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Christiane
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Ich liebe Lesen!!!

Bewertungen

Insgesamt 473 Bewertungen
Bewertung vom 25.03.2025
Pieper, Tim

Die Mündung


ausgezeichnet

Ende März 2025 hat Tim Pieper den Thriller „Die Mündung“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte. Von Tim Pieper habe ich schon „Raue Havel“ gelesen. Da ich den Kriminalroman super fand, bin ich voller Spannung in „Die Mündung“ gestartet.

Der Autor startet seine Erzählung mit einem Prolog, der mich neugierig macht und mir nicht zu viel verrät. Noch nicht einmal, in welcher Zeit ich mich beim Lesen befinde. Die folgenden Kapitel sind kurz gehalten. Der Autor hat 14 Kapitel auf den ersten 75 Seiten untergebracht. Ich mag kurze Kapitel. Sie erzählen in kleinen Häppchen aus verschiedenen Zeiten. Das Erzähltempo empfinde ich als hoch. Die Sprache ist modern gehalten und lässt sich flüssig lesen.

Lena Funk, Kommissarin, gönnt sich eine Auszeit auf einer abgelegenen Insel. Sie möchte nach dem Tod ihrer Schwester Jette zur Ruhe kommen. In einer stürmischen Nacht wird ein Toter angespült. Brutal ermordet. In seiner Jackentasche findet Lena Schmuckstücke und sie ist sich sofort sicher. Es sind Trophäen des Gezeitenmörders, der auch ihre Schwester auf dem Gewissen hat. Lena stürzt sich auf die Arbeit, als gäbe es kein Morgen. Endlich sieht sie eine Chance auf Gerechtigkeit. Doch ehe sie sich versieht, wird dieser Fall gefährlich für Lena. Sie erkennt, dass sie niemanden trauen kann, noch nicht einmal ihrem eigenen Gedächtnis.

Vom ersten bis zum letzten Buchstaben habe ich die Spannung in diesem Thriller als hoch empfunden. Zu jeder Zeit ist mein Geist tief mit der Erzählung beschäftigt. An Lenas Seite folge ich ihren Erlebnissen. Der Autor geizt nicht mit Hinweisen, auch nicht mit falschen. Ich beginne mich regelmäßig zu fragen, ob nicht vielleicht doch alles ganz anders ist. An den richtigen Stellen hat Tim Pieper unerwartete Wendungen gesetzt und so überrascht er mich mit einer Auflösung, die ich auch so nicht erwartet habe. Von diesem Thriller bin ich schlichtweg begeistert. Mir hat er viel Spaß gemacht. Während ich diese Zeilen schreibe, freue ich mich bereits auf Neues aus dem Köpfchen und der Feder des Autors.

Alles in allem hat Tim Pieper mit „Die Mündung“ einen Thriller auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. In atmosphärischer Umgebung der rauen Küste zeigt er mit einem spannenden Kriminalfall, dass die Kommissarin Lena Funk ihrem Gedächtnis nicht trauen kann. Und warum. Von mir bekommt der Autor 5 sturmgeschützte Lesesterne und eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 22.03.2025
Götschi, Silvia

Biberbrugg


sehr gut

Ende November 2024 hat Silvia Götschi gemeinsam mit dem Verlag emons: den Regionalkrimi „Biberbrugg“ auf den Büchermarkt gebracht. Das Cover passt gut zu ihrer Reihe mit Valérie Lehmann. Der Titel und der Name der Autorin sind gut lesbar. Der Button „Bestseller“ verrät mir, dass Silvia Götschi bereits viele Leser mit ihren Kriminalromanen begeistern konnte. Mich wundert das nicht. Von ihr habe ich bereits „Alpstein“ und „Stille Nacht, mörderische Nacht“ gelesen. Ein Blick auf den Buchrücken verrät mir mehr über den Inhalt.

Auf dem Klosterplatz in Einsiedeln findet sich die Leiche einer jungen Frau. Ausgerechnet am Güdelmontag. Valérie und ihr Team rätseln. Niemand scheint die Tote zu vermissen. Einen Tag später meldet die Polizei einen zweiten Toten. Valérie will nicht von einer Serie ausgehen, sie denkt, so etwas passiert nur in großen Städten. Nicht jedoch in Biberbrugg. Oder doch?

