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Benutzername: 
KGranger
Wohnort: 
Hürth

Bewertungen

Insgesamt 131 Bewertungen
Bewertung vom 28.01.2024
Die Hoffnung der Chani Kaufman
Harris, Eve

Die Hoffnung der Chani Kaufman


sehr gut

Eve Harris entführt ihre Leser mit 'Die Hoffnung der Chani Kaufmann' in die faszinierende Welt einer jüdisch-orthodoxen Gemeinde in London. Die Herausforderungen und Traditionen, die Chani Kaufmann und ihr Mann nach ihrer mutigen Entscheidung, ihre Liebe zu leben, erleben, werden eindrucksvoll beschrieben.

Besonders beeindruckend ist, dass ich diesen Roman ohne vorherige Kenntnis des ersten Teils der Reihe genießen konnte. Unwissentlich über den Vorgänger gestolpert, gelang es mir dennoch mühelos, die Handlung und die Charaktere zu verstehen. Die Autorin beweist ihre Fähigkeit, eine eigenständige Geschichte zu schaffen, die sowohl Neueinsteiger als auch Fans des ersten Teils anspricht.

Die Geschichte von Chani und ihrem Mann, die verzweifelt versuchen, schwanger zu werden, enthüllt auf fesselnde Weise die rigiden Normen und Erwartungen innerhalb der Gemeinde. Die Autorin nimmt den Leser mit auf eine Reise, bei der naive Vorstellungen über Kinderkriegen auf die harte Realität eines streng orthodoxen Lebensprinzips treffen. Dabei wird deutlich, dass Frauen in dieser Gemeinschaft oft wenig Mitspracherecht haben und ihre Existenz häufig auf die Rolle als Gebärmaschine reduziert wird. Die Drohung der Neuvermittlung, sollte eine Frau nicht die erwarteten Ergebnisse liefern, veranschaulicht die brisante Situation.

Besonders interessant ist die Konfrontation mit den zahlreichen Ammenmärchen und dem verzerrten Bild, das Chani und ihrem Mann vermittelt wird, um die Religionsausübung aufrechtzuerhalten. Die Szene mit der Frauenärztin, die erklären muss, dass Gott allein nicht für Schwangerschaft sorgt, zeigt auf ergreifende Weise die Verblendung und Naivität der Protagonisten.

Ein großer Pluspunkt dieses Romans ist die Darstellung von emanzipierten Frauen, einschließlich Chani selbst, die trotz bestehender Barrieren ihre eigenen Wege gehen. Der Leser erlebt die Vielfalt von Lebensentwürfen innerhalb der Gemeinschaft und wird Zeuge mutiger Entscheidungen, die das traditionelle Gefüge herausfordern.

Nachdem man sich durch die anfängliche Hürde der jüdischen Begriffe gearbeitet hat, liest sich das Buch flüssig. Das Vorhandensein eines Glossars erweist sich als hilfreich, um die kulturellen und religiösen Elemente besser zu verstehen. 'Die Hoffnung der Chani Kaufmann' bietet somit nicht nur eine packende Handlung, sondern auch einen tiefen Einblick in eine faszinierende Welt, die zum Nachdenken anregt und die Vielschichtigkeit menschlicher Entscheidungen beleuchtet. Mit vollem Herzen empfehle ich dieses Buch jedem, der nach einer bereichernden Lektüre sucht, unabhängig davon, ob er mit dem Vorgänger vertraut ist.

Bewertung vom 28.01.2024
Die Burg
Poznanski, Ursula

Die Burg


ausgezeichnet

Ursula Poznanskis "Die Burg" ist ein Meisterwerk, das die faszinierende Welt der künstlichen Intelligenz mit dem aufregenden Konzept von Escape Rooms verbindet. Als begeisterter Leser konnte ich nicht genug von dieser packenden Geschichte bekommen und vergebe daher voller Begeisterung fünf Sterne.

