Schottland, Winter 1900. Am Strand von Skerry wird ein lebloser Junge angeschwemmt. Als der Fischer Joseph ihn ins Dorf trägt, erntet er ungläubige Blicke, denn das Kind ähnelt auf unheimliche Weise dem Sohn der Lehrerin Dorothy, der in einer längst vergangenen Nacht ans Meer ging und nie mehr gesehen wurde. Ausgerechnet Dorothy erklärt sich bereit, das rätselhafte Kind aufzunehmen, bis seine Herkunft geklärt ist. Doch die Anwesenheit des Jungen wühlt nicht nur Dorothy auf, sondern stellt die gesamte Dorfgemeinschaft vor Fragen. Weshalb war Joseph sowohl an dem Tag am Strand, als der fremde Junge angespült wurde, als auch in der Nacht, als Dorothys Kind verschwand? Worüber haben Dorothy und Joseph damals so erbittert gestritten? Und warum wurden sie nie ein Paar, obwohl sie sich für jedermann offensichtlich liebten?
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Tragisch und wunderschön
mimitatis_buecherkiste aus Krefeld am 17.01.2026
Bewertungsnummer: 2983194
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Es ist Winter in Schottland des Jahres 1900, ein kleiner Junge wird an die Küste des kleinen Fischerdorfes Skerry gespült. Dorothy nimmt das Kind bei sich auf, das eine unheimliche Ähnlichkeit mit ihrem Sohn aufweist. Ihrem Sohn, der vor Jahren in einer stürmischen Nacht im Meer verschwand. Niemand weiß, was damals passiert ist, aber alle tuscheln hinter vorgehaltener Hand, besonders über Dorothy und Joseph, der so viel für sie empfand.
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»Nachdem er gegangen ist, sinkt sie tiefer in ihren Sessel und legt die Hände fest um ihre Teetasse, um das Zittern zu unterdrücken, denn die Vergangenheit steht wieder vor der Tür, hämmert drängend gegen das Holz und versucht hereinzukommen.« (Seite 76)
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Im Wechsel zwischen Jetzt und Damals erzählt Julia R. Kelly eine Geschichte, die schöner, tragischer und trauriger könnte nicht sein. Hierbei lässt sie anfangs vieles weg, das sie erst langsam verrät, dadurch wird das Buch spannender, als ich es erwartet hätte. Eine junge Frau kommt voller Hoffnung und Zuversicht ins Dorf, die Gemeinschaft empfängt sie, aber anders als erwartet. Es wird getuschelt, es gibt Tratsch und Klatsch, Gerüchte entstehen, auf Hoffnung folgt Streit. Liebe kommt auf leisen Sohlen, wird im Keim erstickt, es gibt Scham, Lügen und sowas wie ein Happy End, das schnell ins Gegenteil umschlägt, aber etwas bleibt. Es folgt ein Drama, das anhält, bis das Meer etwas gibt, das anders ist, als es scheint.
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Dieses Buch ist der wunderbarste und berührendste Roman, den ich in der letzten Zeit lesen durfte. Ganz unschuldig fing er an, dann entfaltete er eine Wucht, der ich mich nicht entziehen konnte, ich legte ihn irgendwann einfach nicht mehr aus der Hand. Drama, Tragödie, eine Prise Krimi, eine Liebesgeschichte und ein Familienroman, all dies vereint in einer Story, die mich tief bewegt und berührt hat. Die Autorin überraschte mich immer wieder mit Wendungen und Enthüllungen, die ich nicht kommen sah. Ich bangte und fühlte, litt und weinte, lächelte und schmunzelte, war entsetzt und wütend, wünschte und hoffte - es war wirklich wunderbar. Ein Herzensbuch und ein Jahreshighlight!
Was das Merr uns gibt
Bewertung am 29.11.2025
Bewertungsnummer: 2665477
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Was für eine zutiefst berührende, traurige und zugleich hoffnungsvolle Geschichte.
Der Roman 'Das Geschenk des Meeres' von der Autorin Julia R. Kelly hat mich von Anfang bis zum Ende völlig in seinen Bahn gezogen.
In einem kleinen Fischerdörfchen an der schottischen Küste wird ein kleiner Junge vom Meer an den Strand gespült - ein Ereignis, das wie ein Sturm in das Leben der Dorfbewohner fährt.
Besonders für Dorothy, die Lehrerin die sich dem Jungen annimmt, bedeutet seine Ankunft weit mehr als nur ein außergewöhnliches Ereignis.
Ihr eigenes, traumatisches Erlebnis liegt erst wenige Jahre zurück und ähnelt dem Schicksal des Jungen auf schmerzhafte Weise. Durch ihre kühle, entbehrungsreiche Kindheit geprägt, wirkt Dorothy oft zurückhaltend und unnahbar - etwas, das ihr die Menschen im Dorf nur allzu kritisch auslegen.
Die Geschichte ist so eindringlich und bildhaft erzählt, dass ich mich der rauen Brandung, dem Wind und der melancholischen Stille des Küstenortes kaum entziehen konnte. Die Figuren wirken unglaublich echt: Ich habe Dorothys Schmerz gespürt, ebenso wie das leise Aufflammen ihrer Hoffnung. Auch Joseph, der Fischer, der den Jungen findet, hat mich bewegt - seine stille Stärke, seine Zweifel, seine unerwartete Verbundenheit zu Dorothy. Seine innere Zerissenheit hat mich sehr berührt.
Gut gefallen hat mir auch die geschwätzige Damenrunde im Dorflädchen, allen voran Mrs. Smith, die mit ihrer ehrlichen, direkten und unverblümten Art immer wieder Wärme in die Geschichte bringt.
Dieses Buch vereint die Gewalt der Natur mit der Zerbrechlichkeit menschlicher Emotionen. Es hat mich tief getroffen, mich gefesselt, mich zum Nachdenken gebracht- und es hat das Potential, mein persönliches Lesehighlight 2025 zu werden.
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