In einem anderen Erzählstrang lese ich von Colin. Er ist der Sohn von Valérie und ebenfalls bei der Kantonspolizei. Allerdings legt Colin einen Undercover-Einsatz hin, der gründlich nach hinten losgeht. Er patzt, wo er nur patzen kann. Gerne möchte er dafür seinem Chef Hubi die Schuld in die Schuhe schieben. Doch ehe er sich versieht, erreicht Valérie die Nachricht, dass ihr Sohn auf der Intensivstation liegt. Mit einer Kugel im Kopf.

Silvia Götschi macht es in ihrem Jubiläumsband ihrer Valérie nicht leicht. Es ist ihr zehnter Fall. Er fordert alles von ihr. Valérie zerreißt sich zwischen ihren Mordermittlungen und der Sorge um ihren Sohn. Es gelingt der Autorin hervorragend, diesen inneren Kampf zu zeigen. Und zwar ohne viel Gefühlsduselei.

Die Mordermittlungen gestalten sich spannend. Berufliches und Privates halten sich im Verhältnis so ungefähr hälftig. Mich beschäftigt der private Erzählstrang rund um Valéries angeschossenen Sohn intensiver als die Mordermittlungen. Ehe ich mich versehe, sind die ca. 348 Seiten gelesen und der Krimi ist sauber gelöst. Hier hätte ich mir ein etwas spektakuläreres Ende gewünscht und ich bin mir sicher, die Autorin hätte das auch gekonnt.

Alles in allem hat Silvia Götschi mit „Biberbrugg“ einen Regionalkrimi aus der Schweiz auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. In ihrem Jubiläumsband kämpft Valérie Lehmann persönlich und beruflich mit all ihrer Kraft für das Recht und für ihren Sohn. Dieser Teil kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Von mir bekommt die Autorin 4 verdiente Lesesterne und eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 18.03.2025
Crönert, Claudius

Das Erbe der Karolinger


ausgezeichnet

Im Februar 2025 hat der Autor Claudius Crönert den historischen Roman „Das Erbe der Karolinger“ gemeinsam mit dem Verlag Lübbe herausgebracht. Über ca. 816 Seiten erzählt er aus der Zeit von 817 bis 840 nach Christus. Das Cover wirkt durch den goldfarbenen Aufdruck auf mich eher modern als historisch. Zu Beginn findet sich eine hilfreiche Namensliste von wichtigen Personen. Beim Lesen hilft das all denen, die geschichtlich nicht voll im Detail stecken.
Ludwig, Kaiser der Franken, macht sich früh Gedanken um seine Nachfolge. Er hat Franken von Karl dem Großen geerbt und ernennt seinen Sohn Lothar zu seinem Mitregenten. Dafür überträgt er Lothar einige Ländereien. Es zeigt sich früh, dass Vater und Sohn verschiedene Vorstellungen über das Regieren und die Zukunft haben. Als Ludwigs Frau stirbt, möchte Ludwig erneut heiraten. Er entscheidet sich für Judith. Leider hat auch Lothar ein Auge auf Judith geworfen und macht ihr einen Antrag. Judith entscheidet sich für Ludwig. Zwischen dem friedliebenden Ludwig und dem machtgierigen Lothar entwickelt sich eine Rivalität, die eine gefährliche Entwicklung nimmt. Sie ist geprägt von Neid, Gier und Streit im politischen und im persönlichen Bereich. Bis irgendwann alles auf dem Spiel steht.
Ich lese gerne historische Romane. Sie vermitteln mir einen guten Einblick in die Zeit und versetzen mich beim Lesen in eine andere Welt. So bin ich völlig unbelastet in diese Erzählung gestartet. Vom ersten bis zum letzten Buchstaben habe ich an den Zeilen geklebt. Von den ca. 816 Seiten habe ich jede einzelne als lesenswert und unterhaltsam empfunden. Für meinen Geschmack hätte es auch noch gut ein wenig weitergehen können.
Besonders gut gefallen hat mir die Art und Weise, wie Claudius Crönert mich an die historischen Persönlichkeiten herangeführt hat. Ich lerne sie früh kennen und von Beginn an fasziniert mich Judith. Sie hat eine willensstarke Persönlichkeit und ist zur Kaiserin geboren. Im Laufe der der Geschichte gewinnt sie immer mehr Charakter. Der Autor zeigt sie geschickt in den unterschiedlichsten Situationen, die ihr mit der Zeit immer mehr Ausstrahlung verleihen. Es ist nicht nur Judith. Auch ihre Schwester Emma, Ludwig und Lothar lässt der Autor immer lebendiger werden. Beim Lesen entwickelt sich bei mir eine Vorstellung davon, wie sich das Leben in dieser Zeit abgespielt hat. Und das hat mir hervorragend gefallen.
Alles in allem hat Claudius Crönert mit „Das Erbe der Karolinger“ einen historischen Roman auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Mit den Zutaten Neid, Macht und Gier werden daraus unterhaltsame Lesestunden und eine exzellente Zeitreise in die Jahre 817 bis 840 nach Christus. Von mir bekommt der Autor 5 verdiente und blankpolierte Lesesterne und eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 17.03.2025
Mäderer, Anja