Die Idee, KI und Escape Rooms zu verschmelzen, ist nicht nur innovativ, sondern auch absolut gelungen umgesetzt. Poznanski schafft es, die Grenzen zwischen Realität und virtueller Welt auf eine Weise zu verwischen, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite gefangen hält. Die detaillierte Beschreibung der Rätsel und Herausforderungen im Escape Room vermittelt das Gefühl, selbst Teil dieses Abenteuers zu sein.

Die Vielfalt der Charaktere im Escape Room fand ich äußerst ansprechend. Jeder hat seine eigenen Geheimnisse und Geschichten, die nach und nach enthüllt werden. Die Interaktion zwischen den Charakteren erzeugt eine fesselnde Dynamik, die das Lesevergnügen intensiviert. Man fiebert förmlich mit, während die Figuren versuchen, die Rätsel zu lösen und die Geheimnisse der Burg zu entwirren.

Besonders beeindruckt hat mich die Möglichkeit, die Perspektive sowohl innerhalb des Escape Rooms als auch außerhalb zu verfolgen. Dieser Wechsel ermöglicht es, die emotionalen und mentalen Herausforderungen der Charaktere noch intensiver nachzuvollziehen. Die Spannung bleibt konstant hoch, da man einerseits die sich entwickelnden Beziehungen im Raum und andererseits die Hintergrundgeschichten außerhalb des Escape Rooms verfolgt.

"Die Burg" ist ein literarisches Erlebnis, das sowohl Technologie-Enthusiasten als auch Liebhaber spannender Geschichten begeistern wird. Ursula Poznanski hat mit diesem Buch bewiesen, dass sie nicht nur eine begnadete Autorin ist, sondern auch die Fähigkeit besitzt, innovative Konzepte mitreißend zu präsentieren. Uneingeschränkt empfehlenswert!

Bewertung vom 28.01.2024
Stars In Your Eyes
Callender, Kacen

Stars In Your Eyes


gut

"Stars in your Eyes" von Kacen Kallender hat eine faszinierende Grundidee, die mich von Anfang an angesprochen hat. Die Vorstellung eines schwulen Hollywoodpärchens, eingebettet in die glamouröse Welt des Showbusiness, verspricht eine interessante Perspektive. Leider konnte die Umsetzung meine Erwartungen nicht vollständig erfüllen.

Ein großer Pluspunkt des Buches ist definitiv der Schreibstil von Kacen Kallender. Die Einfügung von Beiträgen aus sozialen Netzwerken, Logans Krankenakte und Interviews zwischen den Kapiteln verleiht der Geschichte eine moderne und dynamische Note. Dieser Ansatz hat das Lesevergnügen für mich definitiv aufgewertet und den Roman von anderen abgehoben, auch wenn die Fanfiction nicht mein Fall war.

Was mir jedoch gefehlt hat, war die emotionale Tiefe zwischen den Hauptcharakteren Mattie und Logan. Die Chemie zwischen ihnen blieb für mich größtenteils unauffällig und erst zum Ende hin spürbar. Mattie als Charakter hat mir durchweg gut gefallen, jedoch konnte ich die Anziehung zu Logan nicht immer nachvollziehen. Logan präsentiert sich als klassischer "bad boy", was an sich interessant ist, aber sein Verhalten an bestimmten Stellen wirkte für mich zu übertrieben und wenig nachvollziehbar.

Die thematische Ausrichtung auf POC (People of Color) und LGBTQ ist lobenswert, da solche Perspektiven oft zu wenig Beachtung finden. Dennoch konnte mich die Story insgesamt nicht überzeugen. Der Funke zwischen den Protagonisten ist bei mir leider nicht übergesprungen, und das hat das Lesevergnügen beeinträchtigt.

Trotzdem möchte ich betonen, dass "Stars in your Eyes" aufgrund seiner Thematik und des ansprechenden Schreibstils sicherlich für viele Leserinnen und Leser ein interessantes Buch sein kann. Mein persönlicher Geschmack hat möglicherweise nicht zu hundert Prozent mit der Umsetzung harmoniert, aber das bedeutet nicht, dass es für andere nicht dennoch ein gelungenes Leseerlebnis sein kann.

