst ist rundum gelungen und kann die Leser sofort fesseln. Die Beschreibungen der Insel Mallorca sind sehr genau, sodass man sofort das Gefühl hat, die Autorin ist ortskundig und man kann sich auf die Beschreibungen verlassen und anhand von ihnen selbst die Insel entdecken.

Ich war schnell ganz vertieft in den Roman und konnte mich nur schwer davon lösen. Gerade die genauen Beschreibungen der Insel und die Ausflugstipps haben mich sehr neugierig gemacht, denn ich war noch nie auf Mallorca. Die Liebesgeschichte zwischen Josy und Eric ist sehr realistisch und es macht Spaß ihnen dabei zuzusehen, wie sie ihre Gefühle zu unterdrücken versuchen, was ihnen aber nie so ganz gelingt. Ich möchte auf jeden Fall noch die weiteren Teile der Reihe lesen, vorallem auch den ersten Band, denn ich hatte manchmal das Gefühl, ich würde mich etwas besser auskennen, wenn ich ihn schon gelesen hätte. Allerdings können die Bücher trotzdem sehr gut als eigenständige Romane gelesen werden. Deshalb eine klare Leseempfehlung für diesen wunderschönen, sommerlichen Wohlfühlroman!

Bewertung vom 10.07.2023
Ich mag dich sehr, großer Bär!
Lambert, Jonny

Ich mag dich sehr, großer Bär!


ausgezeichnet

Wie aus zwei Nachbarn Freunde werden, die immer füreinander da sind!

Der Bär ist umgezogen und hat sein Haus an einer neuen Stelle im Wald errichtet. Alles ist wunderschön geworden, doch er fühlt sich einsam so allein in seinem Haus. So geht er los und klopft bei seinem Nachbarn dem Hasen an die Tür. Dieser öffnet ihm und eine wunderschöne Freundschaft beginnt!

Jonny Lambert vermittelt in seinem Bilderbuch die zauberhafte Botschaft: "Freundschaft ist das Wertvollste der Welt." So lernen Kinder, dass Freundschaft aber nicht nur eine Aneinanderreihung von wunderschönen Momenten ist, sondern auch Streit oder schwierige Situationen gehören dazu und müssen gemeinsam überwunden werden.

Meine Kinder und ich lieben die Geschichte vom Bären und dem Hasen sehr und haben sie bereits mehrmals vorgelesen. Da Jonny Lambert eine kindgerechte und einfache Sprache gewählt hat, lässt sich der Text flüssig vorlesen. Die Illustrationen sind wunderschön und einzigartig, was das Buch zu einem wahren Kinderbuchschatz macht und von mir sicherlich noch öfter weiterempfohlen wird.

Bewertung vom 09.07.2023
Haus der Träume / Die Kaufhaus-Saga Bd.1
Lacrosse, Marie

Haus der Träume / Die Kaufhaus-Saga Bd.1


ausgezeichnet

Die Geschichte zweier junger Frauen vereint durch das bekannte KaDeWe

Berlin, 1914: Die Familien Bergmann und Jandorf sind seit vielen Jahren eng verbunden, denn ihre Freundschaft besteht schon lange und auch die geschäftlichen Beziehungen durch Jandorfs Kaufhauskette mit dem neuen KaDeWe verknüpfen die beiden Familien. Als Harry Jandorf dann kurz vor seiner Einberufung in den Krieg Judith Bergmann einen Heiratsantrag macht, sehen die beiden Mütter schon alle ihre Wünsche erfüllt. Judith allerdings hat kein gutes Gefühl und fühlte sich zu einem "Ja" gedrängt, denn sie hat große Pläne für ihr Leben und strebt nicht nur eine Heirat an. Die Familie Krause, allen voran Mutter Käthe, genießt ein hohes Ansehen bei ihrem Chef Adolf Jandorf, denn sie ist eine zuverlässige Mitarbeiterin und mittlerweile auch Leiterin der Putzkolonne. Eines Tages bemüht sie sich auch um eine Stelle für ihre Tochter Rieke, die durch ihren Fleiß überzeugt. So sind die Schicksale dieser drei Familien in sämtlichen Wirren der Zeitgeschichte immer eng miteinander verbunden.

Marie Lacrosse ist es gelungen, Zeitgeschehen und die Schicksale der Protagonisten eng zu verknüpfen und so fesselnd zu erzählen, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Gerade die beiden gegensätzlichen Gesellschaftsschichten, aus denen Judith und Rieke stammen, sorgen für tiefe Einblicke in das Alltagsleben und verdeutlichen die große Not der Menschen während dem Ersten Weltkrieg und der Hyperinflation oder eben auch die eher privilegierteren Probleme des gehobeneren Bürgertums. Sämtliche historische Fakten wurden gründlich recherchiert und perfekt in die Handlung integriert.