Mainsturm


ausgezeichnet

Die Autorin Anja Mäderer hat im Februar 2025 ihren neuen Kriminalroman „Mainsturm“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Es handelt sich um den 4. Fall von Nadja Gontscharowa und Peter Steiner. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Das Cover passt gut zur Geschichte und in die Reihe. Der Titel und der Name der Autorin sind gut lesbar. Von Anja Mäderer habe ich bereits „Maintod“ gelesen. Den Krimi fand ich super und so bin ich gespannt auf „Mainsturm“.
In der Würzburger Altstadt wir die Leiche einer Geschichtsdoktorandin gefunden. Sie liegt exakt vor dem ehemaligen Wohnhaus von Tilman Riemenschneider. Riemenschneider war ein bekannter Bildhauer und Bildschnitzer. Er starb 1531. Das Oper war scheinbar auf der Suche nach einer bekannten Holzfigur des Künstlers und forschte zu seiner Rolle im Bauernkrieg. Die beiden Kommissare Nadja Gontscharowa und Peter Steiner haben schnell den Verdacht, dass das Motiv für den Tod der jungen Frau in der Vergangenheit zu suchen ist.
Ich lese sehr gerne und sehr viele Regionalkrimis. Dieser hier hebt sich von ihnen ab. Anja Mäderer zeigt erstaunlich fundierte Kenntnisse über die Würzburger Geschichte, die sie in einer erstaunlich leichten Sprache geschickt in ihren Kriminalroman einbaut. Während ich mich völlig fokussiert mit Nadja und Peter gedanklich auf die Mördersuche begebe, bekomme ich über ca. 315 Seiten Geschichtsunterricht vom Feinsten dazu. Vom ersten bis zum letzten Buchstaben ist dieser Krimi so spannend erzählt, dass ich gar nicht dazu komme, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Immer möchte ich unbedingt wissen, wie es denn nun weitergeht. Im Epilog bietet die Autorin mir neben ihrem Ausgang der Geschichte noch zwei weitere Möglichkeiten an, wie die Geschichte enden könnte. Damit fordert sie mich noch einmal zum Nachdenken auf und ich entscheide mich für Nummer 2. Das Ende gefällt mir noch besser, als das vorgeschlagene Ende der Autorin. Diese Idee, mit dem Ende zum Selbstaussuchen, finde ich so super, dass ich dafür gerne einen weiteren Stern vergeben möchte. Damit wird dieser Krimi zu einem Mitmachkrimi und für mich als Vielleser, ist es das erste Mal, dass mir eine Autorin so ein Angebot macht.
Alles in allem hat Anja Mäderer mit ihrem Regionalkrimi „Mainsturm“ einen sehr spannenden Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, der sich intensiv mit der Würzburger Geschichte beschäftigt. Wer Lust auf einen historischen Kriminalroman hat, der ist hier richtig. Von mir bekommt die Autorin 5 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 13.03.2025
Jacob, Fynn