Bewertung vom 25.01.2024
Der späte Ruhm der Mrs. Quinn
Ford, Olivia

Der späte Ruhm der Mrs. Quinn


ausgezeichnet

"Der späte Ruhm der Mrs. Quinn" von Olivia Ford ist ein wahrer Genuss für alle, die nach einer herzerwärmenden Geschichte suchen. Diese fesselnde Erzählung über die 77-jährige Jenny Quinn, liebevoll als die "Backlady" bekannt, hat mich von Anfang bis Ende in ihren Bann gezogen.

Die Handlung, die um eine Casting-Show für Backkünstler im Fernsehen kreist, könnte leicht in Klischees abdriften. Doch hier überrascht uns Mrs. Quinn, indem sie beweist, dass das Alter kein Hindernis für das Verfolgen von Träumen ist. Jennys Hingabe und Leidenschaft für das Backen werden auf eine mitreißende Weise dargestellt, die jeden Leser, egal welchen Alters, inspirieren wird.

Was diesen Roman von anderen abhebt, ist die tiefgründige Charakterisierung der Hauptfigur. Jenny Quinn wird zu einer lebendigen Persönlichkeit, die nicht nur durch ihre Backkünste glänzt, sondern auch durch ihren unerschütterlichen Glauben an die Kraft der Träume. Ihr Humor und ihre Weisheit machen sie zu einer Figur, die man nicht so schnell vergessen wird. Auch ihre Freundschaft zu dem viel jüngeren Teilnehmer Azeez hat mir richtig gut gefallen.

Die subtile Einbindung einer berührenden Familiengeschichte als Nebenplot verleiht der Handlung eine zusätzliche emotionale Tiefe. Die Verbindung zwischen Jenny und ihrer Familie wird behutsam entfaltet und fügt eine weitere Facette zur Gesamterzählung hinzu.

Ein kleines Manko für mich war, dass es im Buch keine Rezepte zu den verlockenden Köstlichkeiten gibt, die Jenny im Laufe der Geschichte zaubert. Es wäre ein zusätzliches Highlight gewesen, die Geheimnisse hinter ihren kulinarischen Meisterwerken zu entdecken.

Insgesamt überzeugt "Der späte Ruhm der Mrs. Quinn" mit einer warmherzigen Atmosphäre, einer inspirierenden Botschaft und einem liebevoll gestalteten Hauptcharakter. Olivia Ford hat es geschafft, eine Geschichte zu weben, die nicht nur unterhält, sondern auch dazu ermutigt, an Träumen festzuhalten – egal in welchem Lebensabschnitt. Eine klare Empfehlung für alle, die nach einem Buch suchen, das den Gaumen und die Seele gleichermaßen anspricht. Fünf Sterne!

Bewertung vom 25.01.2024
Im Glanz der Ewigkeit / Starling Nights Bd.2
Niemeitz, Merit

Im Glanz der Ewigkeit / Starling Nights Bd.2


gut

"Starling Nights 2" von Merit Niemeitz hat mich leider nicht so überzeugt wie der fesselnde erste Teil der Dilogie. Die Fortsetzung enttäuschte mich vor allem aufgrund der Protagonistenwahl und der nachlassenden Spannung. Das einzige, was mir in Teil 2 deutlich besser gefallen hat, ist das wunderschöne kupferfarbene Cover. Es ist eines der hübschesten Cover seit langem!

Die Entscheidung, die Nebencharaktere aus Teil 1 zu den Hauptfiguren zu machen, erwies sich für mich als problematisch. Insbesondere Ashton, den ich im ersten Teil eher abgelehnt habe, konnte mich trotz seiner Wandlung nicht für sich gewinnen. Seine vorherigen unverzeihlichen Handlungen hinterließen einen nachhaltigen Eindruck, der es schwer machte, sich auf eine positive Entwicklung einzulassen. Obwohl Zoe noch interessant bleibt, konnte sie allein nicht die Schwächen der anderen Hauptfigur ausgleichen.

Die erste Hälfte von "Starling Nights 2" verlief für mich eher ernüchternd. Im Vergleich zu dem mitreißenden Tempo und den überraschenden Wendungen des ersten Teils fehlte es hier an packender Handlung. Dieser Mangel an Spannung trug dazu bei, dass ich mich schwer in die Geschichte vertiefen konnte. Erst am Ende wurde es interessanter.

