"Alkohol" ist sowohl eine autobiographische Schrift, als auch eine geradezu wissenschaftliche Studie über den Alkoholismus, nicht weniger aber ist das Buch eine surrealistische Reise durch unsere verworrene Epoche, die süchtig macht. Darin stecken sowohl Ekel und Begeisterung, als auch Wahnsinn und Schmerz, Tod und Auferstehung, Liebe und Hass. Und noch andere wichtige Dinge, die wir zu verschweigen neigen. Oder auch dazu, sie hinunterzuschlucken. Oft mit viel Alkohol. In einem Bulgarien nach dem Kommunismus und vor dem Beitritt zur EU untersucht "Alkohol" nüchtern und gründlich, mit viel Humor, fundamentale Fragen, erhält so universelle Bedeutung und Wichtigkeit, und macht neugierig auf mehr von Kalin Terzijski!
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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension
Kalin Terzijskis Debütroman "Alkohol" mag vielleicht für den "Durchschnitts-Voyeuristen" zu drastisch sein, ist aber in jedem Falle packend und gut, versichert Rezensent Julian Weber. Wie der bulgarische Autor in seinem bereits 2010 im Original veröffentlichten Roman den Alltag und die Abwärtsspirale eines Alkoholikers mit bedingungsloser Klarheit und Nüchternheit analysiert, ringt dem Kritiker größte Anerkennung ab. Darüber hinaus folgt Weber nicht nur gebannt den mit dem Schicksal des Protagonisten verknüpften Schilderungen der desillusionierenden Zustände in Bulgarien in den Neunziger- und Nullerjahren, sondern liest auch interessiert die Kurzporträts berühmter Alkoholiker wie Ernest Hemingway oder Jim Morrison.
© Perlentaucher Medien GmbH
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Viele gute Romane beginnen mit einem Unfall. In Alkohol knallt es erst nach einigen Kapiteln. Zuvor ist der Protagonist bereits viele kleine Tode gestorben. Morgens nach dem Aufstehen bemerkt er Extrasystolen, kurze Aussetzer des Herzens. Du frierst ein und wartest ab, um zu sehen, was geschieht. Das Herz setzt wieder ein, erklärt Kalin, der Protagonist, der genauso heisst wie der Autor.