Brennendes Watt / Jaspari & van Loon ermitteln Bd.3


ausgezeichnet

Im März 2025 hat Fynn Jacob gemeinsam mit dem Verlag Heyne den Kriminalroman „Brennendes Watt“ herausgebracht. Von Fynn Jacob habe ich bereits „Die Toten von Friesland“ und „Das Blut der Nordsee“ gelesen. Beide Bände haben mir gut gefallen und so habe ich mir gleich „Brennendes Watt“ gegriffen. Das Cover passt gut in die Reihe und zur Erzählung.
Gespannt schlage ich das Buch auf und beschäftigt mich mit der Erzählung. Es dauert nur ein paar Sätze und ich bin bereits tief in die Erzählung versunken. Der Autor zaudert nicht lange und präsentiert schnell den ersten Toten. Die Spannungskurve zieht sich sauber durch das Buch, das ich kaum aus der Hand legen mag. Immer beschäftigt mich die Frage, wie es wohl weitergeht und wer da im Hintergrund agiert. Ist es so wie ich denke? Ist es ganz anders? Seite für Seite finde ich gemeinsam mit den Ermittlern neue Hinweise bis es kurz vor Schluss noch einmal richtig spannend wird.
Im Vergleich zu den ersten beiden Teilen ist aus meiner Sicht eine deutliche Steigerung des Autors zu sehen. Seine Persönlichkeiten sind feiner herausgearbeitet und die Stimmung zwischen Marten und seinen Eltern und zwischen Marten und Katharina kommt noch ein Tick atmosphärischer bei mir an, als in den Vorgängerbänden. Das gleiche gilt für die Situationen zwischen Iska und Marten und Iska und ihrer Familie.
Vom ersten bis zum letzten Buchstaben handelt es sich bi „Brennendes Watt“ um Regionalkrimi, der sich mit einem aktuellen Thema beschäftigt und bei dem einfach alles richtig ist. Von mir bekommt der Autor eine klare Leseempfehlung und verdiente 5 Lesesterne.

Bewertung vom 10.03.2025
Jacobsen, Frida

Sommerhimmel über dem Möwenhof (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Gemeinsam mit dem atb Taschbuchverlag hat die Autorin Frida Jacobsen im Februar 2025 den Liebesroman „Sommerhimmel über dem Möwenhof“ herausgebracht. Als ich das Cover gesehen habe, da habe gedacht, das ist genau das richtige für mich. Mein Gemüt hat sich auf Anhieb entspannt. Ein Blick in die Beschreibung hat mein spontanes Ja-zum-Buch bestätigt und in Gedanken packe ich bereits meinen Koffer um den Protagonisten an die Nordseeküste zu folgen. Neugierig starte ich in die Geschichte. Obwohl der Buchstabendruck klein ist, lassen sich die ca. 352 Seiten gut lesen.
Frida Jacobsen ist eine Autorin, die ich noch nicht kenne. Ich lerne gerne neue Autoren kennen und so bin ich gespannt auf die Art und Weise, wie sie ihre Geschichte erzählt. Vom ersten Buchstaben an gefällt mir ihr Schreibstil. Am ehesten möchte ich ihn mit den Worten modern, flüssig, leicht, locker, humorvoll, warmherzig und lesenswert beschreiben. Es ist ein Schreibstil, mit dem ich mich rundherum wohlfühle und so bleibt es im ganzen Roman.
Zuerst lerne ich Maren kennen. Frisch getrennt, energiegeladen und voller Optimus packt sie ihre drei liebenswerten Teenager ins Auto und fährt mit ihnen an die Nordseeküste zu ihrer Familie, die ein Bed & Breakfast betreibt. Es ist der Möwenhof. Kaum dort angekommen lernt sie den Bootsbauern Henning kennen und beide verlieben sich ineinander. Voller Elan stürzt Maren sich in die Arbeiten am Möwenhof. Das Leben könnte so schön sein, wenn nicht aus heiterem Himmel der Onkel auftauchen würde, der den Möwenhof verkaufen will.
Ich lese, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme. Jeden Abend hat es nur ein paar Sätze gedauert und ich habe mich spürbar erholt. Ich habe mit den Protagonisten gefühlt, gelebt und geliebt. Das hat mir gut gefallen. Als Maren so aktiv am Bettenmachen im Möwenhof war, da hat sie mich angesteckt und ich habe mein Bett am späten Abend neu bezogen.
Aus den Zutaten Liebe und Hoffnung hat Frida Jacobsen mit der richtigen Portion Lokalkolorit einen Liebesroman auf den Büchermarkt gebracht, der zum Wohlfühlen einlädt. Die Autorin bekommt von mir 5 blitzeblank polierte Lesesterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung. Ich freue mich schon auf Neues aus der Feder und dem Köpfchen dieser Autorin und hoffe, ich muss nicht solange warten.