Ein weiterer Punkt, der mich störte, war, dass die Geschehnisse in Teil 2 im Vergleich zu Teil 1 weniger intensiv und weniger fesselnd waren. Die Handlung schien sich langsamer zu entfalten, und die erwarteten Höhepunkte blieben aus, was meinen Gesamteindruck beeinträchtigte.

Trotz meiner Kritikpunkte muss ich anerkennen, dass Merit Niemeitz eine geschickte Schreiberin ist, die es versteht, Atmosphäre zu schaffen. Die Dilogie als Ganzes bietet immer noch einen gewissen Unterhaltungswert, aber für mich persönlich reichte "Starling Nights 2" nicht an die Qualität des ersten Teils heran. Daher vergebe ich drei Sterne – eine durchschnittliche Bewertung für eine Fortsetzung, die leider nicht das Niveau ihres Vorgängers erreicht.

Bewertung vom 19.01.2024
Two Lives to Rise / Breaking Waves Bd.2
Moninger, Kristina

Two Lives to Rise / Breaking Waves Bd.2


sehr gut

Ich habe gerade den zweiten Teil von Kristina Moningers "Two Lives to Rise" beendet und bin wieder einmal beeindruckt von der Entwicklung der Geschichte und der Charaktere. Nachdem mich der erste Teil bereits in seinen Bann gezogen hatte, hat der zweite Teil meine Erwartungen sogar übertroffen.

Besonders hervorheben möchte ich die beeindruckende Charaktergestaltung, insbesondere die Hauptfigur Isabella. Obwohl sie mit starken Traumata zu kämpfen hat, schafft Moninger es, sie als faszinierende und tiefgründige Persönlichkeit darzustellen. Man kann sich als Leser gut in ihre Gedanken- und Gefühlswelt hineinversetzen, was die Geschichte umso mitreißender macht.

Die Spannung zwischen Isabella und Preston ist ein weiterer Höhepunkt des Buches. Die Dialoge zwischen den beiden sind voller Schlagfertigkeit und bringen eine zusätzliche Dynamik in die Handlung. Die Beziehung zwischen den beiden Charakteren ist komplex, und es ist faszinierend zu beobachten, wie sie sich im Laufe der Geschichte entwickelt.

Besonders hervorzuheben ist die liebevolle und fürsorgliche Seite von Preston, trotz der Herausforderungen, die Isabella mit sich bringt. Die Art und Weise, wie er mit ihrer Vergangenheit umgeht, zeigt eine Tiefe in seiner Figur, die das Lesevergnügen noch steigert.

Insgesamt empfand ich "Two Lives to Rise" als eine gelungene Fortsetzung, wobei der zweite Teil für mich sogar noch fesselnder war als der erste. Die Charaktere sind vielschichtig, die Handlung ist packend, und die Beziehungsdynamiken sind gut ausgearbeitet. Ich freue mich bereits gespannt auf die nächsten Bände der Serie und kann es kaum erwarten zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht. Für Fans von Liebesromanen und spannenden Charakterentwicklungen ist dieses Buch definitiv eine Empfehlung wert.

Bewertung vom 19.01.2024
Himmelfahrt
Binge, Nicholas

Himmelfahrt


sehr gut

"Diamantnächte" erzählt die bewegende Geschichte einer Frau, Agnete, die sich mutig ihrer eigenen Vergangenheit stellen möchte. Dabei gerät sie immer wieder in einen Zwiespalt zwischen Wahrheit und Ehrlichkeit einerseits sowie Selbsttäuschung und Aufrichtigkeit andererseits.

In der Mitte des Lebens angelangt, in ihrer zweiten Ehe und mit einer Tochter führt Agnete ein vermeintlich angepasstes und unauffälliges Leben. Doch plötzlich verliert sie von einem Tag auf den anderen ihre Haare, und Agnete spürt, dass die Lösung in ihrer Studentenzeit in London verborgen liegt, tief verschlossen und emotional weit entfernt. Als ihr Mann beruflich für längere Zeit verreist, entscheidet sie sich, sich ihren Erinnerungen zu stellen.