Wundersamerweise habe ich die knapp 700 Seiten innerhalb weniger Tage gelesen und war oft total gefangen in der Handlung, dass ich am liebsten ohne Unterbrechungen immer weiter gelesen hätte. Ich mochte die Kombination aus mehreren Protagonisten und deren Erzählperspektiven sehr, da sie für eine vielschichtige Handlung sorgen. Nun bin ich schon sehr auf den zweiten Teil gespannt und neugierig, wie es mit dem KaDeWe und den drei engverbundenen Familien weitergeht.

Bewertung vom 06.07.2023
Erstes Aufklappen und Verstehen: Warum wird es nachts dunkel?
Daynes, Katie

Erstes Aufklappen und Verstehen: Warum wird es nachts dunkel?


ausgezeichnet

Tag und Nacht wunderbar erklärt

Die Frage, warum es nachts dunkel wird, lässt sich gar nicht so einfach kindgerecht beantworten...

In diesem Buch widmet sich Katie Daynes dieser Frage und erklärt mithilfe von Fabrizio di Baldos Illustrationen alles rund um den Tag-Nacht-Rhythmus, die Jahreszeiten, den Mond und den Nachthimmel. So steht jede Klappe im Buch für eine Frage, deren Antwort dann darunter zu finden ist. Die Sprache der Autorin ist einfach und kindgerecht und erklärt sämtliche Informationen kompakt und schnell verständlich. Die Zeichnungen von di Baldo runden das Sachkinderbuch perfekt ab.

Meine sechsjährige Tochter ist momentan sehr wissbegierig und stellt mir viele Fragen, die sich nicht immer so einfach beantworten lassen. Nun habe ich sämtliche Antworten rund um Tag und Nacht gesammelt in diesem Pappbilderbuch. Das Buch überzeugt mich auch durch seine Stabilität und das sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis.

Bewertung vom 06.07.2023
Sitz, Platz, Kuss / Hundeglück Bd.1
Sommer, Isabell

Sitz, Platz, Kuss / Hundeglück Bd.1


sehr gut

Eine unterhaltsame Liebesgeschichte für Hundefreunde

Mila kann es nicht fassen! Auf dem Weg zur Hundetagesstätte wird sie beinahe von einem Schnösel in seiner Protzkarre überfahren und der sieht es nicht einmal für nötig an, sich bei ihr zu entschuldigen. Mila ist von oben bis unten dreckverspritzt und sie weiß eins sicher, dass sie mit diesem überheblichen Anzugfutzi nichts zu tun haben möchte. Allerdings treffen sie sich ab heute häufiger und auch beim Mantrailing-Kurs ist der eingebildete Anwalt mit seiner Weimaraner-Hündin Alice anwesend. Mila ist gar nicht erfreut und empfindet es als Hochverrat, dass sich ihr Labrador Balou glänzend mit Alice versteht und sie deshalb ein Team mit Robin bilden soll. Mit der Zeit kann sie aber hinter die Fassade von Robin blicken und stellt fest, dass er gar nicht so übel ist. Hätte sie nach ihrer Enttäuschung mit ihrem Ex-Freund den Männern nicht abgeschworen, könnte Robin sich vielleicht sogar in ihr Herz schleichen...

Isabell Sommer ist mit diesem Reihenauftakt eine wunderschöne, unterhaltsame und gefühlsgeladene Liebesgeschichte gelungen. Die Hunde, die neben den beiden Protagonisten Mila und Robin eine tragende Rolle spielen, machen den Roman besonders und sprechen gerade die Hundeliebhaber sehr an.

Da ich selbst Besitzerin eines Labradors bin, weiß ich um die Eigenheiten dieser Hunderasse und habe oft geschmunzelt, wenn Balou wieder nur ans Essen gedacht hat. Somit fand ich die Hunde in diesem Liebesroman wirklich super und hatte meinen Spaß beim Lesen. Da ich die extremen Gefühlsschwankungen von Mila oft nicht nachvollziehen konnte und ihr Verhalten teilweise etwas unreif und kindisch gefunden habe, hat sie mich oft ein wenig genervt. Was aber durch Robins sympathische Art wieder ausgeglichen wurde. Auch die kurzen Einblicke in Claras und Kilians Freundschaft fand ich sehr gelungen und bin gespannt, ob wohl im zweiten Teil der Reihe noch weitere Einblicke gegeben werden.