Bewertung vom 06.03.2025
Meisenberg, Peter

Zoff


ausgezeichnet

Auf der Suche nach neuem Lesestoff bin ich über „Zoff“ von Peter Meisenberg gestolpert. Ehe ich mich versah, da hat mich bereits das Cover für sich eingenommen. Gleich fühlte ich mich im Pott zuhause und hatte Lust auf ein paar spannende Lesestunden in Köln. Peter Meisenberg hat seinen Kriminalroman im Oktober 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Ein Blick auf den Buchrücken verstärkte meine Neugier. Peter Meisenberg kenne ich noch nicht. Da ich gerne neue Autoren kennenlerne, beginne ich mit dem Lesen.
Über ca. 222 Seiten freue ich mich über den wunderbaren Erzählton des Autors. Modern, unterhaltsam, tragend, wohlwollend, sarkastisch und leicht zynisch. Das sind die Worte, die mir dazu einfallen. Es ist ein Schreibstil, der einen Wiedererkennungswert hat und das ist etwas, das mir sehr gut gefällt.
Löhr hat seine polizeiliche Karriere an den Nagel gehängt und genießt sein neues Leben als Wirt. Er kämpft mit leichten Anfangsschwierigkeiten und als seine Nichte Leonie vor ihm steht, da kann er nicht anders. Widerwillig, und weil es Leonie ist, macht er sich auf die Suche um ihr zu helfen. Ihr Freund wird verdächtigt an einem Mord bei einem Drogendeal beteiligt gewesen zu sein. Mit seinen Ermittlungen beschäftigt Löhr mich mit den Themen Mord, Drogen, Rassismus, der rechten Szene und der rechten Szene in der Polizei.
Von der ersten bis zu letzten Seite war ich voll mit diesem Krimi beschäftigt. Obwohl ich am ersten Abend ziemlich müde war, gelang es mir erst auf Seite 118, das Buch aus der Hand zu legen. Mir sind einfach die Augen die zugefallen. Am nächsten Abend ging es gleich wieder nach Köln. Bevor Löhr seine Ermittlungen nicht beendet hat, klappte das Buch aus der Hand legen wieder nicht. Im anschließenden Editorial findet Peter Meisenberg die richtigen Worte zu dieser Geschichte. Sie lassen mich nachdenklich zurück.
Alles in allem hat Ina Haller mit „Zoff“ einen Regionalkrimi aus Köln auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Wer Lust auf ein paar spannende Lesestunden im Pott hat, der ist hier richtig. Von mir bekommt der Autor verdiente 5 Lesesterne.