Die Geschichte, die sich daraufhin entfaltet, ist geprägt von Selbstbetrug und Illusionen, von Wahrheiten und Täuschungen. Agnete erkennt, wie sie sich vor der Wahrheit windet und ablenken lässt. Die Erzählung wechselt zwischen dem Ich und dem Sie, wodurch eine gewisse Distanz geschaffen wird, die es Agnete ermöglicht, sich an ihre Vergangenheit zu erinnern. Was ans Licht kommt, ist geprägt von toxischen Beziehungen, Selbstzweifeln, fehlender Anerkennung und dem Verlangen, dazuzugehören.

Rød-Larsens ungewöhnlicher Schreibstil ermöglicht es der Leserin, auf eine einzigartige Weise an Agnetes Gedanken teilzuhaben, trotzdem ist ihr Stil irgendwie gefühlslos und nüchtern. Dies verleiht dem Roman eine Intimität, als wäre man die Vertraute des Opfers, das in Fragmenten berichtet und gleichzeitig aus der zeitlichen Reflexion heraus deutet und erklärt.

Obwohl der Roman inhaltlich oft Andeutungen macht und viel Raum für Interpretation lässt, kann er für manche Leserinnen zunächst schwere Kost sein. Doch einmal darauf eingelassen, entfaltet "Diamantnächte" eine Tiefe, die berührt und bis zum Ende Raum für eigene Gedanken lässt. Eine empfehlenswerte Lektüre, die mit vier Sternen bewertet wird.

Bewertung vom 19.01.2024
Diamantnächte
Rød-Larsen, Hilde

Diamantnächte


sehr gut

"Diamantnächte" erzählt die bewegende Geschichte einer Frau, Agnete, die sich mutig ihrer eigenen Vergangenheit stellen möchte. Dabei gerät sie immer wieder in einen Zwiespalt zwischen Wahrheit und Ehrlichkeit einerseits sowie Selbsttäuschung und Aufrichtigkeit andererseits.

In der Mitte des Lebens angelangt, in ihrer zweiten Ehe und mit einer Tochter führt Agnete ein vermeintlich angepasstes und unauffälliges Leben. Doch plötzlich verliert sie von einem Tag auf den anderen ihre Haare, und Agnete spürt, dass die Lösung in ihrer Studentenzeit in London verborgen liegt, tief verschlossen und emotional weit entfernt. Als ihr Mann beruflich für längere Zeit verreist, entscheidet sie sich, sich ihren Erinnerungen zu stellen.

Die Geschichte, die sich daraufhin entfaltet, ist geprägt von Selbstbetrug und Illusionen, von Wahrheiten und Täuschungen. Agnete erkennt, wie sie sich vor der Wahrheit windet und ablenken lässt. Die Erzählung wechselt zwischen dem Ich und dem Sie, wodurch eine gewisse Distanz geschaffen wird, die es Agnete ermöglicht, sich an ihre Vergangenheit zu erinnern. Was ans Licht kommt, ist geprägt von toxischen Beziehungen, Selbstzweifeln, fehlender Anerkennung und dem Verlangen, dazuzugehören.

Rød-Larsens ungewöhnlicher Schreibstil ermöglicht es der Leserin, auf eine einzigartige Weise an Agnetes Gedanken teilzuhaben, trotzdem ist ihr Stil irgendwie gefühlslos und nüchtern. Dies verleiht dem Roman eine Intimität, als wäre man die Vertraute des Opfers, das in Fragmenten berichtet und gleichzeitig aus der zeitlichen Reflexion heraus deutet und erklärt.

Obwohl der Roman inhaltlich oft Andeutungen macht und viel Raum für Interpretation lässt, kann er für manche Leserinnen zunächst schwere Kost sein. Doch einmal darauf eingelassen, entfaltet "Diamantnächte" eine Tiefe, die berührt und bis zum Ende Raum für eigene Gedanken lässt. Eine empfehlenswerte Lektüre, die mit vier Sternen bewertet wird.

