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Helgas Bücherparadies

Bewertungen

Insgesamt 814 Bewertungen
Bewertung vom 24.06.2019
Töchter des Todes
Blatter, Ulrike

Töchter des Todes


ausgezeichnet

Kristina und Edin flüchten aus dem belagerten Bosnien. Sie ist Katholikin und er Moslem. Eine Religion spielt in ihrem Leben keine Rolle. Ihre Kinder Semina und Aylin werden in Deutschland geboren und wachsen in Taufingen auf. Sie sind sehr gut integriert.
Allerdings sind die Mädchen mit ihren moslemischen Namen nicht gerade glücklich. Zumal seit der Flüchtlingskrise den sogenannten Ausländern keine große Sympathie entgegen schlägt.
Semina verschwindet eines Tages und hinterlässt die Botschaft, dass sie sich dem IS angeschlossen hat und nach Syrien gegangen ist.
Kurz nach ihrem Verschwinden, explodiert eine Bombe mitten in Taufingen.
Dies wird ihr angelastet. Der Familie schlägt ab diesem Moment blanker Hass entgegen.
Was hat Semina veranlasst zum IS zu gehen? Ist sie für den Bombenanschlag verantwortlich?

Wow, was für eine mutige Geschichte hat hier Ulrike Blatter verfasst.
Dieses Buch wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Zum einen aus der Sicht Aylin, die nicht verstehen kann, was ihre Schwester bewegt hat, dann aus der Sicht ihres schwarzen Freundes Jordan, außerdem ihrer Mutter und deren Freundin Stefanie. Auch gibt es eine Geschichte um ein Paar. Beide sind in der Wüste und schwer verletzt.

So lernt man nach und nach die ganze Geschichte kennen.
Darüber hinaus handelt das Buch um Macht, Geld und Gier und wozu Menschen fähig sind, diese Ziele zu erreichen.

Sehr eindrucksvoll schildert sie die Geschehnisse, die sich abspielen und schockieren. Das Buch rüttelt auf. Es hinterlässt bleibende Eindrücke und ist sehr gut recherchiert und lebensecht geschildert.
Eine Spannung ist von Anfang bis Ende zu spüren.

In die Charaktere konnte man sich sehr gut hineinversetzen und fühlt und leidet mit ihnen. Sie sind nicht oberflächlich, sondern sehr gut ausgearbeitet.

Das Buch hat mich begeistert und ich gebe hier eine absolute Leseempfehlung.

Bewertung vom 20.06.2019
Auris / Jula Ansorge Bd.1
Kliesch, Vincent

Auris / Jula Ansorge Bd.1


ausgezeichnet

Matthias Hegel ist ein forensischer Phonetiker und ist in der Lage anhand der Stimme, die Herkunft, Aussehen, sozialer Status und vieles mehr, heraus zu hören.
So befreite er jüngst zwei Kinder aus der Hand eines Geiselnehmer.
Anschließend gesteht er den Mord an einer Obdachlosen und wird in Haft genommen.
Jula ist Podcasterin und darauf spezialisiert, unschuldig Inhaftierte zu rehabilitieren.
Sie möchte unbedingt Matthias Hegel interviewen. Dabei stößt sie in ein Wespennest mit ungeahnten Ausmaßen.
Wird sie seine Unschuld beweisen können, ohne selbst in Gefahr zu geraten?

Wow, was für ein Klitzek.
Ich kenne bereits Bücher von Vincent Kliesch und diese haben mir sehr gut gefallen. Aber dieses Buch ist ein wahrliches Meisterwerk.
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen.
Das Buch fängt schon dermaßen spannend an, dass man es kaum aus der Hand legen möchte. Diese Hochspannung zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.
Es ist facettenreich und glaubwürdig dargestellt.
Eine sehr gute Recherche zum Thema Phonetiker runden das ganze ab.

Jula ist sehr ausdrucksstark dargestellt und Hegel bleibt eher fragwürdig und undurchsichtig, aber genau das macht das besondere an diesem Buch aus.
Das Ende ist absolut überraschend und ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
Ich gebe hiermit eine ganz klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 16.06.2019
Die Schuld bleibt
Scherf, H. C.

Die Schuld bleibt


ausgezeichnet

Daniela Weigel wird nach 7 Jahren Haft entlassen. Sie hat ihren Schwager erschlagen, der zum wiederholten Male ihre Schwester Lea misshandelt hat.
Nach der Haftentlassung stößt sie innerhalb ihrer Familie auf absolute Ablehnung.
Sie findet sich nur sehr schlecht in Freiheit zurecht.
Daniela beobachtet einen äußert ungepflegten Mann, der um das Haus ihrer Schwester schleicht.
Später hat sie gute Gründe diesen Mann zu suchen und unternimmt alles, um ihn zu finden.
Dabei gerät in sie große Gefahr und
wünscht sich wieder in den Normalbetrieb des Gefängnisses zurück.
Nachdem die Kommissare Spiekermann, Liebig und die Praktikantin Rita mehrere Leichen gefunden haben, ermitteln sie in alle Richtungen.
Wird sich Daniela jemals in Freiheit zurechtfinden? Warum begibt sie sich in die Höhle des Löwen? Werden die Kommissare den Serienmörder dingfest machen?

Dies ist die Fortsetzung mit dem Ermittlerteam Liebig und Rita.
Kann aber absolut unabhängig gelesen werden, denn es sind zwei abgeschlossene Fälle.