Bewertung vom 06.03.2025
Floris, Eva

Sommervogelflug


ausgezeichnet

Als ich dieses Cover zum ersten Mal gesehen habe, da habe ich gleich zugegriffen. Es ist traumhaft schön und hat eine kraftvolle und sommerliche Ausstrahlung. Den Schmetterling rechts sehe ich erst beim zweiten Hinsehen. Dafür leuchtet der Titel "Sommervogelflug" umso mehr. Interessiert werfe ich ein Blick auf die Buchrückseite. Lilly erfährt durch eine Krebserkrankung, dass sie adoptiert ist. Das sind zwei Neuigkeiten, die jeden aus der Bahn werfen. Auch Lilly machen sie zu schaffen. Mich erinnert das an die Krebserkrankung meines verstorbenen Mannes und die Freundin meiner Mutter, die erst im hohen Alter erfuhr, dass ihr Vater nicht ihr Vater ist. Lilly googelt nach Valentina und überlegt, sie anzuschreiben. So einfach und doch so schwer.
Dies ist mein erster Roman mit der Autorin Eva Floris. Es ist sicherlich nicht mein letzter. Ihr wunderbarer Erzählton erlaubt mir einen schnellen Einstieg und trägt mich durch ihre Geschichte. Das Buch „Sommervogelflug“ hat sie gemeinsam mit dem Fischer Taschenbuchverlag im Februar 2025 herausgebracht.
Eva Floris erzählt aus zwei Perspektiven. Aus der Sicht von Lilly und aus der Sicht von Valentina. Die beiden sind die Hauptpersonen in dieser Erzählung. Als Lilly erfährt, dass ihre Eltern nicht ihre Eltern sind, bricht für sie eine Welt zusammen. Sie macht Valentina auf Elba ausfindig. Valentina führt einen Schmetterlingspark und ist im Gegensatz zu Lilly eher introvertiert und ganz mit ihrem Beruf beschäftigt. Gegensätzlicher können zwei Personen nicht sein. Vom ersten bis zum letzten Buchstaben war ich geistig voll dabei. Immer wieder habe ich über die Entwicklung der beiden Persönlichkeiten gestaunt. So überwindet Lilly ihre Höhenangst um mit Valentina auf eine Bergtour zu gehen und Valentina? Na, dass müsst ihr schon selber lesen.
Alles in allem hat Eva Floris mit „Sommervogelflug“ eine wunderbare Erzählung auf den Büchermarkt gebracht, die sich mit den Themen schwere Krankheit, Adoption und der Suche nach den Wurzeln beschäftigt und dabei herrlich unkitschig ist ohne zu sehr in das Drama zu gehen. Wer Lust hat, Lilly auf der Suche nach ihrer Mutter zu begleiten und gemeinsam mit ihr ein paar Tage auf Elba zu verbringen, der ist hier goldrichtig. Von mir bekommt die Autorin 5 verdiente und blankpolierte Lesesterne.

Bewertung vom 21.02.2025
Haller, Ina

Aargauer Vergeltung


ausgezeichnet

Von Ina Haller habe ich schon einige Regionalkrimis gelesen. Sie habe mich blendend unterhalten und mich fleißig rätseln lassen. Als ich ihr neues Werk „Aargauer Vergeltung“ gesehen habe, da habe ich gleich zugegriffen. Das ca. 272 Seiten starke Werk ist Ende Januar im Verlag emons erschienen. Das emons-typische Cover hat mich gleich fasziniert. Das Blutrot der Blätter umgeben von den weißen Eiskristallen vor dem grauen Hintergrund lenken meinen Blick sofort auf den Titel. Neugierig starte ich in die Geschichte.
Eine junge Autorin stirbt. Ihr Name ist Melissa Sonderegger und sie hat gerade mit ihrem Debütroman die Bestsellerlisten gestürmt. Davon träumt jeder Autor. Exakt wie die Tote in ihrem Krimi starb Melissa an einer Vergiftung. Andrina fragt sich, ob das ein Zufall ist. Als die Verlagsräume verwüstet werden und eine Kollegin von ihr verschwindet, ist ihr schnell klar, dass das kein Zufall ist.
Von der ersten bis zur letzten Seite gelingt es Ina Haller, meinen Geist mit ihrer Geschichte zu beschäftigen. Einmal mit dem Lesen gestartet, gelingt es mir nicht, das Buch wieder aus der Hand zu legen und so lese ich „Aargauer Vergeltung“ an einem Abend durch. Doch keine Angst. Die Autorin hat ihren Kriminalroman in 20 Kapitel unterteilt. Es ist durchaus möglich, das Werk in mehreren Teilen zu lesen. Es gelingt mir nur nicht.
Früh präsentiert mir Ina Haller die tote Melissa Sonderegger. Ihren Spannungsbogen pflegt sie geschickt mit immer neuen Informationen, die mich regelmäßig neu denken lassen. Sie beschäftigt mich nebenbei mit vielen Themen der Bücherwelt, z. B. mit Fragen nach dem Urheberrecht, Künstlicher Intelligenz oder Chat Gpt. Relativ früh habe ich zwar die richtige Ahnung, dass Melissa ihr Buch vielleicht nicht selber geschrieben hat, doch die Auflösung der Autorin haut mich vom Hocker.
Alles in allem hat Ina Haller mit „Aargauer Vergeltung“ einen Regionalkrimi aus der Schweiz auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Wer Krimis zum Miträtseln liebt, der ist hier richtig. Von mir bekommt die Autorin 5 kriminell gute Lesesterne und eine klare Leseempfehlung.