Bewertung vom 16.01.2024
Mord im Christmas Express
Benedict, Alexandra

Mord im Christmas Express


gut

"Mord im Christmas-Express" von Alexandra Benedict versucht sich offensichtlich an einer charmanten Anlehnung an Agatha Christies "Mord im Orient-Express", was mir als Fan des Klassikers zunächst positiv aufgefallen ist. Die Idee, das Szenario in die festliche Zeit zu verlegen, war durchaus originell und versprach eine unterhaltsame Mischung aus Krimi und weihnachtlichem Flair.

Leider konnte mich der Inhalt des Buches nicht vollständig überzeugen. Die Charaktere blieben für meinen Geschmack zu oberflächlich ausgearbeitet, und ich hätte mir mehr Tiefe in ihren Persönlichkeiten gewünscht. Während die Anspielung auf "Mord im Orient-Express" charmant war, schien der eigene Plot nicht die gleiche Raffinesse und Spannung zu bieten.

Ein weiterer Aspekt, der mir negativ aufgefallen ist, betrifft die Diversität der Figuren. Es wirkte auf mich, als wäre die Vielfalt der Charaktere zu gewollt und aufgezwungen, ohne dass dies organisch in die Handlung integriert wurde. Die Diversität sollte nicht nur als Mittel zum Zweck dienen, sondern authentisch und sinnvoll in die Geschichte eingebunden sein.

Obwohl das Buch vielversprechend klang und ich gespannt war, wurde es leider nicht ganz meinen Erwartungen gerecht. Die Geschichte entpuppte sich als weniger fesselnd, und die genannten Schwächen in Charakterentwicklung und Diversität trübten mein Leseerlebnis. "Mord im Christmas-Express" hat mich letztlich nicht so begeistert, wie ich es gehofft hatte.

Bewertung vom 16.01.2024
Das Nachthaus
Nesbø, Jo

Das Nachthaus


sehr gut

Jo Nesbos "Das Nachthaus" entführt die Leser in eine Welt, die stark an die mysteriöse Atmosphäre der Serie Stranger Things erinnert. Die Handlung beginnt mit einer schrägen Szene, in der ein Junge einen anderen dabei beobachtet, wie er von einem Telefon angegriffen wird. Diese skurrile Einleitung setzt den Ton für einen rätselhaften Thriller, der gleichzeitig faszinierend und verwirrend ist.

Die Stärke des Buches liegt zweifellos in Jo Nesbos meisterhaftem Schreibstil. Die Spannung wird geschickt aufgebaut, und die detaillierte Darstellung der surrealen Welt des Nachthauses zieht den Leser in den Bann. Nesbo versteht es, eine düstere Atmosphäre zu schaffen, die einen an den Seiten kleben lässt, auch wenn man sich oft in einem Labyrinth aus Realität und Halluzinationen zu verlieren droht.

Die Geschichte ist durchweg spannend, und die Frage nach der Wahrheit begleitet den Leser durch das gesamte Buch. Die ständige Unsicherheit darüber, was wirklich passiert, trägt zur Faszination bei, auch wenn dies zuweilen zu Verwirrung führt. Die Ambivalenz zwischen Realität und Einbildung macht "Das Nachthaus" zu einem einzigartigen Leseerlebnis.

Trotzdem bleibt das Buch nicht ohne Kritik. Die Merkwürdigkeiten in der Handlung können für einige Leser zu viel sein, und die dichte Atmosphäre kann gelegentlich zu Verwirrung führen. Das ständige Schwanken zwischen Realität und Einbildung erfordert eine gewisse Offenheit für surreale Erzählstrukturen, die nicht jedermanns Geschmack entsprechen mag.

Insgesamt ist "Das Nachthaus" von Jo Nesbo jedoch ein fesselnder Thriller, der durch seine einzigartige Atmosphäre und den meisterhaften Schreibstil überzeugt. Für Leser, die auf der Suche nach einem mysteriösen und ungewöhnlichen Thriller sind, ist dieses Buch definitiv einen Blick wert, auch wenn es aufgrund seiner Merkwürdigkeiten nicht unbedingt zu den persönlichen Favoriten gehören mag.