H. C. Scherf hat es wieder geschafft, mich von Anfang an in seinen Bann zu ziehen. Die Spannung zieht sich kontinuierlich durch die ganze Geschichte.
Man merkt, er hat recherchiert und gibt Einblicke in das Leben der Strafgefangenen. Auch die Zurechtfindung nach der Haft wird hier besonders gut wiedergegeben.

Die Charaktere sind bemerkenswert gut dargestellt. Rita entwickelt sich weiter, ist direkt und ehrlich.
Die Vergangenheit von Liebig ist wiederum fesselnd.
Ich hoffe auf eine Fortsetzung.
Der Schreibstil ist flüssig und durch die kurzen Kapitel ist das Tempo hoch.

Das Buch ist spannend, fesselnd, beklemmend und dramatisch. Deshalb gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 15.06.2019
... und über uns der Himmel von Peru
Friese, Jani

... und über uns der Himmel von Peru


ausgezeichnet

Die Klassenbeste darf jedes Jahr den Professor nach Peru begleiten, wo er ein Krankenhaus unterstützt und er dort einige Wochen die Kranken operiert.
Emilia setzt alles daran, um ihn zu begleiten. Ihr Ehrgeiz macht sich bezahlt.
Kurz vor dem Abflug überreicht ihre Großmutter ihr ein Medallon, dass sie nach Machu Piccu bringen soll.
Gleich am Flughafen begegnet sie David und ist faszinierend von ihm.
Leider ist er mitten in einem Theologiestudium und somit unerreichbar für sie. Sein Bruder Marc ist von Emilia begeistert und möchte sie für sich gewinnen.

Wird es Emilia gelingen, das Medaillon zum Machu Piccu zu bringen? Kann Marc Emilias Herz gewinnen?

Dieses Buch von Jani Friese ist sehr warmherzig. Gekonnt erzählt sie eine Geschichte, in der Emilia auf eine spirituelle Reise geht. Die Dramatik kommt hierbei nicht zu kurz.
Auch die Problematik der Peruaner überhaupt an medizinische Versorgung zu kommen, oder fehlende Schulen schildert sie auf beeindruckende Weise.
Die Gefühle von Emilia, für wen ihr Herz schlägt, haben mir sehr gut gefallen.
Auch die anderen Charaktere sind besonders authentisch und liebevoll beschrieben.

Da Cover ist ausgesprochen eindrucksvoll.

Ich hatte wunderschöne Lesestunden und empfehle das Buch gerne weiter.

Bewertung vom 08.06.2019
Mein tödlicher Freund
Krumm, Steffen

Mein tödlicher Freund


ausgezeichnet

Steffen Krumm beschreibt schonungslos sein Leben mit Alkohol.
Die erste Erfahrung machte er bereits mit 15 Jahren. Er kaufte sich einen Kirschlikör und alles fühlte sich so leicht an. Von da an trank er regelmäßig. Härtere Sachen waren vorprogrammiert.

Mit 20 Jahren hatte er den ersten Entzug. Diese wiederholten sich im Laufe der Jahre unzählige Male. Seine Persönlichkeit wurde komplett verändert, seine Familie und Kinder litten unter dieser Sucht.
Unzählige Abstürze, Delirien und Krankenhausaufenthalte begleiteten ihn viele, viele Jahre.

Dieses Buch beschreibt schockierende Details aus seinem Leben mit Alkohol.
Auch wie schnell man in diese Abhängigkeit kommt und was man alles auf sich nimmt, nur damit die Sucht gestillt wird.

Es ist abschreckend und sollte uns den bedachten Umgang mit Alkohol vor Augen halten.

Die Quote der Alkoholkranken ist groß, die Dunkelziffer sicher auch. Ich wünsche Steffen Krumm, dass er nie wieder zum Alkohol greifen wird.
Selten habe ich ein Buch gelesen, dass mich so erschüttert hat. Vielleicht hilft es akoholabhängigen Menschen Mut zu fassen und sich in Therapie zu begeben.

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung

Bewertung vom 08.06.2019
Watsons Welt
Hausdorf, Haike

Watsons Welt


ausgezeichnet

Watson ist ein Schnaubrador und lässt sich allerhand einfallen, um den Urlaub von Tom und Kati zu boykottieren.
Er kuschelt lieber mit beiden auf dem Sofa.
Eine Wohnungskündigung zwecks Eigenbedarf bekommen seine Liebsten.
Zwischen Umbau und Umzugsstress trägt er dazu bei, dass Chaos entsteht.
Sehr ideenreich ist er, wenn es ums Essen geht.
Wie Watson den Alltag dabei meistert, welche Abenteuer er erlebt, müsst ihr selbst lesen.

Das Buch ist sehr humorvoll aus der Sicht des Hundes dargestellt, was mir als Nichthundebesitzer sehr viel Freude bereitet hat.
Watson und seine Mitbewohner werden eindrucksvoll dargestellt und mit viel Situationskomik gewürzt.
Es lässt sich leicht und flüssig lesen. Ich hatte oft ein Lächeln im Gesicht.

Dieses Buch ist sowohl für Hundebesitzer, als auch für Leute, die keinen Hund ihr eigen nennen.

Das Cover ist sehr ansprechend und ladet direkt zum Lesen ein.

Ich hatte vergnügliche Lesestunden.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.