Bewertung vom 04.07.2023
Träume aus Eis
Winkler, Franziska

Träume aus Eis


sehr gut

Die Idee vom Steckerl-Eis

München, 1929: Familie Pankofer hat es endlich geschafft und konnte von der ärmlichen Behausung in Haishausen in eine kleine Wohnung in der Kaufinger Straße ziehen. Außerdem geht ihr Traum von einer eigenen kleinen Eisdiele endlich in Erfüllung. Doch die Konkurrenz in der beliebten Einkaufsstraße ist groß und die Kosten werden meist nicht komplett von den Eisverkäufen gedeckt. Allerdings geben Josef, Erna, Frieda und Lotte nicht auf und Josef träumt weiter. So kommt er auf die Idee, ein Eis am Stiel zu entwickeln, was sicherlich gut bei sämtlichen Kindern ankommt und ganz ohne Löffel gegessen werden kann. Aber die Weltwirtschaftskrise macht ihnen sehr zu schaffen und als Frieda sich auch noch in den Sohn des allergrößten Konkurrenten verliebt, zieht sich auch noch ein Riss durch die familiären Beziehungen...

Franziska Winkler ist es gelungen, die Geschichte der Familie Pankofer sehr athmosphärisch und fesselnd zu erzählen. Sehr interessant ist, dass es das JOPA-Eis wirklich gab, auch wenn die Familiengeschichte dahinter komplett erfunden ist, da es über den Gründer dieser Firma keine Hintergrundinformationen gibt. Die Kulisse wurde von der Autorin wunderbar gewählt und immer so bildlich beschrieben, dass jeder sofort eine Vorstellung im Kopf hat und sich dadurch noch wohler in der Geschichte fühlt.

Schon als ich das Cover des Buches gesehen habe, wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte. Die Seiten sind nur so dahingeflogen und ich konnte mich zeitweise komplett in der Handlung verlieren. Einzig die drei Namensverwechslungen haben mich sehr gestört, denn da wurde aus Alois plötzlich ein Anton oder aus Jule eine Frieda. Das hätte auffallen müssen. Ansonsten ein wunderbarer Roman, der große Lust auf Eis macht!

Bewertung vom 30.06.2023
Spuren einer fernen Zeit
Borchert, Birgit

Spuren einer fernen Zeit


sehr gut

Eine junge Frau und ihr sehnlichster Wunsch

Frankfurt, 1907: Sophie von Mayden liebt die Urzeit und alles, was mit Dinosauriern zu tun hat. Diese Liebe verdankt sie zu großen Teilen auch ihrem Vater, der Mitglied in der "Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft" ist und als Professor Vorlesungen an der Marburger Universität hält. Als sie mit ihre Schulklasse das neuerbaute Senckenberg-Museum besucht, den Lichthof mit dem gigantischen "Diplodocus longus" erblickt und Doktor Devermann voller Begeisterung darüber referieren hört, weiß sie, dass sie alles für ihren Traum tun wird, nach ihrem Schulabschluss Paläontologie zu studieren und selbst nach versteinerten Dinosaurier-Knochen zu graben. Dass dieser Wunsch zu fortschrittlich für diese Zeit ist, ist ihr bewusst, dennoch tut sie alles und bekommt schließlich die Stelle als Hilfskraft. Erst darf sie nur Etiketten beschriften, doch dann schafft sie es, die Assistentin eines Doktoranden zu werden und darf endlich selbst an Fundstücken arbeiten. Allerdings exisitieren immer noch die gesellschaftlichen Konventionen, die Damen aus der höheren Gesellschaft einzig als Mutter und Vorsteherin ihres Haushaltes sehen...

Birgit Borchert hat viel Zeit in eine gründliche Recherchearbeit investiert, was sich an vielen Details während dem Lesen erkennen lässt. So erfährt der Leser viel über die Rechte der Frauen, das Studium, das ihnen lang verwehrt wurde und die Arbeit der Paläontologen. Sophie ist eine starke Frau, die bereit ist, für ihren Traum zu kämpfen und so manche Hürde meistert. Dank einiger Zufälle und vieler Unterstützer gelingt es ihr, ihre Leidenschaft weiter ausleben zu können und ihr Wissen zu vergrößern.

Ich war überrascht, wie schnell die Seiten dahinflogen und ich am ersten Tag bereits über die Hälfte des Buches gelesen hatte. Ich fand die historischen Fakten sehr interessant und habe viel über die Paläontologie und die Senckenberg-Gesellschaft gelernt. Dennoch hat mich so mancher Charakterzug an Sophie gestört, sodass ich nicht so ganz warm mit ihr geworden bin. Auch so manches Klischee, das Einzug in die Handlung gefunden hat, war mir etwas zu viel. Gut gefallen hat mir aber, dass die historischen Fakten wie nebenbei in die Handlung eingeflochten waren und auch die Liebesgeschichte ihren Platz hatte, aber das gesamte Geschehen nicht dominiert hat.